17.06.2025
SERIAL FOUNDER

Candidate Search AI: Neues HR-Tool von Ö-Foundern in New York mit Exit-Erfahrung

Mit Gustav gelang drei österreichischen Gründern bereits 2023 ein HR-Startup-Exit in den USA. Nach Canditately starten sie mit Candidate Search AI nun von New York aus ein weiteres HR-Tool.
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Die drei Gründer von Candidate Search AI und Candidately: Benjamin Bartakovics (o.), Jan Jedlinski (l.) und Daniel Bartakovics (r.) | (c) Candidately
Die drei Gründer von Candidate Search AI und Candidately: Benjamin Bartakovics (o.), Jan Jedlinski (l.) und Daniel Bartakovics (r.) | (c) Candidately

Manche Serial Founder versuchen sich immer wieder in einer neuen Branche. Andere bleiben in ihrem Metier. Zu diesen zählen auch Jan Jedlinski, Daniel Bartakovics und Benjamin Bartakovics. Mit dem HR-Startup Gustav gelang ihnen zunächst der Einzug in das renommierte US-Accelerator-Programm Y-Combinator und im Jahr 2023 der Exit in den USA. Und auch danach blieben die drei bei HR – und in den USA.

Zu Candidately kommt Candidate Search AI hinzu

Konkret in New York. Dort gründeten die drei Österreicher mit dem Gustav-Exit Candidately. Das Startup hilft Recruiter:innen mittels AI, Job-Kandidat:innen besser zu präsentieren. Nun folgte mit Candidate Search AI ein weiteres Startup im selben Bereich. Auch dieses richtet sich an Recruiter:innen, auch hier kommt – wie der Name unschwer erkennen lässt – AI zum Einsatz.

Semantische Suchmaschine für Recruiter:innen

Konkret bietet Candidate Search AI eine KI-gestützte Suchmaschine speziell für sogenannte Applicant Tracking Systems (ATS). „Recruiter verwalten heute Millionen Lebensläufe in ATS-Systemen – doch diese Datenschätze bleiben oft ungenutzt“, heißt es vom Startup. Klassische Suchmethoden in diesen Datenbanken seien mühsam. Das will das Startup mit einer semantischen Suche in gewohnter AI-Chatbot-Manier lösen, die in bestehende Systeme der gängigen Anbieter integriert werden kann.

„Unsere jahrelange Erfahrung im Recruiting hat gezeigt, wie ineffizient viele Prozesse noch immer sind. Mit Candidate Search AI sparen Recruiter Zeit und steigern gleichzeitig die Qualität ihrer Kandidatensuche erheblich“, meint CEO und Co-Founder Jan Jedlinski.

Weitere Funktionen

Zur Suchfunktion kommen einige weitere Funktionen, die die Suche nach passenden Kandidat:innen erleichtern sollen: „Mit Features wie KI-generierten Kurzprofilen, intelligenten Filtern und automatischen Talent-Benachrichtigungen liefert Candidate Search AI passende Kandidaten innerhalb von Sekunden – auch bei Millionen Einträgen. Über sogenannte ‚Magic Links‘ können Recruiter Shortlists direkt teilen und nachvollziehen, warum ein Profil gematcht wurde“, heißt es vom Startup.

Öffentlicher Launch von Candidate Search AI im vierten Quartal

Bei der Verbreitung soll auch die Reichweite des Schwesterprodukts Candidately helfen, das bereits von rund 150 Personaldienstleistern weltweit genutzt wird. Noch müssen sich potenzielle User:innen aber etwas gedulden. Die Beta-Phase soll im dritten Quartal dieses Jahres starten, der öffentliche Launch soll im vierten Quartal folgen. Für 2026 steht dann unter anderem die mehrsprachige Suche auf der Roadmap.

