25.11.2022

Black Friday: Amazon-Mitarbeiter:innen streiken in 40 Ländern

Gewerkschaften haben weltweit Amazon-Angestellte zu Streiks am umsatzstärksten Tag des Tech-Giganten aufgerufen.
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Amazon Prime Day
(c) Amazon

Auf diesen Tag haben viele gewartet – der Black Friday mit vielen Sonderangeboten und -aktionen ist endlich da. Der wohl umsatzstärkste Tag für den US-Tech-Giganten wird heuer international von Gewerkschaften als Streiktag bei Amazon verkündet. Die Initiative “Make-Amazon-Pay” möchte mit Streiks in über 40 Ländern auf die zu niedrigen Gehälter, unsicheren Arbeitsbedingungen sowie die Klimabilanz des Tech-Giganten aufmerksam machen. Wie Reuters und Business Insider berichten, finden die Proteste und Arbeitsniederlegungen in Frankreich, den USA, Indien, Irland, Südafrika sowie in zehn deutschen Fulfillment-Centern statt. Die deutsche Gewerkschaft ver.di habe zuvor tausende Amazon-Angestellte zum Black-Friday-Streik aufgerufen.

Make-Amazon-Pay-Streiks an Black Friday

„Das ist das erste Mal, dass es bei Amazon einen internationalen Streiktag gibt“, sagte Monika Di Silvestre, Verdi-Vertreterin für die Amazon-Beschäftigten. Die deutsche Gewerkschaft hat im Rahmen des “Make-Amazon-Pay”-Streiks das US-Unternehmen dazu aufgefordert, die Kollektivverträge für den Einzel- und Versandhandel anzuerkennen und forderte einen weiteren Gesamtarbeitsvertrag für gute und gesunde Arbeit. 

Diese Aktion sei von sehr großer Bedeutung, denn einem globalen Großkonzern wie Amazon könne man nicht allein auf lokaler, regionaler oder nationaler Ebene entgegentreten, so Di Silvestre. Der Streiktag gibt Angestellten aus Koblenz und Metz in Frankreich zudem die Möglichkeit, sich gegenseitig an einem der Standorte zu besuchen. 

“Für Amazon wird es keine Ruhe geben”

Schon im Oktober hatte ver.di Angestellte in neun deutschen Amazon-Fulfillment-Centern zu Arbeitsniederlegungen für die Prime-Ecxlusive-Days am 11. und 12. Oktober aufgerufen. Auslöser der Streiktage waren die zu niedrigen und standortabhängigen Lohnanpassungen, die deutlich unter der Inflationsrate – zwischen drei und sieben Prozent – lagen. 

“Gleichzeitig hat Amazon den Preis für eine Prime-Mitgliedschaft um über 30 Prozent erhöht. Das passt nicht zusammen”, sagt Di Silvestre. Für Amazon werde es keine Ruhe geben, bis der Konzern endlich Verhandlungen mit den Gewerkschaften und den Abschluss von Tarifverträgen akzeptieren werde, so die Amazon-Streik-Koordinatorin bei ver.di.

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Der Alpike ist aus Carbon gefertigt und wiegt 5,5 Kilogramm © Alpike

Ein Bergaufstieg, wie er im Buche steht: In der Ferne sind noch Kuhglocken zu hören und es sind nur noch wenige Schritte bis zum langersehnten Gipfelkreuz. Doch während die Anstrengung des Aufstiegs langsam vom euphorischen Gipfelgefühl abgelöst wird, schleicht sich ein anderer, weniger angenehmer Gedanke ein: Und jetzt das alles wieder runter. Die Knie schmerzen schon beim bloßen Gedanken, die Motivation lässt nach, und die Vorstellung des langweiligen Forstwegs zieht sich in Gedanken schon in die Länge. Genau damit soll dank Alpike jetzt Schluss sein: Mit dem Scooter am Rücken soll der Spaß am Berg, wenn es nach Lukas Jungmann und seinem Partner Edwin Meindl geht, beim Abstieg erst richtig losgehen.

