18.12.2025
ERFOLGSGEHEIMNIS

Chaka2-Gründer Martin Kaswurm: „Culture eats strategy for breakfast“

Vom Bootstrapping in Salzburg bis zu Projekten rund um globale Sportgroßevents: Chaka2-Gründer Martin Kaswurm spricht über Unternehmertum zwischen Live-Marketing, Internationalisierung und technologischem Wandel – und darüber, warum Kultur, Kundenpflege und der gezielte Einsatz von KI für ihn zu den entscheidenden Erfolgsfaktoren zählen.
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Chaka2, Kaswurm, Martin Kaswurm, Podcast
© Simon Rainer - Martin Kaswurm, Co-Founder von Chaka2.

Martin Kaswurm ist Gründer und CEO der internationalen Live-Marketing-Agentur Chaka2 mit Standorten in Salzburg, Wien und Los Angeles. Er verfügt über jahrelange Erfahrung als Serial Entrepreneur sowie als Investor in mehr als 20 Startups weltweit. Mit seinem globalen Ansatz und seiner Expertise in Sport- und Eventmanagement, Sponsoring und Business Development hat Kaswurm die Live-Marketing-Branche maßgeblich geprägt und für Marken wie Red Bull, Audi, Accenture und Puma über 1.000 Projekte international realisiert. Und dabei mit seinem Startup 2024 einen Umsatz von 15 Millionen Euro erzielt.

Chaka2 nach „Trial and Error“

Geboren 1986 in Wagrain, ist Kaswurm Doktorand der Wirtschaftswissenschaften im Bereich Innovationsmanagement und Absolvent der Harvard Business School. Bevor er 2010 die Marketingagentur Chaka2 in Salzburg gründete, arbeitete er als Marketing- und Managementexperte für internationale Konzerne. Heute ist er zudem als Keynote-Speaker, Podcaster (gemeinsam mit Florian Gschwandtner) und Diskussionsteilnehmer weltweit zu Themen rund um Marketing, Leadership und Unternehmensentwicklung tätig.

„Eigentlich habe ich 2010, mit 23 Jahren, meine Agentur nach dem Prinzip ‚Trial and Error‘ gegründet. Ich habe mir dabei bewusst einen doppelten Boden eingebaut und parallel Sport- und Eventmanagement studiert. Nach drei Jahren ist die Firma dann richtig geflogen, sie hat funktioniert und gute Entwicklungen genommen. Gleichzeitig habe ich mir aber gesagt: Wenn die Firma gut läuft, möchte ich unbedingt noch im Ausland studieren.“

Gesagt getan. Kaswurm hat sich für das FIFA-Sportmanagement-Vollzeit-Masterprogramm für eineinhalb Jahre entschieden – mit den Schwerpunkten Sportmarketing und sportwissenschaftliche Grundlagen. Das führte in an Orte wie Leicester, Mailand und Neuchâtel. „Am Ende hatte ich Bachelor, Master und Doktorat“, sagt er.

Mindset

Während des FIFA-Master-Studiengangs wurde Kaswurm mit einer Vielzahl von Disziplinen, Organisationen und Branchenführern konfrontiert, die sein Denken im Laufe des Studiums geprägt und beeinflusst haben. Er konnte dort ein Netzwerk aufbauen, was u.a. als Basis dafür galt, seine Projekte international auszuweiten.

Kaswurm lebte immer schon eine „Can-Do-Mentality“, die er als sein Erfolgsgeheimnis ansieht. Man werde nicht über Nacht ein erfolgreiches Unternehmen und müsse bereit sein, aus der Komfortzone herauszugehen, zu wachsen und über den eigenen Schatten zu springen.

„Dieses ‚Can-Do‘, dieses ständige Herausgehen aus der Komfortzone, ist für mich zentral. Es geht nicht um einen großen Pitch, sondern darum, kontinuierlich gute Qualität zu liefern. Wir hatten nie Paid Ads, alles lief über Word of Mouth. Ein Dienstleistungsbetrieb ist ein People’s Business“, sagt er.

Unternehmenskultur als Schlüssel

Die Unternehmenskultur – wie man Mitarbeitende fördert und fordert – sei entscheidend: „Culture eats strategy for breakfast. Das predigen wir (Anm.: er und Stefan Kirchtag, Co-Founder und CEO von Chaka2 Live Marketing). Eine gute Unternehmenskultur zu schaffen, Mitarbeitende zu fördern und zu formen, ist der Schlüssel“, so der Gründer weiter.

© Simon Rainer – Stephan Kirchtag (l.) und Martin Kaswurm, Founder von Chaka2.

