25.04.2016

Business Angel Niko Alm tritt als Geschäftsführer von VICE CEE zurück

Der Unternehmer und Nationalratsabgeordnete Niko Alm verlässt die Geschäftsführung von VICE CEE. Er möchte sich stärker der Politik und seinen Startup-Beteiligungen widmen.
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(c) Lisa Stadler - Niko Alm macht sich auf zu neuen Ufern

„Dauerhaft war die politische Tätigkeit in einer im Aufbau befindlichen Partei mit der Position an der Spitze eines schnell wachsenden Unternehmens, das vollständige Aufmerksamkeit erfordert, nicht kombinierbar“, begründete Unternehmer und NEOS-Politiker Niko Alm gestern auf seiner Website seinen Rückzug als Geschäftsführer von VICE CEE.

Theorie und Praxis

Im September 2013 hatte sich das Medienunternehmen VICE an der von Alm gegründeten Super-Fi-Gruppe beteiligt. Zusammen mit Stefan Häckel übernahm Alm die Geschäftsführung der neu gegründeten VICE CEE Holding mit Büros in Wien, Warschau und Zürich. Praktisch zum selben Zeitpunkt zogen die NEOS in den Nationalrat ein. „Das war doch eine unerwartete Umstellung innerhalb von wenigen Tagen gleich zwei neue Jobs anzutreten“, sagt Alm. Ursprünglich hatte er geplant, politische Tätigkeit und Management Agenden zu je 50 Prozent auszuführen. In der Praxis war dies aber nicht umsetzbar.

+++ Mehr zum  Thema: Niko Alm: „Konkurrenz um Startups wäre das Beste“ +++

Mehr Investitionen in Startups

Bereits seit März ist Stefan Häckel nun alleiniger operativer Geschäftsführer der Unternehmensgruppe. Alm wird in beratender Funktion weiterhin in der Firma tätig sein, möchte sich nun aber auch stärker um seine Startup-Beteiligungen kümmern. Immerhin habe er durch seinen Rücktritt als Geschäftsführer ein „Schmerzensgeld“ bekommen, das er sogleich in eine Hand voll Startups investieren wolle. Laut „trend“ soll Alm schon im Februar einen sechsstelligen Betrag in das Musik-Startup Record Bird investiert haben.

Die Frage, ob ihm der Rücktritt als Geschäftsführer leid tue, verneint der 40-Jährige. „Der Schritt erfolgt ohne Wehmut, sondern mit dem Gefühl, etwas aufgebaut zu haben“, war auf Alms Website zu lesen.

Auf Facebook fallen die Reaktionen auf die Nachricht durchwegs positiv aus. Viele User gratulieren Alm zu seinem Schritt.

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Prewave
Harald Nitschinger, Gründer von Prewave | (c) Prewave

Es nennt sich Quantified Resilience und soll zeigen, was Lieferkettenrisiken tatsächlich kosten. Das neue Portfolio des Wiener Startups adressiert die Risikolandschaft für globale Lieferketten, die sich seit Covid, der Chipknappheit sowie dem Krieg im Iran und in Russland verändert hat. Unternehmen haben in den vergangenen Jahren darauf reagiert und auf mehr Transparenz gesetzt, mehr Lieferanten überwacht und mehr Signale und Warnmeldungen verfolgt. Doch Einkaufsteams wollen nicht mehr Informationen, meint Co-Founder und seit Jänner alleiniger CEO Harald Nitschinger. „Sie wollen eine belastbare Entscheidungsgrundlage“, sagt er und bezieht sich auf eine Gartner-Studie aus 2026 mit dem Titel: „Market Overview for Supplier Risk Management Solutions.“ Teams, die ihre Zeit damit verbringen, schwer fassbare Risiken bei Sub-Tier-Lieferanten zu recherchieren und zu bewerten, hätten kaum Kapazitäten, um langfristige Resilienz aufzubauen.

