06.06.2018

BlockShow Europe: „99 Prozent der ICOs lösen kein Problem“

Gastbeitrag. Georg Felber, Co-Founder un COO des Linzer Startups Finnoq war bei der BlockShow Europe in Berlin, einer der größten Blockchain-Messen Europas.
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BlockShow Europe: Wikipedia-Gründer Jimmy Wales auf der Bühne
(c) BlockShow Europe: Wikipedia-Gründer Jimmy Wales auf der Bühne

Die BlockShow Europe zählt zu den führenden Blockchain Konferenzen in Europa und machte dieses Jahr von 28. bis 29. Mai 2018 halt in Berlin. Initiator hinter der BlockShow ist Addy Crezee, ehemals CMO von Cointelegraph.

Spätestens bei der Hotelbuchung war die Größenordnung dieser Veranstaltung absehbar, nachdem nahezu alle umliegenden Hotels in Berlin bereits Wochen zuvor ausgebucht waren. Mit dabei waren die Gründer der beiden österreichischen Blockchain Startups von Finnoq und Blockpit. Auch RIAT, das „Institute for Future Cryptoeconomics“ aus Wien, wie auch Vertreter von Speedinvest, waren Gäste bei der Konferenz.

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BlockShow Europe: Von Bitcoin-Millionären bis zu VCs

Die Podiumsdiskussionen wie auch die Vorträge konzentrierten sich auf die drängendsten Fragen der Gegenwart, wie Regierungsinitiativen, die Politik der Zentralbanken und die neuesten Updates zu den weltweiten Regulatoren. Ein heiß diskutiertes Thema waren erwartungsgemäß Anwendungsfälle der Blockchain-Technologie in den verschiedensten Branchen. Einen speziellen Platz nahm die Diskussion zu ICOs im Licht zahlreicher Scams ein. Experten aus aller Welt waren angereist um Einblicke zu gewähren, an Panels teilzunehmen und natürlich dem anschließenden Networking beizuwohnen. Von Bitcoin-Millionären über Business Angels bis hin zu VCs, welche immer mehr auch ICOs in ihr Portfolio aufnehmen, waren verschiedenste Gruppen vertreten.

Jimmy Wales: „Kryptowährungen befinden sich in einer Blase“

Eines der Highlights der BlockShow Europe war der Gastauftritt von Jimmy Wales, Gründer von Wikipedia. Für ihn ist klar: „Kryptowährungen befinden sich zum jetzigen Zeitpunkt in einer Blase“. Im Rahmen einer Präsentation über die objektiv quantifizierbare Zukunft von Krypto-Assets im Vergleich zu ihrer Darstellung in der Presse lieferte der erfahrene Internet-Unternehmer offene Worte über die noch in den Kinderschuhen befindliche Industrie.

Kernproblem und Businessmodell

Ameer Rosic, Investor und Co-Founder von Blockgeeks, ließ in den Panels seine kritische Sichtweise zu Token-Anwendungsfälle freien Lauf und appellierte einmal mehr an Investoren, eine genauere Token Due Diligence der Blockchain Projekte durchzuführen. Die erste Frage die man sich als Unternehmen stellen müsse, sei: Was ist das Kernproblem, das gelöst wird? Die zweite Frage sei: Gibt es ein nachhaltiges, berechenbares Businessmodell für dieses Problem? „99 Prozent der ICO-Projekte weisen beides nicht auf!“, sagt Ameer Rosic.

„Sie lösen kein spezifisches Problem, sie haben kein nachhaltiges, berechenbares Businessmodell und schaffen das Problem nur künstlich“. Und warum starten dann Unternehmen ICOs mit einem Utility Token der nicht passt? „Die Gründe liegen auf der Hand“, sagt Rosic. „Sie wollen keine Anteile der Firma verkaufen und sie benötigen das Geld“. Aus diesem Grund würden viele Tokens in den nächsten Jahren gegen 0 gehen, schätzt der Experte.


Zum Autor:

Georg Felber FinnoqGeorg Felber ist Co-Founder und COO von Finnoq, einem Linzer Startup, das sich mit der Blockchain-Technologie beschäftigt und ein Open-Source Protokoll für crowd-basierte Meinungen und Ratings im Finanzbereich entwickelt. Zuvor machte er seinen Abschluss an der Johannes Kepler Universität in Linz für Wirtschaftswissenschaften und sammelte Berufserfahrung mitunter bei Microsoft.

⇒ Zur Page von Finnoq

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Obwohl es keine 2.000 Einwohner:innen hat, ist das burgenländische Dorf Nickelsdorf durchaus bekannt: erstens aus dem bundesweiten Verkehrsfunk wegen des Grenzübergangs zu Ungarn, zweitens für das jährlich stattfindende größte Rock-Festival Österreichs, Nova Rock. Und noch bei einem dritten Thema schlägt der Ort immer wieder medial auf: Energie – brutkasten berichtete erst kürzlich über das von püspök eröffnete zweitgrößtes „Super-Hybrid-Kraftwerk“ Europas.

Ähnliche Dimension wie Kronstorf

Und es dürfte mit eben diesem dritten Thema zusammenhängen, dass nun noch ein viertes hinzuzukommen scheint: Wie das Nachrichtenmagazin profil zuerst berichtete, scheint in Nickelsdorf ein Rechenzentrum in ähnlicher Dimension wie der umstrittene Google-Bau im oberösterreichischen Kronstorf geplant zu sein. Dafür sei kürzlich eine Fläche mit „41 bis 50 Hektar“ im Besitz der Wirtschaftsagentur Burgenland umgewidmet worden.

Bürgermeister: „Ich renne der Information schon sehr lange nach“

Während sich die Wirtschaftsagentur selbst bei Medienanfragen bislang ausweichend äußert, berichten mehrere Medien mit Bezug auf eine Anfrage der Austria Presseagentur (APA) über ein relativ unmissverständliches Statement aus der Gemeinde: Bürgermeister Gerhard Zapfl gab demnach an, „über ein mögliches Datencenter informiert worden“ zu sein. Viel mehr habe er aber nicht erfahren: „Ich renne der Information schon sehr lange nach“, so der Bürgermeister gegenüber der APA. Näheres werde er aber erst bei einem Termin Mitte August erfahren, berichtet ORF Burgenland.

„Mehrere Anfragen für Hyperscaler“

Die Flächen rund um Nickelsdorf zählen zu den Windkraft- und Photovoltaik-Hotspots Österreichs – nicht erst durch das neue „Super-Hybrid-Kraftwerk“. Auch Pläne zum Ausbau von Hochspannungsleitung und Umspannwerk gebe es bereits, heißt es bei profil. Entsprechend sind gute Voraussetzungen für ein sehr energieintensives Datencenter gegeben. Wer hinter den Plänen steckt? Es gebe „mehrere Anfragen für Hyperscaler“, heißt es dazu von Netz Burgenland gegenüber der APA. Auch bei der Wirtschaftsagentur Burgenland ist von „mehreren Anfragen für verschiedene Projekte“ die Rede.

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