14.12.2022

Buchhaltung To Go: Ecovis bietet Beratung mit Kundenportal inkl. Handy-Upload

Beim Kundenportal von Ecovis stehen nicht nur Digitalisierung und Automatisierung des Rechnungswesens im Vordergrund, sondern auch die persönliche Betreuung ihrer Kund:innen. Damit soll die Buchhaltung sowie die zukünftige interne Planung für Unternehmen erleichtert werden.
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Senior Manager Alexander Nagl und Senior Manager Ferhat Pütün (v.l.n.r.) stellen das Ecovis-Buchhaltungportal vor © Ecovis
Senior Manager Alexander Nagl und Senior Manager Ferhat Pütün (v.l.n.r.) stellen das Ecovis-Buchhaltungportal vor © Ecovis
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Die Coronapandemie hat für die meisten Unternehmen nachhaltige Konsequenzen mit sich gezogen. Das Beratungsunternehmen Ecovis gehört dabei zu jenen, die mit den Erfahrungen der Lockdowns ihr Geschäftsmodell erfolgreich neu ausgerichtet haben: Ihre ursprünglich unternehmensinterne Buchhaltungsplattform wird inzwischen als Kundenportal genutzt. Der Vorteil: Durch das digitale Tool sparen sich die Kund:innen den mühsamen Weg zum Steuerberatungsbüro, haben aber weiterhin die Möglichkeit, bei aufkommenden Problemen oder Fragen vom Ecovis-Team betreut zu werden.

Auswertung der Belege in Echtzeit auf einen Blick

“Wir machen alles, von der Lohnverrechnung über die Buchhaltung, Jahresabschluss und Steuererklärung bis hin zur Sonderberatung”, erklärt Christoph Puchner, Steuerberater und Partner bei Ecovis Austria im brutkasten-Gespräch. Die Ecovis-Kund:innen kommen dabei aus verschiedensten Branchen und das digitale Kundenportal findet dabei großen Anklang. Mit dem Ecovis-Kundenportal soll der Kontakt zwischen der Kanzlei und ihren Kund:innen vereinheitlicht und digitalisiert werden.

Dashboard im Ecovis-Kundenportal

Zuvor hatte man die Unterlagen der Kund:innen in Hardcopy ins Haus bekommen und diese dann in der Buchhaltungsabteilung bearbeitet, erklärt Senior Manager Alexander Nagl, der an der Projektumsetzung maßgebend beteiligt war. Die technischen Möglichkeiten für ein Kundenportal hätten bereits mit einem internen Programm existiert. Dieses habe man zunächst für Test-Kund:innen und schließlich für den gesamten Kund:innenstamm erweitert. “Das ist unglaublich gut angekommen. Gerade im Startup-Bereich bin ich oft mit Unternehmer:innen in Kontakt, die nicht mehr den Weg zur Post auf sich nehmen möchten, um alle Unterlagen zum Steuerberater zu bringen. Sie wollen das bequem von ihrem Büro bzw. von Zuhause aus machen. Abfotografieren, Handy-Upload und fertig”, meint Nagl im Interview. Die Auswertung der Belege werde dabei automatisiert und sei jederzeit im Portal einsehbar.

Mit diesem Angebot, in Echtzeit auf alle Daten Zugriff zu haben und einer Finanzübersicht mittels Dashboard, möchte Ecovis seinen Kund:innen nicht nur einen Überblick über ihr Unternehmen verschaffen, sondern sie auch bei der weiteren Entscheidungsfindung unterstützen, ergänzt Senior Manager Ferhat Pütün. “Die steuerliche Beratung ist auch eine zukunftsgerichtete Beratung. Unsere Mission ist es, den Kund:innen jederzeit digital einen Überblick über ihre Firma zu geben, woraufhin sie weitere unternehmerische Entscheidungen treffen können”, so Pütün. 

Belegaustausch und Telebanking sind erst der Anfang

Als klaren Vorteil betont Ecovis, dass sie für ihre Arbeit keine separate Datenbank nutzen, sondern die schon über die Buchhaltung bestehende. Änderungen werden sofort im Portal abgebildet, wodurch man sich auf jede einzelne Buchung verlassen könne.

Neben dem Belegaustausch sind auch weitere Tools, wie bspw. Zahlungsfunktionen im Portal integriert. Kund:innen haben also die Möglichkeit, ihre eigens hochgeladenen Eingangsrechnungen direkt zu bezahlen. Künftig sollen noch weitere Funktionen ausgebaut werden. Zum einen soll der Blick in die Zukunft mehr bedacht werden, indem die Kund:innen eine Planungsrechnung im Ecovis-Tool integrieren können. Zum anderen soll auch die Handy-App ― die sich aktuell noch auf den Beleg-Upload konzentriert ― erweitert werden. Übersichtsfunktionen aus dem Portal, wie Saldenlisten oder Gewinn- und Verlustrechnungen, sollen künftig ebenfalls in der App einsehbar sein. “Belege hochzuladen ist zwar tatsächlich das Wichtigste. Wenn man dann aber direkt noch jeweilige Auswertungen mit anschauen kann, ist das für unsere Kund:innen ja umso besser”, meint Nagl hierzu.

