24.01.2022

BrightComSol: NanoTech und Quantenpunkte für mehr Röntgenqualität

Das Spin-off der BOKU Wien BrightComSol möchte mit seiner Technologie den Szintillatormarkt erobern.
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BrihgtComSol, Shirmardi, Quantendots, Röntgen
(c) Stock.Adobe/Leo - BrightComSol nutzt Quantendots für Röntgenbildgebung.

Röntgenbilder werden in Krankenhäusern, bei Sicherheitsscannern und in der Industrie eingesetzt, um Risse und Defekte in Maschinen- oder Flugzeugteilen zu erkennen. Für die meisten Röntgenaufnahmen wird ein Szintillator benötigt, der Licht aussendet, dort wo die Röntgenstrahlen ihn treffen. Er begrenzt zudem die Geschwindigkeit der Röntgenbildgebung, die Auflösung und die Objektgröße. Das Wiener NanoTech BrightComSol verspricht hierbei einen Quantensprung im Szintillator-Design.

„Wir entwickeln eine neue Technologie, die die Röntgenbildgebung verändert. Unser Ziel ist es, die Röntgendosis für Patienten, Schwangere und Kinder zu verringern und die Auflösung von Röntgenbildern zu erhöhen, um Krankheiten in frühen Stadien zu erkennen“, erklärt Co-Founder Behzad Shirmardi.

BrightComSol ein Spin-off der BOKU

Das Spin-off der BOKU Wien wurde 2020 mit dem Ziel gegründet, die Leistung von Szintillatoren zu steigern und hat bereits mehr als 900.000 Euro an öffentlichen Förderungen und Garantien eingeworben – von APlusB, FFG und AWS. Konkret hat das Startup Szintillatoren entwickelt, die auf einem neuen lichtemittierenden Nanomaterial namens Perowskit-Quantenpunkte basieren und in dünne Kunststofffolien gepackt sind. Dieser neuartige Verbundwerkstoff kann, wie andere dünne Folien, in großen Mengen und beliebiger Größe hergestellt werden.

Zur Erklärung: Perowskit-Quantenpunkte sind Materialien, die hochenergetische Strahlung in sichtbares Licht einer bestimmten Farbe umwandeln. Der größte Markt für Quantenpunkte ist heute die Farberzeugung in Displays. Die Perowskit-Quantenpunkte von BrightComSol sollen laut Gründer, gesättigtere Farben erzeugen und das Licht effizienter umwandeln, als derzeitige Technologien.

„Diese Displays der nächsten Generation werden einen geringen Stromverbrauch, einen hohen Kontrast und eine hohe Farbgenauigkeit aufweisen und BrightComSol einen potenziell adressierbaren Gesamtmarkt von 350 Millionen US-Dollar für Quantenpunkt-Materialien aus Displays im Jahr 2025 bieten“, sagt Shirmardi.

Defektentdeckung

Dank dieser eingearbeiteter Quantenpunkte sollen so erschwingliche Szintillatoren mit hoher Effizienz und Auflösung entstehen, die sich für die Abbildung kleiner Defekte in Industrieobjekten und in Zukunft auch für die medizinische Röntgenbildgebung mit niedriger Dosis eignen.

BrightComSol vertreibt im Detail zwei Produkte. Das erste ist ein druckbare Version eines Harzes, das für die nächste Generation von tintengedruckten Displays geeignet sei und das lichtemittierende Nanomaterial Perowskit-Quantenpunkte enthält. Die Kunden des Unternehmens können diese Flüssigkeit (BrightSplash) verwenden, um Komponenten zu drucken oder zu formen, die sichtbares rotes, blaues oder grünes Licht aussenden, wenn sie durch Röntgenstrahlen oder blaues Licht angeregt werden. Das zweite Produkt ist ein gebrauchsfertiger dünner Kunststofffilm (BrightLeaf), der aus dem Harz hergestellt und als Röntgen-Szintillator für die industrielle Inspektion optimiert wurde.