Prewave: KI-Agenten übernehmen Recherche

Hier soll Quantified Resilience helfen, die globalen Risikodaten von Prewave mit den eigenen Daten eines Unternehmens zu verbinden, darunter Stücklisten, Lagerbestände, alternative Bezugsquellen und Umsatzzahlen. Spezialisierte KI-Agenten würden dann die Recherche übernehmen, Risiken priorisieren und deren mögliche finanzielle Auswirkungen auf das Unternehmen bewerten.

Ein Bestandteil des neuen KI-Portfolios heißt Prewave Respond und beinhaltet KI-Agenten, die Signale aus der gesamten Plattform bündeln und Risikosituationen danach ordnen, wie dringend Handlungsbedarf besteht. Risikomanager würden so auf einen Blick sehen, welche Situationen jetzt Aufmerksamkeit erfordern und welche warten können. Die Agenten lassen sich an die eigenen Prozesse und Prioritäten des jeweiligen Unternehmens anpassen.

Plattform zeigt Betroffenheit

„Die Bewertung einer Störung hat unser Risikoteam früher einen halben Tag gekostet, plus Abstimmung mit den Konzerneinkäufern, um die Auswirkungen auf die Lieferanten zu verifizieren“, erklärt Verena Rausch, Group Risk Manager bei der Vaillant Group, wie Prewave den Aufwand bei der Bewertung einzelner Störungen reduziert. „Beim Erdbeben von Kumamoto hat Prewave rund 50 aufgezeigte Lieferanten auf 11 eingegrenzt, die geprüft werden mussten, und einen unmittelbaren Produktionsstopp aufgezeigt. Das verkürzt den Zeitaufwand für jede Bewertung.“

Der Schlüssel zu dieser Priorisierung liege darin zu verstehen, was eine Störung für das Geschäft bedeutet. Die Prewave-Plattform kombiniert Informationen zu globalen Ereignissen, Lieferantenstandorten, Tier-n-Beziehungen und Rohstoffabhängigkeiten mit den eigenen Lieferketten- und ERP-Daten des Unternehmens. Sie zeige so, welche Lieferanten, Materialien oder Produkte tatsächlich betroffen sind.

Für Nitschinger ist Quantified Resilience der nächste Schritt im Umgang mit zunehmend komplexen Lieferkettenrisiken: „Unseren Kunden fehlt es nicht an Informationen. Im Gegenteil, sie werden mit Warnmeldungen, Ratings und Lieferanten-Updates überflutet. Wir geben ihnen jetzt Werkzeuge an die Hand, die diese Signale in eine konkrete Entscheidungsgrundlage verwandeln: Was verdient meine Aufmerksamkeit? Wo bin ich tatsächlich exponiert? Was steht finanziell auf dem Spiel? Und wo sollten wir Resilienz aufbauen, um die größte Wirkung zu erzielen? Quantified Resilience macht diese Zusammenhänge messbar und damit steuerbar.“

Resilienz von Kostenfaktor soll zur Investitionsentscheidung werden

Über die Priorisierung hinaus berechnet Prewave die finanziellen Auswirkungen einer Störung anhand von Daten wie Lagerbeständen, Stücklisten und Umsatz, heißt es. Damit soll die Resilienz von einem Kostenfaktor zu einer Investitionsentscheidung werden. Unternehmen könnten Ausgaben dorthin lenken, wo sie am meisten bewirken, und sie gegenüber Geschäftsführung und Vorstand mit belastbaren Zahlen untermauern.

Künftig will Prewave diesen Ansatz nutzen, um die Lieferketten seiner Kunden ganzheitlich und proaktiv zu optimieren. Prewave Optimise, ein weiteres Tool aus der „Quantified Resilience“-Strategie, das sich derzeit in der Beta-Phase befindet, soll zeigen, wo Absicherungen über das notwendige Maß hinausgehen und wo gefährliche Lücken bestehen. Ziel ist ein Lieferantennetzwerk, das Kosten und Resilienz entsprechend der individuellen Risikobereitschaft eines Unternehmens ausbalanciert.

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