20.04.2016

Chilli Island: vom Startup zum Sponsor

Wer will sie nicht – eine eigene kleine Insel? Das Wiener Startup Chilli Island bringt die Luxusversion des aufblasbaren Eilands – ein Elektroboot mit Soundanlage und Getränkekühler. Mit Hilfe zweier Beachvolleyballerinnen sollen nun weitere Kunden gewonnen werden. Gründerin Alexandra Kraft verrät dem Brutkasten, warum sie es mit Sponsoring versucht.
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© leisure.at/Andreas Haider: Auf Chilli Island ist man ungestört.

2014 startete Chilli Island. Der Name leitet sich nicht von der scharfen Schote, sondern vom „Chillen“ ab. Das sollen Menschen besser können, wenn sie das kleine Elektrobot mit verstellbaren „Palmblättern“ als Sonnenschutz benutzen. Dazu kommen als Ausstattung eine leistungsstarke Soundanlage und ein Getränkekühler. Weitere Gimmicks können auf Wunsch eingebaut werden.

Die erste Serie ist in Produktion und bereits zur Hälfte verkauft

Eine große Herausforderung war für Gründerin Alexandra Kraft Anfangs, die technischen Geräte wasserdicht zu verbauen. Inzwischen ist die kleine Insel serienreif und Kraft präsentiert sie laufend auf einschlägigen Messen auf der ganzen Welt. Noch vor dem Sommer wird die erste Serie von 25 Stück fertig – die Hälfte davon ist auch schon in Österreich, Deutschland und Ungarn verkauft worden. Nach dem Sommer folgen weitere 25 Boote. Die sind dann aber für weiter weg bestimmt: Sie werden bis in den arabischen Raum und die Karibik verkauft. Rund 15.000 Euro kostet die Basisversion.

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Fokus auf den B2B-Bereich

Dabei will das junge Unternehmen nicht nur Privatkunden mit Bootstellplatz ansprechen. Im Gegenteil sieht Kraft ein besonders großes Potenzial im B2B-Bereich. „Wir weigern uns nicht, an Privatkunden zu verkaufen“, sagt sie lachend, doch das Verhältnis von Privat- zu Businesskunden sei 20 zu 80. Denn für Firmen ist das Konzept besonders interessant.

„Wir haben am Anfang viel Hilfe bekommen- das geben wir gerne weiter“, Gründerin Alexandra Kraft.

Zielgruppen sind immer in der Nähe der Beachvolleyballevents

© leisure.at/Andreas Haider: Chilli Island
© leisure.at/Andreas Haider: Chilli Island

Business-Kunden will sie auch mit dem Sponsoring der jungen Beachvolleyballerinnen und Olympia-Hoffnungen Katharina Schützenhöfer und Lena Plesiutschnig gewinnen. „Diese Veranstaltungen finden immer in der Nähe von Wasser statt. Dort sind auch wichtige Zielgruppen von uns – große Bootsverleihe und Hotels“, sagt Kraft. Mehr Kunden in Hotelerie und Gastronomie sind das Ziel, große Ketten sollen als Partner gewonnen werden. Auch dass mit den beiden Beachvolleyballerinnen Sportlerinnen gefunden wurden, die noch relativ am Anfang ihrer Karriere stehen, sieht Kraft symbolisch: „Wir haben ganz am Anfang viel Hilfe bekommen und geben das gerne weiter“.

Chilli Island als Werbeträger

Auch als Marketing-Instrument soll die motorisierte Insel Absatz bringen. Denn sie eignet sich hervorragend als Werbeträger. Die künstlichen Palmblätter bieten eine große Werbefläche und auch über die Soundanlage kann auf Marketing-Zwecke abgestimmt beschallt werden. Schon 2015 konnte Kraft Ö3 als Kunde gewinnen. Die Boote wurden mit dem Logo des Radiosenders gelabelt – ebenfalls am Rande eines Beachvolleyballevents.

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Pulse
© Knightify/Canva - Amirali Khoshneviszadeh, Founder | Knightify FlexCo.

