01.10.2020

brutkasten-Umfrage zur Stimmung in der Community: Mit Teamspirit der Krise trotzen

Österreichs Startups lassen sich von Corona nicht unterkriegen, wie das Corona-Stimmunsbarometer des brutkasten in Kooperation mit TeamEcho und starting-up zeigt. Das liegt aber vor allem am Teamspirit, weniger an den Rahmenbedingungen.
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(c) vegefox.com / der brutkasten / starting-up / TeamEcho

Wie geht es der österreichischen Startup-Community eigentlich in diesen schwierigen Zeiten? Um dies herauszufinden, hat der brutkasten gemeinsam mit dem Startup TeamEcho aus Linz eine Umfrageserie gestartet. Unser Schwestermedium starting-up führt zudem die gleiche Umfrage in Deutschland durch, so dass wir die beiden Länder vergleichen können.

Per Newsletter wird in regelmäßigen Abständen ein Fragebogen mit Multiple-Choice-Fragen verschickt, den die Userinnen und User innerhalb weniger Fragen beantworten können. Dabei wird die allgemeine Stimmungslage ebenso wie die Wahrnehmung von Rahmenbedingungen, Team und eigenen Finanzen ermittelt. Im ersten Durchlauf haben wir 191 Antworten erhalten. Die Ergebnisse der ersten Umfrage liegen nun vor.

Heatmap des Corona-Stimmungsbarometers: Die Stimmung von 0 (schlechtester Wert) bis 100 (bester Wert).

Gute Stimmung in Österreich und Deutschland

Der Auswertung zufolge ist die Stimmungslage in Deutschland und Österreich mit einem Gesamtwert von 60, bzw. 61 circa gleich gut. Der höchste Wert wäre bei 100 Punkten, der niedrigste Wert bei null Punkten – es ist also auffallend, dass sich die Unternehmerinnen und Unternehmer in beiden Ländern die Stimmung nicht von der Coronakrise verderben lassen. Allerdings ist die Stimmung nicht ungetrübt – aber mehr dazu später.


Auch die nächste Runde der Umfrage werden wir wieder per Newsletter durchführen. Anmeldung zum Newsletter unter diesem Link.


In Österreich ist man im Vergleich zu Deutschland ein wenig optimistischer, wenn es um die Rahmenbedingungen und die eigenen Finanzen geht. Dafür haben die Unternehmerinnen und Unternehmer in Deutschland ein geringfügig besseres Bild vom eigenen Team.

Ich und mein Team, wir sind unschlagbar

Das soll aber nicht heißen, dass man in Österreich ein schlechtes Bild von den Kolleginnen und Kollegen hat – ganz im Gegenteil. Im Vergleich der einzelnen Kategorien ist die Stimmung bezüglich der Finanzen (53) am schlechtesten, gefolgt von den Rahmenbedingungen (56). Das meiste Vertrauen haben alle österreichischen Befragten in das eigene Team (74).

Am „grünsten“ (76) ist die Heatmap übrigens bei der Einstellung der Angestellten zum eigenen Team: Optimismus bezüglich der Kollegschaft wird also nicht nur auf Founder- und C-Level, sondern vor allem unter den eigentlichen Team-Mitgliedern gelebt. Den schwächsten Wert (43) verzeichnet wiederum die Einstellung des Mittleren Managements bezüglich der eigenen Finanzen.

Insgesamt ist die Stimmung unter Mitgliedern des C-Levels (64) am besten, am schlechtesten ist die Stimmung der Heatmap zufolge im mittleren Management (52).

Founder und CEOs schätzen den Teamspirit

Auf die einzelnen Führungsebenen heruntergebrochen ist ersichtlich, dass Founder und CEOs vor allem den Teamspirit schätzen, während man vor allem bei den Finanzen und Rahmebedingungen negativer eingestellt ist. Die folgende Grafik zeigt die Antworten der Founder und CEOs im Detail.

Antworten der Founder und CEOs im Corona-Stimmungsbarometer.