Mi Ablehnung umzugehen, gehört auch dazu und hat bei Kaswurm eine klare Linie. Ein Nein sei kein endgültiges Nein, besonders wenn man mit jungen 23 Jahren im B2B-Bereich unterwegs ist, sagt er. Dann müsse einfach ein anderer Impuls her. „Dazu gehört auch eine gewisse Naivität und Zuversicht, um den nötigen Druck aufzubauen und wirklich hineingehen zu können. Das ist essentiell.“

Die Hebel für den Erfolg von Chaka2

Die großen Hebel für seinen Erfolg jedoch waren, erinnert er sich zurück, das Logo auf der Website, Zitate auf LinkedIn und eine extrem akribische Kundenpflege. Das sei letztlich das, was den Ausschlag gegeben habe. „Am Standort Salzburg – und später auch am Wiener Standort – war genau das unser Erfolgsfaktor.“

Seit rund drei Jahren arbeitet das Unternehmen daran, Eventmanagement und Live-Marketing mithilfe von Künstlicher Intelligenz neu zu denken. KI wird dabei nicht nur punktuell eingesetzt, sondern systematisch in interne Prozesse integriert – von Effizienzsteigerungen bis hin zu End-to-End-Workflows. Entsprechend ist KI-Kompetenz auch organisatorisch verankert: Mitarbeitende durchlaufen verpflichtende Schulungen (Chakademie), die neben Grundlagen auch vertiefende KI-Module umfassen.

Über den Einsatz gängiger KI-Tools hinaus wird die Technologie gezielt auf das Eventumfeld übertragen. Ein besonderer Fokus liegt auf KI-Anwendungen direkt vor Ort, etwa in den Bereichen Licht, Ton, Video und Visualisierung. Auch auf Kundenseite steigt die Nachfrage nach KI-gestützten Lösungen – etwa zur Echtzeit-Erfassung von Besucherzahlen, zur Optimierung von Hospitality-Prozessen oder zur Unterstützung von Nachhaltigkeitsmaßnahmen bei Events, wie Kaswurm erzählt.

US-Fokus

In diesem Sinne hat Chaka2 Live Marketing vor drei Jahren ein Büro in Los Angeles eröffnet – mit dem Hintergedanken der Fußball-WM im nächsten Jahr, der Olympischen Spiele in LA 2028 und auch mit Blick auf 2034 (Winterspiele in Salt Lake City) präsent zu sein.

„In den USA gibt es großes Interesse daran, Dinge mit uns umzusetzen“, sagt Kaswurm. „Wir machen viel für KTM, GM und Red Bull. Zudem haben wir Verträge mit mehreren Nationalmannschaften und einigen französischen Teams (PSG) – oft auch über Ausrüster wie Puma oder Adidas.“

Kaswurm, der wie erwähnt auch als Investor unterwegs ist, ist davon überzeugt, dass gute Ideen im österreichischen Markt unterstützt gehören. „Ich hätte mir das selbst auch gewünscht – aber bei uns war alles bootstrapped. Deshalb ist es mir wichtig, etwas zurückzugeben“, sagt er. „Wir wollen den österreichischen Standort weiterentwickeln und gleichzeitig in Saudi-Arabien und im Mittleren Osten wachsen, um unseren Unternehmensstandort auszubauen. Es geht nicht nur um die Fußball-WM (Anm.: 2034). Wir sehen ein unglaubliches Potential im Sport insgesamt.“

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Korbinian Kasinger will mit kW-Solutions "zum SAP für die Logistik" werden. | Foto: Paul Gruber

Eine große Gründungsvision stand am Anfang nicht. Nach dem Studium stieg Kasinger in die Unternehmensberatung ein und arbeitete viel in Deutschland, unter anderem an einem Strategieprojekt für einen großen deutschen Automobilkonzern. Dort kam er erstmals intensiv mit der Automobilwirtschaft in Berührung, eine Zeit, die ihn fachlich prägte. Mit der Zeit reifte der Wunsch, etwas Eigenes aufzubauen. Gemeinsam mit einem Freund aus Innsbruck setzte er ihn um: Benjamin Walch brachte den technischen Hintergrund mit, Kasinger das Betriebswirtschaftliche. Am 3. September 2021, einen Tag vor seinem 29. Geburtstag, trugen die beiden ihr Unternehmen ein. Das Thema: Ladestationen.

Vom Projektgeschäft zum Software-Unternehmen

Der erste Ansatz war B2C, ein Bundle aus Hardware, Förderabwicklung und Installation. Kasinger erkannte früh das größere Potenzial im wiederkehrenden Geschäft, drehte Richtung B2B und ins Betreiben von Ladepunkten. Große Kund:innen kamen rasch: Magna, die Falkensteiner Hotelgruppe, Casinos Austria sowie der Lebensmittelhändler HOFER – allesamt darf kW-Solutions mit einer Vielzahl an Ladepunkten im In- und Ausland, betreuen.

