28.09.2016

Kanzleramt und Finanzministerium bitten Founder um Feedback zu Bürokratie

Noch bis 30.9. läuft eine von Bundeskanzleramt und Finanzministerium initiierte Gründer-Befragung. Dabei werden Founder darum gebeten auszusprechen, was in der Verwaltung falsch läuft und Verbesserungsvorschläge einzubringen.
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Am Amtsweg kommt man einfach nicht vorbei. Für Gründer gilt das besonders. Unmengen Einzelheiten sind zu bedenken und auf offiziellem Wege abzuklären. Wenn Founder dann auch am Ende „eh alles geschafft“ haben, blicken sie trotzdem häufig auf einige Ärgernisse am Weg zum eingetragenen Unternehmen zurück. Sei es nun die konkrete Arbeit einzelner Ämter, oder der allgemeine Bürokratie-Aufwand – kaum jemand durchlebt den Gründungsprozess, ohne sich manchmal zu denken: „War das jetzt wirklich nötig?“

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Fünf offene Fragen zum in die Tiefe Gehen

Bundeskanzleramt und Finanzministerium wollen sich nun der vielen kleinen Steine im Weg zur Startup-Gründung mit einer Online-Umfrage annehmen. Beauftragt wurde dazu unter anderem Impact Hub Vienna. Gerade einmal acht Fragen sind zu beantworten, dafür sind gleich fünf davon offen gestellt – man kann also mit seinen Anregungen in die Tiefe gehen.

Hier ein paar Beispiele:

„Wie einfach war es, eine Ansprechperson zu finden?“

„Welche Dinge haben im Gründungsprozess im Kontakt mit der öffentlichen Verwaltung überhaupt nicht funktioniert?“

„Welche konkreten Maßnahmen würden den Gründungsprozess deutlich vereinfachen?“

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Ex-Notenbanker Robert Holzmann (links) und Emerald-Horizon-CEO Florian Wagner. Foto: Martin Pacher | brutkasten

Sieben Jahre nach der Gründung geht Emerald Horizon den nächsten Schritt Richtung Prototyp: Am 8. September gibt das Grazer Unternehmen (Wiener Börse: SMRX) in seinem Labor den Startschuss für den Bau des ADES Test Loop. Dabei handelt es sich um den ersten integrierten Systemtest, in dem die bisher einzeln entwickelten Komponenten des Reaktorsystems zusammengeführt werden. „In sieben Jahren intensiver Entwicklungsarbeit haben wir die einzelnen Bausteine für ADES entwickelt und validiert. Jetzt beginnen wir, gemeinsam mit VDL Groep, diese Bausteine zusammenzuführen“, sagt CEO Florian Wagner.

Reaktor ohne kritische Kettenreaktion

ADES (Accelerator Driven Energy Source) ist ein Kernreaktor in Containergröße, der ohne kritische Kettenreaktion arbeitet. Ein Teilchenbeschleuniger liefert die Neutronen, die den Prozess in Gang halten. Wird er abgeschaltet, endet die Spaltung sofort. Als Brennstoff dient Thorium. Eine Einheit soll 25 Megawatt thermische und rund zehn Megawatt elektrische Leistung liefern, genug für etwa 10.000 Haushalte, und das laut Unternehmen 20 Jahre lang ohne Brennstoffwechsel. Der Salzkreislauf arbeitet wasserfrei, ein Anschluss an einen Fluss ist für den Betrieb nicht erforderlich. Wie Wagner Ende 2025 im brutkasten-Talk sagte, ist die Marktreife für 2029 geplant.

Bild: (v.l.n.r.) DI Dr. Mario J. Müller, Vice President R&D, und US-Investor Carl Page, Mitglied des Advisory Board der Emerald Horizon AG, vor den Abschirmblöcken der Neutronenquelle im Labor in Graz. (c) Fuchs

Letzte Vorstufe vor dem Prototyp-Loop

In Graz wurden nach Unternehmensangaben bereits vier Vorgängergenerationen des Loops in Hardware getestet. Die kommende Version gilt als voraussichtlich letzte Vorstufe vor dem finalen ADES-Prototyp-Loop. Beim EU-Genehmigungspfad arbeitet Emerald Horizon mit Haskoning, an einer US-Klassifizierung mit Pillsbury Winthrop Shaw Pittman.

VDL Groep als Fertigungspartner

Eine zentrale Rolle kommt der VDL Groep zu. Der niederländische Industriekonzern mit rund 13.500 Mitarbeitenden und einem Jahresumsatz 2025 von mehr als vier Milliarden Euro, bekannt als Zulieferer der Halbleiterausrüstungsindustrie, führt als Engineering- und Fertigungspartner die technischen Bausteine zusammen und legt das System auf eine spätere industrielle Serienfertigung aus. Die Vereinbarung zwischen beiden Unternehmen wird am 8. September in Graz live unterzeichnet.

Börsengang als Finanzierungshebel

Emerald Horizon notiert seit 26. Juni an der Wiener Börse. Das Listing soll laut Unternehmen vor allem den Zugang zu Fremdkapital erleichtern, etwa über Kredite, Green Bonds und Projektfinanzierung, um das Energy-as-a-Service-Modell und die Serienproduktion mit VDL zu finanzieren. Erst vor wenigen Tagen holte das Unternehmen zudem Manager Claus Schmidt für Organisationsentwicklung und Qualitätsmanagement an Bord.

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