01.07.2022

CEO von 65 Mrd.-Euro-Firma hört auf, um „am Strand zu sitzen und nichts zu tun“

Andrew Formica, CEO des 65 Milliarden Euro schweren Londoner Fonds-Managers Jupiter, hört im Herbst auf. Bloomberg erzählte er über einen ungewöhnlichen Plan.
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Strand - CEO will aufhören und am Strand liegen
(c) Unsplash / Rowan Heuvel

Gewünscht haben es sich schon viele, umgesetzt wird es aber praktisch nie: Erst reich werden und dann am Strand sitzen und nichts tun. Denn bekanntlich können die wenigsten, die es zu großem finanziellen Erfolg gebracht haben, es lange ohne neue Aufgabe aushalten. Anders scheint es sich bei Andrew Formica zu verhalten. Der gebürtige Australier ist seit 2019 CEO des Londoner Fonds-Management-Unternehmens Jupiter, das aktuell rund 65 Milliarden Euro wert ist. Nun kündigte er an, mit Oktober aufzuhören und äußerte sich dazu gegenüber Bloomberg.

„Ich möchte einfach nur am Strand sitzen und nichts tun“

„Ich möchte einfach nur am Strand sitzen und nichts tun“, sagt er im Interview, „ich denke an nichts anderes“. Sein Rückzug habe private Gründe, präzisiert er dann. Er wolle zurück nach Australien, um seinen betagten Eltern näher zu sein. Formica ist 51 Jahre alt, also noch recht weit vom üblichen Pensionsalter entfernt.

Rückzug vielleicht doch nicht nur aus privaten Gründen

Bei Bloomberg wird zwar nicht direkt gemutmaßt, aber doch nahegelegt, dass der Rückzug nicht nur Familienleben und Strand-Affinität als Gründe haben könnte. Denn die Performance von Jupiter war in den vergangenen Jahren ausbaufähig. Kund:innen haben bereits vier Jahre in Folge mehr Geld aus aus dem Fonds abgezogen, als eingezahlt wurde. Auch dieses Jahr gelang es bislang nicht, die Abflüsse zu stoppen. In den ersten drei Monaten des Jahres zogen die Anleger:innen weitere 1,6 Milliarden britische Pfund ab, wie aus dem jüngsten Ergebnisbericht hervorgeht.

Dennoch: Andrew Formicas bereits feststehender Nachfolger, der bisherige Chief Investment Officer Matthew Beesley, sagt gegenüber Bloomberg, er plane nicht, die Strategie von Jupiter zu ändern.

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Beim Start 2019 war „H2FUTURE“ von voestalpine und Verbund das weltweit größte Wasserstoffpilotprojekt. Sieben Jahre später ist von derartigen Superlativen zwar nicht mehr die Rede, doch im Rahmen der Weiterführung unter dem Titel „H2FUTURE-Follow-Up“ sollen die Grundlagen für einen grundlegenden Wandel in der Stahlproduktion bei der voestalpine geschaffen werden. Dafür investieren die Projektpartner weitere 16,4 Millionen Euro.

Schon bislang wurde am Standort mittels „Protonen-Austausch-Membran-(PEM)-Elektrolyseanlage“ grüner Wasserstoff erzeugt – konkret knapp unter 2.000 Tonnen im gesamten Zeitraum. Die Anlage wird aktuell insbesondere dafür genutzt, um Frequenzschwankungen im Stromnetz auszugleichen, die durch die unregelmäßige Verfügbarkeit erneuerbarer Energien oder unterschiedliche Strombedarfe entstehen.

Erweiterung bringt neue Funktionen und Möglichkeiten

Mit der Erweiterung der Anlage kommen zur Erzeugung des Wasserstoffs nun auch die Verdichtung, Reinigung, Speicherung sowie die Verladung und Weiterverwendung hinzu. Vier von insgesamt fünf neuen Wasserstoffspeichertanks sollen Schwankungen zwischen der fluktuierenden Wasserstofferzeugung und dem Verbrauch ausgleichen und so zur Versorgungssicherheit beitragen. Über den fünften (Versand-)Tank soll ab Ende 2027 die Demonstrationsanlage „HY4SMELT“ direkt über eine rund einen Kilometer lange Rohrleitung mit Wasserstoff versorgt werden. Dabei handelt es sich laut voestalpine um Österreichs größtes Klimaschutz-Forschungsprojekt. Außerdem kann der Wasserstoff nun mittels Hochdruckverdichtern auf bis zu 500 bar komprimiert und in Trailer für den Straßentransport abgefüllt werden, um auch an externe Abnehmer:innen geliefert werden zu können.

Die Wasserstoffpilotanlage H2FUTURE | (c) Verbund

„Wir haben mit greentec steel eine klare Strategie zur Transformation unserer Stahlproduktion. Wir werden bereits im 1. Halbjahr 2027 je einen grünstrombetriebenen Elektrolichtbogenofen in Linz und Donawitz in Betrieb nehmen und können damit in einem ersten Schritt bis 2029 bis zu 30 Prozent unserer CO2-Emissionen einsparen. Langfristig streben wir bis 2050 eine Stahlproduktion mit Net-Zero-CO2-Emissionen an. Wasserstoff wird dabei eine wichtige Rolle einnehmen“, sagt dazu voestalpine-CEO Herbert Eibensteiner.

Erste neue Forschungsergebnisse Ende des Jahres

Die ersten Funktionstests des erweiterten Projekts wurden bereits gestartet, erste Forschungsergebnisse werden Ende 2026 erwartet. Das Projekt endet im Dezember 2030 und wird auch aus Mitteln der Umweltförderung des Bundesministeriums für Wirtschaft, Energie und Tourismus gefördert. „Das Projekt zeigt im industriellen Maßstab, wie erneuerbarer Strom in grünen Wasserstoff umgewandelt und für konkrete industrielle Anwendungen nutzbar gemacht werden kann“, kommentiert Verbund-CEO Michael Strugl.

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