28.04.2022

Jürgen Kopeinig wird neuer Geschäftsführer von build! Gründerzentrum Kärnten

Mit April 2022 leitet Jürgen Kopeinig das build! Gründerzentrum in Kärnten und tritt damit die Nachfolge von Robert Gfrerer an.
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build! Gründerzentrum
Jürgen Kopeinig übernimmt die Leitung der build! Gründerzentrum Kärnten GmbH | (c) build! Gründerzentrum

Bereits seit 2002 begleitet das build! Gründerzentrum Kärnten Gründer:innen von der Idee bis zum eigenen Unternehmen. Die Services sind auf innovative, wissensbasierte, technologie-orientierte Startups in Kärnten zugeschnitten. Zudem bietet der Kärntner Startup-Inkubator auch Unterstützung, um die notwendigen Kontakte zu potentiellen Investor:innen zu knüpfen und steht interessierten Investor:innen zur Seite, wenn es darum geht, Investments zu finden.

build! Gründerzentrum Kärnten erhält neue Geschäftsführung

Wie das build! Gründerzentrum Kärnten nun bekannt gab, kam es nun zu einem Wechsel der Geschäftsführung. Seit September 2018 übte diese Position Robert Gfrerer aus.

Jürgen Kopeinig setzte sich in einem öffentlichen Ausschreibungsverfahren für die Position als neuer Geschäftsführer durch. Der 51-jährige bringt laut dem build! Gründerzentrum eine langjährige und internationale Erfahrung sowie nachweisbare Erfolge in der Begleitung von Unternehmen und in der Portfolio- und Produktentwicklung mit. Zuletzt war der gebürtige Frauensteiner für die Strategische Wirtschaftsentwicklung am Standort Kärnten im Kärntner Wirtschaftsförderungsfonds verantwortlich. Ein besonderes Anliegen ist ihm das Zusammenspiel von Wirtschaft, Forschung und Bildung.

Jürgen Kopeinig möchte Kooperationen ausbauen

„Unser Ziel bei build! ist es einen eigenen AplusB (Academia-plus-Business) -Scaleup-Bereich (hochskalierbare Startup Unternehmen) mit entsprechenden Serviceangeboten aufzubauen und die bestehenden Services für innovative, wachstumsorientierte FTI-Startups weiterzuentwickeln“, so Jürgen Kopeinig über seine Ziele. Im Zentrum stehen dabei der Pre-Inkubationsprozess und Inkubationsprozess sowie vielfältige Kommunikationsformate.

Darüber hinaus soll die Zusammenarbeit mit internationalen Netzwerken stärker forciert sowie die Kooperation mit den Bundesländern Salzburg, Tirol, Vorarlberg, Steiermark intensiviert werden. „Derzeit wird im Wirtschaftsleben eher einseitig das Konkurrenzmodell, also der Wettbewerb betont. Die angeführten Regionen stehen im Wettbewerb um Startups, Scaleups, Spinoffs. Ich bin der Meinung, dass beides notwendig ist, um als Inkubator und als Gründungsunternehmen Erfolg zu haben: Kooperation und Konkurrenz“, so Kopeinig weiter.

Wissenswertes zum build! Gründerzentrum Kärnten

Aktuell werden im Kärntner Gründerzentrum über 35 Unternehmen und Gründungsprojekte betreut; das Netzwerk an bisherigen und aktuellen Gründer:innen, Investor:innen und Projektpartner:innen umfasst rund 170 Unternehmen und Institutionen. Mit rund 1,7 Millionen Euro Fördersumme investierte das build! Gründerzentrum zwischen 2019 und 2021 die größte Summe in Young Entrepreneurs und deren Weiterentwicklung seit Bestehen des Inkubators.

Zu den Gesellschaftern zählen Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, BABEG Kärntner Betriebsansiedlungs- und Beteiligungsgesellschaft m.b.H., Fachhochschule Kärnten, Stadt Klagenfurt am Wörthersee, Stadt Villach sowie die Technische Universität Graz.


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(c) Adobe Stock

Mit dem Marienkäfer-förmigen Sensor „Mary“, der an der Unterwäsche von Babys und Kleinkindern angebracht werden kann, und dort Vitalwerte wie Temperatur und Atmung misst, wollte das Klagenfurter Startup Sticklett durchstarten. 2016 gestartet, holte man sich 2017 ein sechsstelliges Investment, wie brutkasten berichtete. 2018 schloss man eine erfolgreiche Kickstarter-Kampagne ab, im Jahr danach gab es eine Investment-Zusage in der Show 2 Minuten 2 Millionen – samt Listung bei Bipa. Hinzu kam eine ganze Reihe von Awards in den Folgejahren.

„Geschäftsverlauf ist hinter den Erwartungen geblieben“

Doch der große Durchbruch gelang dem Startup seitdem nicht. Und wie die Kreditschutzverbände nun vermelden, musste das Unternehmen einen Konkursantrag einbringen.

Die Kosten für Produktentwicklung und Markteinführung seien in den ersten Jahren primär durch Eigenmittel und Förderungen gedeckt worden, wird beim AKV aus dem Konkursantrag zitiert. „Der Geschäftsverlauf ist jedoch trotz grundsätzlich guter Voraussetzungen (funktionierende Produkte; funktionierender Produktionsprozess) letztendlich leider hinter den Erwartungen geblieben, da es nicht gelungen ist, die Produktionskosten auf ein solches Maß zu senken, dass auch die Attraktivität und damit die Nachfrage am Markt eine entsprechende Steigerung erfahren hätte.“

Zuletzt geplatztes Millioneninvestment

Für Vertriebs- bzw. Marketingaktivitäten, die es ermöglicht hätten, einen weit größeren Bekanntheitsgrad zu erlangen und damit einen weit größeren Markt zu erschließen, habe das Geld nicht ausgereicht. Zuletzt habe man noch intensiv versucht, Investor:innen zu finden und dabei auch über ein Investment in Höhe von einer Million Euro verhandelt. „Bedauerlicherweise ist es – trotz zunächst auch positiv abgeschlossener Gespräche – dann zu keiner Umsetzung des Investments gekommen“, heißt es von Sticklett. Entsprechend könne man aktuell keine positive Fortbestandsprognose stellen.

Möglicher Sanierungsantrag steht noch im Raum

Insgesamt sind zwölf Gläubiger:innen betroffen. Dienstnehmer:innen hatte das Unternehmen hingegen zuletzt keine mehr. Die Passiva betragen 550.527 Euro. Diesen stehen laut Unternehmensangaben Aktiva von rund 124.000 Euro gegenüber. Es scheint aber noch einen Hoffnungsschimmer für das Startup zu geben: Noch stehe nicht fest, ob ein Sanierungsplan gestellt werden kann oder nicht, heißt es im Konkursantrag.

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