16.06.2021

brutkasten-Startup-EM 2020: Italienische Nachhaltigkeit gegen Schweizerische Reiselust

Heute gibt es drei Duelle mit dem furchterregenden Potential für manche Länder vorzeitig aus der brutkasten-Startup-EM zu fliegen. Und nur noch ein drittes, bedeutungsloses Abschlussspiel zu haben. Der aktuelle Spieltag bringt Luxus-Artikel, einen Hauch von "Ollywood" und einem "trust system" für Reisende.
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brutkasten-Startup-EM, Em Italien, Schweiz, Euro 2020, Euro 2021
(c) Enerbrain/Sidehide SA - Einen Tag vor dem Hit Österreich gegen Holland blicken wir heute auf zwei unserer Nachbarn.

Die erste Runde ist gespielt. Während manche Startups bei der brutkasten-Startup-EM 2020 mit ihren Namen oder Geschäftsfeldern überraschten, gab es auch auf dem grünen Rasen so manche erhobene Augenbraue. Darunter wegen eines 50-Meter Tor des Tschechen Patrick Schick. Heute endet der Alptraum und es gibt statt nur zwei gleich wieder drei Spiele am Tag. Es messen sich Finnland und Russland, Türkei und Wales sowie unsere Nachbarn Italien und die Schweiz.

Deren Startup-Szenen wurden von uns wieder unter die Lupe genommen und liefern uns einen futuristischen Blick in die PC-Nutzung, Baueffizienz durch Technologie und einen alten Wiener Weg-Gefährten.

Port 6 aus Finnland

Port 6 entwickelt KI-gesteuerte, biometrisch basierende Technologien, die Interaktion in erweiterten und virtuellen Computerplattformen ermöglichen. Das Startup nutzt dabei ein Armband, das kleine Bewegungen erkennen kann und haptisches Feedback liefert. Dabei soll es etwa möglich sein, am PC ohne Tastatur zu tippen. Mit jeder Oberfläche soll dabei neues digitales Leben in alltägliche Objekte, um einen herum, gebracht werden. Getreu dem Firmenmotto: „Port 6 verwandelt Handbewegungen mithilfe von KI-gesteuerten Armbändern in befreiende und intuitive Mensch-Computer-Erlebnisse“.

Tochno aus Russland

Tochno ist ein Bautechnologie-Unternehmen, das IT-Lösungen zur Digitalisierung des gesamten Bauprozesses anbietet, um die Effizienz zu steigern. Mit dem Ziel das Bauen zu digitalisieren, um unnötige Zwischenhändler zu beseitigen. Arbeiter erhalten Aufgaben mit Anweisungen direkt auf ihr Smartphone, während Entwickler den
Arbeitsfortschritt und die Finanzströme online überwachen.

Fazit: Hier ist die Sachlage ganz klar: Tastenloses Tippen am PC und das Nutzen alltäglicher Objekte für digitale Anwendung ist eine Innovation, mit der effizientes Arbeiten in der Baubranche nicht konkurrieren kann. Der brutkasten-EM-Tipp: Finnland gegen Russland: 1:0


Modacruz aus der Türkei

Modacruz ist ein sozialer Online-Marktplatz, der es Frauen ermöglicht, gebrauchte Luxusmodeartikel zu kaufen und zu verkaufen. Das Unternehmen entwickelte ein Second-Hand-Shopping-Konzept in der Türkei und hat sich als E-Commerce-Site für das weibliche Geschlecht positioniert. Neben Second-Hand-Kleidung bekannter Marken können Luxus-Markenprodukte in den Kategorien Taschen, Kleidung, Schuhe, Accessoires oder Kosmetik erstanden und verkauft werden.

Ollywood aus Wales

Ollywood ist ein Shopfitting-Tischlerei- sowie ein Zimmerei-Unternehmen und bietet Dienste und Projektmanagement im Einzelhandel und Gewerbe an. Vom Design bis zur Produktion und Installation. Als Teil des One-Stop-Service hat das Unternehmen auch eine eigene Druckerei für alle Grafik- und Beschilderungsbedürfnisse. Eine voll ausgestattete Werkstatt ermöglicht es Ollywood, Möbel, Riesenbuchstaben, Ladendisplays, Fotomöglichkeiten und vieles mehr auf den Bruchteil eines Millimeters genau zu entwerfen, wie das Startup betont.

Fazit: Zwischen gebrauchten Luxusartikeln und innovativen Tischlern ist die Entscheidung eine klare. Altes Handwerk kombiniert mit neuen Technologien ist, gut ausgeführt, kaum zu schlagen. Daher der brutkasten-EM-Tipp: Türkei gegen Wales: 1:2


Enerbrain aus Italien

Enerbrain aus Italien ist ein alter Bekannter aus Wien. Das Turiner Startup stand beim weExelerate Demo Day im Finale, wie der brutkasten berichtete. Enerbrain hat energetische Sanierungslösungen entwickelt, um Städte nachhaltig, intelligent und menschenfreundlich zu gestalten. Dank der Hard- und Softwaretechnologie möchte das Unternehmen den Energieverbrauch für die Klimatisierung optimieren, den Umweltkomfort verbessern und den CO2-Ausstoß reduzieren. Der Hauptfokus geht dabei aber über die Energie hinaus, indem er auch für Raumluftqualität sorgt und Bewohner aufklärt, um dank Engagement-Tools und einer neuen Art des geräteübergreifenden Datenzugriffs eine größere soziale Wirkung zu erzeugen.