Vom eigenen Bedürfnis zum Produkt

Lukas Jungmann führt das Designbüro Aberjung, Edwin Meindl das Konstruktionsbüro Micado und beide zieht es fast jedes Wochenende auf einen der unzähligen Berge ihrer Heimatregion Osttirol. „Ich glaube, die schönsten Storys entstehen, wenn du selber eigentlich das für dich baust“, erzählt Jungmann. Die erste Skizze des Alpikes lässt sich auf das Jahr 2021 datieren. Über die Jahre ist ein komplett aus Carbon gefertigtes Gefährt entstanden, das knapp fünf Kilogramm wiegt und sich am Gipfel in wenigen Sekunden aufbauen lässt. Zum Vergleich: Fünf Kilo entsprechen in etwa einer ausgewachsenen Hauskatze oder einem kleinen Hund, etwa einem Mops.

© Alpike

Fahrgefühl jenseits der Forstwege

Der Alpike grenzt sich bewusst von bisherigen, oft sperrigen Konzepten ab. Er kommt ohne Motor und ohne Sattel aus, was den Rider:innen ein besonderes Sicherheitsgefühl geben soll: Man steht dicht über dem Boden und könnte bei Hindernissen jederzeit sicher abspringen. Jungmann beschreibt den technischen Ansatz so: „Wir sind eine Mischung aus Fahrrad und Roller, ohne Motor. Es soll jetzt nicht nur eine Krücke sein, damit man irgendwie den Berg runterkommt, sondern es ist ein Performance-Gerät, was Spaß machen soll.“

Zudem soll das kompakte Design völlig neue Routen abseits breiter Wege eröffnen. „Wenn es steigiger wird, dann wirst du nicht das Mountainbike schultern und tragen“, erklärt Jungmann. Mit dem Alpike ließen sich hingegen auch schmale Steige bewältigen und Felspassagen durch leichtes Tragen überwinden, was mit dem Mountainbike schlichtweg unmöglich wäre.

Der geschulterte Alpike © Alpike

Skitourengeher:innen als potentielle Zielgruppe

Das Geschäftsmodell basiert auf dem Verkauf dieses Premium-Geräts, das für 3.900 Euro netto die Besitzer:in wechseln soll. Die ideale Zielgruppe sieht der Gründer in gut verdienenden Menschen zwischen 30 und 50 Jahren, die im Beruf stehen und bereit sind, nennenswerte Summen in hochwertige Sportausrüstung zu investieren. Von denen gäbe es in Osttirol einige, erklärt der Gründer.

Ein besonderes Potenzial liegt hierbei in einem aktuellen Markttrend: Da die Winter kürzer werden und der klassische Skitourenmarkt droht nach und nach einzubrechen, positioniert sich der Alpike als Sommer-Alternative. „Die Skitourengeher:innen investieren relativ fest in ihren Sport und haben eigentlich keine Alternative im Sommer. Die Leute haben mit dem Alpike dann trotzdem das Gefühl, rauf zu gehen und runter zu fahren, wie sie das vom Skitouren gewohnt sind“, so Jungmann.

© Alpike

Motorisierte, urbane Produktabwandlung

Neben der antriebslosen Sport-Variante bietet Alpike laut Website auch die „Urban“-Edition an – eine elektrische Last-Mile-Lösung für den städtischen Alltag. Sie wiegt zehn Kilogramm, leistet bis zu 1,8 kW und erreicht laut Unternehmen eine Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h sowie eine Reichweite von 25 Kilometern. Der 260-Wh-Akku ist herausnehmbar und soll in 30 Minuten vollständig aufgeladen sein. Wie die Sport-Version lässt sich auch die Urban-Edition werkzeugfrei in 15 Sekunden zusammenfalten.

Launch für nächstes Frühjahr geplant

Bislang haben die Gründer die Entwicklung weitgehend ohne externes Kapital vorangetrieben und rund eine Million Euro, maßgeblich in Form von unbezahlten Arbeitsstunden, investiert. Derzeit laufen Verhandlungen, um einen externen Investor an Bord zu holen, der den finalen Go-to-Market-Schritt finanzieren soll.

Frisches Kapital wird nun für das Marketing, den Bau von großen Werkzeugen für die Serienfertigung sowie den Zusammenbau benötigt. Aktuell will man das Gerät als Mountainbike klassifizieren lassen. Im Frühjahr des nächsten Jahres soll der Alpike offiziell in den Handel kommen.

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