08.08.2022

blue auditor: Wiener ESG-Plattform für Immobilien erhält sechsstelliges Investment

blue auditor ist eine ESG-Management- und Risikobewertungsplattform, die den Übergang zu einer nachhaltigen Immobilienwirtschaft ermöglichen soll.
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blue auditor
Auf dem Foto: in der Mitte Wolfgang Lukaschek von blue auditor, rechts daneben Wolfgang Gomernik von DELTA und weitere Investoren | (c) Delta

Die EU-Taxonomie regelt künftig nicht nur, welche Energieformen als nachhaltig gelten, sondern wird auch in der Immobilienwirtschaft neue Standards in Sachen Nachhaltigkeit setzen. Mit ihr liegt innerhalb der Europäischen Union nämlich erstmalig auch ein Klassifizierungssystem für nachhaltige Immobilien vor und hilft Investor:innen ihre wirtschaftlichen Aktivitäten nachhaltig auszurichten. Im Zentrum stehen dabei Zertifizierungsprozesse, die beispielsweise die Energieeffizienz von Gebäuden oder den Ressourcenverbrauch berücksichtigen.

ESG-Plattform für Immobilien

In Österreich ging für derartige Zertifizierungen vor rund zweieinhalb Jahren die ESG-Management- und Risikobewertungsplattform blue auditor an den Start. Die Plattform bietet laut Eigendefinition eine ESG-as-a-Service (ESG-aaS) -Lösung zur Bewertung und Berichterstattung der ESG-Leistung von Gebäuden an. Dies umfasst unter anderem eine automatisierte ESG-Berichterstattung, EU-Taxonomie-Bewertung sowie eine CO2-Stranding-Analyse. Zudem ist auch ein Benchmarking über verschiedene Zertifizierungssysteme für einzelne Assets oder für ganze Portfolios möglich.

Hinter der Plattform steht Gründer Wolfgang Lukaschek, der als Nachhaltigkeitsexperte über 20 Jahr Erfahrung in der internationalen Nachhaltigkeitsberatung verfügt. „Zunächst habe ich 2018 damit begonnen, die Green-Building-Zertifizierungsprozesse für die drei wichtigsten international anerkannten Labels DGNB, LEED und BREEAM zu digitalisieren, zu automatisieren und zu vereinfachen. Mit dem exponentiellen Aufschwung des Themas „ESG“ und der Einführung der EU-Taxonomie in der blue auditor Plattform Anfang 2020 waren wir unter den ersten auf dem europäischen Markt, die eine ganzheitliche ESG-Bewertungs- und Managementplattform angeboten haben.“

blue auditor arbeitet aktuell mit Immobilienprojektentwickler:innen, Vermögensverwalter:innen, Banken, Versicherungen und Pensionsfonds zusammen und verwaltet Vermögenswerte in über 16 Ländern. Über 400 EU-Taxonomie-Bewertungen wurden mit dem Tool schon durchgeführt.

Delta Gruppe investiert in blue auditor

Wie nun bekannt wurde, hat blue editor für das weitere Wachstum eine sechsstellige Seed-Finanzierungsrunde abgeschlossen. Zu den Investor:innen der Runde zählen die Delta Group, Teichmann Holdings LLC und Presidio Advisors. Mit Hilfe des Investments soll blue auditor nun noch weiter in die Breite gebracht werden. Maßgeblich soll dazu auch das Netzwerk der Delta Gruppe beitragen, die als internationale Immobiliengruppe in zahlreichen Ländern aktiv ist und bereits jetzt auf das Tool setzt. In einem nächsten Schritt plant blue auditor nun weitere Mitarbeiter:innen einzustellen, um den Vertrieb anzukurbeln.


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Das Gründerteam von vioom: Lucia Studer und Ronny Türtscher | (c) vioom

Wer auf dem Land lebt, kennt das Problem: Der nächste Bus fährt erst in zwei Stunden und ohne eigenes Auto wird selbst der Weg zum Arzt oder zum Einkaufen zur Herausforderung. Diese Erfahrungen hat auch das Gründerteam des Vorarlberger Startups vioom gemacht. Sie kommen aus dem Großen Walsertal, wo öffentliche Verkehrsverbindungen teilweise nur im Zwei-Stunden-Takt angeboten werden.

„Wir haben als Jugendliche immer Autos gestoppt“, erzählt Mitgründer und Co-CEO Ronny Türtscher. Aus Bedarfserhebungen zur Mobilität in der Region, die Türtscher selbst begleitete, entstand schließlich die Idee zu vioom.

Hinter dem Startup steht die im Februar 2026 gegründete VAREO Innovations GmbH mit Sitz in Ludesch. Als CEOs fungieren Ronny Türtscher und Lucia Studer. Das Gründerteam bringt nach eigenen Angaben gemeinsam mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Softwareentwicklung mit.

