20.04.2017

Charity-Aktion: Mit Techbikers in drei Tagen nach Budapest radeln

Die Londoner Initiative Techbikers bringt Menschen aus der Tech-Szene für einen guten Zweck aus dem Büro aufs Fahrrad. Die nächste Tour geht von 12. bis 14 Mai von Wien nach Budapest.
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(c) fotolia.com - smuki

30.000 Euro – das ist das Funding-Ziel mit dem Techbikers CEE bei seiner kommenden Aktion, einer Radtour von Wien nach Budapest, antritt. Gesammelt wird nicht für ein Business, sondern für einen wohltätigen Zweck: Das Geld fließt in die Organisation Room to Read, die Analphabetismus in Entwicklungsländern bekämpft. Angesprochen sind Gründer, Investoren, Programmierer und alle aus der Tech-Szene, die Gefallen daran finden, innerhalb von drei Tagen, von 12. bis 14. Mai 2017, 320 Kilometer mit dem Rad zurückzulegen. Die Devise der Initiative lautet: „Drop your laptop & get on your bike!“

+++ 2 Apps setzen aufs Fahrrad +++

Europaweites Spendenziel: 1 Million Euro

Die Teilnehmergebühr beträgt 300 Euro. Damit werden allerdings nicht einmal die Kosten pro Teilnehmer von rund 700 Euro gedeckt. Um das Spendenziel zu erreichen, sind die Teilnehmer angehalten, weitere Spender zu aktivieren und zumindest weitere 300 Euro aufzustellen. Natürlich gilt: Je mehr, desto besser. Das hat in der fünfjährigen Geschichte der Initiative bereits gut funktioniert: Bislang wurden insgesamt rund 350.000 Euro für Room to Read gesammelt. Das gesamte Spendenvolumen soll dieses Jahr vervielfacht werden. Bis Jahresende soll europaweit die Eine-Million-Euro-Marke geknackt werden.

Man muss kein „nächster Lance Armstrong“ sein

Gingen die Touren in der Anfangszeit der Initiative noch stets von Paris nach London, kamen seit 2014 weitere Strecken dazu. Die Route Wien-Budapest feiert nun ihr Debüt. Die Tour verläuft entlang der Donau und man muss nach Angaben der Initiative kein „nächster Lance Armstrong“ dafür sein. Erster Übernachtungsstopp ist Bratislava, wo auch Techbikers CEE seinen Sitz hat. Für Kost und Quartier ist gesorgt. Auch die Rückfahrt aus Budapest mit dem Bus ist organisiert. Nicht nur bei der großen Afterparty am 14. Mai in Budapest sollten sich zahlreiche Gelegenheiten zum Networking mit den anderen „Techies“ bieten.

⇒ offizielle Website und Anmeldung

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cheerin'
(c) Lumia - Manuel Gahn.

„Goodbye. I am selling my startup – cheerin‘ is for sale. Most people know me nowadays as the Startup House by Lumia guy. But before, I was building a Social Fitness & Health App – cheerin‘ (formerly known as Sparcs)“.

cheerin‘ – ein sozialer Kleber

So vermeldet Startup-House-Gründer Manuel Gahn den Verkauf seines „alten“ Projekts auf LinkedIn und beschreibt seine Gefühlslage gegenüber brutkasten als eine mit „schwerem Herzen“: „Ich suche eine:n sportbegeisterte(n) Käufer:in mit Startup-Erfahrung, die das fertige Produkt übernehmen und die User-Base skalieren will.“

Gahn bezeichnet cheerin‘ als sozialen Kleber zwischen allen bestehenden Fitness- und Gesundheit-Apps. Konkret vereinfacht es die App, die Fitness-Fortschritte von Freund:innen bejubeln zu können – gedacht für jene, die sich mit anderen verbinden und gemeinsame Aktivitäten ausführen wollen.

„Auch um neue Leute kennenzulernen, die ähnliche Interessen haben. In meiner übergewichtigen Vergangenheit war ich natürlich auch selbst User solcher Apps, fand aber in Runtastic und Co. keine Lösung meines Problems“, sagt Gahn.

