26.01.2021

Bluecode gewinnt neue heimische Banken als Partner – 300 Finanzinstitute an Bord

Das Payment-Startup Bluecode holt sich neue Banken als Partner an Bord. Das Bluecode-Netzwerk wächst in Österreich somit auf 300 Finanzinstitute.
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Blue Code
Christian Pirkner, CEO Blue Code International AG | © Blue Code International AG

Das Partnernetzwerk des österreichischen FinTechs Bluecode wächst: CEO Christian Pirkner gab heute, Dienstag, im Rahmen des PF19 Payment-Festivals bekannt, dass in den letzten Monaten zahlreiche österreichische Banken dem „Ruf nach Zusammenarbeit“ gefolgt sind.

Neben den Raiffeisen Banken sind ab sofort die 3-Banken-Gruppe mit BKS, BTV und Oberbank, alle Volksbanken sowie die Ärzte- und Apothekerbank, weitere Hypo Banken, die Hello Bank, die Bank Burgenland, das Bankhaus Schelhammer & Schattera und die Bank99 neue Partner von Bluecode.

300 Finanzinstitute als Bluecode Partner

Damit erweitert sich das Netzwerk von Bluecode laut eigenen Angaben in Österreich auf bereits mehr als 300 Finanzinstitute. Ebenso stehen „zahlreiche große Partner aus dem Handel und der Technologiewelt kurz vor dem Start“, so Bluecode in einer Aussendung.

„Kollaboration ist der Schlüssel für den Erfolg einer europäischen Payment-Strategie. Daher kooperieren wir eng mit Banken und dem Handel“, so Pirkner.

Europäische Payment Strategie

Im Rahmen des PF19 Payment-Festivals betonte Pirkner, dass Bluecode mit seiner Lösung einen wichtigen Beitrag zur Europäischen Payment Strategie leistet. Ziel sei es, die wachsende Abhängigkeit von außereuropäischen Zahlungssystemen mit europäischen Lösungen zu minimieren.

„Hinter den Kulissen laufen bargeldlose Zahlungen meistens amerikanisch ab“, so Pirkner und ergänzt: „Der Handel muss dabei immer höhere Transaktionsgebühren bezahlen, während Banken zunehmend die Kundenbeziehung an US-Tech-Giganten wie Apple und Google verlieren.“

Bluecode hat sich laut Pirkner zum Ziel gesetzt, mit seiner Mobile Payment-Variante über Strichcode die europäischen Banken und den lokalen Handel zu stärken. „Der Handel schätzt vor allem das komplett berührungslose Bezahlen per Smartphone, profitiert aber auch von der Zahlungsgarantie und attraktiveren Konditionen in Verbindung mit endkundenrelevanten Mehrwerten“, so Pirkner abschließend.

Mehr über das PF19 Payment Festival und die europäische Payment Strategie könnt ihr hier lesen. Zudem sprechen im Video „Die europäische Aufholjagd im Payment“ die Initiatoren von PF19, über die Zielsetzung des Festivals.


Die europäische Aufholjagd im Payment | Payment Festival

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Öklo-Geschäftsführer und Gründer Niko Bogianzidis mit
Öklo-Geschäftsführer und Gründer Niko Bogianzidis mit "Golden Shower" | (c) Öklo

Die britische Times, die deutsche Bild-Zeitung und die französische Nachrichtenagentur AFP griffen die Story im Frühling 2025 auf: Das Wolkersdorfer (NÖ) Startup Öklo, nach eigenen Angaben Europa-Marktführer bei Komposttoiletten, kündigte ein Bier aus recyceltem Urin an. Eineinhalb Jahre später setzte das Unternehmen rund um Gründer Niko Bogianzidis das Vorhaben nun in die Tat um.

„Aufs Patriarchat pinkeln“

Gerade einmal 2.500 Flaschen zu je 0,33 Liter umfasst die erste und möglicherweise einzige Charge des Biers mit dem Namen „Golden Shower“. Diese sollen nur im Rahmen spezieller Aktionen verkauft werden und sonst von Öklo selbst in seinem Netzwerk genutzt werden. Mit der stilisierten Abbildung einer Transgender-Person und dem Slogan „aufs Patriarchat pinkeln“ auf dem Etikett sorgt das Bier gewiss für zusätzliche Aufmerksamkeit.