Die positivste Rückmeldung (80) gab es in dieser Gruppe somit auf die Aussage „Der Teamspirit in unserem Startup ist gut“, die pessimistischste (44) Rückmeldung auf die Aussage „Hierzulande finden Startups im Moment gute politische Rahmenbedingungen“. Auch zur Aussage „Ich finde, dass sich das Startup-Ökosystem hierzulande gut entwickelt“ haben die Founder und CEOs keine allzu positive Einstellung (49), gemeinsam mit der Frage zur Zuversicht, hierzulande beantragte Förderungen auch zu erhalten (ebenfalls 49). Da ist man schon optimistischer, demnächst in der privaten Wirtschaft ein Fundraising zu erhalten (55) oder mit der vorhandenen Liquidität durchzukommen (56).

Wichtig ist bei den Foundern auch der Blick auf die wirtschaftliche Zuversicht allgemein. Die Aussage „Ich bin zuversichtlich, dass sich mein Startup wirtschaftlich gut entwickeln wird“ erreicht hier 74 von 100 möglichen Punkten – angesichts der wirtschaftlichen Gesamtsituation ein guter Wert.

C-Level: Kopfzerbrechen über Förderungen

Während die Founder und CEOs die politischen Rahmenbeindungungen insgesamt beklagen, werden bei den Befragten des C-Levels die Sorgen aus dem operativen Alltag deutlicher sichtbar: Hier ist die Ungewissheit über die Genehmigung von Förderungen die größte Sorge (50). Doch auch hier sorgt man sich um den Zustand des Startup-Ökosystems insgesamt und die politischen Rahmenbedingungen. Gute Noten gibt es hingegen auch hier für das eigene Team.

Die Antworten aus dem C-Level.

Wer sich in Startups Sorgen um die Liquidität macht

Geht man wieder eine weitere Ebene runter in der Unternehmenshierarchie – also ins Middle Management – so wird neben den politischen Rahmenbedingungen und den Förderungen eine weitere Sorge deutlicher: Die Frage, ob die eigene Liquidität hält rangiert schon auf Platz 3.

Auch hier werden Teamspirit und Personalsituation gelobt. Allerdings gibt man sich deutlich skeptischer in Hinblick auf das eigene Stresslevel.

Middle Management: die Ergebnisse.

Diese Beobachtung setzt sich bei den Ergebnissen der Angestellten fort: Keine Gruppe ist so pessimistisch in punkto Liquidität wie die Angestellten (48). Ihre größte Sorge ist zudem die Genehmigung von Förderungen (48). Dafür ist niemand so gut gestimmt in punkto Teamspirit (90 von 100 Punkten) wie die Teammitglieder per se.

Welche Themen die Community sonst noch beschäftigen

Zudem hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit, weitere Gedanken in einer offenen Frage mitzuteilen. Analog zum Multiple-Choice-Ergebnis heißt es hier von den Angestellten, dass man sich eine möglichst rasche Behandlung der Förderanträge wünsche. Eine lange Bearbeitungszeit beklagt man auch im Middle Management, etwa bei diversen Hilfsfonds. Zu den weiteren wichtigen Themen gehören hier Liquidität, Marktentwicklung sowie Zulassungen und Regulatorik.

Und auch im C-Level sieht man die Hilfsfonds als treibendes Thema und spricht von einem „Corona Funds Desaster“. Beklagt wird auch die Investitionskontrolle ausländischer Investoren. Zudem fragt man sich, wann zur Normalität zurückgekehrt wird und wann man mit einer Austria Limited rechnen kann.

Und schließlich spiegelt sich all dies auch bei den Foundern und CEOs wider, die sich ebenfalls um die Auswirkungen von Corona und ihre Liquidität sorgen. Ein Respondent nennt als treibendes Thema konkret die „Ungewissheit bei meinen Kunden bzw. der weiteren Entwicklungen rund um COVID-19 und die damit verbundene Zurückhaltung bei Auftragsvergaben“. Ein anderer schreibt: „Der Startup Hilfsfonds ist leider viel zu früh ausgeschöpft worden um nachhaltige Investoren ansprechen zu können.“ Wozu ein anderer wiederum fragt, ob eine Neuauflage des Covid-Hifsfonds komme.

