17.06.2021

brutkasten-Startup-EM 2020: Holländische Reinlichkeit gegen österreichische Selbstdarstellung

Die zweite Runde der Österreich-Gruppe steht an. Zuerst das Duell der beiden punktelosen Länder Ukraine gegen Nordmazedonien, danach fordert Österreich die Elftal. Dazwischen versucht Dänemark das Drama rund um Christian Eriksen zu verarbeiten. Der Gegner: EM-Favorit Belgien.
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(c) Sparcs/glouv - Heute geht es für Österreich gegen den Gruppenfavoriten Holland.

Die Startup-Welt in den Niederlanden und in Österreich verbindet mehr, als man vielleicht denken möchte. 2019 übernahm zum Beispiel das österreichische Startup Eversports das holländische Startup Fitmanager. Und seit April kann man in Wien mit den Sharing-E-Mopeds Go Sharing fahren – der erste Schritt des niederländischen Startups aus dem Heimatmarkt führte also nach Österreich. Bleibt zu hoffen, dass die beiden Länder auch im Fußball freundschaftlich verbunden bleiben. In unserer Startup-EM wollen wir uns aber nicht auf die Stars der jeweiligen Ökosysteme konzentrieren, sondern Newcomer und Rohdiamanten vorstellen.

Reface aus der Ukraine

Reface ist als vermutlich eine der wenigen Apps aus der Ukraine in den USA viral gegangen. Eine AI sorgt für Face-Swap-Spaß in Videos und GIFs über eine Smartphone-App, die in den USA vorübergehend sogar Netflix und Co. vom Thron der beliebtesten App-Store-Downloads stieß.

Stornest aus Nordmazedonien

Die Gründer von Stornest sind wie so oft aus einer persönlichen Erfahrung auf ihre Startup-Idee gekommen. Nach dem Tod ihrer Mutter war es für die beiden Geschwister mühselig, alle ihre Bankkonten, Internet-Accounts und Zugangsdaten ausfindig zu machen. Stornest bietet daher dementsprechend eine Art digitalen Tresor an, der diese und weitere Informationen im Fall der Fälle an Hinterbliebene übermittelt.

Fazit: Digitaler Nachlass in allen Ehren, Face-Swap könnte selbst so manches Fußball-Video spaßiger machen – auch wenn wir natürlich davon ausgehen, dass das Match Ukraine – Nordmazedonien auch ohne AI spannend genug wird. Der brutkasten-EM-Tipp: Ukraine gegen Nordmazedonien: 1:0


Monta aus Dänemark

Wer E-Autos regelmäßig an unterschiedlichen Orten lädt, kennt den Wildwuchs unterschiedlicher Systeme und Apps. Monta will sich da als eine Art Meta-App darüberstülpen, zusätzlich spannende Daten-Insights liefern und Besitzern eigener Ladepunkte helfen, diese zu monetarisieren.

NannyML aus Belgien

Künstliche Intelligenzen treffen bereits in einigen Firmen wichtige Entscheidungen. Aber wer kontrolliert eigentlich, ob diese Entscheidungen auch immer gut sind? NannyML hat quasi einen Babysitter für KIs entwickelt, die Managerinnen und Manager darüber informiert, welche Entscheidungen Algorithmen treffen und wie sich diese Entscheidungen auf das Business auswirken.

Fazit: Wer sogar auf oft undurchschaubare Künstliche Intelligenzen aufpassen kann, der sollte doch auch einen Ball in ein Tor bekommen, nicht? Daher der brutkasten-EM-Tipp: Dänemark gegen Belgien: 1:2


Glouv aus der Niederlande

Wenn der Mund-Nasen-Schutz oder die FFP2-Maske nicht gerade den Atem filtern, baumeln sie oft lässig an einer Kette um den Hals oder gar am Unterarm oder Ellbogen. Ein Accessoire, das wohl noch eine Zeit lang in sein wird – hygienisch ist diese Tragweise aber selten und überhaupt wäre ständig eine frische Maske die beste Wahl. Glouv hat dafür eine Mini-Aufbewahrungsbox entwickelt, die den Mundschutz mittels UV-Licht reinigt.

