Brutkasten Meetup #1: Volles Haus beim Start ins Jahr 2018
Am 6. Februar 2018 fand das erste Brutkasten Meetup im neuen Jahr statt. Das monatliche Networking-Event wurde von einem Impuls-Vortrag, inspirierten Pitches und einem aktiven Publikum getragen.
Im stark besuchten weXelerate in Wien führte Brutkasten CEO Dejan Jovicevic durch den Abend. Nach einem kurzen Intro durch Thomas Reiter, PR weXelerate, war das Entrepreneur-Publikum (knapp 200 Anmeldungen an diesem Abend) beim Brutkasten Meetup zunächst Zeuge eines Impuls-Vortrags von Dejan Jovicevic mit dem Titel „Ohne Tabus über die ersten Monate in der Selbstständigkeit und nach dem Management Buy Out von der brutkasten.“
Dejan erzählte sehr offen über die Entstehung von „der brutkasten“. Von der Abdockung vom Styria Verlag bis hin zu den persönlichen Challenges, wie etwa der Verantwortung gegenüber den MitarbeiterInnen. In der danach stattfindenden Fragerunde wurde auch über Zahlen gesprochen und das Publikum war sichtlich beeindruckt von der „tabulosen“ Diskussion. Dank der Unterstützung von chiwa MEDIA gibt es den Impuls Talk in Kürze auch als Video zur Verfügung.
Q&A mit Dejan Jovicevic, der den @derbrutkasten gegründet und im Mai 2017 aus der Styria gekauft hat. Spannender Abend voll des offenen Wortes… pic.twitter.com/Q8RR6n3JtT
Danach leuchteten die Scheinwerfer für andere auf der Bühne. Drei 60 seconds of fame Pitches standen auf dem Programm. Den Start machte Carina Margreiter, Programm Managerin von aws Industry-Startup.Net, die ihr „Tinder“ für Start-ups und Corporates vorstellte. Es folgte die auf Thrift-Shopping spezialisierte Company Kiddo und endete mit einem informativen Pitch von Keego, der „evolution of the sports bottle.“
Networking im Fokus
Das ganz im Zeichen des Networkings stehende Event bot danach noch ausreichend Möglichkeiten Teilnehmer des Abends besser kennenzulernen. Unter anderem waren auch Trainer der Brutkasten Academy anwesend. Etwa Lisa Pecnik von WhatAVenture, die Start-ups in Sachen Intrapreneurship und Acceleration erfolgreich begleiten.
Das Team von A-Commerce, der bekannten E-Commerce Beratung aus Wien, standen sogar zu zweit Rede und Antwort. Unter anderem mit Business Development Manager Thomas Leskowsy. Ebenfalls als Teil der Brutkasten Academy war der eSport-Spezialist Alexander Amon auf dem Meetup und konnte zu der stark wachsenden eSport-Szene befragt werden. Alle Trainer sind mit Vorträgen auch auf der Brutkasten Academy Website zu finden.
Das nächste Brutkasten Meetup findet im März statt
Abschließend konnten alle Teilnehmer im Business Speed Dating noch mit den Vortragenden bzw. untereinander connecten. Verlängert wurde der Abend dann noch durch den Live Kommentar von Florian Kandler, der 2 Minuten, 2 Millionen direkt im weXelerate live analysierte. Hier gibt es die 2 Minuten 2 Millionen live Analyse zum nachsehen. Zufriedene Gesichter und neue Bekanntschaften zeigten am Ende, dass sowohl die Location als auch der Rahmen perfekt für den Start der Meetup-Reihe geeignet waren. Bereits am 1. März gibt es das nächste Brutkasten Meetup.