Kundenwünsche sind möglich und willkommen

Mit Blick auf die verschiedenen Funktionen sei das Kundenportal also recht flexibel aufgestellt, betont der Senior Manager. “Was unsere Arbeit meiner Meinung nach besonders macht, ist die Berücksichtigung von Kundenwünschen zur Weiterentwicklung des Portals. Aus diesem Grund nennen wir es schließlich auch ‘Kundenportal’. Wir leben vom Feedback unserer Kund:innen und setzen dieses auch um”, meint Nagl abschließend. Das Angebot und die jeweiligen Funktionen sollen also stets angepasst werden – maßgeschneidert an die Anforderungen der Kund:innen.

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Die Ablatic-AI-Gründer vl. Florian Zimmermann (CEO) und Julian Mauerkirchner (CTO) | (c) Ablatic AI
Die Ablatic-AI-Gründer vl. Florian Zimmermann (CEO) und Julian Mauerkirchner (CTO) | (c) Ablatic AI

Wieder einmal ist es Linz. Die Stahlstadt mausert sich immer mehr zu Österreichs KI-Hauptstadt und auch eines der bislang sicher ambitioniertesten Startups in dem Bereich kommt von dort: Ablatic AI. Mit Talos wagt es sich über die Herausforderung schlechthin in der KI-Welt: ein eigenes Large Language Model (LLM) – brutkasten berichtete bereits.

Bei einer Benchmark vor Sol von OpenAI

Nun erfolgte der offizielle Launch und Ablatic gab erste Benchmark-Vergleiche aus (siehe Tabelle unten). An Claude Opus 5 kommt man demnach noch in keiner Kategorie ganz heran, in mehreren aber ziemlich nahe. DeepSeek V4 kann man dagegen gleich bei drei Werten schlagen, Qwen3.8 von Alibaba bei zwei und OpenAIs Flagship-Modell GPT-5.6 Sol immerhin bei einem, konkret der exakten Befolgung schriftlicher Anweisungen (IFBench). Unterm Strich spielt das Linzer LLM also in den vorgelegten Benchmarks in der internationalen Top-Liga mit.

„Es kann ja nicht sein, dass es in Europa nur Mistral gibt“

Aber warum überhaupt noch ein weiteres LLM? „Julian [Anm. Mauerkirchner] und ich kennen uns schon seit der Schule. Später haben wir als Unternehmer damit gestartet, Legacy-ERP-Systeme zu erneuern. Dabei sind wir auf ein Problem gestoßen: Wir konnten dafür aus Daten-Gründen keine US-KI-Systeme nutzen“, erzählt CEO Florian Zimmermann, der Ablatic AI gemeinsam mit Julian Mauerkirchner (CTO) gegründet hat, im Gespräch mit brutkasten. Man habe nur Mistral aus Frankreich oder Open-Source-Modelle verwenden können. „Mistral war für den Zweck aber nicht passend und unser Business Case bald tot“.

Mit dem Entschluss, eine neue Idee zu verfolgen, sei daher auch eine neue Motivation einher gegangen: „Es kann ja nicht sein, dass es in Europa nur Mistral gibt“, so Zimmermann. Man habe sich danach mit der Johannes Kepler Universität Linz (JKU) kurzgeschlossen und sei darüber auch zur AI Factory Austria AI:AT gekommen, wo man wiederum im Rahmen des EuroHPC-Programms europäische Hochleistungsrechenressourcen nutzt, um das Modell zu trainieren. „Ohne diese EU-Ressourcen würde es kostentechnisch überhaupt nicht gehen“, sagt Zimmermann.

Öffentliche Forschungsergebnisse statt eigenes Riesen-Research-Team

Doch auch mit diesen Ressourcen – wie lässt sich ein konkurrenzfähiges LLM mit einem kleinen Team und bislang gänzlich ohne VC-Kapital umsetzen? Schließlich beschäftigen die globalen KI-Player, mit denen sich Ablatic misst, riesige Teams. Mistral etwa ist mit seiner kürzlich kommuniziert Drei-Milliarden-Euro-Finanzierungsrunde im Vergleich zu Anthropic und OpenAI nach wie vor ein kleiner Fisch (brutkasten analysierte).

„Wir können kein 200-köpfiges Research-Team finanzieren und gleich von 0 auf 100 gehen, also greifen wir auf Bestehendes zurück“, erklärt der Gründer. Konkret verwende man einerseits Open-Source-Layer und code sie auf die eigenen Bedürfnisse um. Andererseits nutze man die neuesten Forschungsergebnisse von Universitäten wie dem MIT oder Stanford, die laufend über die Plattform arXiv veröffentlicht werden. „Wir orientieren uns an der Frontier-Forschung. Wir analysieren die Paper, legen die Erkenntnisse auf unsere Architektur um und testen es durch. Vieles davon funktioniert nicht, aber alles was funktioniert, bringt uns weiter“, so Zimmermann.

