Checkrobin: Mateschitz und Benko sind neue Investoren
Mateschitz und Benko stiegen mit neun bzw. zehn Prozent Anteil in die Transportdienst-Plattform Checkrobin.com ein. Neben Geschäftsführer Hannes Jagerhofer, sind bereits Gastronom Atilla Dougudan, Unternehmer Hans Schmidt, sowie Luftfahrtunternehmer Niki Lauda bei Checkrobin an Bord.
Red-Bull-Boss Mateschitz und Immobilien-Investor Benko stiegen bei Checkrobin ein. Neben Gründer Jagerhofer sind auch weitere namenhafte Investoren an Bord. (BillionPhotos.com - Fotolia.com)
Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz und Immobilien-Großinvestor Rene Benko sind nun an der Onlineplattform für Botendienste Checkrobin.com beteiligt. Kurz vor Jahrebeginn hat die Laura-Invest GmbH, die im Besitz einer Privatstiftung von Benko ist, zehn Prozent der Anteile von Checkrobin erhalten. Noch vor Benkos Einstieg in das Unternehmen, ging Mateschitz mit neun Prozent an Bord.
Checkrobin: die Mitfahrgelegenheit für Pakete
Ins Leben gerufen wurde Checkrobin als neuer Transportservice von Checkfelix-Gründer Hannes-Jagerhofer bereits 2013. Checkrobin ermöglicht Privatpersonen den Transport von Dingen aller Art – von Schlüssel bis Haustier. So kann man als Fahrer selbst auf einer ohnehin schon geplanten Wegstrecke bis zu zwei Pakete von anderen Personen mit Auto, Motorrad oder sonstigen Transportmitteln zum Zielempfänger befördern und dabei seine eignen Spritkosten senken. Denn als Fahrer erhält man bis zu 29 € in bar, direkt vom Sender oder Empfänger.
Abgewickelt wird das Ganze über eine Smartphone-App für Android und iOS oder die Online-Plattform. Nutzer können sich dort als Fahrer registrieren lassen oder ganz bequem Paketsendungen aufgeben. Checkrobin bekommt dabei 3€ Vermittlungsprovision. Bezahlt wird über die App, Sofortüberweisung, Paybox oder Kreditkarte. Der Fahrer erhält sein Transportgeld direkt vom Sender oder Empfänger bar auf die Hand.
Checkrobin: namenhafte Unternehmer als Investoren
Neben Gründer Hannes Jagerhofer, dem mehr als 45 Prozent des Unternehmens gehören, sind fünf weitere bekannte Unternehmer bei Checkrobin an Bord. Dazu zählen:
Formel-1-Legende Nicki Lauda mit 19 Prozent
Immobilien-Investor Rene Benko mit 10 Prozent
Gastronom Attila Dogudan mit knapp 9 Prozent
Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz mit 9 Prozent
Werbeunternehmer Hans Schmid mit etwas mehr als 8 Prozent
Während die G7 über KI berät: EU-Kommissarinnen werben auf der VivaTech für Europas eigene Champions
Während in Évian die Chefs der großen KI-Konzerne mit den G7-Staatschefs zusammensitzen, skizzieren Ekaterina Zaharieva und Henna Virkkunen in Paris den europäischen Gegenentwurf. Frisch dazu: ein neues Eurobarometer und ein Fünf-Milliarden-Fonds.
Während die G7 über KI berät: EU-Kommissarinnen werben auf der VivaTech für Europas eigene Champions
Während in Évian die Chefs der großen KI-Konzerne mit den G7-Staatschefs zusammensitzen, skizzieren Ekaterina Zaharieva und Henna Virkkunen in Paris den europäischen Gegenentwurf. Frisch dazu: ein neues Eurobarometer und ein Fünf-Milliarden-Fonds.
EU-Exekutiv-Vizepräsidentin Henna Virkkunen bei ihrer Keynote "Europe's Tech Moment" auf der VivaTech in Paris. (c) Martin Pacher | brutkasten
Es ist ein Tag mit zwei Schauplätzen. In Évian-les-Bains geht am Mittwoch der G7-Gipfel zu Ende. Am Abschlusstag sitzen die Chefs der führenden KI-Konzerne, darunter Sam Altman (OpenAI), Dario Amodei (Anthropic), Demis Hassabis (Google DeepMind) und Arthur Mensch (Mistral), mit den Staats- und Regierungschefs bei einem Arbeitsmittagessen zu Frontier-KI, Infrastruktur und Souveränität. Mehrere hundert Kilometer entfernt, auf der VivaTech in Paris, liefern zwei EU-Kommissarinnen die europäische Antwort auf die Frage, ob der Kontinent eigene globale Tech-Champions bauen kann.
