09.04.2024
HEALTH

Brightmind.AI: Wiener KI-MedTech-Startup erhält neuen CEO

Das Wiener MedTech Brightmind.AI holt René Gilvert als neuen CEO an Bord. Er war zuvor bei Novartis und Takeda in leitenden Positionen tätig und gründete in der Schweiz selbst ein MedTech-Unternehmen.
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Rene Gilvert wird neuer CEO (mitte) | (c) Brightmind.AI

Das auf Migräne-Patient:innen fokussierte Startup Brightmind.AI aus Wien wurde 2022 von Tamara Gerbert und Florian Lerchbammer-Kreith gegründet und möchte mittels Künstlicher Intelligenz (KI) verschiedene gesundheitliche Probleme ohne Medikation angehen. Im Zentrum steht dabei die sogenannte nicht-invasive Gehirnstimulierung (NIBS), mit der neurologische Probleme wie Migräne oder Demenz bekämpft werden soll. Mehr über die Technologie könnt ihr hier nachlesen.

Brightmind.AI war brutkasten Innovator of the Year 2022

Um ihre Arbeit im Bereich der Neurotechnologie voranzubringen, hat sich das MedTech-Startup im September 2022 sowohl ein Pre-Seed-Investment vom Klosterneuburger Venture Fund IST, als auch eine aws-Förderung gesichert. Noch im selben Jahr wurden die beiden Gründer Tamara Gerbert und Florian Lerchbammer-Kreith von der brutkasten-Community zum Innovator of the Year 2022 in der Kategorie „Startups“ gewählt (brutkasten berichtete).

René Gilvert wird neuer CEO

Nun stehen personelle Veränderungen an. Wie das Startup bereits am Montag via LinkedIn mitteilte, wird René Gilvert neuer CEO des Unternehmens. Er war zuvor in leitenden Positionen bei Novartis und Takeda tätig und hat zudem das in Basel angesiedelte MedTech OptiChroniX gegründet. Das Unternehmen entwickelt ebenfalls digitale Lösungen im Bereich der Gesundheit des Gehirns.

„René Gilvert bringt eine Fülle von Erfahrungen im Bereich der Medizintechnik mit und verfügt über den Unternehmergeist, den er bei der Gründung eines NeuroTech-Startups im Bereich der digitalen Gesundheit entwickelt hat“, so das Startup in einem LinkedIn-Posting.

Florian Lerchbammer-Kreith übte laut seinem LinkedIn-Profil die Rolle des CEO bis August 2023 aus. Zuletzt war er bis November 2023 als Advisor für das Startup tätig und dürfte sich nun zurückgezogen haben. Nähere Informationen machte das Unternehmen dazu vorerst nicht. Tamara Gerbert übt nach wie vor die Rolle des Managing Director aus.


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Enact, Roboter die fühlen, Roboter, Robotik
© Enact

Roboter können viel. Sie sehen fast alles, sie schweißen, heben, sortieren. Eines fehlt ihnen jedoch: Fingerspitzengefühl. Deshalb bleiben die letzten Handgriffe der Montage Handarbeit: ein Kabel, das einrasten muss, eine Dichtung, die sitzen muss, eine Schraube, die klemmt. Diesem Mangel an Feinfühligkeit stellt sich das Schweizer Startup Enact entgegen und baut Roboter, die Kraft spüren. Sie messen Druck und Widerstand über ihre eigenen Antriebe, wie der Mensch über Muskeln und Sehnen, und ein Modell lernt daraus, heißt es. Der Roboter merkt ohne Zusatzsensoren und ohne künstliche Haut, ob das Teil sitzt.

Enact von Caltech-Forscher gegründet

Dass das mehr als eine Nische ist, zeigen die Zahlen. China etwa hat 2025 354.000 Industrieroboter installiert, fast drei von fünf weltweit (IFR). Europa gewinne dagegen nicht über Masse sondern über Varianz, und genau dort rechnen sich Roboter bisher selten, weil jemand jede Aufgabe einzeln programmieren müsse. Roboter, die durch Vormachen lernen und spüren, ob ein Teil sitzt, sollen diese Einzelprogrammierung ersparen und auch kleine Serien automatisierbar machen. Genau hier setzt Enact an: bei den letzten Handgriffen der Montage.

Gegründet wurde das Zürcher Startup im März 2026 von Manuel Yves Galliker. Der Maschinenbauer der ETH Zürich war Gastforscher am Caltech, leitete bei 1X das Team, das dem Humanoiden NEO das Gehen beibrachte, und arbeitete danach bei Physical Intelligence.

Dort sah er, dass Kamera und Teleoperation für die Fabrik nicht ausreichen, und ging zurück nach Zürich. „Das Silicon Valley hat historisch betrachtet enorme Stärken in Software und KI, aber es fehlt an Spezialisten für Robotik und Hardware-Engineering“, sagt Galliker.

Investment von Mensch

Nun sammelte er mit Enact 30 Millionen US-Dollar in einer Pre-Seed-Runde ein, und das noch bevor es ein Produkt gibt. Das hat einen Grund, wie man in der Aussendung liest: „Das Startup baut alles selbst. Antriebe, Regelung und Modell entstehen unter einem Dach, was am Anfang mehr kostet als ein Modell auf einen fremden Arm zu setzen.“ Die ersten Antriebe laufen, der Ansatz sei laut Enact validiert.

Angeführt wird die Millionen-Runde von redalpine, Notion Capital und firstminute capital. Als Business Angels investieren Yann LeCun (von 2013 bis Ende 2025 Chief AI-Scientist bei Meta), Arthur Mensch (Co-Founder Mistral AI), Andrew Lonsberry (Path Robotics) und David Wallerstein (früher Tencent). Aktuell arbeiten zehn Personen in Zürich, bis Ende 2027 sollen es viermal so viele werden.

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