09.02.2022

Campagion: Wiener Startup für Adultsite-Ads nach Kapitalerhöhung auf Expansionskurs

Campagion setzt seinen erfolgreichen Weg der Werbeschaltung auf Pornoseiten fort. Und richtet seinen Blick auf andere Kontinente.
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(c) Campagion/ AdobeStock/Philipp Hutter - Werbung auf Pornoseiten im Aufwind.

Ein Jahr ist es her, dass das Wiener Startup Campagion das Licht der Welt erblickte. Das Unternehmen schaltet für Kunden Werbung auf Adult-Websites, allen voran Pornhub. Nun startet das Team rund um Geschäftsführer Johannes Smeh und nach der Kapitalaufstockung eines Alt-Investors seinen Expansionskurs.

Kunden von Lateinamerika bis Australien

„Wir konnten im letzten Jahr unsere Umsätze steigern, ein Investor ist ins Unternehmen eingestiegen, wir sind in ein zentrumsnahes, wunderschönes Büro eingezogen und haben ein gutes, sympathisches und kompetentes Team im Unternehmen aufgebaut“, sagt Smeh. „Für heuer sieht die Planung so aus, dass die Kundenbranchenbreite erhöht wird und wir noch mehr Unternehmen die Vorteile der Online-Werbung auf Adult-Websites präsentieren werden. Neue Kunden und neue Märkte sind unser Ziel. Der Expansionskurs in Europa wird fortgesetzt. Wir konnten bereits Kunden in Lateinamerika gewinnen und haben bereits in Australien Fuß gefasst; diese Tätigkeiten werden wir heuer intensivieren.“

Konkret hat der bestehende Investor seine Anteile von 15 Prozent auf 49 Prozent gesteigert und dem Unternehmen dafür einen sechsstelligen Betrag beschert. Damit soll nun das Wachstum vorangetrieben und die positive Entwicklung fortgesetzt werden.

Campagion mit breiter Kundenakquise

Der Ansatz von Campagion besteht darin, zu kommunizieren, dass Kunden mit Werbung auf der Adult-Website Pornhub eine breite Zielgruppe mit geringen Kosten, im Vergleich zu Werbeaktivitäten in herkömmlichen Medien oder anderen Online-Plattformen, erreichen können. Damit konnte das Unternehmen Auftraggeber aus den Bereichen Sportartikel-, Lebensmittel- und Genussmittelhandel sowie aus der Unterhaltungsbranche,
wie beispielsweise den deutschen Privatsender Pro7, gewinnen. Auch Unternehmen aus der B2B-Bauunternehmerbranche nutzen mittlerweile die Möglichkeit der Banner-Werbung auf Pornhub.

(c) Campagion – Johannes Smeh, Geschäftsführer von Campagion, konnte die Kundenbranchenbreite erhöhen.

Ein Grund dafür liegt in den beeindruckenden Zahlen, die die Porno-Industrie verzeichnet. Pro Tag gibt es auf Pornhub 27 Millionen Seitenaufrufe in Deutschland, 3,1 Millionen in der Schweiz und 2,9 Millionen in Österreich. Bereits über 35 Prozent der Pornhub-User sind Frauen.

Zudem hat die in die Kritik geratene Plattform Ende 2020 dreiviertel aller Videos gelöscht, damit auf die verheerenden Vorwürfe reagiert und sei auch mittlerweile bestrebt, keinen unzulässigen Content auf ihrer Seite zuzulassen, wie Smeh betont. Auf Pornhub folge eine laufende Überwachung der Inhalte.

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Feragen
© RVS - (v.l.n.r.) Bernhard Wimmer (Raiffeisen Salzburg), Thomas Heinzmann, Michael und Anja Geretschläger (alle Feragen), Bernhard Tomasi (Raiffeisen Salzburg).

Das Salzburger Genetik-Startup Feragen sorgte Anfang 2025 für Aufsehen, als es eine Kooperation mit Nestlé Purina verkündete – siehe hier. Nun beteiligt sich die Raiffeisen Salzburg Start-Up eGen am Unternehmen. Die Genossenschaft zur finanziellen und strukturellen Förderung junger und innovativer Unternehmen in Salzburg steigt mit einem sechsstelligen Betrag ein.

Feragen: Ursprung bereits 2012

Feragen geht auf die Forschung der Molekularbiologin Anja Geretschläger an der Universität Salzburg zurück, die damit bereits 2012 begann. 2017 wurde daraus ein Unternehmen. Heute führen Anja und Michael Geretschläger gemeinsam die Geschäfte. Während die Founderin die Bereiche Forschung und Entwicklung verantwortet, liegt der Fokus von Michael Geretschläger auf Vertrieb und Marketing. Aus dem universitären Spinoff ist ein international tätiges Diagnostiklabor mit Kundinnen und Kunden in zahlreichen europäischen Ländern geworden, heißt es per Aussendung.

Die Raiffeisen Salzburg Start-Up-Experten Bernhard Wimmer, Bernhard Tomasi und Herbert Stelzinger kommentieren die Beteiligung wie folgt: „Feragen zeigt, wie aus universitärer Forschung ein international erfolgreiches Unternehmen entstehen kann. Besonders beeindruckt haben uns die wissenschaftliche Tiefe, die klare Wachstumsstrategie und die konsequente Verbindung von Diagnostik und Digitalisierung. Das Unternehmen adressiert einen wachsenden Markt mit hoher gesellschaftlicher Relevanz und passt damit hervorragend zu unserer Beteiligungsstrategie. Wir freuen uns darauf, das Team auf dem weiteren Wachstumskurs zu begleiten.“

Über 10.000 User:innen

Ein zentraler Baustein der Wachstumsstrategie der Salzburger ist die digitale Plattform „myFERAGEN“. Durch sie verwalten Züchter, Zuchtverbände und Tierärzte genetische Daten und Analyseergebnisse. Aktuell nutzen eigenen Angaben zufolge rund 10.500 Anwender:innen die Plattform, auf der 38.000 Hunde erfasst sind. Mit dem integrierten Werkzeug DogMatching lasse sich bereits vor einer geplanten Paarung prüfen, wie gut zwei Tiere genetisch zusammenpassen. Dadurch können Risiken minimiert und die langfristige genetische Gesundheit von Populationen verbessert werden, so der Claim.

Mit der Beteiligung der Raiffeisen Salzburg Start-Up eGen sollen digitale Angebote weiter ausgebaut und zusätzliche internationale Märkte erschlossen werden. „Ein Investor, der versteht, dass hinter unseren Analysen Forschung steht und kein schnelles Produkt, ist selten. Mit Raiffeisen haben wir genau diesen Partner gefunden – und das direkt vor unserer eigenen Haustür. Das Vertrauen, das uns hier entgegengebracht wird, ist Rückenwind und Verpflichtung zugleich. Wir gehen diesen Weg mit derselben wissenschaftlichen Konsequenz weiter, mit der wir ihn begonnen haben“, sagt Anja Geretschläger.

„Uns hat nicht nur das Kapital überzeugt“

Auch Michael Geretschläger schlägt in eine ähnliche Kerbe, wenn er sagt: „Uns hat nicht nur das Kapital überzeugt, sondern die Haltung dahinter: Die Raiffeisen Salzburg Start-Up eGen denkt regional und investiert langfristig – das passt exakt zu uns. Mit diesem Rückhalt können wir die nächsten Schritte deutlich schneller gehen: internationale Expansion und eine Plattform, die mitwächst. Dass aus Österreich ein Weltmarktführer im Pet-Bereich kommen kann, ist bewiesen. Wir haben vor zu zeigen, dass das auch aus Salzburg geht.“

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