Souveränität als europäischer Gegenentwurf
Henna Virkkunen, Exekutiv-Vizepräsidentin für technologische Souveränität, verwies in ihrer Keynote „Europe’s Tech Moment“ selbst auf das G7-Treffen. Weltweit investierten Regierungen massiv in ihre technologische Führung, Europa müsse seine eigene Kapazität stärken, Technologien zu entwickeln, zu produzieren und einzusetzen. Rückenwind holt sie sich aus einem am selben Tag veröffentlichten Eurobarometer: Demnach stufen 79 Prozent der Europäer:innen Digitalpolitik als EU-Top-Priorität ein, 85 Prozent befürworten Investitionen in europäisch entwickelte Infrastruktur, 82 Prozent wollen weniger Abhängigkeit von Drittstaaten.
Untermauert ist diese Linie durch das European Technological Sovereignty Package, das die Kommission Anfang Juni vorlegte: mit dem CHIPS Act 2.0 für die Halbleiter-Wertschöpfungskette und dem Cloud and AI Development Act, der einen einheitlichen Souveränitätsrahmen für Cloud-Dienste schafft. Niemand dürfe einen „Kill-Switch“ über kritische Infrastruktur haben, so hatte Virkkunen die Stoßrichtung bei der Präsentation des Pakets zusammengefasst. Beim Risikokapital benannte sie das Gefälle: Auf die USA entfielen über 50 Prozent des globalen VC, auf China rund 40, auf Europa nur etwa fünf Prozent.
Fünf-Milliarden-Fonds gegen die Fragmentierung
Im Panel „Can Europe Build Global Champions?“ setzte Ekaterina Zaharieva, Kommissarin für Startups, Forschung und Innovation, auf Selbstbewusstsein. Europa habe die besten Deep-Tech-Talente und den größten Binnenmarkt, kranke aber an Fragmentierung. Dagegen verwies sie auf das 28. Regime, ein „europäisches Delaware“ für grenzüberschreitende Gründungen, und auf den Scaleup Europe Fund: fünf Milliarden Euro, seit Mai von EQT gemanagt, erste Investments im Herbst, gedacht, um Deep-Tech-Scale-ups in Europa zu halten.
Ekaterina Zaharieva auf der VivaTech 2026 | (c) VivaTech
Der Kontrapunkt eines Gründers
Den Kontrapunkt lieferte mit Jean-Charles Samuelian ein Gründer, der über sein Boardmandat bei Mistral mit der Runde in Évian verbunden ist, wo Mistral-CEO Mensch am Mittagstisch saß. Der CEO des Gesundheits-Scaleups Alan mag die Erzählung vom benachteiligten Europa nicht. Er habe nie gefragt, was Europa ihm geben solle, sondern wie er ein Problem löse. Wer ein echtes Kategorie-Produkt baue, finde auch Kapital, notfalls global. Das Defizit sei nicht mangelnder Ehrgeiz, sondern eine Kultur, die Risiko scheue, bis hin zum Einkauf.
Anknüpfungspunkte für Österreich
Für das heimische Ökosystem gibt es mehrere Anknüpfungspunkte. Die KI-Infrastruktur, die Virkkunen beschwört, hat in Österreich eine Adresse: Die AI Factory Austria (AI:AT), geführt von Advanced Computing Austria und dem AIT, ist seit Sommer 2025 in Betrieb, der Wiener Coworking-Hub seit Februar offen, ein KI-Supercomputer für Wien soll 2027 folgen. Der CHIPS Act 2.0 betrifft mit Standorten wie Infineon in Villach oder AT&S beim Advanced Packaging unmittelbar heimische Player. Und die Debatte um Spätphasen-Kapital spiegelt die hiesige Diskussion um einen Dachfonds und institutionelles Wachstumskapital.
Die eigentliche Frage: Kauft Europa seine Innovation?
Am Ende verschob Zaharieva die Frage von der Finanzierung zur Nachfrage: Es gehe nicht mehr darum, ob Europa Kapital für Skalierung finde, sondern ob es seine eigene Innovation auch kaufe. Der erste Kunde müsse oft die öffentliche Hand sein. Während in Évian über die großen Linien verhandelt wird, liegt die Antwort darauf bei den Einkäufer:innen.
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