09.06.2015

Christian Ricken von der DB: „Kein Wettbewerb zwischen Banken und FinTech Startups“

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© Facebook: Deutsche Bank/ Christian Ricken spricht bei der NOAH Conference 2015 in Berlin.

Die Digitalisierung betrifft alle erdenklichen Bereiche in einem modernen Zeitalter – so auch das Bankwesen. Bei der NOAH Konferenz, die heute morgen im eindrucksvollen Tempodrom in Berlin gestartet hat, spricht Christian Ricken, COO of Private & Business Clients, über die Herausforderungen mit denen Banken heutzutage konfrontiert sind, sowie die Beziehung zwischen Banken und FinTechs.

„Es ist offensichtlich, dass zu Zeiten der Finanzkrise, die Digitalisierung keines der Top Themen war. Das hat sich nun komplett verändert: Heute ist die Digitalisierung Thema Nummer eins aller Banken“. Kein Wunder, denn Banken befinden sich in einem sehr kompetitiven Feld und müssen neue Wege gehen. Banken müssen trotzdem vorsichtig sein: Ihre Entscheidungen wirken sich natürlich auf den Kunden aus – und dies wisse dieser. Kunden wollen Banken vor allem vertrauen und es liegt an den Banken, dieses Vertrauen nicht zu missbrauchen. Immerhin, die Digitalisierung bringe eine Vielzahl an Möglichkeiten. „Keine Industrie hat so viele wertvolle Daten, wie Banken“, meint Ricken. Diese Daten sind ein gut gehüteter Schatz, von dem bis jetzt noch nicht Gebrauch gemacht wurde.

Viele sehen eine Konkurrenz zwischen traditionellen Banken und FinTechs. Die Deutsche Bank, die sich als Vorreiter in Sachen Digitalisierung positionieren möchte, verneint diesen Standpunkt. „Ich sehe keinen Wettbewerb zwischen Banken und FinTechs“, so Ricken.

Vielmehr profitiere der deutschen Kunde schließlich von einer Zusammenarbeit zwischen Banken und Startups. FinTechs bringen Innovation in Bereiche, wo bereits viel gemacht wird, aber trotzdem eine neue Blickweise benötigt wird. Darum arbeitet die Deutsche Bank auch sowohl mit großen Technologiefirmen zusammen, als auch mit FinTechs. Um vorne mitzumischen, habe man auch die drei Innovation-Labs ins Leben gerufen, über die der Brutkasten bereits berichtet hat. Für die Labs holte sich die Deutsche Bank Unterstützung von außen: Microsoft für Berlin, HCL in London und IBM im Silicon Valley. Mit der Zusammenführung von Big Players in Technologie und FinTechs möchte man sich für die Zukunft rüsten. Die Arbeit mit FinTech Startups soll einerseits deren Zeit bis zum Markteintritt verkürzen, andererseits den Kunden eine bessere User-Experience bieten.

Dabei soll die Digitalisierung nicht nur die Produkte für das Auge aufhübschen, sondern auch jene Bereiche – zum Beispiel im BackEnd – verbessern, „die der Kunde nicht sieht“. Außerdem möchte man enger mit den Kunden arbeiten und direktes Feedback einholen. Denn immerhin gilt: Ohne Kunden, keine Bank.

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fonio
© fonio/canva - Alexander Brix.

Das Scaleup fonio.ai von Daniel Keinrath und Matthias Gruber ist eines der aufstrebendsten Startups Österreichs. Im Juni sicherte man sich ein 14,6 Millionen Euro Seed-Investment und knackte rund zwei Monate später die 10-Mio.-ARR-Marke. Am AustrianStartups Summit verkündete CCO Alexander Brix gegenüber brutkasten die nächsten Ziele. Und die sind ambitioniert.

fonio: Globaler Rollout

Fonio.ai möchte im kommenden Jahr seine Präsenz global ausbauen. „Wir wollen 20 neue Märkte in Nord Amerika und Europa aufgreifen“, sagt Brix. „Wir streben aber auch Asien an, um auf der globalen Landkarte präsent zu bleiben und eine global führende Marke aus Wien heraus aufzubauen. Auch ein Büro in New York ist geplant. Das größte Risiko für uns ist momentan, langsamer zu werden und unsere schnelle Arbeitskultur zu verlieren.“

Mehr Arbeitskraft geplant

In diesem Sinne möchte das Wiener KI-Startup 2027 auch 300 neue Mitarbeiter:innen einstellen und schielt schon, zumindest peripher, auf einen Decacorn-Status hin. Eine genaue Timeline dafür hat das Team nicht, aber das Mindset dafür wohl bereits inhaliert, wenn Brix sagt: „Es ist kein Status, auf den man hinarbeitet, sondern man möchte einen guten Job machen und das Produkt in möglichst viele Unternehmen bringen. Dass man dann vielleicht Decacorn wird, ist ein Nebeneffekt. Einen Zeitrahmen, bis wir das schaffen, haben wir uns nicht gesetzt, aber es ist unsere Ambition einen Global Player zu bauen und sicherzustellen, dass der ‚AI Communication Layer‘ aus Europa kommt und nicht von amerikanischen oder vielleicht chinesischen Unternehmen besetzt wird. Wer die Kommunikation beherrscht, der hat sehr viel Macht. Und wir wollen diese Macht auf jeden Fall in Europa halten. Das heißt, um das zu schaffen, ist es der natürliche Weg, dass wir ein Decacorn werden.“

Series-A steht an

Auf diesem Weg habe man aktuell ein Angebot entwickelt, das mittlerweile sämtliche textbasierten Kommunikationskanäle sowie Telefonsysteme in Form von PBX umfasse. Damit könne man die gesamte „Communication Suite“ mittelständischer Unternehmen bereits vollständig abdecken, erzählt Brix von einer weiteren Neuerung. Eine andere Neuigkeit betrifft die Finanzierung. Zwar gibt sich Brix dazu etwas bedeckt, lässt aber fallen, dass man kurz vor einer Series-A-Finanzierung stehe. Details sollen im kommenden Jahr folgen.

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