Hinzu kommen Themen, die sich auch unabhängig von Corona manifestiert hätten: Die Schwierigkeiten bei der Suche nach Investoren, das Aufrechterhalten des Teamspirits, die Zulassung des Produkts und der Ausbau des Businesses. Immerhin: Manche schreiben auch, dass sie Personal suchen und dies teils bereits gefunden haben – und das sind ja recht gute Nachrichten.

Redaktioneller Hinweis: Danke für Eure zahlreichen Antworten und Gedankenanstöße! Aufgrund des gewaltigen Feedbacks bei der offenen Frage konnten wir hier nur einen Bruchteil der Antworten, beziehungsweise aggregierte Aussagen wiedergeben. Wir lassen die restliche Antworten aber in die Schwerpunktsetzung unserer redaktionellen Arbeit einfließen. Außerdem freuen wir uns, wenn Ihr auch an der nächsten Befragung wieder teilnehmt. Für den Newsletter könnt Ihr euch unter diesem Link anmelden.

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Ihnen widmen wir heuer die Kategorie „Corporate Innovation“ des brutkasten Innovator of the Year. Wir haben fünf Corporate-Manager:innen nominiert, die dieses Jahr mit besonders erfolgreichen oder ambitionierten KI-Projekten unter ihrer Verantwortung aufgefallen sind.

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Die „Innovator of the Year“-Kategorie Scaleups wird durch BCG unterstützt.


Publikumsvoting zum Innovator of the Year | Kategorie „Corporate Innovation“

Nun ist, wie jedes Jahr, deine Stimme gefragt. Bis zum 1. November (23:59 Uhr) kannst du für deine:n Favorit:in abstimmen! Jede:r User:in hat pro Tag und Kategorie genau eine Stimme – es lohnt sich also, die eigene Community zu aktivieren.

(Hinweis: Bei mehrfacher Stimmabgabe pro Tag erfolgt zwar keine gesonderte Fehlermeldung im Voting-Tool, Mehrfachvotes werden vom System jedoch automatisiert erkannt und ausgefiltert).

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Michael Waupotitsch, VP Textile Recycling | Andritz

Michael Waupotitsch | (c) Andritz

Angesichts von weltweit 92 Millionen Tonnen Textilmüll jährlich hat der Grazer Technologiekonzern Andritz eine neue KI-Lösung für die Kreislaufwirtschaft präsentiert. Mit dem System „teXscan“ soll die Bewertung von Alttextilien laut Angaben des Unternehmens künftig zerstörungsfrei automatisiert werden. In nur einer Sekunde soll das System die Textilqualität auf Stoff-, Garn- und Faserebene bewerten. Darauf basierend empfiehlt die KI den jeweils optimalen Weiterverarbeitungsweg, vom Ring-Spinnen bis zum chemischen Recycling. Laut Michael Waupotitsch, Vice President Textile Recycling bei Andritz, soll diese prädiktive Analyse-Software eine Lücke in der großindustriellen Sortierung schließen und als Hebel für eine wettbewerbsfähige textile Kreislaufwirtschaft dienen.

Gerhard Dimmler, CTO | Engel

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Unter dem Projektnamen “Inject AI” bringt der oberösterreichische Spritzgussmaschinen-Weltmarktführer einen KI-Assistenten direkt in die Spritzgießproduktion seiner Kunden. Der Engel Virtual Assistant (EVA) versteht und beantwortet nicht nur Fragen in natürlicher Sprache, sondern führt nach Freigabe auch Änderungen an der Maschinensteuerung kontrolliert selbst aus. Das System ist nicht nur für Neumaschinen verfügbar, sondern kann bei bestimmten Maschinentypen auch nachgerüstet werden. “Unser Ziel ist es, Anwenderinnen und Anwendern ein Werkzeug an die Hand zu geben, mit dem sie im Produktionsalltag effizienter arbeiten können”, sagt CTO Gerhard Dimmler.

