04.10.2022

Bitpanda: Letztes Jahr fast halbe Milliarde Euro Umsatz

Bitpanda konnte seinen Umsatz im Krypto-Rekordjahr 2021 um 764 Prozent steigern und machte 37,5 Millionen Euro Gewinn.
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(c) Bitpanda - Die Bitpanda-Founder Christian Trummer, Paul Klanschek und Eric Demuth.

Dass das Krypto-Rekordjahr 2021 für das Wiener Unicorn Bitpanda geschäftlich sehr gute Auswirkungen hatte, dürfte niemanden überraschen. Wie gut es tatsächlich lief, geht aus einem neuen Geschäftsbericht hervor, über den das Magazin Finance FWD berichtet. Demnach erzielte das FinTech-Unternehmen vergangenes Jahr bei einem Handelsvolumen von 17,9 Milliarden Euro über die Plattform einen Umsatz von 477,9 Millionen Euro – deutlich mehr als etwa das Berliner Fintech-Unicorn N26. Im Gegensatz zu diesem schrieb Bitpanda zudem schwarze Zahlen: 37,5 Millionen Euro Gewinn konnte man 2021 verbuchen.

71,7 Millionen Euro Personalkosten im Vorjahr

Bekanntlich hat sich die Stimmung am Kryptomarkt seitdem gedreht. Die Kurse der großen Coins stürzten auf einen Bruchteil der All-Time-Highs im Vorjahr, mehrere Altcoins crashten gänzlich. Das traf auch Bitpanda deutlich. Das Unternehmen kam laut Geschäftsbericht 2021 auf stolze 71,7 Millionen Euro Personalkosten im Vergleich zu 14 Millionen Euro im Jahr davor. Und das, obwohl die Belegschaft 2021 laut Bericht im Durchschnitt „erst“ knapp unter 400 Personen betrug. Mitte dieses Jahrs waren es dann schon rund 1.000, als sich Bitpanda zur Kündigung von 270 Mitarbeiter:innen gezwungen sah, wie der brutkasten damals als erstes berichtete.

Auch dieses Jahr „moderates Wachstum“ bei Bitpanda prognostiziert

Damals beteuerte man, dass das Unternehmen durch diesen Schritt finanziell stabil bleiben soll. Im Geschäftsbericht wird nun auch für dieses Jahr trotz Krypto-Winters ein „moderates Wachstum des Gesamtunternehmens und des damit verbundenen Handelsvolumens“ prognostiziert. Dieses Ziel wirkt angesichts von bereits bekannten Umsatzeinbrüchen bei internationalen Krypto-Börsen zumindest ambitioniert wenn nicht unrealistisch. Denn auch die Produktdiversifizierung mit immer neuen für Anleger:innen angebotenen Assets, wie zuletzt etwa Rohstoffen, läuft zwar. Laut Geschäftsbericht ist der Handel von Krypto-Währungen aber immer noch der „größte Treiber des Unternehmensumsatzes“ bei Bitpanda.

DisclaimerDie Bitpanda GmbH ist mit 3,9849 % an der Brutkasten Media GmbH beteiligt.

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Howie
© Suchart Wannaset - Ewa Lenart von Howie.

Anmerkung der Redaktion: Dieser Artikel wurde nachträglich (11.9.2026) nach Erhalt eines Statements von Gründerin Ewa Lenart ergänzt.

„Ein Unternehmen mit 300 Ingenieurinnen und Ingenieuren gibt im Durchschnitt zwischen 1,8 und 36 Millionen Euro pro Jahr für die manuelle Informationsbeschaffung aus“, erklärt Ewa Lenart, Gründerin des Wiener Startups Howie, vergangenes Jahr. Ihr Unternehmen könne helfen, die Kosten dafür zu halbieren.

„AI Copilot for the Built Environment“

Dazu positionierte Howie sich als „AI Copilot for the Built Environment“. Die KI-gestützte Plattform für die Bau- und Immobilienbranche bereitet unter anderem Texte, Bilder und Konstruktionszeichnungen mit großen Datenvolumina auf. Dabei nutzt sie LLMs, um Muster in den Daten, etwa auch aus Berichten, E-Mails, Bildern und Zeichnungen, zu erkennen.

Zwei Investmentrunden 2025

Mit dem Konzept konnte Howie vergangenes Jahr mehrere Investoren überzeugen. Im März und im November 2025 verkündete das Unternehmen jeweils eine sechsstellige Finanzierungsrunde. Dabei dürfte es sich um Wandeldarlehen gehandelt haben: In den öffentlich einsehbaren Firmenbuch-Daten sind die Finanzierungsrunden nämlich in den Beteiligungsverhältnissen nicht ablesbar. Zudem holte Gründerin Lenart vergangenes Jahr den zweiten Platz in der Kategorie Startups beim brutkasten „Innovator of the Year“.

Konkursantrag – keine Details von Kreditschutzverbänden

Doch nun brachte das Startup einen Konkursantrag ein, wie die heimischen Kreditschutzverbände übereinstimmend berichten. Konkrete Informationen dazu liegen aktuell bei keinem der Verbände vor. Sollten die Investments tatsächlich in Form von Wandeldarlehen erfolgt sein, würde ihre Summe in die Passiva fallen.

Gründerin Lenart: Zwei Investments nicht rechtzeitig abgeschlossen

Auf brutkasten-Anfrage meldete sich Gründerin Ewa Lenart mit einem Statement zur Insolvenz. Man sei in einem „technisch sehr anspruchsvollen und noch relativ jungen Markt“ tätig, und habe in den vergangenen zwei Jahren ein starkes, wachsendes Interesse von weltweit führenden Architektur-, Ingenieur- und Beratungsunternehmen verzeichnen können. „Gleichzeitig erwiesen sich die Entwicklungs- und Implementierungszyklen in der Bau- und Immobilienbranche als länger und kapitalintensiver, als wir ursprünglich geplant hatten. Wir waren daher auf eine zusätzliche Finanzierung angewiesen, um die nächsten kommerziellen Meilensteine zu erreichen“, so die Gründerin.

Während der jüngsten Finanzierungsrunde habe man zwei Term Sheets mit etablierten Investoren unterzeichnet. „Letztendlich wurde jedoch keine der beiden Transaktionen innerhalb des Zeitrahmens abgeschlossen, den das Unternehmen benötigte“, schreibt Lenart. „Wir haben zudem ein deutlich schlankeres und stärker kundenfinanziertes Betriebsmodell geprüft, konnten die daraus resultierende Liquiditätslücke aber nicht rechtzeitig schließen.“

Weiterführung steht noch im Raum

Doch Lenart fügt an: „Die zugrunde liegende Marktthese ist aus meiner Sicht nach wie vor sehr stark. Als wir Howie gründeten, befanden sich KI-native Workflows für die Baubranche noch in einer sehr frühen Phase. In den letzten zwei Jahren haben sich die Investitionen und die Adaption in diesem Bereich deutlich beschleunigt.“ Man sehe weiterhin Interesse von Kunden und Branchenakteuren an Howie und seiner Technologie. „Ob und in welcher Form Teile des Unternehmens oder des Produkts fortbestehen werden, hängt nun vom Insolvenzverfahren ab“, so die Gründerin.

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