circle17 Impacthon: „Jede Regierung und jedes Unternehmen spielt eine Rolle“
Der circle17 Impacthon zur Förderung von Innovationen im Sinne der UN-Nachhaltigkeitsziele wird von AustrianStartups in Zusammenarbeit mit respACT und der Austrian Development Agency organisiert.
Während Covid-19 aufgezeigt hat, wie eng die Gesundheit der Gesellschaft und die Wirtschaft miteinander verflochten sind, so ist sie nur ein „Auftakt zu den Auswirkungen der Klimakrise“, so die Initiatoren des circle17 Impacthon: „Die nächsten Jahre sind unsere letzte Chance, eine katastrophale globale Erwärmung zu vermeiden.“
Nach Hack the Crisis- und EUvsVirus-Hackathons nun circle17 Impacthon
Kein Kompromiss zwischen nachhaltiger Erholung und wirtschaftlichen Fortschritt
“Wir müssen sicherstellen, dass wir besser auf zukünftige Pandemien vorbereitet sind, aber auch auf die andere große Bedrohung für die Menschheit – den Klimawandel. Es gibt keinen Kompromiss zwischen der Wahl einer nachhaltigen Erholung und dem wirtschaftlichen Fortschritt. Jeder Einzelne, jede Institution, jede Regierung und jedes Unternehmen spielt bei einem Übergang zu einem nachhaltigen Wirtschaftsmodell eine wesentliche Rolle. Gemeinsame Anstrengungen auf allen Ebenen sind erforderlich, um den Klimawandel zu bekämpfen und zukunftsträchtige Gesellschafts- und Wirtschaftsmodelle aufzubauen“, so Josine Bakkes, Co-Lead Circle17.
Der Circle17 Impacthon, der vom 19. bis 22. November stattfindet, bietet Unternehmen und Non-Profit Organisationen die Möglichkeit, im Zuge von drei Tagen gemeinsam mit Startups, Programmierern, Designern, Kreativen und Studenten zukunftsfähige Lösungen zu drängenden Herausforderungen gemeinsam zu erarbeiten, um sich langfristig und nachhaltig zu transformieren. So sollen innovative Partnerschaften im Sinne der 17 Sustainable Development Goals entstehen, die Lösungen von morgen hervorbringen.
circle17 Impacthon explained
„Wir wollen bewusst Menschen aus ganz unterschiedlichen Bereichen zusammenbringen, damit Projekte entstehen können, die vorher nicht möglich waren“, betont Fanny Hofbauer, Co-Lead circle17 von respACT.
Anmeldungen offen
Interessierte können sich als Social Innovator (für Studenten und Startups), als Challenge Lead (für Unternehmen und gemeinnützige Organisationen) oder als Mentor registrieren.
Satellives: Das Tullner SpaceTech-Startup, das Satelliten wie ein Leporello faltet
Satellives entwickelt einen flachen, modularen Satelliten, der sich im Orbit zu einer Kette entfaltet. Anfang 2029 soll er erstmals fliegen. Wir haben mit Gründerin und CEO Lilly Eichinger über die Hintergründe gesprochen.
Satellives: Das Tullner SpaceTech-Startup, das Satelliten wie ein Leporello faltet
Satellives entwickelt einen flachen, modularen Satelliten, der sich im Orbit zu einer Kette entfaltet. Anfang 2029 soll er erstmals fliegen. Wir haben mit Gründerin und CEO Lilly Eichinger über die Hintergründe gesprochen.
Lilly Eichinger, Gründerin und CEO von Satellives: Der erste Flug ihres modularen Satelliten ist für Q1 2029 geplant. | (c) brutkasten / Haris Dervisevic
Wer heute im All etwas anderes vorhat als Erdbeobachtung oder Kommunikation, stößt schnell an eine Wand. „Wenn du irgendetwas im All machen willst, egal ob Experimente, Manufacturing, Datenspeicherung oder eine Plattform für Quantenkommunikation, dann hast du keine Infrastruktur“, sagt Lilly Eichinger, Gründerin und CEO von Satellives. „Es gibt kaum Plattformanbieter.“ Bisher führe der Weg für solche Missionen im Wesentlichen über die ISS. Deren Betrieb soll 2030 enden, kommerzielle Nachfolgestationen sind in Entwicklung, aber noch keine im Regelbetrieb.
In diese Lücke will das Tullner Startup. Der Ausgangspunkt war das Ergänzungsstudium Extended Studies on Innovation am Innovation Incubation Center (i²c) der TU Wien, wo Eichinger die Idee entwickelte. Kunst und Philosophie hatte sie vor ihrem Physik- und Architekturstudium in Wien studiert.
Der Leporello-Satellit
Das Produkt ist ein flacher Satellit, der aus einzelnen Einheiten besteht: den Tiles, jede fünf Zentimeter hoch und etwa so groß wie eine Pizzaschachtel. „Es sieht aus wie Kacheln, im Grunde wie Solarpaneele, die sich im Orbit entfalten“, sagt sie. „Aber es sind keine Solarpaneele. Es sind voll funktionsfähige Satelliten.“
Der Kniff steckt im Scharnier. Die Einheiten sind verbunden und übereinander gestapelt, ähnlich einem Leporello. Gestapelt passen sie in einen handelsüblichen CubeSat-Dispenser, was die Startkosten drückt. Im Orbit entfalten sie sich zu einer langen Kette: „Wir nennen sie Mosaics Satellites.“
Ein Mosaic von Satellives | (c) Satellives
Der technische Kernclaim betrifft Energie. Pro Einheit könne man bei gleichem Gewicht viermal so viel Energie speichern wie ein durchschnittlicher CubeSat, sagt Eichinger. Der Wert beruht auf eigenen Berechnungen und ist im Flug nicht demonstriert. „Das Einzige, was es im All unbegrenzt gibt, ist Energie.“ Nur lasse sie sich kaum nutzen: Bei CubeSats sei nicht das Einsammeln das Problem, sondern der fehlende Platz für Batterien. Wer energiehungrige Missionen fliegen wolle, habe deshalb nur schlechte Optionen. „Entweder du baust einen 50-Millionen-Dollar-Satelliten, was fast niemand kann, oder du kannst es nicht.“
Dazu kommt Modularität. „Die meisten Satelliten sind One-Trick-Ponys“, sagt Eichinger. An die Plattform lassen sich dagegen Produktionsboxen andocken. Zwei Tiles würden nach ihrer Rechnung reichen, um einen kleinen 3D-Drucker dauerhaft zu versorgen und gleichzeitig als Plattform für Quantenkommunikation oder Datenspeicherung zu dienen.
