09.04.2021

Business Gladiators Consulting: Maderthaner startet neue Beratung für Unternehmer

Philipp Maderthaner will mit "Business Gladiators" keine klassische Unternehmensberatung betreiben. Geschäftsführer wird Alexander Zauner.
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Philipp Maderthaner und Alexander Zauner von Business Gladiators Consulting © brutkasten Media
Philipp Maderthaner und Alexander Zauner von Business Gladiators Consulting © brutkasten Media

Philipp Maderthaner ist bekannt geworden mit dem „Campaigning Bureau“, baut aber jetzt mit „Business Gladiators“ seine Beratung für Unternehmerinnen und Unternehmer aus. Vergangenes Jahr gestartet, will Maderthaner mit den „Gladiators“ eine Plattform gestalten, um sein unternehmerisches Wissen zu teilen – sei es über einen (sehr erfolgreichen) Podcast oder in individuellen Gesprächen. Neu ist mit „Business Gladiators Consulting“ ein eigenes „Spin-off“, das sich auf die Positionierung und Unternehmenskultur spezialisiert. Als Geschäftsführer der Beratung konnte Maderthaner Alexander Zauner gewinnen, der an der JKU Linz Digitales Marketing unterrichtet und bereits im „Campaigning Bureau“ mitarbeitete.

„Schonungslose Klarheit“

„Business Gladiators Consulting“ sieht sich aber nicht als klassische Unternehmensberatung. „Wer in Zukunft am Markt begeistern will, muss Menschen in der Tiefe bewegen und folglich auch in der eigenen Positionierung und Unternehmenskultur beginnen, wie eine ‚Bewegung‘ zu denken“, so Maderthaner. Zauner ergänzt: „Wir machen nicht den Hundertsten Leitbildprozess, der dann in der Schublade verendet. Und wir sind auch keine Kommunikations-Feuerwehr. Wir arbeiten an der Substanz von Unternehmen und das mit schonungsloser Klarheit. Das ist es, warum Kunden zu uns kommen. Sie suchen Klarheit. Erst wer in sich klar ist, kann andere begeistern“.

Zielgruppe Unternehmensführung“

Das neue Consulting-Unternehmen richte sich nicht an PR- oder Marketing-Abteilungen, sondern direkt an die oberste Führungsetage. „Die Gladiators Consulting ist da, um echte Transformation zu schaffen. Wenn das nicht von der Unternehmensführung mitgetragen ist, brauchst du gar nicht anfangen“, erklärt Maderthaner im brutkasten-Talk. „Wir arbeiten ausschließlich im Mandat von Menschen, die nicht nur befugt sind, Entscheidungen zu treffen, sondern die das auch wollen“.


Tipp

Freitag, 9. April, 14:30: Philipp Maderthaner und Alexander Zauner im Talk mit brutkasten-CEO Dejan Jovicevic über Business Gladiators Consulting – hier auf derbrutkasten.com und auf Facebook, LinkedIn, YouTube.


Mit „Business Gladiators Community“ will Maderthaner parallel dazu jene Community weiter aufbauen, die er seit vergangenem Jahr unter anderem mit einem Podcast bespielt. „Das ist das, was ich als Unternehmer aus Leidenschaft mache“, sagt der Kommunikationsprofi im Talk mit dem brutkasten. „Ich will in einer Community aus Unternehmerinnen und Unternehmern Mehrwert stiften“ und weiter: „Mir gefällt es sehr, mit Unternehmerinnen und Unternehmern Erfahrungen auszutauschen“. Der Podcast bleibe das „Rückgrat“ der Community, geplant seien aber auch Formate wie ein „Live Tag“.

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Im IPO-Talk vlnr.: Dejan Jovicevic, brutkasten, Philip Pauer, Reploid, Henriette Lininger, Wiener Börse, und Harald Kröger, RBI | (c) brutkasten
Im IPO-Talk vlnr.: Dejan Jovicevic, brutkasten, Philip Pauer, Reploid, Henriette Lininger, Wiener Börse, und Harald Kröger, RBI | (c) brutkasten

Der Schritt an den Kapitalmarkt fußt prinzipiell auf drei Säulen, erklärt Henriette Lininger, Director Issuers bei der Wiener Börse, im brutkasten-IPO-Talk: Kapital, Sichtbarkeit und Struktur. Denn ein Initial Public Offering (IPO), zu Deutsch: ein Börsengang, sei weit mehr als eine Kapitalbeschaffungsmaßnahme: „Es bringt unglaubliche Sichtbarkeit für das Unternehmen, nicht nur am Finanzmarkt, sondern weit darüber hinaus, etwa bei Kund:innen, Mitarbeiter:innen und Lieferant:innen.“

