04.05.2023

Cashy: Wiener Online-Pfandleihe-Startup erhält 6 Mio. Euro Investment

Cashy holt sich ein Investment in Höhe von sechs Millionen Euro. Damit soll die Expansion nach Deutschland vorangetrieben werden.
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Cashy-Gründer Patrick Scheucher | (c) Cashy
Cashy-Gründer Patrick Scheucher | (c) Cashy

Das Wiener Startup Cashy, ein Portal für mit Wertgegenständen besicherte Kredite, sicherte sich ein Investment in Höhe von sechs Millionen Euro. Angeführt wird die Finanzierungsrunde vom neuen Investor Katharo Ventures.

Cashy: Deutschland im Blick

„Statt wie andere Fintech-Unternehmen Personal einzusparen, schließen wir eine Finanzierungsrunde ab und sind ganz klar auf Wachstumskurs“, sagt Cashy-Founder Patrick Scheucher. „Wir nutzen das Kapital, um die Expansion in Deutschland weiter voranzutreiben.“

Im November 2022 wurde die erste Niederlassung in München eröffnet, weitere sind mittlerweile in Berlin und Essen dazugekommen. Zudem ist die Ausdehnung des Filialnetzes in weitere europäische Märkte in Planung.

Steigende Kund:innenanzahl

Aktuell verzeichnet Cashy 70 Prozent mehr Neukund:innen als noch vor einem halben Jahr, da die Nachfrage nach „fairen und schnellen Krediten“ groß sei: „Wir setzen sowohl auf Digitalisierung als auch auf den persönlichen Kontakt zu den Kundinnen und Kunden“, so Scheucher weiter.

Paysafecard-Founder bei Cashy dabei

Dieses Investment ist nicht die erste Finanzierungsrunde, der brutkasten berichtete. Bereits im April 2020 konnte das Startup für das Wachstum Kapital im hohen sechsstelligen Bereich lukrieren. Damals stieg paysafecard-Gründer Michael Müller bei Cashy ein.

Im Februar 2021 überstieg ein weiteres Investment die Millionengrenze. Die damalige Seed-Finanzierungsrunde wurde vom aws Gründerfonds angeführt, beteiligt haben sich zudem die KK Incube Invest Management GmbH rund um den Wiener Anwalt Philipp Kinsky und Jörg Kadanik sowie Müller, der auch mitzog. Damals verschwieg man den genauen Millionenbetrag.

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Rainer Haude und Piotr Ciski | (c) Daniel Willinger
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Bereits 1967 gegründet, nutzen heute nach Unternehmensangaben rund 4.000 Anwender:innen in Österreich die Steuerberatungssoftware des Wiener Anbieters dvo Software. Die Lösung unterstützt Steuerberater:innen bei Kanzleimanagement, Honorarabrechnung, automatisierten Workflows, sicherer Kommunikation und Dokumentenmanagement sowie bei Finanzbuchhaltung, Steuern und Anlagenverzeichnis. Dabei kommt auch Künstliche Intelligenz zum Einsatz, der Fokus liege auf Automatisierung, heißt es vom Unternehmen.

Marke, Team und Geschäftsführer bleiben

Nun gab die Firma die Übernahme durch den erheblich größeren polnischen Mitbewerber Symfonia Group bekannt. Ein Kaufpreis wurde dabei nicht genannt. Marke, Team und Ausrichtung auf den österreichischen Steuerberatungsmarkt sollen unverändert bleiben. Auch die Geschäftsführer Rainer Haude und Richard Theiß bleiben in ihren Positionen und halten künftig Anteile an der Muttergesellschaft.

DACH-Einstieg für Symfonia

Symfonia hat mehr als 55.000 Kunden, darunter 6.700 Steuerberatungskanzleien. „Mit dvo Software betritt Symfonia erstmals den DACH-Raum, und wir beabsichtigen, hier weiter zu wachsen“, kommentiert Piotr Ciski, CEO der Symfonia Group. „Dvo kennt die Anforderungen österreichischer Steuerberatungskanzleien genau. Wir bringen Know-how im Bereich Technologie sowie der Einhaltung regulatorischer und gesetzlicher Rahmenbedingungen mit.“

„Interessante Chancen“ im österreichischen Markt

Und Rainer Haude, Geschäftsführer von dvo Software, sagt: „Wir teilen Symfonias Fokus auf die Steuerberatungsbranche und das Ziel, die Produktivität in Steuerberatungskanzleien durch intelligente Software erheblich zu steigern. Wir können nun unser ohnehin schon ehrgeiziges KI-Investitionsprogramm bei dvo Software mit noch größerer Dynamik vorantreiben.“ Der österreichische Markt befinde sich derzeit in einer teilweise durch den Rückzug des deutschen Anbieters Datev hervorgerufenen Umbruchsphase und biete daher „interessante Chancen“.

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