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Strom aus Wind und Sonne braucht Speicher. Für sie entwickelt das Projekt Phoenics neue Batteriezellen. Konzeptbild, mit KI erstellt. | (c) Virtual Vehicle
Strom aus Wind und Sonne braucht Speicher. Für sie entwickelt das Projekt Phoenics neue Batteriezellen. Konzeptbild, mit KI erstellt. | (c) Virtual Vehicle

Wind und Sonne liefern Strom, wann sie wollen, nicht wann ihn jemand braucht. Diese Lücke schließen Batteriespeicher. Sie werden damit zur Schlüsseltechnologie der Energiewende. Genau hier setzt Phoenics an: Ein steirisches Konsortium entwickelt die nächste Generation von Lithium-Ionen-Zellen für stationäre Speicher.

Koordiniert wird das Projekt von der Virtual Vehicle Research GmbH in Graz. Partner sind Varta Innovation, die Materials Center Leoben Forschung GmbH (MCL) und AVL List. Phoenics läuft 36 Monate und kostet 2,9 Millionen Euro. Knapp zwei Millionen davon kommen von der FFG, aus der Ausschreibung „Energieforschung 2024″.

Ein Material, zwei Ziele

Im Zentrum steht ein Kathodenmaterial: Lithium-Mangan-Eisenphosphat, kurz LMFP. Es ist eine Weiterentwicklung des etablierten Lithium-Eisenphosphats (LFP). LFP-Zellen gelten als sicher und robust, und sie kommen ohne kritische Rohstoffe wie Kobalt oder Nickel aus. LMFP soll zusätzlich bis zu 20 Prozent mehr spezifische Energiedichte liefern. Auf gleichem Bauraum ließe sich damit mehr Energie speichern.

Diesen Materialvorteil will das Konsortium in die fertige Zelle bringen. Die Zielmarken: 20 Prozent mehr Energiedichte, 40 Prozent längere Lebensdauer.

Was noch offen ist

Bis dahin bleiben Fragen. Wie verhält sich das Material über die Lebensdauer, wie altert es, und lässt es sich industriell verarbeiten und skalieren?

Das Konsortium kombiniert deshalb Experiment und Simulation. Die Partner untersuchen das Kathodenmaterial über den gesamten Lebenszyklus, mit Materialcharakterisierung, hochauflösender Bildgebung und KI-gestützter Auswertung. Parallel entstehen physikbasierte und datengetriebene Modelle. Sie bilden das Verhalten der Zelle von der Mikrostruktur bis zum kompletten Speichermodul ab und sollen Entwicklungszyklen verkürzen.

„Die Mikrostruktur von Elektrodenmaterialien beeinflusst maßgeblich Leistung, Lebensdauer und Zuverlässigkeit von Batteriezellen“, sagt Roland Brunner, Gruppenleiter am MCL.

Ein eigener Schwerpunkt gilt der Sicherheit. Spezielle Testverfahren sollen zeigen, ob LMFP-Zellen den Anforderungen an Betriebssicherheit und Zuverlässigkeit genügen. AVL bringt dafür seine Erfahrung in der elektrochemischen Modellierung ein. Verbinde man physikalische Modelle mit Methoden des maschinellen Lernens, ließen sich kritische Betriebszustände und Sicherheitsaspekte frühzeitig vorhersagen, sagt Roland Wanker, Geschäftsbereichsleiter Advanced Simulation Technologies bei AVL.

Aufbauen statt neu anfangen

Phoenics setzt die Zusammenarbeit aus dem Vorgängerprojekt OpMoSi fort. „Unsere Stärke liegt darin, modernste Simulations- und Analysemethoden mit industrieller Entwicklungskompetenz zu verbinden“, sagt Projektleiter Philip Kargl von Virtual Vehicle.

Varta Innovation steuert die Fertigungsseite bei, von der Materialentwicklung über die Elektrodenfertigung bis zur Zellintegration. Großes Potenzial sehen die Partner vorerst bei stationären Speichern. Langfristig könnten die Ergebnisse auch der Elektromobilität nützen.

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