40.000 Erspartes investiert

Angefangen hat alles 2019 im SIMC-Masterprogramm der WU, als Gahn Robin Görlich kennenlernte. Mit ihm schrieb er eine Masterarbeit zu digitalem Nudging und beschloss dies auszugründen. Der erste Prototyp hieß Joy: „Mit diesem konnten wir den Community-Award der Entrepreneurship Avenue gewinnen. Von meinem 40.000 Euro Erspartem konnte ich die ersten Entwickler zahlen – natürlich ohne genau zu wissen was eigentlich das Produkt werden sollte. Nach über 20 Absagen diverser Förderagenturen, vielen weiteren Rückschlägen und Pivots kristallisierte sich langsam heraus, dass nicht weitere To-Do Listen oder Gamifications nötig sind, sondern es einfach einen sozialen Kleber zwischen all den Fitness-Apps mit einander kannibalisierenden Netzwerkeffekten braucht. An das Potenzial dieser Idee glaube ich auch heute noch“, sagt er.

100.000 Euro Schulden

Die Idee eines sozialen Netzwerks für die Startup-Szene stieß bei österreichischen Business Angels und VCs zunächst auf wenig Begeisterung. Nach zwei Jahren stand Gahn mit rund 100.000 Euro Privatschulden da. International sah das Bild jedoch ganz anders aus: Auf Konferenzen wie Web Summit, Slush und SXSW weckte das Konzept das Interesse einiger der renommiertesten Venture-Capital-Fonds der Welt, darunter Accel und Index Ventures. Zwar entstand daraus indirekt eine kleine Angel-Runde, gleichzeitig kam es jedoch zum Bruch mit dem Co-Founder.

Wenig später folgte die Einladung der WKO zum Programm „Go Silicon Valley“. Rückblickend war diese Reise ein Wendepunkt für den Founder: „Das war einerseits der Push und das persönliche Mindset-Wachstum, das ich ich brauchte, um ganz groß zu Denken; andererseits war es auch der Anfang vom Ende“, sagt Gahn. Im Silicon Valley konnte er hochkarätige Advisor gewinnen, darunter Satadip Dutta, COO von Pinterest, und Chris Wilk, Fitness Lead bei Google. Trotz mittlerweile rund 200.000 Euro Privatschulden zu dem Zeitpunkt rückte damals eine Seed-Finanzierung in greifbare Nähe.

Silicon Valley als Inspiration

Mindestens genauso prägend war jedoch die Atmosphäre in den Coworking Spaces des Silicon Valley und wohl auch der Grund für das Nichtzustandekommen einer Finanzierung. Die Offenheit, Dynamik und Community, die Gahn dort erlebte, vermisste er in den österreichischen Vertretungen. „Nach zwei Monaten kehrte ich mit einer neuen Idee zurück: dem Startup House.“

Obwohl cheerin‘ erste Downloads verzeichnete und das Feedback der Nutzerinnen und Nutzer äußerst positiv war, rückte das Projekt zunehmend in den Hintergrund. Mit dem rasanten Erfolg der anschließend gegründeten Lumia Group endete schließlich die operative Arbeit an cheerin‘.

Von cheerin‘ zu Lumia

„Heute bin ich stolz, in sieben Jahren Startup-Spirit extrem viel gelernt zu haben und persönlich gewachsen zu sein“, sagt Gahn. „Ich habe über eine Million Euro verbrannt und bin viele Jahre ‚all in‘ gegangen, ohne einen Cent herauszubekommen. Gleichzeitig hat mich genau dieser Weg dank cheerin‘ zu Startup House und schließlich zur Lumia Group geführt. Heute bin ich aber ebenso froh, die Entscheidung treffen zu können, mich von cheerin‘ zu trennen. Ich hoffe, eine(n) motivierten Gründer oder Gründerin zu finden, die oder der als Eigentümer(in) und CEO in meine Fußstapfen treten möchte.“

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