03.05.2021

Celeris: 600.000 Euro für Grazer Startup, das Parkinson, Alzheimer und Krebs heilen will

Knapp nach einem 400.000 Euro Seed-Investment holt sich Celeris aus Graz eine aws-Förderung für seine Medikamentenforschungstechnologie.
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Celeris entwickelt eine modulare Plattform für die frühe Phase der Arzneimittelforschung. CelerisTx
Celeris entwickelt eine modulare Plattform für die frühe Phase der Arzneimittelforschung. | Foto: Christopher Trummer und Jakob Hohenberger (c) CelerisTx

Parkinson, Alzheimer, Prostata- und Brustkrebs – für Medikamente gegen all diese Krankheiten will das Grazer BioTech-Startup Celeris mit seiner Technologie die Grundlage schaffen. Im Zentrum stehen sogenannte Degrader, die mit der Deep Learning-basierten Arzneimittelplattform des Unternehmens künftig schnell entwickelt werden können sollen. Dabei handelt es sich um Moleküle, die für Erkrankungen verantwortliche Proteine im Körper abbauen. Derzeit übliche Medikamente können das noch nicht – sie deaktivieren die Proteine lediglich. Und gegen viele davon wurde noch überhaupt keine passende Substanz gefunden – auch dass soll die Degrader-Technologie lösen.

Celeris holte erst kürzlich Seed-Investment

Mit dieser Technologie überzeugte Celeris bereits spezialisierte Fonds aus Prag und dem Silicon Valley. Erst vor etwas mehr als einem Monat wurde eine 400.000 Euro Seed-Runde kommuniziert. Nun erhöhte das Startup mit einer 600.000 Euro Förderung durch das aws auch eine Million Euro.

„Die öffentlichen Fördergelder werden zum Aufbau des Unternehmens und der weiteren Entwicklung der Celeris One Plattform verwendet“, kommentiert Christopher Trummer, Mitgründer und Geschäftsführer von Celeris Therapeutics. Für Co-Founder und Geschäftsführer Jakob Hohenberger ist klar: „Es bedeutet auch eine Stärkung der Stadt Graz, um internationale Talente und Finanzgeber anzulocken und den Standort für diese Industrie attraktiver zu machen“.

Das Unternehmen ist erst im vergangenen Herbst gestartet. Neben Bio- und Wirtschaftsinformatiker Trummer und Serial Entrepreneur Jakob Hohenberger, der sich um das Business Development kümmert, sind im Team außerdem vier PhD-Kandidaten und Postdocs der Universitäten Wien, Oxford und Graz sowie ein Experte auf dem Bereich Computional Chemistry und ein Deep-Learning-Engineer.

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© invest.austria

Am 4. November 2026 lädt der Branchenverband invest.austria in den Apothekertrakt des Schlosses Schönbrunn. Unter dem Motto „Postcard or Powerhouse: The European Imperative“ versammelt das Event mehr als 500 Gäste, darunter Business Angels, Venture-Capital- und Private-Equity-Investor:innen sowie Family Offices aus Österreich, der DACH-Region und CEE.

Vor dem Hintergrund aktueller makroökonomischer Herausforderungen soll ein Weckruf an das Ökosystem formuliert werden: „Europa steht an einem entscheidenden Wendepunkt. Wir können nicht länger nur die malerische Postkarten-Kulisse der Welt sein, wir müssen zu einem echten wirtschaftlichen Powerhouse werden“, so Niki Futter, Präsident von invest.austria.

Europa soll seine Industriestärke ausspielen

Inhaltlich gliedert sich die Konferenz in drei Schwerpunkte: die Nutzung industrieller Kernkompetenzen, eine klare geopolitische und technologische Positionierung sowie die Beschleunigung von Kapitalflüssen. Im Fokus stehen neben Robotik und industrieller KI auch Investitionen in Souveränitäts- und Verteidigungstechnologien.

Wie sich universitäre Forschung zu einem marktführenden Deep-Tech-Unternehmen entwickeln lässt, skizziert Georg Kopetz, Co-Gründer und CEO von TTTech, in seiner Keynote. Kopetz forderte im brutkasten-Interview bereits eine stärkere Vernetzung europäischer Börsenplätze, um heimischen Tech-Akteuren bessere Wachstumsbedingungen zu bieten.

Auch das Thema Künstliche Intelligenz ist prominent besetzt: Mit Dennis Just spricht ein Vertreter des europäischen KI-Unternehmens Mistral. Just sorgte im Frühjahr für Schlagzeilen: Mistral übernahm das von ihm mitgegründete Linzer Startup Emmi AI (brutkasten berichtete).

„Unser Ziel ist es, Österreich und die CEE-Region noch stärker als attraktiven Investitions- und Innovationsstandort zu positionieren“, beschreibt Daniela Haunstein, Geschäftsführerin von invest.austria, die Mission der Konferenz.

Wo das Wachstumskapital herkommen soll

Neben der technologischen Ausrichtung steht die Mobilisierung von Wachstumskapital im Vordergrund. Dabei wird konkret die Rolle des geplanten österreichischen „Startup & Scale-Up Fund“ diskutiert. Ein eigenes Panel thematisiert, inwiefern Dachfonds als Brückenbauer die Finanzierungslücke zwischen Tech-Unternehmen und institutionellem Kapital schließen können.

Valentin Krenkel, stellvertretender Geschäftsführer von invest.austria, betont: „Ein leistungsfähiger Kapitalmarkt braucht mehr als nur die Finanzierung junger Startups. Von der ersten Wachstumsphase über die internationale Skalierung bis hin zu Unternehmensnachfolgen und erfolgreichen Exits spielt privates Kapital eine entscheidende Rolle. Genau diese Bandbreite wollen wir auf der invest.austria conference sichtbar machen.“

Details zum Programm sowie die Möglichkeit zur Anmeldung gibt es hier.

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