28.04.2021

Geld, Macht und Intrige: Die drei besten Börse-Serien

Fernseher an, Füße hoch und bingen: Wie spannend die Welt des Geldes sein kann, zeigen diese Serien.
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Die besten Börse-Serien
brutkasten-Kolumnist Niko Jilch | Hintergrund (c) Adobe Stock - Goodvibes Photo

Seit Lehman Brothers das internationale Finanzsystem an den Abgrund geführt hat, ist die Welt des Geldes auch für die breite Masse spannend geworden. Und die schiere Masse an Streaming- und Pay-TV-Angeboten hat uns einige der besten Serien zum Thema Börse, Banken und Geld gebracht. Heute will ich drei Börse-Serien vorstellen. Denn manchmal ist Unterhaltung der beste Weg, etwas zu lernen.

1. Billions

Die Showtime-Serie rund um den Hedgefonds-Milliardär Robert „Bobby“ Axelrod und seinen Gegenspieler, den Staatsanwalt Chuck Rhoades, wirft einen gnadenlosen Blick auf die Welt der Wall Street. Darsteller und Story sind fiktional, aber die moralischen Dramen, der Wettkampf und die Rivalitäten sind zum greifen echt.

Die Serie lebt von den Dialogen und den Machtspielchen, von den genialen Schachzügen und den charakterlichen Schwächen der Protagonisten. Es ist eine Mischung aus Game of Thrones und Wolf of Wallstreet. Aber auch die Spezialbegriffe und Konzepte rund um den Börsehandel kommen nicht zu kurz. Wie so oft, verläuft sich der Plot in den späteren Staffeln ein bisschen, aber Billions bleibt sehenswert.

Die vierte Staffel wurde wegen Corona unterbrochen, sie soll im Sommer fortgesetzt werden. Auch die sechste Staffel ist schon in Planung. Nach den Gelddruckexzessen in der Coronakrise, muss die Serie aber möglicherweise in „Trillions“ umbenannt werden.

2. Industry

Wer immer schon mal wissen wollte, wie es für junge Anfänger in der Welt der Hochfinanz wohl sein muss, ist bei der HBO-Serie Industry gut aufgehoben. Sie spielt in London, das New York seit einiger Zeit die Rolle als Finanzzentrum der Welt abgelaufen hat und dreht sich um eine Gruppe von Berufsanfängern, die um eine permanente Anstellung kämpfen müssen. Wie bei jeder guten Serie, egal welchen Genres, stehen die persönlichen Schicksale und Tragödien der Protagonisten im Mittelpunkt, während die Handlung eher den Rahmen vorgibt. Industry ist wie der legendäre Film Wall Street, aber für die Generation der Zoomer und Millennials. Drogen, Intrige und Leidenschaft inklusive. Die Serie ist bei uns via Amazon oder SkyX zu sehen, es gibt bisher eine Staffel.

3. Devils

Die Sky-Serie Devils ist der Geheimtipp auf dieser Börse-Serien-Liste. In der Hauptrollen ein Finanztalent aus Italien: Massimo Ruggero, verkörpert von Alessandro Borghi – und sein Chef und Mentor Dominic Morgan, dargestellt von Patrick Dempsey, der Serienfans als McDreamy von Grey’s Anatomy in Erinnerung sein dürfte. Die Serie spielt zwar auch Größtenteils in London, wurde aber von einem italienischen Team produziert – und hat deutlich mehr politischen Tiefgang als die anderen hier vorgestellten Börse-Serien Billions und Industry.

Im Mittelpunkt steht der Machtkampf zwischen Amerikanern und Europäern um die Krone im Spiel der Währungen. Den Machern von Devils ist es gelungen, eine fiktionale Serie mit den echten Events rund um die Finanzkrise und die europäische Schuldenkrise zu verknüpfen – mit einem Hauch von Wikileaks-Drama. So zeigt Devils den Zusehern, wie spannend selbst Zentralbank-Pressekonferenzen sein können – und dass in der Welt der Finanzen vieles nicht ist, wie es auf den ersten Blick scheint.

