Chatbot Steckbrief: Lokal shoppen mit dem Chatbot von jingle
In unserer Artikelreihe "Chatbot Steckbrief" berichten wir jeden Freitag über einen Chatbot. Dieses Mal stellen wir "jingle" vor. Das Team möchte es Unternehmen, die noch keine Präsenz im Internet haben, ermöglichen, per Chatbot gefunden zu werden. Jingle ist Teil des ersten Batch des Wiener Chatbot-Accelerators ELEVATE von TheVentury.
In Zeiten der Digitalisierung fällt es Unternehmen, die noch keine Präsenz im Internet haben, zunehmend schwerer an Kunden zu kommen. Die Gründer von jingle kennen das Problem und möchten es per Chatbot lösen. Konkret können User Produkte des lokalen Handels per jingle finden. Der Kauf findet dann im Geschäft vor Ort statt. Auf diese Weise möchte man den Unternehmen eine größere Reichweite bieten.
ELEVATE sucht neue Chatbot-Ideen
Knapp eine Woche ist es her, dass jingle vor Investoren am Demo Day von ELEVATE gepitcht hat. Als Teil des Chatbot Accelerators von TheVentury wurde es dem dreiköpfigen Team ermöglicht, ihre Idee umzusetzen. „Unseren Bot haben wir selbst, zusammen mit TheVentury, entwickelt“, erzählt Co-Founder Gregor Wallner dem Brutkasten.
Mit dem Ende des ersten Durchgangs startete quasi die Bewerbungsphase für den nächsten Batch des Accelerators. Bis 22. September kann man sich noch bewerben.
jingle: Lokaler Handel im Internet
Die jingle Gründer kannten sich bereits vor der Teilnahme bei ELEVATE. Gregor Wallner und Luke Binder lernten sich bereits während dem Studium kennen. Der technische Co-Founder Kevin Bachmann stieß später übers Netzwerk dazu. Mit ihrem Chatbot kann man per Facebook Messenger schreiben.
Dem Brutkasten beantwortet Wallner die Steckbrief Fragen und erklärt, wieso man sich überhaupt dazu entschieden hat, einen Chatbot – und nicht etwa eine App – zu entwickeln.
Wie seid ihr auf die Idee zu jingle gekommen?
Mir ist es öfter passiert, dass ich von Geschäft zu Geschäft lief und ein bestimmtes Produkt einfach nicht finden konnte. Ich bin sehr Internet-affin und habe mir jedes Mal aufs Neue gedacht: „Es muss doch eine Suchmaschine für Produkte in meiner Nähe geben?“ – doch die gab es nicht. So ein Produkt als Chatbot zu entwickeln hat den Hintergrund, dass wir den Mehraufwand verringern wollen, ständig eine neue App herunterladen zu müssen. Außerdem ist eine direkte Konversation in unseren Augen einfach die beste Möglichkeit, dem User das zu geben was er will und gleichzeitig sich als Plattform optimal zu branden. Für jeden Marketing-Fuzzi wie mir, ein Traum.
Seit wann ist jingle nun schon online?
Unser Bot ist nun seit knapp einem Monat als Prototyp online. Wir versuchen derzeit herauszufinden, was der perfekte User-Flow ist, wie User mit unserem Bot interagieren und fixen diverse Bugs. Zur Zeit läuft Jingle ausschließlich auf Facebook Messenger.
Wie bist du an das Marketing herangegangen und hast du Tipps für andere, die du teilen kannst?
Derzeit versuchen wir eine ganz kleine Zielgruppe mit Facebook Ads / AdWords zu targeten, um das Onboarding und den generellen User-Flow zu testen und zu perfektionieren. Großflächiges Marketing wird kommen. Mein Tipp wäre es, jede einzelne Konversation zu analysieren und herauszufinden, was der User wollte und was funktioniert hat/was nicht. Ich bin ein großer Fan von Tracking Pixels und Analyse Tools, da man wirklich jeden User auch einem Kanal und somit einem „Use-Case“ zuordnen kann.
Was waren die größten Hürden und welche Learnings hast du bisher gemacht?
Man sagt conversational Interfaces sind nahezu das Ultimative User Interface – das ist schon ganz richtig. Aber User sind es heutzutage einfach gewohnt mal herum zu klicken und zu gucken, was das Ding so kann. Man muss hier besonders acht geben, sich nicht ZU sehr auf Texteingaben zu fokussieren – sonst springen viele ab weil sie einfach nicht wissen was sie tun sollen.
Wie groß ist euer Team? Und welche Ziele möchtet ihr als nächstes erreichen?
Wir sind derzeit ein 3-Köpfiges Team. Lukas, Kevin und Ich (Greg). Unsere nächsten Ziele sind den Prototypen so weit wie möglich zu optimieren und für den kommenden Weihnachtsmarkt bereit zu sein.
Was war euch beim (Charakter-) Design besonders wichtig?
Da sich unser User Flow derzeit laufend verändert gibt es sicher noch viel Luft nach oben bezüglich des perfekten Charakters. Einfach eine Person erfinden, ihr einen Namen geben, ein Gesicht, Hobbys und so weiter. Jedes Mal, wenn du dann einen neuen Dialog brauchst, stell dir vor: „Was würde diese Person jetzt sagen?“- und „wie“ würde sie es sagen?
