20.09.2022

Blattgold: Düngetücher für mehr Nachhaltigkeit

Düngetücher, die Pflanzen schneller wachsen lassen? Sabine Wirz-Springe aus Bergisch Gladbach hat eine Düngemethode entwickelt, die Kräuter-, Zimmer-, Nutzpflanzen und Bäume nachhaltig mit Nährstoffen versorgt.
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Blattgold Düngetücher
Sabine Wirz-Springe, Gründerin von Blattgold, bietet Düngetücher für Topf-, Garten- und Balkonpflanzen. (c) blattgold-duengetuecher.de

Für ein gesundes Wachstum benötigen Pflanzen richtige Pflege und reichlich Nährstoffe. Die Hobbygärtnerin und Startup-Gründerin Sabine Wirz-Springe hat mir ihren Blattgold-Düngetüchern eine Alternative zu handelsüblichen Flüssigdüngern entwickelt. Die Tücher sind biologisch abbaubar und lassen sich bei Topf-, Balkon- und Gartenpflanzen anwenden.

Pferdeäpfel und Kartoffelsäcke

Schon als Kind hat die Hobbygärtnerin aus Bergisch Gladbach in Nordrhein-Westfalen mit alternativen Düngemethoden experimentiert: Pferdeäpfel in Kartoffelsäcken aus Jute hat die Gärtnerin in Erde eingebettet. Die erste Idee der Innovatorin hat sich bewährt: Ihre Gartenpflanzen sind gewachsen. “Diese Methode hatte den Vorteil, dass die Pflanzen kontinuierlich mit Dünger versorgt wurden”, so die 58-jährige Unternehmerin.

Nachhaltige Alternative zu Flüssigdüngern

Auf der Suche nach einer Alternative zu handelsüblichen Flüssigdüngern hat die Gärtnerin Blattgold erfunden: Die feuchten Tücher enthalten organischen Dünger aus natürlichem Faserzellstoff. Je nach Pflanze können ein bis zwei Düngetücher um den Wurzelballen gewickelt werden. Die Pflanze kommt anschließend wieder in den Topf oder das Beet. Die Tücher versorgen die Wurzeln der Pflanze mit Nährstoffen, Vitaminen und Mineralien und sind biologisch abbaubar. Blattgold-Düngetücher kompostieren sich nach sechs Monaten von alleine. Nutzer:innen vermeiden so zusätzlichen Müll.

Einfache Anwendung für Zimmer, Garten und Balkon

Die organischen Düngetücher von Blattgold würden Pflanzen mit Nährstoffmangel dank natürlicher Wirkung versorgen. Dank der Anwendung um den Wurzelballen der Pflanze wird der Dünger nicht durch Gießen oder Regen weggeschwemmt. Auch Kräuter und kleine Bäume lassen sich mit den Blattgold-Düngetüchern versorgen.

Expansion in den Gartenfachhandel geplant

Die Startup-Gründerin möchte ihre Düngetücher in weiterer Folge landesweit in Garten- und Baumärkten anbieten. Als Investment strebt sie 50.000 Euro für 20 Prozent der Firmenanteile an. Ob sie mit ihrer Business-Idee Investor:innen begeistern wird, zeigt sich in der nächsten Folge der Höhle der Löwen

Mehr zu Blattgold gibt es kommenden Montag, den 26.09., in der Höhle der Löwen um 20.15 Uhr auf VOX. Weiters mit dabei sind Meminto Stories, Gatepress, GetMoBie und Clever Cakes.

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heartbeat.bio
Michael Krebs, CEO von HeartBeat.bio. | Foto: HeartBeat.bio.

2023 holte sich das Wiener BioTech HeartBeat.bio, das 2021 gegründet wurde und im Vienna Biocenter ansässig ist, ein 4,5-Millionen-Euro-Investment im Rahmen einer Pre-Series-A-Runde – brutkasten berichtete.

Im Vorjahr folgte eine Forschungskooperation mit dem Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim, mit dem Ziel gentherapeutische Behandlungen für genetisch bedingte Kardiomyopathien zu entwickeln. Nun kooperiert man mit dem schwedischen Genomikunternehmen CubaseBio, das 3D-Spatial-Transkriptomik-Technologien entwickelt, um einen Hochdurchsatz-3D-Spatial-Profiling-Ansatz für myokardiale Fibrose zu entwickeln und um die Wirkstoffforschung bei Herzinsuffizienz zu steigern.

HeartBeat.bio erhält von der FFG nationale Förderung

Die Partner erhalten dafür rund eine Million Euro an Förderung im Rahmen des Calls 10 des Eurostars-Programms für ihr gemeinsames Projekt „Fibrosis Analysis in Cardioids via Transcriptomic Spatial-mapping in 3D“ (FACTS-3D).