Flache Satelliten an sich sind nicht neu, das räumt Eichinger ein: Starlink stapelt sie längst, weil sich so Startkosten sparen lassen. Neu sei die Kombination aus flachem Formfaktor und echter Modularität. Das Patent dafür ist nach ihren Angaben bei der WIPO und in Österreich angemeldet, zunächst bewusst auf ihren Namen und nicht auf die Gesellschaft. Ende Juli wurde es an die Gesellschaft übertragen. Ab einem gewissen Punkt, sagt sie, mache staatsnahe oder fremdgehaltene IP ein Unternehmen für Investor:innen unattraktiv.
Gegen den Hype
Rechenzentren im Orbit sind für Satellives selbst ein Zielmarkt. Beim Hype darum bremst Eichinger trotzdem. „Alle sagen: Bringt die Datenspeicher ins All, dort ist es kalt. So funktioniert das nicht.“ Kühlung sei auch oben nötig. Wäre das der einzige Punkt, sagt sie, bräuchte es den Orbit gar nicht: „Warum bringt man die Daten dann nicht in die Arktis? Dort kann man sie kühlen.“ Der größte Engpass sei das Wärmemanagement: Im Vakuum lasse sich ein Rechenzentrum nur schwer kühlen. Dazu kämen Verarbeitung und Downlink per Laserkommunikation, beides brauche kontinuierlich hohe Energie. Ein riesiges und künftig sehr relevantes Geschäftsfeld sei es dennoch.
Satellives-Gründerin Lilly Eichinger im Gespräch mit brutkasten-Chefredakteur Martin Pacher. (c) brutkasten / Haris Dervisevic
Verglühen lassen will sie nichts. „Wir planen, zu 100 Prozent nachhaltig zu operieren.“ Der übliche Wiedereintritt am Missionsende erzeuge giftige Gase. „Okay, nicht ein einzelner CubeSat. Aber wenn es eine Million sind oder zehntausend im Jahr, dann summiert sich das.“ Beschädigte Tiles sollen stattdessen über einen Reentry-Service zurückkommen und recycelt werden.
Kapitalbedarf
Firmensitz ist Tulln, weil Satellives über das AplusB-Scale-up-Programm vom accent Inkubator begleitet wird, bis Ende Januar 2027. Das Headquarter soll langfristig in Wien liegen. Das Kernteam umfasst laut Website vier Personen: neben Eichinger als CEO ein Technical Co-Founder, ein Operations Co-Founder und eine weitere Person im Bereich Operations.
Der Kapitalbedarf: rund 1,6 Millionen Euro für 18 Monate. Die Hälfte davon soll aus Förderungen und von Business Angels kommen. „Wir arbeiten da gerade wirklich zehn Stunden am Tag dran“, sagt Eichinger. Erst mit dem Geld könne man Ingenieur:innen einstellen und vom Prototyping in den echten Bau wechseln. Dazu sucht das Startup 25.000 bis 50.000 Euro für die Patentanmeldung in weiteren Ländern.
Das Ziel: zwei Einheiten, erste On-Orbit-Demonstration in Q1 2029, die bereits Pilotkund:innen bedienen soll. Das Fernziel formuliert sie größer. „Österreich kann für Space das werden, was Estland für die Digitalisierung ist. Es ist ein kleines Land, niemand hätte erwartet, dass Estland zum digitalen Hub wird. Aber sie sind es geworden, und sie rocken es.“
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circle17 Impacthon: „Jede Regierung und jedes Unternehmen spielt eine Rolle“
Nach der Organisation des „Hack the Crisis Hackathons“ und des „EUvsVirus-Hackathons“ mit insgesamt mehr als 25.000 Teilnehmern ruft AustrianStartups nun auf, sich wieder zu vereinen und beim circle17 Impacthon mitzumachen.
Der Circle 17 Impacthon bietet Unternehmen und Non-Profit Organisationen die Möglichkeit, im Zuge von drei Tagen gemeinsam mit Startups, Programmierern, Designern, Kreativen und Studenten zukunftsfähige Lösungen zu drängenden Herausforderungen gemeinsam zu erarbeiten, um sich sich langfristig zu nachhaltig transformieren.
„Wir wollen bewusst Menschen aus ganz unterschiedlichen Bereichen zusammenbringen, damit Projekte entstehen können, die vorher nicht möglich waren“, betont Fanny Hofbauer, Co-Lead circle17 von respACT.
AI Kontextualisierung
Welche gesellschaftspolitischen Auswirkungen hat der Inhalt dieses Artikels?
Leider hat die AI für diese Frage in diesem Artikel keine Antwort …
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Welche Relevanz hat der Inhalt dieses Artikels für mich als Innovationsmanager:in?
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