Sparcs aus Österreich

Eine andere Möglichkeit, sich zu schützen, ist die konsequente Stärkung des Immunsystems. Zum Beispiel mit mehr Sport, am besten einem ganzen Mix verschiedener Sportarten. Meditation. Etwas Yoga. Und für die mentale Fitness trainiert man am besten auch noch Fremdsprachen und lernt ein Instrument. Wer sich voll und ganz dem Self-Improvement hingeben will und alle Fortschritte tracken und teilen will, kann das in Zukunft mit Sparcs aus Wien tun – einem Social Network für ein „gesundes und motiviertes Leben“.

Fazit: Ein sauberer Mund-Nasen-Schutz ist nur ein Puzzlestein. Für konstante Gesundheit und Motivation braucht es natürlich etwas mehr Effort, das wissen Fußballer sicher nur zu gut. Gelingt aber nicht immer. Deshalb lautet unser brutkasten-EM-Tipp: Niederlande gegen Österreich: 3:2

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Österreich hat Probleme, seine KI-Expert:innen zu halten. | Symbolbild (c) Envato

Ein kürzlich erschienener Report der WU Wien dürfte gemischte Gefühle in Österreichs KI-Branche auslösen. Hierzulande habe man exzellente KI-Fachkräfte, aber zu wenige und obendrein Probleme, diese zu halten. Die Studie basiert auf der Analyse von 2,86 Millionen Beschäftigungsdatensätzen, also Job- bzw. Positionseinträgen, 1,23 Millionen individuellen Biografien und mehr als 123.000 Unternehmen in Österreich. 

Führend in technologischer Spezialisierung

Österreich belegt im europäischen Vergleich unter 38 Ländern Rang drei bei der technologischen Spezialisierung seiner KI-Fachkräfte. Eine Auszeichnung für die Alpenrepublik, schließlich zähle man in diesem Bereich zu den führenden Standorten in Europa. Trotzdem kommen diese Experten seltener in die breite Wirtschaft als in anderen vergleichbaren Ländern. 97 % der heimischen Unternehmen stellen keine KI-Spezialist:innen an.

„Wer ‚KI-Strategie‘ sagt und nicht ‚Menschen‘ meint, hat den Kern verfehlt: Adoption ist ein Personal-, kein IT-Thema“, sagt Can Tihanyi vom Institut für International Business der WU Wien: „Technologie-Adaption scheitert fast nie an der Technologie. Sondern an den Menschen, die fehlen, um sie in die Unternehmen zu tragen.“

Österreich verliert KI-Experten

Die wenigen Spezialist:innen, die es in Österreich gibt, wandern zudem im Laufe ihrer Karriere ab. Rund 17 % der Fachkräfte in Build-Rollen verlassen das Land. In Bereichen wie Generative AI oder Natural Language Processing ist es rund ein Viertel. Zudem stellen die Autoren der Studie fest, dass 44 % aller Abwander:innen bereits nach dem ersten Jahr Österreich den Rücken kehren.

„Wer hochqualifizierte KI-Expert:innen halten will, muss ihnen vom ersten Tag an attraktive Projekte, Entwicklungsperspektiven und fachliche Verantwortung bieten – genau im ersten Jahr entscheidet sich, ob jemand bleibt“, erklärt Andreas Schumacher, Chief Innovation Officer und Vorstandsmitglied der VTU Group. Der Nachwuchs bleibt hingegen aus, denn sechs Prozent der KI-Beschäftigten in Österreich sind Einstiegskräfte. „Österreich verliert nicht die Breite seiner KI-Fachkräfte, sondern seinen Platz im technologischen Spitzenfeld“, ergänzt Schumacher.

Mehr Ausbildungsplätze, Beratung und bessere Infrastruktur

Die Conclusio der Autoren ist klar: Es brauche mehr Ausbildungskapazitäten für KI-Fachkräfte an Universitäten. Unternehmen sollten zudem durch AI-Readiness-Programme unterstützt werden, KI im eigenen Betrieb einzusetzen. Ein Zugang zu geteilter Infrastruktur und Beratung könnte hierbei Abhilfe schaffen. Österreich benötige außerdem Maßnahmen, um KI-Spezialist:innen langfristig zu halten. Dabei brauche nicht jedes Unternehmen eigene KI-Teams, durch Transferzentren könne diese Lücke geschlossen werden.

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