Natürlich: Die Story, wie sie in Devils dargestellt wird, ist erfunden – aber den Kampf um die Vorherrschaft der Währungen, den gibt es wirklich. Und diese Serie schafft es, dafür Bewußtsein zu schaffen – besser als jeder Bloomberg-Bericht es je könnte.

Klare Empfehlung! Zu sehen auf SkyX. Eine zweite Staffel ist schon in Arbeit.

Zum Autor

Niko Jilch ist Finanzjournalist, Podcaster und Speaker. Website: www.nikolausjilch.com Twitter: @nikojilch

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Giacomo Benassi (Kinsect), Matthäus Kircher (Solos) und Manuel Mairinger (Reploid) zeigen, wie Startup-Kollaboration funktionieren kann. © NOI Techpark/Marco Parisi

Dieser Text ist zuerst im brutkasten-Printmagazin von August 2026 „Aufbrechen“ erschienen. Eine Download-Möglichkeit des gesamten Magazins findet sich am Ende dieses Artikels.


Es wurlt in der Larvenkiste des österreichischen Scaleups Reploid: Larven der Schwarzen Soldatenfliege werden hier seit einigen Tagen gemästet. Sie ahnen natürlich nicht, dass sie bald eine wichtige Rolle im Kreislaufkonzept dreier Jungunternehmen spielen werden.

Zuerst aber dorthin, wo alles begonnen hat: an den NOI Techpark in Bozen, Südtirol. Auch hier wurlt es, nur bringen statt Insektenlarven Startups Leben in das 12 Hektar große Innovationsviertel. Aktuell arbeiten 76 Unternehmen, 37 Startups, drei Forschungsinstitute, vier Fakultäten der Freien Universität Bozen und insgesamt 2.400 Menschen hier gemeinsam für nachhaltigen Fortschritt. Man tüftelt in den Laboren an Prototypen, vernetzt sich auf Events, feilt beim Spaziergang über den 2017 eröffneten Campus, der sich inzwischen stark vergrößert und weiterentwickelt hat, an der nächsten Idee. Was Gründer:innen hier aber am meisten schätzen: das weitreichende Netzwerk.

Nicht gesucht – trotzdem gefunden

„Wer am NOI Techpark Fuß fasst, bekommt Zugang zu etablierten Akteuren und Investoren in Südtirol“, erklärt Manuel Mairinger, Managing Director und CEO von Reploid Italia. Das ursprünglich aus Österreich stammende Insekten-Scaleup hat sich bei der Expansion nach Italien wegen der hervorragenden Lage zwischen Österreich und Mailand für das Acceleration & Scale-up Programme des NOI Techpark als Launchpad entschieden. „Das NOI baut als renommierter Partner die Brücke zu potenziellen Kund:innen und Partner:innen, ganz ohne die Hilfe von Plattformen wie LinkedIn“, fügt der Reploid-Italia-CEO hinzu.

Mairinger weiß genau, wovon er spricht. Reploid Italia ist eines von drei am NOI inkubierten Jungunternehmen, die zeigen, wie Startup-Kollaboration funktionieren kann. Initiiert hat die Zusammenarbeit Sonja Tetter vom Team des Start-up Incubator. „Wir arbeiten sehr eng mit unseren Startups zusammen, kennen ihre Geschäftsmodelle, Technologien und Herausforderungen. Deshalb sehen wir relativ früh, wo eine Kooperation wirklich Mehrwert schaffen könnte“, erläutert Tetter. Gemeinsam wollen die drei Unternehmen zur regionalen Kreislaufwirtschaft in Bozen beitragen. Und hier kommt die Larve der Schwarzen Soldatenfliege wieder ins Spiel.

Die Schwarze Soldatenfliege als Gamechanger

Die Larve der Schwarzen Soldatenfliege wird rund 25 Millimeter groß. © Reploid/Fabian Fallend

Nach nur einer Woche sind die Larven laut Reploid mit rund 25 Millimetern ausgewachsen und überzeugen mit innerer Größe: Sie sind sehr reich an tierischem Protein. Das aus ihnen gewonnene Mehl kann einen Proteingehalt von über 62 Prozent aufweisen.

