20.10.2021

Campagion: Wiener Marketing-Startup optimiert Werbung für Pornhub

Campagion will seinen Kunden Porno-Seiten als gigantischen neuen Marketing-Kanal eröffnen - nicht nur für Erotik-bezogene Produkte.
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Die Campagion-Gründer Günter Fischer und Johannes Smeh setzen für ihre Kunden Werbung auf Pornhub und Co. um
Die Campagion-Gründer Günter Fischer und Johannes Smeh setzen für ihre Kunden Werbung auf Pornhub und Co. um | (c) Philipp Hutter

Am Tag verzeichne Pornhub 27 Millionen Seitenaufrufe in Deutschland, 8,7 Millionen in der Schweiz und 6,7 Millionen in Österreich. Die durchschnittliche Sitzungsdauer dauert dabei mehr als acht Minuten. Diese im Vergleich zu anderen Websites beachtlichen Zahlen nimmt das Wiener Online Marketing-Startup Campagion als Grundlage für sein Geschäftsmodell: Die Umsetzung von Werbung auf den großen Porno-Portalen. Und innerhalb der acht Monate seit dem Start sei man darin bereits Europa-Marktführer, heißt es vom Unternehmen. Momentan spiele man täglich 48 Millionen Ad Impressions aus. Zwölf Mitarbeiter:innen arbeiten derzeit für das Startup.

„Wandern, schick essen gehen und Pornos schauen“

Ansprechen will Campagion nicht nur die klassischerweise auf Porno-Portalen werbenden Unternehmen mit Erotik-Bezug, sondern eine sehr breite Zielgruppe. Denn die Nutzer:innen der Adult-Seiten seien – wie die Zahlen bestätigen – ganz normale Menschen mit unterschiedlichen Einstellungen und Lebensgewohnheiten. „Jemand geht beispielsweise gerne wandern, liebt es, in ein Restaurant schick essen zu gehen, legt Wert auf gesunde Ernährung, etc. …. und sieht auch gerne Pornos auf Pornhub“, heißt es dazu in einer Aussendung.

Als Beispiel für eine bekannte auf Pornhub werbende Marke wird vom Startup Diesel angeführt. Selbst hab man Kunden aus Branchen wie Sport, Lebensmittel, Gesundheit, Dating, Gaming und Hanfprodukte. Der Werbespruch des Startups lautet: „Advertise where your customers are!“ Und damit seien nicht nur Männer gemeint, betont man beim Wiener Startup: 40 Prozent der Pornhub-Nutzer:innen seien mittlerweile Frauen.

Campagion-Gründer: „Richtige Platzierung auf Pornhub ist unser Know-how“

„Wir wissen genau, wie wir die Inhalte und die Werbebotschaften gestalten und grafisch für unsere Kunden umsetzen müssen. Und dann geht es auch um die richtige Platzierung auf Pornhub. Das ist unser Know-how“ sagt Co-Founder Johannes Smeh. Der zweite Gründer Günter Fischer ergänzt: „Wir wissen mittlerweile schon sehr gut, was ein Banner in welcher Branche benötigt, um mit einer Vielzahl an Impressions und einer passenden Click-Through-Rate die gewünschten Conversions zu erzielen“.

Kunden von Campagion zahlen, neben den Werbekosten auf den Porno-Portalen, für unterschiedliche monatliche Packages zwischen 340 und 890 Euro, in denen Banner-Erstellung, Advertising, Reporting und Support enthalten sind. Das Startup arbeitet dabei – je nach Package – auch mit einer Multichannel-Strategie, die zusätzlich zur Banner-Werbung auf Pornhub auch Google- und Social Media-Ads enthält.

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Bei den Technology Talks Austria diskutieren mehr als 800 Teilnehmende aus der österreichischen Forschungs- und Technologie-Community mit hochkarätigen internationalen Expert:innen (im Bild ein Panel der Technology Talks Austria 2025) | (c) AIT/Valerie Maltseva

Zum dritten Mal gehen die Technology Talks Austria in ihrer neuen Form im MuseumsQuartier Wien über die Bühne. Die Konferenz ist aus den Technologiegesprächen hervorgegangen, die über Jahrzehnte im Rahmen des Europäischen Forums Alpbach stattfanden. 2024 führte das AIT Austrian Institute of Technology das traditionsreiche Format gemeinsam mit zentralen Organisationen der österreichischen Forschungs-, Technologie- und Innovationscommunity fort und brachte es nach Wien. Mittlerweile hat sich die Veranstaltung als jährlicher Fixpunkt der heimischen FTI-Community etabliert.

Sechs Plenary Sessions und zwölf Workshops

Das Programm spannt einen Bogen von technologischen Fähigkeiten und strategischen Infrastrukturen über Industrialisierung und Sicherheit bis hin zu technologischer Souveränität und europäischen Rahmenbedingungen. Im Zentrum stehen sechs international besetzte Plenary Sessions:

  • Strategic Infrastructures and Resilient Innovation Ecosystems
  • The Way Forward: From Scientific Excellence to Industrial Leadership
  • Dual-Use Technologies: Innovation, Security, and Spillovers
  • Technological Sovereignty and European Resilience
  • EU Framework Conditions for Innovation, Scaling and Impact
  • National Innovation Systems: Unlocking Europe’s Innovation Potential

Zwölf jeweils 90-minütige Workshops vertiefen die Plenardebatten und erweitern sie um konkrete technologische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Fragestellungen. Ergänzt wird das Programm durch Keynotes, Special Events, eine Exhibition Area und Möglichkeiten zur Vernetzung.

„Kein Schaufenster“, sondern ein „Denkraum“

„Die Technology Talks sind kein Schaufenster, in dem wir einander bereits Erreichtes präsentieren. Sie sollen ein Denkraum sein: ein Raum, in dem unterschiedliche Erfahrungen aufeinandertreffen, Annahmen überprüft, Lösungen weiterentwickelt und neue Kooperationen begründet werden“, sagt Brigitte Bach, Sprecherin der Geschäftsführung des AIT und Vorsitzende des Veranstaltungskuratoriums.

Andreas Kugi, Vorsitzender des Programm-Komitees und Scientific Director des AIT, ergänzt: „Entscheidend wird sein, wie wir wissenschaftliche Erkenntnisse schneller in technologische Führungspositionen, industrielle Wertschöpfung und resilientere Systeme übersetzen können.“

Veranstalter ist das AIT, in enger Kooperation mit dem Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur, dem Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung, dem Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus, der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) und der Industriellenvereinigung. Die Konferenz findet direkt im Anschluss an das FFG-Forum am 9. September statt. Alle Infos gibt es unter www.technology-talks-austria.at.

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