„Mit der Unterstützung von Austria Wirtschaftsservice und INiTS haben wir eine proprietäre, sehr effiziente und skalierbare Technologie entwickelt, um Perowskit-Quantenpunkte in großen Mengen zu produzieren. Mit einem einzigen Kilogramm kann BrightComSol fast 100 großflächige Szintillatoren herstellen“, sagt Shirmardi, der gemeinsam mit Erik Reimhult das NanoTech über den INiTS-Inkubator gegründet hat.

BrightComSol möchte Kundenstamm erweitern

Zur Zielgruppe von BrightComSol zählen Hersteller von Röntgendetektoren und -scannern: „Viele andere Produkte verwenden ebenfalls Szintillatoren und Farbkonverter. Wir gehen davon aus, dass sich unser Kundenstamm erweitern wird, wenn wir die Vorteile unserer kostengünstigen und leistungsstarken Nanomaterialien unter Beweis stellen. Wir arbeiten derzeit eng mit Partnern in den USA, Europa und Asien zusammen, um gemeinsam bahnbrechende Produkte zu entwickeln, die durch unsere neuartigen Verbundstoffe ermöglicht werden“, so Shirmardi weiter, der damit rechnet, dass der weltweite Szintillatormarkt bis 2027 voraussichtlich eine Milliarde Euro wert sein wird.

„Während das größte Wachstum bei nichtmedizinischen Röntgenscannern zu verzeichnen ist, bleibt der medizinische Markt das größte Segment und führend im Bereich der Hochleistungs-Röntgenbildgebung. Unser Ziel ist es, ein führender Anbieter von Szintillatoren auch für die medizinische Hochleistungs-Röntgenbildgebung zu werden.“

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In einem Interview mit brutkasten im Februar dieses Jahres hob die Wiener Digitalstadträtin Barbara Novak (SPÖ) den Standort Wien für eine „AI Gigafactory“ noch hervor. Die Abwärme der Server sollte dabei direkt in das bestehende Fernwärmenetz eingespeist werden, so das Konzept. „Bei einer AI Gigafactory fällt sehr viel Abwärme an, mit der bis zu 200.000 Haushalte versorgt werden könnten. Das wäre ein wesentlicher Beitrag zur Dekarbonisierung der Fernwärme und stellt eine klassische Win-win-Situation dar“, so Novak im Interview.

Brief von Digitalstadträtin an EU

Die Auflagen der Förderung seien von Seiten der EU nun aber dahingehend geändert worden, dass das Projekt an keinen bestimmten Standort bzw. an keine definierten Auflagen gebunden werden dürfe, berichtet die Tageszeitung Kurier. Ein zentrales Element der Wiener Bewerbung beinhaltet jedoch die erwähnte Anknüpfung der Gigafactory an das Fernwärmenetz (brutkasten berichtete). Laut Kurier wird in einem offiziellen Brief der Digitalstadträtin an die EU nun dazu aufgerufen, die Auflagen für die Förderung nochmal zu überdenken.

„Einkaufsgemeinschaften“ nicht passend für Stadt Wien

Das Finanzierungsmodell für das 5-Milliarden-Euro-Projekt sah ursprünglich vor, dass zwei Drittel der Mittel von privaten Investoren und ein Drittel gemeinschaftlich von der Stadt Wien, dem Bund sowie der EU aufgebracht werden. Aktuelle Bestrebungen in Brüssel sehen nun jedoch die Bildung von standortungebundenen „Einkaufsgemeinschaften“ vor. Für Wien würde dies bedeuten, dass das Projekt nicht mehr zwingend an die geplante Abwärme-Integration in das Fernwärmenetz gekoppelt werden dürfte. Da diese Koppelung jedoch eine Grundvoraussetzung der Wiener Bewerbung ist, wird eine Beteiligung unter den geänderten Bedingungen derzeit hinterfragt.

Fünf Gigafactories geplant

Bis zum Jahr 2028 plant die Europäische Union den Baubeginn von bis zu fünf neuen „AI-Gigafactories“. Diese hochmodernen Rechenzentren sollen speziell auf die enormen Anforderungen zugeschnitten werden, die das Training und der laufende Betrieb fortschrittlicher Künstlicher Intelligenz mit sich bringen. Dabei legt die EU besonderen Wert auf strengste Maßstäbe in den Bereichen Datensicherheit, IT-Schutz und Energieeffizienz.

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