28.07.2025
FINDABLE

Buchroithner launcht SEO-Tool für ChatGPT und Co.

Peter Buchroithner ist zurück mit einer Neugründung: Das SEO-Tool Findable soll Marken dabei helfen, mehr Sichtbarkeit in KI-Chats zu erreichen.
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Peter Buchroithner gründete kürzlich Findable. (c) Sledgehammer Studio

„Ich frage mal ChatGPT“ – dieser Satz ersetzt zunehmend das klassische „Ich google mal“. Die Suchgewohnheiten im Internet haben sich im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz grundlegend verändert. Für Marken bedeutet das: Es reicht nicht mehr, nur in den Google-Suchergebnissen präsent zu sein. Potenziell viel entscheidender ist, auch in den Antworten von KI-Systemen wie ChatGPT, Gemini oder Perplexity aufzutauchen.

“Doch die meisten Marken tauchen in diesen Antworten nicht auf – selbst wenn sie in der Vergangenheit hervorragende SEO-Maßnahmen umgesetzt haben”, so Serial Founder Peter Buchroithner. Gemeinsam mit Geschäftspartner Thomas „Tosh“ Schranz hat er deshalb Findable entwickelt – ein neues Rundum-Tool, das Unternehmen hilft, in der KI-Suche sichtbar zu werden.

“Wenn das Unternehmen nicht für LLMs optimiert ist, verpasst man es, in den entscheidenden Momenten, in denen Kunden nach Lösungen suchen, die vertrauenswürdige Stimme zu sein”, schreiben die Findable-Günder auf der Website.

Mehr Sichtbarkeit in der KI-Suche

“In den letzten Wochen haben wir – mit viel Unterstützung und Feedback von SEO-Consultants, internen Marketing-Teams und Agenturen – ein Toolkit aufgebaut, das sich auf folgende Bereiche konzentriert: Google Search Console, Content-Gap-Reports, LIVE-Dashboard mit Google Trends, Sichtbarkeits-Check deiner Marke in Trainingsdaten”, schreibt Buchroithner auf der Website. Das SEO-Tool soll dabei helfen, Produkte oder Marken in der KI-Suche sichtbarer zu machen. 

Die Optimierung durch den sogenannten “LLM SEO Monitor” (kurz für Large Language Model Search Engine Optimization) verläuft in einem dreistufigen Prozess. Zuerst analysiert das Tool die aktuelle Sichtbarkeit der Marke in der KI-Suche. Anschließend kann man verschiedene Funktionen zur Verbesserung nutzen, wie etwa SEO-optimierte FAQs oder eine personalisierte Content-Gap-Analyse, die inhaltliche Lücken im Vergleich zur Konkurrenz aufzeigt. Durch gezielte Maßnahmen soll auch die Crawlbarkeit von Inhalten verbessert werden. Abschließend lassen sich die Fortschritte durch Monitoring überwachen und die Strategie laufend anpassen.

Derzeit ist nur das Abonnement für Einzelpersonen verfügbar. Varianten für Agenturen und größere Unternehmen befinden sich laut den Gründern bereits in Vorbereitung.

Buchroithners Gründungen

Peter Buchroithner ist eine bekannte Persönlichkeit in der heimischen Startup-Szene. Sein Einstieg ins Unternehmertum begann 2015 mit dem Startup dvel, das später in Swelly umbenannt wurde. Nach finanziellen Schwierigkeiten wurde das Unternehmen im Jahr 2021 verkauft.

Anschließend gründete Buchroithner in den USA das Unternehmen Orgn Inc., zu dem die Instant-Kaffee-Marke Stardust gehört. Schon zu Beginn konnte er den bekannten Investor Hansi Hansmann gewinnen, der bereits bei Swelly an Bord gewesen war.

Im Jahr 2024 zog sich Buchroithner aus der CEO-Rolle zurück und brachte im Sommer desselben Jahres Rakun Card auf den Markt – eine App, die speziell für Menschen im Neurodivergenz-Spektrum entwickelt wurde. Zuletzt erweiterte er sein Gründer-Portfolio mit der Social-Media-Plattform Waffle, die über Voice-Messages funktioniert. Bei beiden Gründungen war auch der jetzige Geschäftspartner Thomas Schranz dabei.

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Öklo-Geschäftsführer und Gründer Niko Bogianzidis mit
Öklo-Geschäftsführer und Gründer Niko Bogianzidis mit "Golden Shower" | (c) Öklo

Die britische Times, die deutsche Bild-Zeitung und die französische Nachrichtenagentur AFP griffen die Story im Frühling 2025 auf: Das Wolkersdorfer (NÖ) Startup Öklo, nach eigenen Angaben Europa-Marktführer bei Komposttoiletten, kündigte ein Bier aus recyceltem Urin an. Eineinhalb Jahre später setzte das Unternehmen rund um Gründer Niko Bogianzidis das Vorhaben nun in die Tat um.