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Greiner Packaging arbeitet mit drei KI-Fokusfeldern: Kundeninteraktion, Produktion und Verwaltung. In der Produktion ist KI am Ende der Linie im Einsatz, im Verpackungsbereich und in Richtung Lager. Intern gibt es wöchentliche Online-Runden für Best-Practice-Sharing, einzelne Kolleg:innen arbeiten bereits viel mit Agenten. Kendler treibt das Thema aus der CFO-Rolle und steht für einen Industriebetrieb mit 902 Millionen Euro Umsatz und fast 4.900 Mitarbeiter:innen.

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Sulejman Ganibegović | (c) brutkasten/Dervisevic

Das Linzer Technologieunternehmen Keba zählt zu den globalen Spitzenreitern in mehreren Teilbereichen der Automatisierung. Seit diesem Jahr hat die Gruppe mit Keba Digital eine Software-Einheit mit KI-Fokus, die auch auf der Technologie des 2025 nach dessen Insolvenz übernommenen KI-Startups 7LYTIX aufbaut. Ziel von Keba Digital ist die Entwicklung industrietauglicher KI-Lösungen, die auch ohne Kopplung an Keba-Hardware vertrieben werden können. CEO Sulejman Ganibegović bringt Unternehmer- und Exit-Erfahrung mit und war bereits zuvor als Vice President Digital Business der Gruppe tätig.

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Spar zeigt, wie KI im Handel konkrete Wirkung entfaltet. Die Absatzprognose der Spar ICS erkennt Muster darin, welche Artikel an welchem Tag in welchem Markt gekauft werden, bezieht das Wetter ein und steuert auf dieser Basis die Bestellmenge pro Filiale. Damit konnte Spar den Verderb von Obst und Gemüse im Jahresvergleich um 20 Prozent reduzieren. Andreas Kranabitl führt die IT-Gesellschaft der Spar Österreich-Gruppe seit 2009 und verantwortet die technologische Basis dieser Lösung. Er macht vor, wie ein Traditionsunternehmen KI im Kerngeschäft skaliert und dabei wirtschaftliche Effizienz mit einem messbaren Beitrag gegen Lebensmittelverschwendung verbindet.

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AI Summaries

brutkasten-Umfrage zur Stimmung in der Community: Mit Teamspirit der Krise trotzen

  • Der Auswertung zufolge ist die Stimmungslage in Deutschland und Österreich mit einem Gesamtwert von 60, bzw. 61 circa gleich gut.
  • In Österreich ist man im Vergleich zu Deutschland ein wenig optimistischer, wenn es um die Rahmenbedingungen und die eigenen Finanzen geht. Dafür haben die Unternehmerinnen und Unternehmer in Deutschland ein geringfügig besseres Bild vom eigenen Team.
  • Im Vergleich der einzelnen Kategorien ist die Stimmung bezüglich der Finanzen (53) am schlechtesten, gefolgt von den Rahmenbedingungen (56).
  • Das meiste Vertrauen haben alle österreichischen Befragten in das eigene Team (74).
  • Am „grünsten“ (76) ist die Heatmap übrigens bei der Einstellung der Angestellten zum eigenen Team: Optimismus bezüglich der Kollegschaft wird also nicht nur auf Founder- und C-Level, sondern vor allem unter den eigentlichen Team-Mitgliedern gelebt.
  • Den schwächsten Wert (43) verzeichnet wiederum die Einstellung des Mittleren Managements bezüglich der eigenen Finanzen.

AI Kontextualisierung

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  • In Österreich ist man im Vergleich zu Deutschland ein wenig optimistischer, wenn es um die Rahmenbedingungen und die eigenen Finanzen geht. Dafür haben die Unternehmerinnen und Unternehmer in Deutschland ein geringfügig besseres Bild vom eigenen Team.
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