16.05.2023

Chatsperre: Neue WhatsApp-Funktion ermöglicht Chat-Geheimhaltung

Mit der Chatsperre will WhatsApp User:innen ermöglichen, bestimmte Konversationen tatsächlich für sich zu behalten.
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Nachrichten Bearbeiten Chatsperre - WhatsApp muss Taliban sperren, scheitert aber an Privacy
(c) Adobe Stock - Aleksei

Nichts zu verbergen? Man muss nicht unbedingt in illegale Machenschaften verstrickt sein oder seine:n Partner:in betrügen, um es unangenehm zu finden, dass andere die eigenen WhatsApp-Chats mitlesen können. Dank Benachrichtigungen reicht es schließlich oft, wenn das Smartphone am Tisch liegt, um mehr preiszugeben, als man will. Nach all den Jahren bringt der Chat-Dienst mit der „Chatsperre“ nun ein Feature, um das zielsicherer zu verhindern, als bisher.

Neue Funktion „Chatsperre“ bereits verfügbar

Die Funktion ist ab sofort verfügbar und lässt sich recht einfach einrichten: Man muss dazu bei Einzelpersonen „Kontakt ansehen“ bzw. bei Gruppen den Menüpunkt „Gruppeninfo“ anwählen und findet dort den Button „Chatsperre“. Wenn man einen Chat sperrt, wird er aus dem Posteingang in einen eigenen Ordner verschoben. Auf diesen Ordner kann man nur mit dem Gerätepasswort oder über biometrische Verfahren, wie den Fingerabdruck-Scan, zugreifen. Der Inhalt des Chats wird außerdem automatisch in den Benachrichtigungen ausgeblendet.

„Besonders für Personen geeignet, die ihr Telefon von Zeit zu Zeit mit Familienmitgliedern teilen“

Auch in der offiziellen WhatsApp-Aussendung zur Chatsperre wird das Feature naturgemäß nicht als Geheimhaltungshilfe für Seitensprünge angepriesen. Dort heißt es: „Aus unserer Sicht ist diese Funktion besonders für Personen geeignet, die ihr Telefon von Zeit zu Zeit mit anderen Familienmitgliedern teilen, oder für Situationen, in denen gerade jemand anderes dein Telefon in der Hand hält, während eine besondere Chat-Nachricht eingeht“.

Weitere Zusatzoptionen geplant

In den kommenden Monaten plane man, verschiedene weitere Optionen für die Chatsperre hinzuzufügen, heißt es vom Chat-Unternehmen. Man wolle etwa das Sperren für Begleitgeräte oder das Erstellen eines selbstdefinierten Passworts für einzelne Chats ermöglichen.

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Bildunterschrift: V. l. n. r.: Jonathan Grothaus (CEO & Founder myflexbox), Martin Trittler (CFO DeinFach), Lukas Beckedorff (CEO DeinFach) und Peter Klima (CTO & Founder myflexbox) | (c) myflexbox

Der Salzburger Paketstationen-Anbieter myflexbox und DeinFach, eine Tochter der Deutschen Post AG, schließen sich zusammen. Das gaben die DHL Group und myflexbox am Donnerstag in einer Aussendung bekannt. Die anbieteroffenen Automatennetze der beiden Unternehmen sollen künftig unter der Marke myflexbox geführt werden. Die Marke DeinFach wird schrittweise in myflexbox überführt.

Laut Aussendung betreibt myflexbox rund 3.000 Paketstationen in Deutschland und Österreich. Sie ergänzen das deutsche Automatennetz aus rund 19.000 DHL-Packstationen, Poststationen und DeinFach-Automaten. Nach Angaben der Unternehmen entsteht damit das mit Abstand größte anbieteroffene Paketstationsnetz im deutschsprachigen Raum. Das Modell, Stationen für verschiedene Paketdienstleister bereitzustellen, soll erhalten bleiben.

Verkauf an die DHL-Gruppe

Wie der Deal rechtlich und wirtschaftlich ausgestaltet ist, geht aus der Aussendung nicht hervor. Dort ist von einem Zusammenschluss die Rede, Angaben zu Anteilen, Kaufpreis und künftiger Führung fehlen.

Laut einem Bericht von salzburg.ORF.at wird myflexbox an die DHL-Gruppe verkauft. Der Kauf erfolge über die DHL-Tochter AZL GmbH, die bisher die Marke DeinFach betreibt. Verkäufer sei Star Capital, zum Kaufpreis gebe es keine Angaben.

brutkasten hat bei der Deutschen Post AG zur Deal-Struktur angefragt. Bis zum Erscheinen dieses Artikels gab es keine Rückmeldung.

50.000 Paketautomaten bis 2030

Die Deutsche Post AG verbindet mit dem Schritt ein Ausbauziel. Bis 2030 will sie Verbraucher:innen in Deutschland insgesamt rund 50.000 Paketautomaten zur Verfügung stellen. Mehr als die Hälfte davon sollen anbieteroffene myflexbox-Stationen sein. Langfristig soll die große Mehrheit der Menschen in Deutschland eine Paketstation in fünf bis zehn Gehminuten erreichen.

„Gemeinsam bringen wir den Ausbau des größten offenen Paketstations-Netzwerks auf eine neue Ebene“, wird myflexbox-CEO und Founder Jonathan Grothaus in der Aussendung zitiert. DeinFach-Geschäftsführer Lukas Beckedorff erklärt, man nutze bestehende Standorte, erschließe zusätzliche und verkürze damit die Wege für Verbraucher:innen.

Gegründet bei der Salzburg AG

myflexbox wurde 2018 als Corporate-Startup der Salzburg AG gegründet und 2022 ausgegründet. Im Februar 2023 holte das Unternehmen 75 Millionen Euro vom Star IV Fonds, der von Star Capital Partnership LLP verwaltet wird (brutkasten berichtete). Seither stand es im Mehrheitsbesitz eines Investorenkonsortiums.

Zuletzt ist das Unternehmen stark gewachsen. Im September 2025 betrieb myflexbox fast 1.400 Paketstationen in Deutschland und Österreich, davon 660 in Österreich (brutkasten berichtete). Mit den nun genannten rund 3.000 Stationen hat sich das Netz in etwa einem Jahr mehr als verdoppelt.

Mitgründer und Ex-Co-CEO Lukas Wieser ist seit Mai 2026 als Interim Head of Growth beim Linzer HR-Tech teamecho tätig (brutkasten berichtete).

Post und DPD als Partner in Österreich

In Österreich zählen unter anderem die Österreichische Post und DPD zu den Logistikpartnern. Die Post mietet seit 2024 Abholfächer in den myflexbox-Stationen (brutkasten berichtete). DPD sicherte sich im Vorjahr rund 9.000 Fächer und damit fast ein Viertel der hierzulande verfügbaren Fächer. Wie sich der Deal mit einer Tochter der Deutschen Post AG auf diese Partnerschaften auswirkt, lässt die Aussendung offen.

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