30.04.2026
VENTURE CAPITAL

BMW i Ventures: Dritter Fonds mit 300 Mio. US-Dollar für Europa und Nordamerika

Der Venture-Capital-Arm der BMW Group legt seinen dritten Fonds auf und erhöht das verwaltete Kapital auf 1,1 Milliarden US-Dollar. Mit dem „Fonds III“ visiert BMW i Ventures gezielt Startups aus Europa und Nordamerika an, die mit Physical AI und Agentic AI die industrielle Wertschöpfungskette transformieren.
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BMW i Ventures Managing Partners Marcus Behrendt und Kasper Sage © BMW

BMW i Ventures will ein Ausrufezeichen im Bereich Corporate Venture Capital setzen: Mit einem neuen Volumen von 300 Millionen US-Dollar adressiert der Fonds III junge Unternehmen von der Seed-Phase bis zur Series B. Im Fokus stehen dabei Technologien, die über klassische Software hinausgehen: Physical AI, Agentic AI, industrielle Software, Fertigungs- und Lieferkettentechnologien sowie fortschrittliche Materialien.

Strategischer Hebel für die Automobil-Zukunft

Seit 2011 investierte der Fonds in über 90 Unternehmen und realisierte mehr als 30 Exits. Zu den Highlights zählen die Übernahme von GaN Systems durch Infineon (830 Mio. USD) sowie elf Börsengänge, darunter Kodiak, ChargePoint und Xometry. Während der erste Fonds bereits signifikante Kapitalrückflüsse erzielte, nähert sich Fonds II mit über 30 Portfoliounternehmen dem Ende seiner Investitionsphase. Fonds III soll nun verstärkt als Lead Investor auftreten.

Hinter dem Investment steht eine klare Vision des Konzerns. „Unsere Aktivitäten im Bereich Corporate Venture Capital nehmen eine Schlüsselrolle innerhalb unserer Innovationsstrategie ein“, betont Oliver Zipse, Vorstandsvorsitzender der BMW AG. Laut Zipse ergänzt der Fonds die interne Forschung und Entwicklung, um Veränderungen frühzeitig zu erkennen und an der Spitze der Industrie zu bleiben.

KI als Betriebssystem der Industrie

Nach Ansicht des Unternehmens wird KI zum integralen Bestandteil moderner Betriebe. „Besonders interessieren uns KI-Lösungen, die komplette Workflows autonom ausführen können und dadurch einen messbaren Return on Investment liefern“, erklärt Kasper Sage, Managing Partner bei BMW i Ventures. Ziel seien Produktivitätsgewinne mit echtem wirtschaftlichem Effekt. Dabei geht es durch „Physical AI“ auch darum, dass Maschinen die reale Welt besser begreifen und sicher darin agieren können.

Resilienz durch Kreislaufwirtschaft

Neben KI bleibt die Kreislaufwirtschaft ein zentraler Pfeiler. Laut Marcus Behrendt, Managing Partner bei BMW i Ventures, diene dies der „industriellen Resilienz“ und verringere die Abhängigkeit von knappen Rohstoffen. „Der Fokus des neuen Fonds auf KI erweitert unser Nachhaltigkeits-Instrumentarium – er ersetzt es nicht“, so Behrendt. Der Fonds soll auch dabei helfen, Materialinnovationen zur Definition der nächsten Zuliefergeneration zu nutzen.

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Biogena-CEO Albert Schmidbauer beim traditionellen Läuten der Börsenglocke | © Wiener Börse AG/APA-Fotoservice/Arman Rastegar
Biogena-CEO Albert Schmidbauer beim traditionellen Läuten der Börsenglocke | © Wiener Börse AG/APA-Fotoservice/Arman Rastegar

Bereits im Juli hatte das Salzburger Unternehmen Biogena rund um Gründer Albert Schmidbauer seinen Börsengang angekündigt, wie brutkasten berichtete. Heute erfolgte das Listing im Direct Market Plus, also im KMU-Segment der Wiener Börse. Gelistet wurde mit der Biogena Good Vibes AG die oberste Holding der Unternehmensgruppe. Wenige Stunden nach Handelsstart lag die Marktkapitalisierung bei knapp über 480 Millionen Euro.

Zwei AGs sollen perspektivisch verschmolzen werden

Bereits seit 2020 ist mit der Beteiligungsgesellschaft Biogena Group Invest AG ein anderer Teil der Unternehmensgruppe dort gelistet. „Perspektivisch sollen die Strukturen zusammengeführt werden; eine Verschmelzung der Biogena Group Invest AG mit der Biogena Good Vibes AG wird derzeit geprüft“, heißt es dazu in einer Aussendung zum heutigen Börsenstart.

Wachstum auf 500 Mio. Euro Umsatz bis 2030 geplant

Die Biogena Group verfolgt einen ambitionierten Wachstumskurs, wie CEO Schmidbauer auch im Juli gegenüber brutkasten darlegte. Bis 2030 will man den Konzernumsatz von zuletzt 156,65 Millionen Euro auf rund 500 Millionen Euro steigern.

„Die bestehenden Fertigungskapazitäten in Koppl und am neuen Spezialproduktionsstandort Liefering reichen bereits für rund 500 Millionen Euro Umsatz. Die Anlage ist aktuell zu weniger als 25 Prozent ausgelastet. Das heißt: Ein wesentlicher Teil der industriellen Basis für das geplante Wachstum ist bereits vorhanden und muss nicht erst vollständig neu aufgebaut werden“, so Schmidbauer damals.

„Zugang zum Kapitalmarkt eröffnet uns neue Möglichkeiten“

Anlässlich des heutigen Börsenstarts kommentiert der CEO: „Biogena ist aus der Überzeugung entstanden, Gesundheit neu und ganzheitlich zu denken – und aus diesem Anspruch ist über die Jahre eine Unternehmensgruppe mit internationaler Perspektive gewachsen.“ Die Notierung sei „weit mehr als ein finanzieller Meilenstein“, sie sei „der nächste konsequente Schritt“ in der Entwicklung.

„Der Zugang zum Kapitalmarkt eröffnet uns neue Möglichkeiten, unsere Ideen schneller in die Welt zu bringen, international weiter zu wachsen und Biogena langfristig als starke österreichische Gesundheitsmarke zu positionieren“, so Schmidbauer

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