Personen- und Warentransporte gemeinsam organisieren

Vioom setzt auf sogenannte On-Demand-Mobilität: Fahrgäste können über eine App eine Strecke innerhalb eines festgelegten Gebiets buchen. Das System organisiert daraufhin ein verfügbares Shuttle. Anders als bei klassischen Anrufsammeltaxis sollen die Fahrzeuge zusätzlich regionale Waren transportieren. „Wir versuchen, die Ausnutzung so hoch wie möglich zu halten und diese Wege von A nach B mit mehreren Erlösströmen zu gestalten“, sagt Türtscher. So könnte ein Shuttle beispielsweise eine Gemüsekiste bei einem Bauernhof abholen, anschließend einen Fahrgast vom Bahnhof transportieren und die Ware danach bei einem Hotel abliefern.

Ziel ist es, Leerfahrten zu reduzieren und Fahrzeuge auch außerhalb der Stoßzeiten auszulasten. Gleichzeitig soll das Angebot bestehende Bus- und Bahnverbindungen ergänzen und insbesondere die sogenannte „First und Last Mile“, also den Weg zur beziehungsweise von der nächsten Haltestelle, abdecken. Durch die gemeinsame Nutzung der Fahrzeuge und eine bessere Anbindung an den öffentlichen Verkehr sollen zudem CO₂-Emissionen reduziert werden. Die Regionen entscheiden dabei selbst, wann Personen- beziehungsweise Warentransporte angeboten werden. Die Durchführung übernehmen beispielsweise regionale Taxiunternehmen. Vioom selbst stellt keine Fahrzeuge oder Fahrpersonal bereit, sondern liefert die Software und begleitet die Umsetzung.

Wie sich die regionale Mobilität rechnen soll

Mit seinem Geschäftsmodell richtet sich vioom an Gemeinden und Regionen. Diese zahlen je nach Modell eine monatliche Gebühr für die Nutzung der Plattform. Zusätzlich erhält das Startup eine Vermittlungsprovision für jede gebuchte Fahrt. Die Fahrgäste und Unternehmen bezahlen für die jeweiligen Personen- oder Warentransporte. Diese Einnahmen fließen grundsätzlich an die Regionen selbst. Die Abrechnung erfolgt vollständig automatisiert über die Plattform.

Durch die Kombination von Personenbeförderung und Warenlogistik sollen die Fahrzeuge besser ausgelastet und zusätzliche Einnahmen erzielt werden. Langfristig will vioom damit die Wirtschaftlichkeit regionaler Mobilitätsangebote verbessern und deren Abhängigkeit von öffentlichen Förderungen verringern.

Technologiepartnerschaft mit ioki

Für die technische Umsetzung arbeitet vioom mit dem Mobilitätstechnologie-Anbieter ioki zusammen. Das Unternehmen ist ursprünglich aus der Deutschen Bahn hervorgegangen und bietet Software für bedarfsgesteuerte Mobilitätsangebote an. Vioom nutzt Teile dieser Technologie und hat darauf aufbauend ein eigenes Logistikmodul entwickelt.

Die Partnerschaft soll auch die Skalierung erleichtern. Für jede Region wird zwar eine individuelle Mobilitätsanalyse durchgeführt, die anschließende Umsetzung erfolgt jedoch über eine standardisierte, anpassbare Plattform.

Eigenfinanziert und erste Pilotprojekte geplant

Bislang wurde vioom vollständig aus Eigenmitteln der CEOs finanziert, mit einem Stammkapital von 12.000 Euro. An der VAREO Innovations GmbH sind die LOONEY GmbH (gehört unter anderem Lucia Studer) mit 66,67 % und scale.out (gehört Ronny Türtscher) mit 33,33 % beteiligt. Für externe Investoren zeigt sich das Unternehmen grundsätzlich offen.

Die größte Herausforderung besteht laut Türtscher darin, erste Referenzprojekte umzusetzen und nachzuweisen, dass die Kombination aus Personen- und Warentransporten tatsächlich wirtschaftliche Vorteile bringt. „Viele Kunden fragen: Was habt ihr schon gemacht und was könnt ihr nachweisen?“, erzählt der Gründer.

Der erste Pilotbetrieb ist derzeit in Vorarlberg in Vorbereitung, ein konkreter Starttermin steht noch nicht fest. Parallel führt vioom Gespräche mit zwei Landkreisen und einer Stadt in Deutschland. Bis Ende 2027 will das Startup drei bis fünf Regionen an die Plattform angebunden haben. Zusätzlich sollen weitere Partnerschaften und Anwendungen, etwa im Tourismus, entstehen.

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