„Wie geht’s?“. „Gut“ – Das ist die Konversation zwischen zwei Individuen, die wohl am häufigsten im deutschsprachigen Raum geführt wird, oftmals in einer Beziehung. Es handelt sich dabei nicht bloß um eine Reflex-Antwort oder Verheimlichung des wahren Zustandes, sondern dem Wiener Software-Studio Knightify FlexCo zufolge, manchmal einfach um Unwissen, was mit einem los ist.

Pulse: Health-Daten als Hinweisgeber für Partner:in

„Der Tag war lang, der Schlaf war schlecht, der Kopf ist voll, die eigene Belastbarkeit ist niedriger als sonst. Man ist vielleicht nicht krank und braucht auch keine medizinische Diagnose. Man ist einfach erschöpft“, beschreibt Amirali Khoshneviszadeh, Gründer von Knightify, die unsichtbare Seite von Beziehungen. Und möchte mit „Pulse“ hier ansetzen.

Mit dieser App werden laut Unternehmen Daten aus Apple Watch und Apple Health herangezogen, um Hinweise für Partner:innen zu formulieren. Statt konkrete Messwerte wie Herzfrequenz, Schlafdauer oder HRV weiterzugeben, soll Pulse daraus einen allgemein gehaltenen Hinweis ableiten – etwa, dass ein ruhiger Abend sinnvoll sein könnte. Die App soll dabei weder Diagnosen stellen noch den Gesundheitszustand eines Nutzers oder einer Nutzerin bewerten.

„Wir wollten nicht noch ein Dashboard bauen, das Menschen dazu bringt, sich selbst ständig zu analysieren“, sagt Khoshneviszadeh. „Wir wollten herausfinden, ob Technologie manchmal auch etwas viel Einfacheres tun kann: einem Menschen helfen, den anderen besser zu verstehen, ohne dass dieser alles erklären muss.“

Datenschutz

Ein Schwerpunkt liegt laut dem Founder auf dem Datenschutz. Die Rohdaten würden auf dem iPhone verarbeitet und nicht an die Server des Unternehmens übertragen. Auch Partner:innen erhalten demnach keine konkreten biometrischen Werte. Geteilt werden können stattdessen die daraus generierten sogenannten Wellness-Cues.

Das Teilen einzelner Signale soll zudem freigegeben werden können und sich jederzeit pausieren lassen. Zusätzlich bietet Pulse Funktionen wie einen privaten, Ende-zu-Ende-verschlüsselten Chat, gemeinsame Erinnerungen, Fragen des Tages und Möglichkeiten, um um Nähe oder ein Gespräch zu bitten. Zyklusdaten können freiwillig aktiviert werden; sie bleiben standardmäßig privat und werden nicht automatisch mit dem Partner geteilt, heißt es.

„Wenn Technologie in die intimsten Bereiche eines Menschen kommt, muss sie nicht nur mehr können. Sie muss auch wissen, was sie nicht tun sollte“, sagt Khoshneviszadeh hierzu.

Pulse als Kombination aus Wearable-, Wellness- und Couples-App

Der Gründer bezeichnet Pulse als Kombination aus Wearable-, Wellness- und Couples-App und arbeitet nach eigenen Angaben derzeit an der Weiterentwicklung des Produkts. Dafür sammle das Unternehmen Feedback von Paaren, um herauszufinden, welche Informationen im Beziehungsalltag tatsächlich hilfreich sind.

Langfristig spricht Knightify von „Relationship Intelligence“ – gemeint ist ein persönlicher Kontext, der das gegenseitige Verständnis unterstützen soll, ohne die Beziehung selbst zu bewerten. Pulse wurde in Wien entwickelt und ist laut Pressemitteilung derzeit kostenlos für iPhone und Apple Watch verfügbar; die Apple Watch ist optional.

„Wir glauben, dass die interessanteste Information in einer Beziehung nicht unbedingt lautet, wie jemand heute geschlafen hat“, sagt Khoshneviszadeh abschließend. „Interessanter ist vielleicht, was diese Information für genau diese zwei Menschen bedeutet.“

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