„Täglich ein Zeugnis“

Das Welser Scaleup Reploid Group AG absolvierte seinen Börsengang im Einstiegssegment direct market plus der Wiener Börse vergangenes Jahr (brutkasten berichtete). Für CEO Philip Pauer stand bei der Entscheidung vor allem der Aspekt der Professionalisierung im Vordergrund, wie er erzählt. Für das Unternehmen diene die Börse als striktes Disziplinierungsinstrument, um Wachstumsziele zu erreichen. Pauer vergleicht: „Es ist im Endeffekt wie in der Schule, nur kriegst du in der Schule einmal im Jahr ein Zeugnis, an der Börse kriegst du es täglich.“

Echte Aktien für Mitarbeiter:innen

Ein weiterer Erfolgsfaktor für das Unternehmenswachstum, der sich durch den Börsengang ergebe, sei die direkte Mitarbeiterbeteiligung, meint Pauer. Die Vergabe echter Aktien anstelle von „Phantom Shares“ steigere die Motivation der Belegschaft immens, da die Mitarbeiter:innen „ein Stück weit zu Unternehmerinnen und Unternehmern“ werden.

Lokaler Marktplatz?

Doch ist Wien für alle der richtige Börsenplatz? Oftmals bestehe laut Henriette Lininger die unbegründete Sorge, dass ein lokales Listing im Widerspruch zu globalen Expansionsplänen stehe. Sie widerspricht deutlich: „Man geht an die Börse, um international zu wachsen, um zu skalieren“. Die Wiener Börse sei ein „zutiefst international vernetzter Markt“, an dem über 90 Prozent der Investor:innen aus dem Ausland stammen. Er gewährleiste eine hohe Liquidität und damit eine sehr gute Handelbarkeit der gelisteten Aktien. Ein weiterer Standortvorteil: Die Wahrscheinlichkeit in einen Leitindex wie den ATX aufgenommen zu werden besteht ausschließlich über eine Notierung am Heimmarkt – ein Faktor, der für Sichtbarkeit und institutionelles Interesse von großer Bedeutung sei.

Der brutkasten-IPO-Talk

Auch Pauer sieht keinen Anlass, für einen Börsengang ins Ausland zu gehen und betont die Erreichbarkeit in Wien, die er schätze: „Ich frage mich, was kriegen wir in Wien nicht, was wir woanders bekommen würden?“. Harald Kröger, Group Head Structured Finance & Investment Banking bei der RBI, pflichtet dem bei. Die Bundeshauptstadt sei für internationales Kapital sehr wohl attraktiv: „Wien zieht Investor:innen an“. Kröger identifiziert jedoch eine andere Herausforderung für den Standort: „Die größere Herausforderung ist es, österreichisches Geld in relevanten Größen anzuziehen“.

Vorteil bei alternativer Finanzierung

Dabei muss Kapital – auch für ein börsennotiertes Unternehmen – nicht nur über die Börse kommen. So erhielt Reploid kürzlich eine Venture-Debt-Finanzierung in zweistelliger Millionenhöhe über das RBI Growth Financing Program. Die hohe Transparenz und „Readiness“ durch die Börsennotierung sei dabei maßgeblich für die schnelle Abwicklung verantwortlich gewesen, meint Philip Pauer. Kröger sieht einen strategischen Vorteil des Instruments für Wachstumsunternehmen: „Unser Fokus liegt nicht darauf, im Fall eines großen Erfolges die Cap Table massiv zu verwässern.“

„Börsen-Peergroups sind überbewertet“

Bei solchen strategischen Entscheidungen geht es letztlich natürlich auch um den Vergleich mit der Konkurrenz. Dieser spielt auch bei der Börsen-Standortwahl mitunter eine Rolle – Stichwort: „Peergroups“. Vergleichbare Unternehmen am selben Börsenplatz sollen konkretes Benchmarking ermöglichen, so die These hinter dem Begriff. Kröger schätzt deren Bedeutung jedoch als gering ein: „Börsen-Peergroups sind überbewertet.“ Denn Analyst:innen seien fachlich problemlos in der Lage dazu, Vergleichswerte über verschiedene Börsen hinweg zu berechnen.

Was es aber jedenfalls brauche, sei ein generelles Umdenken in Österreich, um die Wirtschaft nachhaltig zu stärken, meint Kröger: „Ein funktionierender Kapitalmarkt ist nicht die Ursache, sondern Teil der Lösung. Und das ist etwas, was wir beginnen müssen zu verinnerlichen“.

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