ESA-Phi-Lab Austria: Förderungen mit 9,6 Millionen Euro bis 2031 gesichert
Das Land Niederösterreich und die ESA (über den Bund) stellen weitere Förderungen bis 2031 sicher. Raumfahrtechnologie soll künftig schneller in die industrielle Produktion kommen. Für Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner stehen dabei die Unabhängigkeit von den USA und Asien und die Wertschöpfung des Standorts im Fokus.
ESA-Phi-Lab Austria: Förderungen mit 9,6 Millionen Euro bis 2031 gesichert
Das Land Niederösterreich und die ESA (über den Bund) stellen weitere Förderungen bis 2031 sicher. Raumfahrtechnologie soll künftig schneller in die industrielle Produktion kommen. Für Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner stehen dabei die Unabhängigkeit von den USA und Asien und die Wertschöpfung des Standorts im Fokus.
Die Zukunft des ESA-Phi-Lab Austria ist bis 2031 sicher. Das Land Niederösterreich und die ESA (über den Bund) finanzieren den Space Hub in Schwechat mit 4,4 bzw. 5,2 Millionen Euro, wie bei den Austrian Space Days bekanntgegeben wurde. Somit können weitere Unternehmen gefördert werden. Ziel für die Förderperiode ab 2028 ist, neuartige Raumfahrttechnologien schneller vom Prototyp in die industrielle Produktion zu bringen.
Unabhängigkeit und Wertschöpfung
Aufgrund der geopolitischen Lage sei es zentral, mit der „Konkurrenz aus den USA und Asien mithalten zu können“, sagt Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner. Sie präzisiert: „Wenn wir die Schlüsseltechnologien nicht in der Hand haben, dann steigt unsere Abhängigkeit sowohl politisch, aber vor allem auch wirtschaftlich. Was das heißt, haben wir in den letzten Jahren hautnah zu spüren bekommen.“
Außerdem sieht sie eine Chance für den Wirtschaftsstandort Österreich: „Wir erwarten uns neue Jobs, neue Unternehmen und dadurch auch neue Wertschöpfung, aber vor allem auch Wohlstand in der Zukunft.“ Während andere Branchen laut Mikl-Leitner wegen der wirtschaftlichen Lage verloren gingen, habe die Raumfahrt Potential. „Es gibt in der Raumfahrt ein Wachstum von zehn Prozent pro Jahr. Raumfahrttechnologie und auch Bahntechnologie sind die am schnellsten wachsenden Bereiche weltweit und da wollen wir natürlich auch mit dabei sein.“
LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf betont: „Die Verlängerung des ESA-Phi-Lab ist wichtig, um zu zeigen, dass wir auch in angespannten Budgetzeiten in Zukunftstechnologien investieren.“
Vier Ausschreibungen, mehr als 150 Einreichungen
Seit seiner Einführung im Jahr 2024 gab es vier Ausschreibungsrunden, in denen insgesamt über 150 Projekte eingereicht wurden. Einreichungen seien weiterhin laufend möglich. Die Förderung betrage zwischen 200.000 und 500.000 Euro die Projekte würden 12 bis 24 Monate begleitet werden. Der Schwerpunkt liege auf Upstream-Technologien, also der Hard- und Software für Satelliten und Raumfahrzeuge und ihren Betrieb. Das Programm verbindet die Finanzierung mit Unterstützung u. a. bei Geschäftsmodellen, Marktanalyse und Skalierung.
Im ESA Phi-Lab Austria werden aktuell 13 Projekte umgesetzt. Dabei sind Firmen wie Peak Technology, R-Space oder auch Gate Space beteiligt. Letztere designte einen Satelliten, der im Februar nächsten Jahres von SpaceX in den Orbit geschossen werden soll. Der Beaconsat ist Österreichs erster Militärsatellit und soll Angriffe auf Navigationssignale sichtbar machen.
Im Sommer dieses Jahres wurde die Space Factory, eine Infrastruktur für Prototyping und Tests, gegründet (brutkasten berichtete). Nun folgt der Ausbau des Space Hubs, um Platz für mehr Firmen zu schaffen. Aktuell sind dort zehn Unternehmen tätig. „Als österreichischer Generaldirektor bin ich wirklich sehr beeindruckt, wie dynamisch die Szene hier ist, wie schnell sich das aufbaut und wie vorwärtsschauend die Region Niederösterreich, aber Österreich insgesamt ist. Die Industrie ist aufgewacht und sehr aktiv. Das rennt jetzt“, sagt ESA-Generaldirektor Josef Aschbacher.
Space Region Lower Austria
In Niederösterreich möchte man „Raumfahrt weiterdenken“ und arbeitet daher an der Initiative „Space Region Lower Austria“. Von Seibersdorf über Wiener Neustadt bis zum Flughafen Wien-Schwechat sollen Forschungseinrichtungen und Unternehmen besser vernetzt werden und unter einer Dachmarke auftreten. „Wir stehen für Raumfahrttechnologie, wir wollen im internationalen Wettbewerb auch mitspielen können. Wir wollen uns von den USA und letztendlich auch von Asien abheben können“, sagt Mikl-Leitner.
Aktuelle Nachrichten zu Startups, den neuesten Innovationen und politischen Entscheidungen zur Digitalisierung direkt in dein Postfach. Wähle aus unserer breiten Palette an Newslettern den passenden für dich.