29.09.2017

Ein Chatbot soll dem einst erfolgreichen Kodak-Konzern Aufschwung bringen

Der Kamerakonzern Kodak war einst Marktführer, bis das Unternehmen komplett von der Digitalisierung überrollt wurde. Heute versucht man mit Hilfe von App und Chatbot, denen ein smarter Algorithmus zugrunde liegen soll, wieder frischen Wind ins Geschäft zu bringen.
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Der Kamera-Konzern Kodak möchte Menschen per Chatbot und App neu motivieren, die schönsten Fotos entwickeln zu lassen.

Fotoabzüge sind heutzutage fast schon retro. Seitdem man seine Fotos nicht mehr entwickeln lassen muss, sondern sie direkt am Gerät bzw. am Smartphone ansehen und aufbewahren kann, bestellen immer weniger Leute Fotoabzüge. Die analoge Fotografie ist für die meisten zur Liebhaberei verkommen.

Kodak als Opfer der Digitalisierung

Von der digitalen Fotografie wurde auch der Kamerakonzern und ehemalige Marktführer Kodak vor wenigen Jahren überrannt. Etwas, was man in den 90ern, als das Geschäft mit den Digitalkameras zu boomen begann, niemals für möglich gehalten hätte. Es ist fast schon in Vergessenheit geraten, doch Kodak produzierte für den US-Konzern Apple sogar eine Digitalkamera. Bald nach der Einführung des iPhones, brachen auch die Umsätze komplett ein. Im Jahr 2012 musste man schließlich Insolvenz anmelden- Kodak wurde das Warnbeispiel für Firmen, die nicht an die Digitalisierung glaubten. Nachdem ein US-Gericht dem Sanierungsplan zustimmte, meinte der zuständige Richter damals: „Hoffentlich bekommt Kodak seinen Platz in der Ruhmeshalle amerikanischer Firmen zurück.“

Frischer Wind mit Chatbot und App

Seitdem versucht das Unternehmen wieder aufzustehen und seinen Platz im digitalen Zeitalter zu finden. Für neuen Aufschwung sollen vergessene „Momente“ sorgen. Eindrücke, die in Erinnerung bleiben, an die man gerne zurück denkt- und die man vielleicht eben doch entwickelt haben möchte.

Neben der “Kodak Moments”-App, setzt man neuerdings auch auf einen Chatbot. “Kodak Moments Assistance” heißt die zugehörige Facebook-Seite. Das Ziel: Ein smarter Algorithmus soll in Vergessenheit geratene, aber wertvolle Erinnerungen finden und für die Foto-Entwicklung vorschlagen. Damit sollen wieder mehr Menschen motiviert werden, „Momente“ analog bei sich zu haben.

Smarter Algorithmus findet Erinnerungen

In App und Chatbot setzt das Unternehmen auf einen smarten Algorithmus, der das Smartphone und den Facebook-Feed nach speziellen Kriterien wie Ort oder Zeitpunkt durchsucht, bzw. auch gewichtet, welche Personen abgebildet sind.

In einem Interview meinte der Marketing-Chef Rob Smith, dass 55 Prozent der Amerikaner daran glauben, dass die Gesellschaft nicht mehr unterscheiden könne, was authentisch und wichtig sei. „Und 44 Prozent glauben, dass sie nicht gut darin sind, jene Momente zu erkennen, die wichtig sind.“ Genau aus dem Grund setze man auf „Kodak Moments“. Interessant: Weit über 300.000 Fotos wurden zum Hashtag #kodakmoments bereits auf Instagram geteilt. Ob sich Kodak damit langsam in den Olymp zurück kämpft?

(c) Kodak Moment Assitance – Chatbot

Weiterführende Links: DiePresse, Fast Company, Süddeutsche Zeitung, Kodak Moments Assisstant für Messenger 

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signteq-Gründer Simon Schnabl | © Daniel Willinger | dwphoto.at
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Digitale Identifikation, regulatorische Prüfungen (u.a. KYC und KYB) und rechtsgültige digitale Verträge – damit überzeugte das 2019 gegründete Wiener RegTech-Unternehmen schon bislang Banken wie die Raiffeisen Bankengruppe und die Bawag, Versicherungen wie Wüstenrot, Fintechs wie froots und Conda, Krypto-Unternehmen wie Cryptonow und WhiteBIT und öffentliche Institutionen wie Wiener Wohnen. Neben Österreich ist man etwa auch in Deutschland, der Schweiz und mehreren Ländern in Südost- und Osteuropa aktiv.

„Know Your Agent“ als zusätzliches Geschäftsfeld

Eine zentrale Rolle in der Weiterentwicklung des Angebots soll nicht nur die European Digital Identity Wallet (EUDI Wallet) spielen, die bis Ende dieses Jahrs von allen EU-Staaten bereitgestellt werden muss. Mit „Know Your Agent“ (KYA) will signteq auch ein zusätzliches Geschäftsfeld aufbauen, das den Boom-Bereich Agentic AI aus RegTech-Perspektive adressiert. „Heute müssen Unternehmen wissen, wer ihr Kunde ist. Morgen müssen sie zusätzlich wissen, welcher KI-Agent für wen handelt, wozu er berechtigt ist und wer dafür verantwortlich ist“, erläutert Simon Schnabl, Gründer und Geschäftsführer von signteq.

Steinberger, Giretzlehner, Compass-Verlag u.a. investieren

Für diese Pläne und die weitere internationale Expansion holte sich signteq nun eine nicht genau bezifferte siebenstellige Kapitalspritze. Mit OpenClaw-Entwickler Peter Steinberger gewann das Unternehmen dabei nicht nur einen denkbar prominenten Investor, sondern auch eine der international zentralen Figuren im neuen Zielmarkt Agentic AI. Hinzu kommen in der aktuellen Runde der bereits seit 2024 beteiligte Compass-Verlag, Runtastic-Mitgründer René Giretzlehner, die Franz-MayrMelnhof-Saurau Beteiligungs GmbH und weitere nicht genannte Investor:innen.

Steinberger kommentiert in einem Statement: „KI-Agenten werden schon bald eigenständig für Menschen und Unternehmen handeln. Damit wird Vertrauen zur Schlüsselfrage: Wer steckt hinter einem Agenten – und was darf er? signteq baut dafür heute schon die Infrastruktur und denkt digitale Identität konsequent weiter: von Know Your Customer zu Know Your Agent. Diese Kombination aus starkem Kerngeschäft und klarer Zukunftsvision hat mich überzeugt.“

„Was wir in Österreich aufgebaut haben, skalieren wir jetzt international“

„Digitale Identität ist längst zu einer zentralen Infrastruktur für digitale Geschäftsmodelle geworden. Was wir in Österreich gemeinsam mit Banken, Versicherungen, Technologieunternehmen und der öffentlichen Hand aufgebaut haben, skalieren wir jetzt international – mit Europa als starkem Ausgangspunkt“, kommentiert Gründer Simon Schnabl. Zugute kommen sollen dem Unternehmen neben der erwähnten EUDI-Wallet, die Teil der eIDAS 2.0-Verordnung ist, noch weitere Regulierungen aus diesem Gesetzespaket sowie die kommendes Jahr anwendbare europäische Geldwäscheverordnung AMLR.

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