22.09.2017

Chatbot Steckbrief: Artemis-Bot soll Robin Hood der Kunstszene werden

In unserer Artikelreihe "Chatbot Steckbrief" berichten wir jeden Freitag über einen Bot. Dieses Mal stellen wir "Artemis" von Pamina Georgiou vor. Als persönlicher Kunstexperte soll der Facebook Messenger-Bot seine User unterhalten und Museumsbesuche aufpeppen.
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(c) Klaudia Bachinger: Mit Artemis möchte Pamina Georgiou die Kunstszene um einen Chatbot erweitern.

Wer schon einmal vor einem Gemälde gestanden ist und sich gefragt hat, wer der Maler des Kunstwerkes ist, sollte sich Artemis genauer anschauen. User können dem Chatbot ein Foto des Bildes schicken und bekommen Infos darüber innerhalb von Sekunden zurückgeschickt. Der Name kommt aus der griechischen Mythologie und steht für die „Göttin der Jagd“. Mit Artemis verfolgt Pamina ein langfristiges Ziel: „Ich möchte Messenger und Co. in die Kunstwelt bringen und zeitgenössische Kunst mit neuen Technologien ein bisschen aufmischen.“

Artemis ist „jung, frech, verspielt“

Pamina Georgiou, die als Entwicklerin beim Social Impact Startup WisR arbeitet, hat bewusst einen weiblichen Charakter für ihre Kunstfigur gewählt. “Artemis ist eine freche, verspielte, junge Frau, die Kunstgeschichte bei Tag studiert und in der Nacht auf die Jagd nach Kunstwerken geht. Sie soll der Robin Hood der Kunstszene sein”, erzählte sie dem Brutkasten zum Launch im März diesen Jahres. Online ist der Chatbot bereits seit circa einem Jahr.

Lemmings.io-Alumni

Georgiou hat den Bot selbst entwickelt und umgesetzt. Unterstützung bekam sie dabei auch durch ihre Teilnahme im ersten Batch von Lemmings.io, dem Wiener Chatbot-und Artificial Intelligence Inkubator-Programm. Aktuell betreuen die Initiatoren rund um Thomas Schranz, Allan Berger und David Pflügl den bereits dritten Batch. Für das kommende Programm kann man sich hier bewerben.

Im Zusammenhang mit den Chatbot Steckbrief Fragen erzählt Georgiou, welche Marketingmaßnahmen beim Launch geholfen haben und wie sie an das Charakterdesign herangegangen ist.

Wieso hast du Artemis ursprünglich gestartet?

Die Idee ist entstanden, als ich in einer Ausstellung war, aber keinen Plan hatte, worum es insgesamt bzw. in den einzelnen Werken geht. Und da ich zu diesem Zeitpunkt gerade Teilnehmerin von Lemmings war, dachte ich mir, eine Messaging App wäre eine gute Lösung für die Kunstvermittlung.

Wie bist du an das Marketing herangegangen und hast du Tipps für andere, die du teilen kannst?

Der Launch auf Product Hunt war eine sehr gute Plattform für mich, um auf Artemis aufmerksam zu machen. Beworben habe ich den Launch vor allem über Social Media mit Hilfe von hilfsbereiten Influencern in meinem Netzwerk. Außerdem bereitete ich Fragen vor, die ich Personen mit PH Comment Rights aus meinem Umfeld dezidiert zuteilte, um sicherzustellen, dass die Interaktion auf Product Hunt den ganzen Tag über erhalten bleibt. So hab ich es trotz zeitgleicher namhafter „Launches“ unter die Top 3 des Tages geschafft.

Was waren die größten Hürden seit dem Start und welche Learnings hast du bereits mitgenommen?