„Aufs Patriarchat pinkeln“

Gerade einmal 2.500 Flaschen zu je 0,33 Liter umfasst die erste und möglicherweise einzige Charge des Biers mit dem Namen „Golden Shower“. Diese sollen nur im Rahmen spezieller Aktionen verkauft werden und sonst von Öklo selbst in seinem Netzwerk genutzt werden. Mit der stilisierten Abbildung einer Transgender-Person und dem Slogan „aufs Patriarchat pinkeln“ auf dem Etikett sorgt das Bier gewiss für zusätzliche Aufmerksamkeit.

Auch das Etikett von „Golden Shower“ sorgt für Aufmerksamkeit | (c) Öklo

Bewusstsein für Wasserverschwendung als Hauptziel

Wer hinter all dem eine Marketing-Aktion vermutet, hat freilich Recht. Noch mehr als die erwähnte politische Message auf dem Etikett betont Gründer Bogianzidis ein anderes Ziel: „Mein Ziel mit Öklo und eben auch unserem nun produzierten Urin-Bier ‚Golden Shower‘ war und ist es, Bewusstsein für Wasserverschwendung zu schaffen und dieser im Sinne der Kreislaufwirtschaft entgegenzuwirken. Wasserknappheit ist auch bereits vor unserer Haustür und in ganz Europa ein Riesenthema, wie dieser Sommer zeigt, und wird noch an Bedeutung gewinnen“, sagt er.

Zudem sei es ein Anliegen des Projekts, Urin als Wertstoff anzuerkennen, etwa wiederverwertet als Brauchwasser oder als hochwertige Phosphorquelle. „Anstatt ihn in Phosphorminen in Afrika & Co. teuer als Langzeitdünger auszugraben, wäre es auch möglich, einen Gutteil des Bedarfs über diesen Weg direkt vor Ort zu decken. Es war und ist viel möglich, wenn Entscheidungsträger nur wollen“, so Bogianzidis.

Nur destilliertes Wasser aus Urin im „Urin-Bier“

Auch für „Golden Shower“ wird nur ein einzelner Bestandteil des aufbereiteten Urins genutzt, nämlich destilliertes Wasser. „Wir haben zuerst den Nährstoff Struvit, der als hochwertiger Langzeitdünger verwendet wird und dann Stickstoff aus dem Urin gefiltert. Anschließend wurde das Wasser mittels des Prozesses der Umkehrosmose und anschließender Destillation final bearbeitet und nutzbar gemacht“, erklärt der Gründer. Das gereinigte Wasser sei dann von einem offiziellen Ziviltechnikerbüro in Prüftests als gesundheitlich unbedenklich und für den Brauvorgang geeignet abgesegnet worden.

Diesen übernahm dann die Mostviertler Bio-Brauerei Erzbräu mit Braumeister Benjamin Bruckner. Den Kontakt habe Öklo-Kooperationspartner Muschikraft, eine feministische Craftbier-Marke, hergestellt. „Wir haben uns für die Produktion eines hochwertigen, nicht gefilterten Märzen, zu Englisch Lager, entschieden. Da destilliertes Wasser nicht wirklich lebt, haben wir die 1.000 Liter Wasser von Öklo sicherheitshalber mit zehn Prozent frischem Quellwasser im Tank angereichert, damit die Hefe als lebender Zellorganismus jedenfalls gut reagieren und arbeiten kann“, erklärt Bruckner.

Erzbräu-Braumeister Benjamin Bruckner | (c) oliacreations

Auch er betont die Zielsetzung der Aktion: „Wir leben in einer sehr ressourcenraubenden, verschwenderischen Gesellschaft. Gerade auch beim knappen Gut Wasser, wie wir selbst in Europa diesen Rekordsommer gesehen haben. Es gibt aber effiziente Wege, dem zu begegnen und gegenzuwirken und darauf wollen wir mit diesem Projekt hinweisen.“

Weitere Chargen laut Öklo „nicht ausgeschlossen“

Ob es bei den 2.500 Flaschen bleibt, ist aktuell noch unklar. Weitere Chargen seien „nicht ausgeschlossen“, heißt es von Öklo dazu lediglich. Indessen treibe man weiterhin das Leuchtturm-Projekt „Öklo-Land“ voran – Gründer Bogianzidis sprach dazu bereits vor einem Jahr im brutkasten-Talk. Auf 13.000 Quadratmetern nahe Wolkersdorf soll dabei ein modulares Biomasse-Recycling-Center und Kompetenzzentrum entstehen, das menschliche Fäkalien und biologische Abfälle in Rohstoffe wie Wasser, Dünger und Pellets sowie in Energie, konkret Biogas, umwandelt.

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