29.01.2026
KRYPTO

Bitpanda Technology Solutions startet Partnerschaft mit UK-Fintech Ribbon PLC

Nach der UK-Expansionsankündigung im Herbst 2025 baut Bitpanda auch sein B2B-Geschäft im Vereinigten Königreich weiter aus. Bitpanda Technology Solutions kooperiert mit Ribbon PLC.
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Bitpanda
Bitpanda Headquarter in Wien (c) Bitpanda GmbH

Erst vor wenigen Monaten hat Bitpanda seine Expansion nach Großbritannien bekanntgegeben und ist mit einem Sponsoring des FC Arsenal in den britischen B2C-Markt eingetreten (brutkasten berichtete). Nun folgt ein weiterer Schritt im Vereinigten Königreich, diesmal im B2B-Bereich: Bitpanda Technology Solutions (BTS) geht eine strategische Partnerschaft mit dem britischen Fintech Ribbon PLC ein.

Digitale Asset-Infrastruktur für den britischen Markt

Im Rahmen der Kooperation wollen die beiden Unternehmen ein digitales Asset-Investmentangebot für Großbritannien aufbauen. Bitpanda Technology Solutions stellt dafür eine End-to-End-Infrastruktur bereit, die Handel, Verwahrung (Custody) und Ausführung (Execution) digitaler Vermögenswerte abdecken soll.

Geplant seien unter anderem Kauf- und Verkaufsfunktionen für Kryptowährungen, Staking, Swaps, Sparpläne, offene Krypto-Transfers (Open-Loop) sowie eine Omnibus-Custody-Lösung. Die technische Infrastruktur und die Liquidität sollen von Bitpanda bereitgestellt werden. Laut Unternehmen soll dies den Zugang zu mehr als 600 Krypto-Assets ermöglichen. Die Umsetzung soll schrittweise entlang der Produkt-Roadmap von Ribbon erfolgen.

Ribbon fokussiert auf globale Arbeitsmigrant:innen

Ribbon PLC positioniert sich als digitale Finanzplattform für globale Arbeitsmigrant:innen. Nutzer:innen sollen bereits vor dem Verlassen ihres Herkunftslandes Konten eröffnen und nach der Ankunft grenzüberschreitende Finanzdienstleistungen nutzen können. Zum Angebot zählen Multi-Währungs-IBAN-Konten, internationale Überweisungen, physische und virtuelle Debitkarten sowie KI-gestützte Analysefunktionen. Das Unternehmen verfolgt nach eigenen Angaben einen CO₂-neutralen Ansatz.

Ausbau des B2B-Geschäfts bei Bitpanda

Bitpanda verweist in der Aussendung auf eine steigende Nachfrage institutioneller Partner nach regulatorisch konformer und skalierbarer Infrastruktur für digitale Vermögenswerte. Bitpanda Technology Solutions möchte sich dabei an Banken, Fintechs, Broker und andere Finanzinstitutionen, die eigene Krypto-Services integrieren möchten, richten.

Die Partnerschaft mit Ribbon reiht sich in eine mittlerweile große Zahl internationaler Kooperationen ein. Erst kürzlich hat Bitpanda Technology Solutions etwa eine Zusammenarbeit mit der brasilianischen Banco BS2 angekündigt (brutkasten berichtete), um Finanzinstituten in Brasilien den Zugang zu Krypto-Services zu ermöglichen.

Internationale Expansion und strategische Schritte

Parallel zur B2B-Strategie möchte Bitpanda seine internationale Expansion auch im B2C-Bereich weiter vorantreiben. In den letzten Wochen hatte das Unternehmen unter anderem den Handel mit echten Aktien gestartet (brutkasten berichtete), neue Märkte erschlossen und wiederholt Überlegungen zu einem möglichen Börsengang kommuniziert (brutkasten berichtete).

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Gründer-Duo Josef Chen (l.) und Ivan Tregear (r.) mit dem Roboter Fusion. (c) Kaikaku

Im China-Restaurant seiner Eltern in Linz schälte Josef Chen bereits in seiner Kindheit Kartoffeln und half im Betrieb. Die Idee für sein Startup kam dem Oberösterreicher genau hier: Wiederkehrende Restaurantarbeit mit Robotik zu automatisieren. Über Chens Werdegang hat brutkasten bereits berichtet.

Nach einigen Gründungen verzeichnete Chen durch Kaikaku seinen bislang größten Erfolg: Innerhalb von drei Monaten nach der Gründung im April 2023 konnten dafür bereits 750.000 US-Dollar an Investments eingesammelt werden. Nun gibt der Founder die Übernahme durch das US-Unternehmen Reef, und damit einen erfolgreichen Exit bekannt.

„Kaikaku haben wir in London aufgebaut. Die Idee entstand aber im Restaurant meiner Eltern in Linz. Dass wir jetzt bei Reef daran weiterarbeiten können, macht mich stolz“, sagt Chen.

360 Bowls pro Stunde

Das Herzstück von Kaikaku heißt Fusion, ein modularer Roboter. Im eigenen Bowl-Restaurant Common Room, das bis November 2024 in London geöffnet hatte, wurde der Roboter getestet. Mittlerweile hat Kaikaku fünf Generationen von Fusion entwickelt. Der Roboter portioniert die Zutaten nach Bestellung. Nach Unternehmensangaben schafft die fünfte Generation je nach Konfiguration bis zu 360 Bowls pro Stunde.

30 Mio.-Dollar Bewertung

„Wir haben eine (bisher) unangekündigte Seed-Runde über 4 Millionen Dollar in einer Branche eingesammelt, die die meisten Investoren – ehrlich gesagt – als total unsexy abgeschrieben hatten“, kommentiert der Founder auf LinkedIn. Das Unternehmen wurde nach Angaben von Chen Ende 2025 mit 30. Mio.-US-Dollar bewertet.

Über den jetzigen Verkaufspreis an Reef wird geschwiegen. Was bekannt ist: Kaikaku bringt seine Technologie und sein Kernteam zu Reef.

SoftBank Vision Fund 1 als Investor

Das US-Unternehmen Reef – spezialisiert auf digitale Infrastruktur für Gastronomie und lokale Services – hat seit der Gründung über 1,5 Milliarden US-Dollar Kapital eingeworben. Zu den Investoren zählt unter anderem der 98,6 Milliarden US-Dollar schwere SoftBank Vision Fund 1. Details zur aktuellen Finanzlage, der Eigentümerstruktur oder der genauen Höhe einzelner Beteiligungen lässt Reef in seiner aktuellen Ankündigung allerdings offen.

„Reef ist die Skalierung“

Mit den Worten: „Wir sind nicht hier, um einfach nur einen beeindruckenden Roboter zu bauen. Wir sind angetreten, um zu beweisen, dass die Technologie reif ist, die Unit Economics funktionieren und das Einzige, was jetzt noch fehlt, Skalierung ist. Reef ist diese Skalierung. Bald mehr dazu“, lässt Chen die Zukunft des Unternehmens offen. Was nach Chen jedenfalls feststeht: Im Markt für Gastronomie-Infrastruktur und Kitchen-Tech würde sich derzeit eine Phase hoher Kapitalzuflüsse abzeichnen.

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