Auch das Etikett von „Golden Shower“ sorgt für Aufmerksamkeit | (c) Öklo

Bewusstsein für Wasserverschwendung als Hauptziel

Wer hinter all dem eine Marketing-Aktion vermutet, hat freilich Recht. Noch mehr als die erwähnte politische Message auf dem Etikett betont Gründer Bogianzidis ein anderes Ziel: „Mein Ziel mit Öklo und eben auch unserem nun produzierten Urin-Bier ‚Golden Shower‘ war und ist es, Bewusstsein für Wasserverschwendung zu schaffen und dieser im Sinne der Kreislaufwirtschaft entgegenzuwirken. Wasserknappheit ist auch bereits vor unserer Haustür und in ganz Europa ein Riesenthema, wie dieser Sommer zeigt, und wird noch an Bedeutung gewinnen“, sagt er.

Zudem sei es ein Anliegen des Projekts, Urin als Wertstoff anzuerkennen, etwa wiederverwertet als Brauchwasser oder als hochwertige Phosphorquelle. „Anstatt ihn in Phosphorminen in Afrika & Co. teuer als Langzeitdünger auszugraben, wäre es auch möglich, einen Gutteil des Bedarfs über diesen Weg direkt vor Ort zu decken. Es war und ist viel möglich, wenn Entscheidungsträger nur wollen“, so Bogianzidis.

Nur destilliertes Wasser aus Urin im „Urin-Bier“

Auch für „Golden Shower“ wird nur ein einzelner Bestandteil des aufbereiteten Urins genutzt, nämlich destilliertes Wasser. „Wir haben zuerst den Nährstoff Struvit, der als hochwertiger Langzeitdünger verwendet wird und dann Stickstoff aus dem Urin gefiltert. Anschließend wurde das Wasser mittels des Prozesses der Umkehrosmose und anschließender Destillation final bearbeitet und nutzbar gemacht“, erklärt der Gründer. Das gereinigte Wasser sei dann von einem offiziellen Ziviltechnikerbüro in Prüftests als gesundheitlich unbedenklich und für den Brauvorgang geeignet abgesegnet worden.

Diesen übernahm dann die Mostviertler Bio-Brauerei Erzbräu mit Braumeister Benjamin Bruckner. Den Kontakt habe Öklo-Kooperationspartner Muschikraft, eine feministische Craftbier-Marke, hergestellt. „Wir haben uns für die Produktion eines hochwertigen, nicht gefilterten Märzen, zu Englisch Lager, entschieden. Da destilliertes Wasser nicht wirklich lebt, haben wir die 1.000 Liter Wasser von Öklo sicherheitshalber mit zehn Prozent frischem Quellwasser im Tank angereichert, damit die Hefe als lebender Zellorganismus jedenfalls gut reagieren und arbeiten kann“, erklärt Bruckner.

Erzbräu-Braumeister Benjamin Bruckner | (c) oliacreations

Auch er betont die Zielsetzung der Aktion: „Wir leben in einer sehr ressourcenraubenden, verschwenderischen Gesellschaft. Gerade auch beim knappen Gut Wasser, wie wir selbst in Europa diesen Rekordsommer gesehen haben. Es gibt aber effiziente Wege, dem zu begegnen und gegenzuwirken und darauf wollen wir mit diesem Projekt hinweisen.“

Weitere Chargen laut Öklo „nicht ausgeschlossen“

Ob es bei den 2.500 Flaschen bleibt, ist aktuell noch unklar. Weitere Chargen seien „nicht ausgeschlossen“, heißt es von Öklo dazu lediglich. Indessen treibe man weiterhin das Leuchtturm-Projekt „Öklo-Land“ voran – Gründer Bogianzidis sprach dazu bereits vor einem Jahr im brutkasten-Talk. Auf 13.000 Quadratmetern nahe Wolkersdorf soll dabei ein modulares Biomasse-Recycling-Center und Kompetenzzentrum entstehen, das menschliche Fäkalien und biologische Abfälle in Rohstoffe wie Wasser, Dünger und Pellets sowie in Energie, konkret Biogas, umwandelt.

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