(c) der brutkasten
Willkommens Talk von Thomas Reiter , Head of Public Relations, weXelerate. (c) der brutkasten
(c) der brutkasten
Impuls Talk: Ohne Tabus von Dejan Jovicevic, Co-Founder & CEO, der brutkasten. (c) der brutkasten
Impuls Talk: Ohne Tabus von Dejan Jovicevic, Co-Founder & CEO, der brutkasten. (c) der brutkasten
Pitch der Austrian Wirtschafts Service von Margreiter Carina, Programm Manager, AWS. (c) der brutkasten
Kiddo beim Pitch am Brutkasten Meetup (c) der brutkasten
Keego beim Pitch am Brutkasten Meetup (c) der brutkasten
(c) der brutkasten
2 Minuten 2 Millionen Stream vom hiMoment Pitch (c) der brutkasten
Florian Kandler hat die Pitches der 2 Minuten 2 Millionen Show für uns vor Ort live analysiert. (c) der brutkasten
Was CEOs von der Gen Z lernen können: Reverse Mentoring als Innovationsmotor der Zukunft
Die Halbwertszeit von Wissen schrumpft rasant in einer Zeit, in der Wandel schneller passiert, als Erfahrung aufgebaut wird, dreht Reverse Mentoring die klassische Lernhierarchie um. Eine Spurensuche zwischen Machtgefällen und dem Mut zum Nichtwissen.
Was CEOs von der Gen Z lernen können: Reverse Mentoring als Innovationsmotor der Zukunft
Die Halbwertszeit von Wissen schrumpft rasant in einer Zeit, in der Wandel schneller passiert, als Erfahrung aufgebaut wird, dreht Reverse Mentoring die klassische Lernhierarchie um. Eine Spurensuche zwischen Machtgefällen und dem Mut zum Nichtwissen.
Dieser Text ist zuerst im brutkasten-Printmagazin von August 2026 „Aufbrechen“ erschienen. Eine Download-Möglichkeit des gesamten Magazins findet sich am Ende dieses Artikels.
Wir leben in einer paradoxen Arbeitswelt: Führungskräfte werden für ihr über Jahrzehnte angesammeltes Wissen bezahlt doch exakt dieses Erfahrungswissen kann angesichts rasanter technologischer und kultureller Umbrüche zum blinden Fleck werden. Genau hier setzt eine Methodik an, die traditionelle Rollenbilder auf den Kopf stellt: Reverse Mentoring.
Ines Hanusch, Gründerin der Reverse-Mentoring-Agentur bond & grow, begleitet Unternehmen und Politik bei diesem Paradigmenwechsel. Für sie ist der Kerngedanke simpel, aber radikal: „Beim klassischen Mentoring lernt die Jüngere von der Erfahreneren. Beim Reverse Mentoring ist es umgekehrt: Die Führungskraft sitzt in der Lernenden-Position gezielt, strukturiert und vor allem nicht nebenbei.“
Kein Kaffeetratsch und keine Therapie
Doch was genau ist Reverse Mentoring in der Praxis? Hanusch wird nicht müde zu betonen, was es nicht ist: Es sei kein lockeres Kaffeegespräch, kein Coaching mit einer einzigen Zielvorgabe und schon gar keine Therapie. Auch der oft gehörte Einwand, man könne sich doch einfach mit den eigenen Kindern austauschen, greift für die Expertin ins Leere: „Mit den eigenen Kindern teile ich eine Sozialisation, ein Machtgefälle, ob ich will oder nicht.
Das Kind wird mir vieles nicht sagen, und ich werde vieles nicht hören wollen.“ Wahre Wirkung entstehe erst durch psychologische Sicherheit ohne persönliche Verstrickung eine Atmosphäre, in der ein junger Mensch kein Interesse daran hat, zu gefallen, sondern ehrlich zu sein.
Der Blick von innen: Reibung als Chance
In klassischen Organisationen verhindert die Hierarchie oft genau jenen Raum der psychologischen Sicherheit, in dem ungefiltert und ohne Angst vor Konsequenzen gesprochen werden kann. Ines Hanusch beschreibt das systematische Dilemma eindrücklich: Je weiter Führungskräfte auf der Karriereleiter nach oben klettern, desto mehr manifestiert sich die Angst vor Inkompetenz und Statusverlust. „Wenn Top-Entscheider:innen plötzlich von jemandem lernen, der dreißig Jahre jünger ist, entsteht unweigerlich intensive Emotion, Irritation und Reibung“ – doch exakt in diesen Momenten verankert sich laut Hanusch der größte Lerneffekt.