Mehr als 100 B2B-Testkunden – viele konvertieren gleich zum Launch

Die Beta-Version wurde nun bereits seit einiger Zeit mit mehr als 100 Unternehmen getestet – Ablatic konzentriert sich nämlich vorerst klar auf den B2B-Markt. Man habe für diese Tests schnell auch größere Unternehmen und Konzerne gewonnen. „Ich bin dafür wochenlang gesessen, habe Leute angeschrieben und einen Call nach dem anderen gemacht“, räumt Zimmermann ein. Dass man ein eigenes LLM und nicht nur eine Oberfläche baue, sei dabei zum entscheidenden Bonus geworden. „Und dass wir von der JKU kommen und im EuroHPC-Programm sind, hat unsere Glaubwürdigkeit enorm gesteigert“, sagt der Gründer.

Jetzt zum Launch würden viele der Testkunden bereits zu regulären Nutzern konvertieren, viele weitere noch die Testphase abschließen, mit dem Vorhaben, das dann auch zu tun, verrät Zimmermann. „Wir werden nicht 100 Prozent, aber einen Großteil konvertieren können“, ist er sicher. Punkten will Ablatic dabei nicht nur mit der europäischen Herkunft – Stichwort: Digitale Souveränität – sondern auch mit dem Pricing. „Wir haben eine relativ effiziente Architektur. Wir können kostengünstig hosten und das an die Kunden weitergeben“, so der CEO. Dass der offizielle Launch genau jetzt erfolgt, hat vor allem mit dem Gründungsprozess zu tun, der länger dauerte, als erhofft. „Ich gründe nie wieder im Sommer ein Unternehmen“, sagt der Gründer lachend.

Investment geplant: „Das Ziel ist definitiv, keine kleine Bude zu bleiben“

Und wie geht es weiter? „Wir wollen zuerst im DACH-Raum Fuß fassen und ohne große weitere Standorte skalieren. Dann wollen wir es auf Europa hochziehen“, erläutert Zimmermann. Auf Dauer werde dabei auch die Aufnahme von VC-Kapital relevant, vor allem wenn es darum gehe, die nächste Modell-Version herauszubringen. „Dann ist es wichtig, dass man schnell skaliert und iteriert. Wir sind stolz darauf, dass wir ein Modell ohne VC-Kapital trainiert haben. Wir haben gezeigt, dass auch so Großes möglich ist. Aber langfristig ist es völlig logisch, dass wir Kapital aufnehmen müssen“, sagt der Gründer.

Und es seien bereits mehrere Investoren aktiv auf das Team zugekommen, mit einigen befinde man sich schon in Gesprächen. „Das Ziel ist definitiv, keine kleine Bude zu bleiben, sondern eine größere Firma zu werden. Wir wollen jedenfalls nicht in Vergessenheit geraten“, so Zimmermann. Und der Zeitpunkt sei angesichts der Souveränitätsdebatte gut.


Benchmark-Vergleichstabelle

Anmerkungen zur Tabelle:

  • Fette Zahlen: Höchster Wert in der jeweiligen Zeile unter den Vergleichsmodellen.
  • „text-only“: Das Modell verarbeitet keine Bilder/visuellen Dokumente, weshalb OmniDocBench nicht anwendbar ist.
  • „–“: Kein veröffentlichter Wert vorhanden.

Kurzerklärungen der Benchmarks

  • Agents‘ Last Exam (UC Berkeley): Prüft langwierige, echte Arbeitsaufgaben an einem Computer (Terminal und Bildschirm zusammen), bewertet anhand des fertigen Gesamtergebnisses.
  • AutomationBench (Zapier): Testet 600 Business-Workflows über 47 simulierte Unternehmens-Softwaretools hinweg, die vollständig durchgehend ausgeführt werden müssen.
  • Toolathlon: Bewertet das Erledigen von Aufgaben in echter Büro-Software (z. B. E-Mail, Kalender, Tabellenkalkulationen und GitHub) über deren direkte Schnittstellen.
  • BrowseComp (OpenAI): Stellt schwierige Fragen, deren Antworten über das gesamte Internet verstreut liegen und durch selbstständiges Surfen recherchiert werden müssen.
  • DeepSWE v1.1 (Datacurve): Misst das eigenständige Beheben echter Softwareprobleme (Bugs) in bestehenden Quellcode-Sammlungen. Hinweis: Talos-1 wurde hierfür nicht optimiert und liegt 22 Punkte hinter der Spitze zurück.
  • OmniDocBench: Bewertet das fehlerfreie Lesen und Verstehen echter Dokumente inklusive visueller Layouts, Tabellen und mathematischer Formeln.
  • IFBench: Prüft die exakte Einhaltung von schriftlich vorgegebenen Anweisungen und Formatierungsregeln.
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