20.08.2021

Österreichs ersten beiden Satelliten geht das Geld aus – Sponsorensuche gestartet

Die ersten beiden österreichischen Satelliten "TUGSAT-1" und "UniBRITE" wurden vor mehr als acht Jahren ins Weltall geschossen. Für den weiteren Betrieb, der 5000 Euro pro Monat kostet, werden nun Sponsoren gesucht.
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BRITE-Konstellation
"TUGSAT-1" und "UniBRITE" | (c) Austria in Space

Der 25. Feber 2013 ging in die österreichische Weltraum-Geschichte ein. Genau an diesem Tag ist nämlich eine indischen Trägerrakete mit den ersten beiden österreichischen Satelliten in den Orbit gestartet. Die von der Universität Wien betriebene UniBRITE-1 wird laut Austria in Space ebenso wie die, von der Technischen Universität Graz betriebene TUGSAT-1 in der optischen Astronomie eingesetzt.

Beide Satelliten sind Teil der sogenannten BRITE-Konstellation, die „die stellare Struktur und Entwicklung der hellsten Sterne am Himmel und ihre Interaktion mit der lokalen Umgebung untersucht“. Die „Reiseflughöhe“ der BRITE-Konstellation beträgt rund 800 Kilometer Höhe.

BRITE-Konstellation liefert Basis für wichtige Publikationen

Die beiden Mini-Satelliten hätten ursprünglich nur zwei Jahre lang ihren Dienst tun sollen. Mehr als acht Jahre nach ihrem historischen Flug ins Weltall liefern UniBRITE-1 und TUGSAT-1 noch immer Daten zur Erde. Bis auf ein paar kleinere Einschränkungen – so hat UniBRITE-1 Probleme mit dem Kreiselsystem zur Stabilisierung – funktionieren die Satelliten einwandfrei und haben ihren Dienst mehrfach unter Beweis gestellt.

Auf Grundlage der BIRTE-Daten wurden bis lang mehr als 40 Publikationen in wissenschaftlichen Fachzeitschriften veröffentlicht. Dazu zählt unter anderem die Beobachtung einer Wasserstoffexplosion in einem Doppelsternsystem.

Forscher schlagen Alarm

Wie die Tageszeitung Kurier berichtet, kämpfen die Wissenschaftler trotz der erfolgreichen Mission nun mit finanziellen Problemen. Dazu heißt es: „Während das technische Management der Satelliten, etwa die notwendigen Bodenstationen in Kanada, Polen und Österreich, national von den drei Ländern finanziert wird, lief der Aufwand für den operativen Betriebsablauf von Anfang an ausschließlich über die Technische Universität (TU) Graz.“ Durch Budgetkürzungen könnte dieser Auftrag künftig jedoch nicht mehr erfüllt werden und somit die gesamte Mission in Gefahr bringen. Laut der Uni Graz erfolgen die Budget-Kürzungen durch Einstellen der Forschungsförderung seitens der FFG, respektive des Bundes.

Auf Sponsorensuche für BRITE-Konstellation

Laut Werner Weiss vom Institut für Astrophysik der Universität Wien müssten die Satteliten laut UN-Weltraumrecht abgeschalten werden, sofern sich kein Geld findet. Das operative Management lässt sich nämlich nicht auf andere Projektpartner übertragen. Zudem sei ein Überweisen von Geld an die TU-Graz durch die kanadische oder polnische Agentur aus „administrativen Gründen“ nicht möglich. Die Wissenschaftler gehen daher aktuell auf Suche nach Sponsoren. Der finanzielle Aufwand würde laut Weiss rund 5000 Euro pro Monat betragen.


Podcast-Tipp der Redaktion:

Im Juli haben wir uns bei Editor’s Choice Richard Bransons Flug ins Weltall gewidmet. Zu Gast waren Frank Salzgeber, Head of Innovation der ESA, und Martin Mössler, General Manager des ESA BIC Austria, die über die historische Bedeutung des Flugs diskutieren.

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Biogena-CEO Albert Schmidbauer beim traditionellen Läuten der Börsenglocke | © Wiener Börse AG/APA-Fotoservice/Arman Rastegar
Biogena-CEO Albert Schmidbauer beim traditionellen Läuten der Börsenglocke | © Wiener Börse AG/APA-Fotoservice/Arman Rastegar

Bereits im Juli hatte das Salzburger Unternehmen Biogena rund um Gründer Albert Schmidbauer seinen Börsengang angekündigt, wie brutkasten berichtete. Heute erfolgte das Listing im Direct Market Plus, also im KMU-Segment der Wiener Börse. Gelistet wurde mit der Biogena Good Vibes AG die oberste Holding der Unternehmensgruppe. Wenige Stunden nach Handelsstart lag die Marktkapitalisierung bei knapp über 480 Millionen Euro.

Zwei AGs sollen perspektivisch verschmolzen werden

Bereits seit 2020 ist mit der Beteiligungsgesellschaft Biogena Group Invest AG ein anderer Teil der Unternehmensgruppe dort gelistet. „Perspektivisch sollen die Strukturen zusammengeführt werden; eine Verschmelzung der Biogena Group Invest AG mit der Biogena Good Vibes AG wird derzeit geprüft“, heißt es dazu in einer Aussendung zum heutigen Börsenstart.

Wachstum auf 500 Mio. Euro Umsatz bis 2030 geplant

Die Biogena Group verfolgt einen ambitionierten Wachstumskurs, wie CEO Schmidbauer auch im Juli gegenüber brutkasten darlegte. Bis 2030 will man den Konzernumsatz von zuletzt 156,65 Millionen Euro auf rund 500 Millionen Euro steigern.

„Die bestehenden Fertigungskapazitäten in Koppl und am neuen Spezialproduktionsstandort Liefering reichen bereits für rund 500 Millionen Euro Umsatz. Die Anlage ist aktuell zu weniger als 25 Prozent ausgelastet. Das heißt: Ein wesentlicher Teil der industriellen Basis für das geplante Wachstum ist bereits vorhanden und muss nicht erst vollständig neu aufgebaut werden“, so Schmidbauer damals.

„Zugang zum Kapitalmarkt eröffnet uns neue Möglichkeiten“

Anlässlich des heutigen Börsenstarts kommentiert der CEO: „Biogena ist aus der Überzeugung entstanden, Gesundheit neu und ganzheitlich zu denken – und aus diesem Anspruch ist über die Jahre eine Unternehmensgruppe mit internationaler Perspektive gewachsen.“ Die Notierung sei „weit mehr als ein finanzieller Meilenstein“, sie sei „der nächste konsequente Schritt“ in der Entwicklung.

„Der Zugang zum Kapitalmarkt eröffnet uns neue Möglichkeiten, unsere Ideen schneller in die Welt zu bringen, international weiter zu wachsen und Biogena langfristig als starke österreichische Gesundheitsmarke zu positionieren“, so Schmidbauer

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