Das macht die Larven zum potenziellen Proteinersatz, vor allem im Futtermittelbereich, etwa für Fische. „Wir züchten Welse, das sind Fleischfresser“, erklärt Matthäus Kircher, Gründer von Solos. Das Südtiroler Startup betreibt Aquaponik und verbindet Fischzucht mit dem Anbau von Kräutern und Salat.

Das Prinzip dahinter: Die Fische reichern das Wasser durch ihre Ausscheidungen mit natürlichen Nährstoffen an, ein Biofilter leitet es ins Pflanzenbecken, wo Salat und Kräuter die Nährstoffe aufnehmen und das Wasser reinigen, bevor es zurück zu den Fischen fließt. So entsteht ein geschlossener Kreislauf im Zeichen der Nachhaltigkeit.

Ein Punkt war Kircher dabei allerdings von Anfang an ein Dorn im Auge: das mit Fischmehl angereicherte Futter. „Bereits vor vier Jahren haben wir uns gefragt, wie wir tierische Proteine ohne Fischmehl verfüttern können“, erzählt er. Insekten bildeten schließlich die Lösung. Eine Studie ergab: Futtermischungen auf Insektenmehlbasis, angereichert mit Spirulina-Algen, lassen den Omega-3-Gehalt im Fischfilet höher ausfallen als bei herkömmlich gefütterten Tieren.

Aus Reststoffen wird Futtermittel

Insektenlarven werden durch die Kooperation zu nachhaltigem Fischfutter © NOI Techpark/Marco Parisi

Hier kommt Reploid ins Spiel: Das Unternehmen implementiert modulare Anlagen, die sogenannten „ReFarm-Units“. Dort verarbeiten Larven der Schwarzen Soldatenfliege regionale Reststoffe zu Insektenprotein und -fett für Futtermittel- sowie Industrieanwendungen. Ein weiteres Nebenprodukt ist der Insektenfraß, also die Ausscheidungen, aus denen organischer Dünger entsteht. Den dritten Baustein liefert Kinsect: Das italienische Startup entwickelt Technologien für die industrielle Zucht der Fliege und liefert Eier sowie Junglarven.

Am Standort von Solos in Tramin greifen so die unterschiedlichen Kompetenzen ineinander: Die von Kinsect bereitgestellten Larven werden in einer Insektenmastanlage von Reploid mit Lebensmittelnebenprodukten wie Apfeltrester, Kartoffelschalen oder Altbrot gefüttert. Solos nutzt sie anschließend als nachhaltiges Futtermittel in der Fischzucht. So soll Fischmehl ersetzt, sollen organische Reststoffe sinnvoll verwertet werden. Neben den ökologischen Vorteilen ergeben sich durch das Vorzeigeprojekt und den realen Usecase natürlich auch wirtschaftliche Vorteile, von denen die drei Startups profitieren.

Drei Ansätze, ein gemeinsamer Nenner

Es ist eine Kooperation im Namen der Kreislaufwirtschaft, die ohne den NOI Techpark nie zustande gekommen wäre. „Am NOI Techpark konnte diese Synergie organisch entstehen“, fasst Kinsect-CEO Giacomo Benassi zusammen. „Dank der Zusammenarbeit im selben Ökosystem konnten wir viel schneller Vertrauen zueinander aufbauen.“ Der NOI Techpark ermöglicht damit nicht nur grenzüberschreitende, sondern auch branchenübergreifende Vernetzungen, die Startups entscheidend weiterbringen.

Und so wurlt es weiter am NOI Techpark. Jedes Jahr kommen neue Startups zur NOI-Community dazu. Für den Herbst-Batch kann man sich noch bis zum 5. Oktober bewerben – vielleicht entsteht daraus bald die nächste erfolgreiche grenzüberschreitende Startup-Kooperation.

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