Die nationale Förderung erfolgt durch Vinnova (Schwedens Innovationsagentur) und die österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG), mit Ko-Finanzierung durch die Europäische Union im Rahmen von Horizon Europe.

Das Projekt verbindet die firmeneigene Cardioid-Technologie von HeartBeat.bio mit der 3D-Spatial-Transkriptomik-Plattform von CubaseBio, um einen skalierbaren Ansatz zur Analyse der molekularen und zellulären Mechanismen hinter myokardialer Fibrose zu entwickeln.

64 Millionen Menschen von Herzinsuffizienz betroffen

Trotz bedeutender Fortschritte in der kardiovaskulären Forschung bleibt die Entwicklung neuer Therapien gegen Herzinsuffizienz eine Herausforderung. Weltweit sind mehr als 64 Millionen Menschen von Herzinsuffizienz betroffen, was eine große und wachsende globale Gesundheitsbelastung darstelle, heißt es per Aussendung. Herkömmliche präklinische Werkzeuge wie Tiermodelle und 2D-Zellkulturen könnten die Komplexität der menschlichen Biologie, zellulärer Interaktionen und der räumlichen Organisation zugrundeliegender Herzerkrankungen häufig nicht vollständig abbilden.

FACTS-3D soll genau hier ansetzen: Das Projekt verbindet menschliche Herzorganoide, die die Biologie des Herzens realitätsnah abbilden, mit einer 3D-Spatial-Transkriptomik-Methode, die viele Proben gleichzeitig auswerten kann. Zur Erklärung: Bisherige Verfahren zur räumlichen Genanalyse funktionieren nur bei dünnen, flach geschnittenen Gewebeproben. Für die Untersuchung von Organoiden, die dreidimensionale Struktur besitzen, sind sie deshalb kaum brauchbar, und schon gar nicht, wenn viele Proben zügig analysiert werden sollen. Die 3D-Technologie von CubaseBio umgeht dieses Problem: Sie lässt sich direkt in gängigen Labor-Plattenformaten mit 96 oder 384 Vertiefungen einsetzen. Dadurch kann das Projekt die Herzorganoide von HeartBeat.bio erstmals in ihrer vollständigen, dreidimensionalen Struktur untersuchen, statt sie in dünne Scheiben zerlegen zu müssen.

Dieser Ansatz sei besonders wichtig für die Erforschung von Herzmuskel-Vernarbung (Fibrose), einem Prozess, der zum krankhaften Umbau des Herzens beiträgt und bei vielen Formen von Herzinsuffizienz eine Rolle spielt. Indem die Partner sichtbar machen, welche Gene in welchen Zellen des intakten 3D-Herzgewebes aktiv sind, wollen sie herausfinden, wie die Erkrankung entsteht, wie das Gewebe auf Behandlungen reagiert und wo neue Ansatzpunkte für Medikamente liegen könnten.

Neue Mechanismen

„Das FACTS-3D-Projekt bringt zwei hochgradig komplementäre Technologien zusammen, um eine der zentralen Herausforderungen der kardiovaskulären Wirkstoffforschung anzugehen: das Verständnis der Krankheitsbiologie in einem physiologisch relevanten menschlichen Kontext bei gleichzeitigem Erhalt der räumlichen Informationen, die für komplexe kardiale Phänotypen essenziell sind. Für HeartBeat.bio stellt diese Kooperation einen wichtigen Schritt dar, Cardioide nicht nur für die phänotypische Wirkstoffforschung zu nutzen, sondern auch um neue Mechanismen und Zielstrukturen für Herzinsuffizienz zu entdecken und zu validieren, insbesondere bei myokardialer Fibrose und kardialem Remodeling“, sagt Michael Krebs, CEO von HeartBeat.bio.

Und Malte Kühnemund, CEO von CubaseBio, ergänzt: „Die Herzbiologie ist ein perfektes Beispiel dafür, warum der 3D-Spatial-Kontext so wichtig ist. Die Art, wie sich Zellen dreidimensional organisieren, ist zentral dafür, wie eine Herzkammer aufgebaut ist, was bei Fibrose geschieht und wie sich das Herz umbaut. Unsere Technologie wurde genau dafür entwickelt, diese Art von Komplexität vollständig in drei Dimensionen zu erfassen. Das lässt sich nicht durch Schnittverfahren erfassen, und 3D-Bildgebungshardware verfügt nicht über den nötigen Durchsatz. Das macht unsere 3D-Spatial-Transkriptomik-Technologie zu einer naheliegenden Wahl für das Hochdurchsatz-Screening von Herzmedikamenten. HeartBeat.bio ist der ideale Partner, um unsere 3D-Spatial-Technologie in umsetzbare Erkenntnisse für komplexe kardiovaskuläre Erkrankungen zu übersetzen.“

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