Wie sich dieser Rollentausch in der Realität anfühlt, schildert eine 21-jährige Mentorin, die im Rahmen von bond & grow Top-Entscheider:innen begleitet. Kristin Barnowsky sieht in ihrer Aufgabe eine enorme Verantwortung: Für sie bedeutet Reverse Mentoring, erfahrenen Führungskräften neue Perspektiven mit auf den Weg zu geben und dabei auch hin und wieder Reibung zu erzeugen“. Nervosität vor dem ersten Aufeinandertreffen ist keine Seltenheit, wie sie verrät. Ihr persönlicher mentaler Trick für das erste Meeting? „Ich stelle mir einfach vor, dass die Person mich bereits mag und ich sie auch. Dadurch gehe ich wesentlich natürlicher, authentischer und positiver in das Gespräch.“
Die größte Herausforderung im laufenden Prozess ist für sie das Gespür dafür, wie tief man in die Glaubenssätze des Mentees eindringen darf. Wenn auf Mentee-Seite Widerstand entsteht, stecke dahinter oft eine unbewusste Angst; etwa das Gefühl, nicht gehört oder gesehen zu werden. Es erfordere Empathie und präzises Timing, unangenehme Themen anzusprechen, ohne die Führungskraft emotional zu überfordern, erklärt die 21-Jährige.
Für wen das Konzept geeignet ist – und wann es scheitert
Die Zahlen sprechen für sich, doch Reverse Mentoring ist kein Selbstläufer. Laut Hanusch eignet es sich primär für Führungskräfte, die Nichtwissen als Startpunkt und nicht als Schwäche betrachten. In hierarchisch geprägten Unternehmen erfordere das immense Größe. „Statusverlust berührt das Selbstbild direkt, und das ist unbequem“, analysiert Hanusch. Viele Führungskräfte fürchten den Moment, in dem sie erkennen müssen, dass jemand, der viele Jahre jünger ist, über entscheidendes Know-how verfügt – sei es über moderne Arbeitskulturen, neue Konsumgewohnheiten oder schlicht den Umgang mit Unsicherheit in Krisenzeiten.
Wann also scheitert Reverse Mentoring? Die Expertin zieht eine klare Grenze: „Ich rate ab, wenn Unternehmen Reverse Mentoring als Imagemaßnahme einsetzen wollen, ohne wirkliche Bereitschaft, etwas zu verändern.“ Ohne intrinsische Motivation beider Seiten, einen geschützten Rahmen und professionelles Matching wird das Format zur reinen Simulation.
Innovation durch unbefangenes Denken
Wenn die Rahmenbedingungen jedoch stimmen, entpuppt sich Reverse Mentoring als machtvoller Innovationsmotor. In vielen Branchen sind junge Menschen näher an der Zielgruppe oder stellen diese gar selbst dar. Sie spüren kulturelle Trends früher und besitzen den Mut, Unbequemes auszusprechen. Kristin Barnowsky erlebt das regelmäßig in ihren Mentoring-Sessions, etwa wenn es um künstliche Intelligenz, Automatisierung von Workflows oder den Einsatz von Social Media geht. Doch der tiefere Wert liegt oft jenseits der Technologie: Es geht um das Hinterfragen erstarrter Prozesse. „Oft sehen die Dinge, die uns Sorgen machen, nur für uns so aus; aus einer anderen Perspektive sind sie plötzlich Chancen für innovative Veränderungen“, resümiert die Mentorin.
Letztlich profitiert nicht nur die Führungskraft auch die jungen Mentor:innen wachsen, bauen sich ein Netzwerk auf und erleben direkte Selbstwirksamkeit. Die wichtigste Frage für Ines Hanusch: „Was, wenn du von denen lernst, die bisher nicht gefragt wurden? Es tut manchmal weh, sich spiegeln zu lassen. Aber nur so entsteht Fortschritt.“ In einer Wirtschaft, die händeringend nach Fachkräften und neuen Wegen sucht, könnte die Bereitschaft, vom Nachwuchs zu lernen, bald über die Existenz von Unternehmen entscheiden. Oder wie Ines Hanusch sagt: „Wer heute keine Kultur des gegenseitigen Lernens etabliert, verliert morgen den Anschluss bei existenziellen Themen wie Mitarbeiterbindung und Innovation.“
Aktuelle Nachrichten zu Startups, den neuesten Innovationen und politischen Entscheidungen zur Digitalisierung direkt in dein Postfach. Wähle aus unserer breiten Palette an Newslettern den passenden für dich.