Der eigentliche Hebel lag in der eigenen Software. Mit „Charly“ baute kW-Solutions einen intelligenten Energiemanager, der Ladeinfrastruktur, Fahrzeuge, Photovoltaik, Batteriespeicher und Energiemärkte zu einem System verbindet. Elektromobilität soll so nicht isoliert, sondern wirtschaftlich, skalierbar und netzdienlich betrieben werden, indem jede Kilowattstunde zum günstigsten Zeitpunkt verladen wird, bis hin zu negativen Strompreisen, bei denen Laden zwischenzeitlich Geld zurückbringen kann. Im Wohnbau, für Kasinger ein „gigantischer Markt“, ist das Unternehmen nach eigenen Angaben inzwischen Marktführer, mit rund 10.000 vorgerüsteten Stellplätzen und etwa 30 verkauften Projekten allein im ersten Halbjahr 2026. „Mittlerweile sage ich: Wir sind ein Software-Unternehmen.“

Vom Pkw bis zum schweren Lkw: kW-Solutions bündelt Ladeinfrastruktur und Energiemanagement auf einer Plattform. | Foto: Paul Gruber

„Charge with Friends“ und die Wette auf die Logistik

Aus dem Wohnbau heraus stieß das Team auf einen Markt mit höherem Puls: die Transportwirtschaft. Daraus entstand „Charly Transportation“, aufgesetzt auf drei Säulen: Sicherheit über einen lokalen Controller, Optimierung über aktives Flottenmanagement und Vernetzung über die Plattform „Charge with Friends“. Dort öffnen Transportunternehmen ihre Depot-Ladeinfrastruktur gegenseitig, bestehende Anlagen werden besser ausgelastet, und statt 50 Cent aufwärts laden Branchenkolleg:innen zu 30 bis 40 Cent netto, nahe an der Preisparität zum Diesel. Entwickelt wurde das Produkt in nur rund drei Monaten. Bis Jahresende will kW-Solutions ganz Österreich abdecken. „Wir haben einen Nerv der Zeit getroffen, zu hundert Prozent“, sagt Kasinger.

Das Potenzial ist groß: Von rund 75.000 schweren Nutzfahrzeugen in Österreich ist erst etwas mehr als ein Prozent vollelektrisch, bei Neuzulassungen sind es bereits rund zwölf Prozent. Kasinger denkt entsprechend weit: „Ich glaube, wir werden, hinsichtlich wechselseitiger Integrationstiefe sowie Relevanz, in 2 bis 3 Jahren zum SAP für die Logistik.“ Den deutschen Markt geht er strategisch an, gesteuert vom neuen Münchner Standort. Für 2026 erwartet er 60 bis 70 Prozent Umsatzwachstum auf rund vier bis viereinhalb Millionen Euro. Auch beim bidirektionalen Laden meldet das Unternehmen einen Erfolg: den nach eigenen Angaben ersten erfolgreichen V2G-Test im Netzgebiet der Wiener Netze.

Antrieb und Haltung

Anerkennung gab es zuletzt reichlich: den brutkasten „Innovator of the Year 2025″, einen Umweltpreis als Jungunternehmen des Jahres und eine Auszeichnung auf einer großen Immobilienmesse in München. Mit 20 Mitarbeitenden und einem Management-Team rund um CCO Matthias Moldaschl ist die Führung breit aufgestellt. Kasinger weiß genau, wo seine Stärken liegen: im schnellen Gespür für den Markt und in der Beharrlichkeit, Dinge auf den Boden zu bringen. Wichtig ist ihm eine Kultur, in der sich Aufrichtigkeit und Wertschätzung überlappen.

Würde er noch einmal in Österreich gründen? „Ja, ganz klar. Ich fühle mich Österreich sehr verbunden.“ Seine Mission liegt eine Ebene höher: den Strommarkt zu dynamisieren, Nachfrage und Angebot digital in Einklang zu bringen, smarte Netze statt reinem Netzausbau. Die Grundfrage sieht er als entschieden: „Wir haben uns als Gesellschaft darauf verständigt, dass Strom der primäre Energieträger der Zukunft ist. Das läuft schon.“ Es ist dieselbe Haltung, die ihn von Anfang an trägt: einmal entschieden, dann dranbleiben.


Disclaimer: Dieses Porträt entstand im Rahmen des Innovator of the Year 2025.

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