Ich denke nach wie vor, dass die Erwartungshaltung an Messenger Apps oft nicht erfüllt werden kann und es dementsprechend mehr Aufklärung der User, als auch mehr Einschränkungsmöglichkeiten hinsichtlich UI/UX auf den Messaging Plattformen geben muss. Man kann auf Facebook zum Beispiel dafür sorgen, dass User nichts mehr an Bots schicken können. Spannender wäre es aber, wenn ich diese Interaktionsmöglichkeiten selbst designen könnte. Es wäre beispielsweise sinnvoll, nur Bilder schicken zu können, aber Textinput zu verhindern. Bei nativen Apps war das bisher einfacher: wenn ich eine Interaktion nicht wollte, habe ich sie einfach nicht ermöglicht. Bei den Messaging Plattformen muss man umdenken und einen Workaround finden: Artemis sucht bei Textinput daher nach KünstlerInnen und schickt Wikipedialinks zu den Ergebnissen um nicht durch schlechte Konversation vom eigentlichen Sinn der Applikationen abzulenken.

Wie bist du an das (Charakter-) Design herangegangen? Was war dir besonders wichtig?

Der Name. Hat man den Namen, entsteht plötzlich eine Art Persona im Hintergrund. So lässt sich der Ton und das Gesicht viel einfacher finden. Der großartige David Pflügl von Nuwings setzte mir dann das Logo genau so um, wie ich es mir vorgestellt habe.

Vielen Dank!

Weiterführende Links: Artemis

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Die HappyRobot-Gründer v.l.n.r.: Luis Paarup, Pablo Palafox und Javier Palafox | © HappyRobot

2022 ging WaVe-X als Corporate-Venture-Capital-Arm des heimischen Logistik-Riesen Walter Group an den Start. Seitdem tätigte man 13 Investments – teilweise mit Ticketgrößen über einer Million Euro (brutkasten berichtete kürzlich). Nun kam ein besonderes Folgeinvestment hinzu: Erst im Herbst 2025 war man in der Series-B-Finanzierungsrunde beim von drei Spaniern gegründeten US-Startup HappyRobot eingestiegen. Mit der Series-C-Runde, an der sich WaVe-X nun auch beteiligte, erlangte dieses die Milliardenbewertung und wurde zum ersten Unicorn im Portfolio des niederösterreichischen Investors.

„Riesiger Meilenstein“

Den Lead der Runde übernimmt Prysm Capital und setzt diese gemeinsam mit Eurazeo um. Neben WaVe-X ziehen mehrere weitere Bestandsinvestoren mit. „Schon bei unserer ersten Investition haben wir ein wirklich einzigartiges Team gesehen, das extrem hungrig darauf war, den Markt zu erobern – und wir sehen jetzt, wie diese Vision Wirklichkeit wird. Dass HappyRobot so schnell den Unicorn-Status erreicht hat, ist ein riesiger Meilenstein – nicht nur als unser erstes Portfolio-Unicorn, sondern auch als Beweis dafür, wie rasch Agentic AI die reale Wirtschaft verändert“, kommentiert Michal Lewandowski, Senior Investment Manager bei WaVe-X.

Immer mehr Branchen

HappyRobot setzt auf Agentic AI und baut Systeme, die sprechen und eigenständig handeln. Zunächst fokussierte sich das Startup damals auf die Bereiche Lieferkette und Logistik. Mittlerweile sind die KI-Agenten des Unternehmens aber auch in anderen Branchen wie Telekommunikation, Energieversorgung, Öl- und Gas oder Schaden- und Unfallversicherung im Einsatz.

Bei LKW Walter operativ im Einsatz

Auch das WaVe-X-Schwesterunternehmen LKW Walter setzt die Agenten von HappyRobot im operativen Geschäft ein. „HappyRobot zeigt, wie KI unsere Mitarbeitenden im Arbeitsalltag unterstützen kann. Unser Anspruch ist es, Menschen von Routinetätigkeiten zu entlasten und ihnen mehr Zeit für Aufgaben zu geben, bei denen Erfahrung, Kreativität und persönlicher Kontakt den Unterschied machen“, sagt dazu Michael Gschwandtner, Chief Digital Officer von LKW Walter.

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