Sidehide SA aus der Schweiz

Sidehide ist ein Online-Marktplatz für Unterkünfte mit integrierter Benutzerverifizierung. Über die Sidehide-App können Mitglieder kuratierte Zimmer zu günstigen Preisen finden und müssen nicht an der Rezeption anstehen. Das Startup sieht sich als ein vorgefertigtes „trust system“ für das Gastgewerbe und möchte neben Reiseerlebnissen für Gäste auch einen neuen Vertriebskanal für Hotels aufbauen, der ihre unverkauften Zimmer in ein Premiumprodukt verwandeln soll.

Fazit: Wenn man nicht unbedingt zum Golfen nach Südafrika fliegen konnte, hat uns allen die letzten eineinhalb Jahre das Reisen enorm gefehlt. Die Vorfreude auf das Ausland ist aktuell ebenso groß, wie die Hoffnung, dass Corona nicht mehr so „stark“ wiederkehrt, wie im letzten Herbst. Ein Pluspunkt für die Schweiz. Allerdings ist Enerbrain ein alter Bekannter, der sich einer sinnvollen Sache annimmt und den Planeten besser machen möchte. Und das zählt ehrlicherweise am Ende des Tages mehr als ein Golfschwung oder der Sprung ins Meer. Der brutkasten-EM-Tipp: Italien gegen die Schweiz: 3:1

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(c) Karin Hackl Wirtschaftsagentur Wien

Die Stadt Wien und die Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien haben die Einreichphase für ihr gemeinsames Finanzierungsinstrument Wiener Wachstum gestartet. Insgesamt stehen dafür sieben Millionen Euro Startkapital zur Verfügung. Ziel ist es, die Eigenkapitalbasis wachstumsorientierter Unternehmen zu stärken und ihnen die nächsten Entwicklungsschritte zu ermöglichen.

Bereits im April dieses Jahres wurde das Finanzierungsmodell angekündigt. Hinter der Initiative steht eine gemeinsame Gesellschaft der Wirtschaftsagentur Wien und der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien. Beide Partner stellen jeweils 3,5 Millionen Euro zur Verfügung.

„Mit Wiener Wachstum wollen wir KMU in kritischen Wachstumsphasen gezielt begleiten und Investitionen in Innovation, Internationalisierung sowie Technologie ermöglichen“, erklärt Martin Hauer, Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien.

Wer kann sich bewerben?

Das Angebot richtet sich an Wiener Startups, Scaleups sowie KMU aus der Gesundheits- und Digitalwirtschaft. Dazu zählen beispielsweise Unternehmen aus den Bereichen Life Sciences, Medizintechnik, Pharma und Diagnostik sowie Software, Künstliche Intelligenz, Quantentechnologien und Cybersecurity.

Voraussetzung ist unter anderem, dass die Unternehmen als Kapitalgesellschaft eingetragen sind, über ein tragfähiges Geschäftsmodell verfügen und seit „mindestens zwei bis drei Jahren“ eine Betriebsstätte in Wien haben. Unterstützt werden sollen insbesondere Vorhaben zur Skalierung, Internationalisierung, technologischen Weiterentwicklung oder Erweiterung von Produktionskapazitäten.

Keine klassische Förderung, sondern eine Beteiligung

Bei Wiener Wachstum handelt es sich nicht um eine klassische Förderung, sondern um eine Finanzierung. Die vereinbarte Summe wird vollständig an die Unternehmen ausbezahlt. Im Gegenzug führen erfolgreiche Unternehmen später einen vertraglich vereinbarten Anteil ihrer Gewinne an Wiener Wachstum zurück. Diese sollen künftig für weitere Unternehmensfinanzierungen eingesetzt werden und damit einen langfristigen Finanzierungskreislauf schaffen.

„Wir beschreiten mit Wiener Wachstum einen ganz neuen Weg abseits unserer bestehenden Fördermöglichkeiten“, erklärt Vizebürgermeisterin und Wirtschaftsstadträtin Barbara Novak. Die Finanzierung stärke die Eigenkapitalbasis der Unternehmen und werde flexibel an deren Anforderungen angepasst.

Pro Unternehmen sind Finanzierungen zwischen 100.000 und 500.000 Euro möglich. Dabei kommen beispielsweise direkte Unternehmensbeteiligungen oder eigenkapitalähnliche Finanzierungen, etwa in Form qualifizierter Nachrangdarlehen, infrage. Bei direkten Beteiligungen liegt die Beteiligungsquote bei maximal 25 Prozent. Der vorgesehene Beteiligungszeit beträgt sieben bis zehn Jahre mit einer klaren Exitstrategie. Die konkreten Konditionen werden individuell vereinbart.

Einreichungen ab sofort möglich

Interessierte Unternehmen können sich ab sofort über die Website der Wirtschaftsagentur Wien für eine Finanzierung bewerben. Eine fixe Einreichfrist gibt es nicht. Nach einer ersten Prüfung der eingereichten Unterlagen folgen Gespräche über ein mögliches Investment sowie eine vertiefte Unternehmensprüfung. Der gesamte Prozess kann laut Wirtschaftsagentur Wien vier bis sechs Monate dauern.

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