25.03.2026
BLOCKCHAIN

Bitpanda startet „Vision Chain“ für tokenisierte Vermögenswerte

Die Wiener Krypto-Plattform Bitpanda baut ihr Infrastrukturangebot weiter aus und präsentiert mit „Vision Chain“ eine eigene Blockchain-Lösung für europäische Finanzinstitute. Entwickelt wurde das Netzwerk gemeinsam mit der Vision Web3 Foundation und dem Blockchain-Infrastruktur-Anbieter Optimism.
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Das Bitpanda-Headquarter in Wien (c) Bitpanda
Das Bitpanda-Headquarter in Wien | (c) Bitpanda

Ziel der neuen Blockchain-Schicht ist es, tokenisierte Vermögenswerte aus isolierten Pilotprojekten in den breiten Einsatz zu bringen. Damit adressiert das Unternehmen eine zentrale Herausforderung im europäischen Finanzsystem: Viele Institute nutzen bisher eigene, geschlossene Systeme, die nur eingeschränkt miteinander verbunden sind und in denen vergleichsweise wenig Handel stattfindet.

Infrastruktur für regulierte Finanzmärkte

Vision Chain soll eine standardisierte Umgebung bieten, in der Banken und FinTechs tokenisierte Assets emittieren und abwickeln können – im Einklang mit europäischen Regulierungen wie MiCAR, MiFID II und DORA. Gleichzeitig setzt die Plattform auf eine öffentliche Blockchain-Architektur, kombiniert mit institutionellen Anforderungen an Stabilität und Compliance.

Ein zentrales Element ist dabei die Nutzung von Euro-Stablecoins für Netzwerk- und Transaktionsgebühren. Damit sollen typische Volatilitätsrisiken öffentlicher Blockchains reduziert werden. Für Finanzinstitute soll so der Einstieg erleichtert werden, ohne eigene Infrastruktur aufbauen zu müssen.

„Heute sprechen wir noch von digitalen Assets, aber künftig werden vermutlich alle Vermögenswerte digital sein. Die Tokenisierung wird die Kapitalmärkte grundlegend verändern. Europäische Finanzinstitute sind seit Jahren bereit für diesen Wandel, doch die notwendige Infrastruktur fehlte bislang. Mit Vision Chain schaffen wir eine öffentliche Blockchain, die an europäischen regulatorischen Standards ausgerichtet ist und die Offenheit öffentlicher Netzwerke mit der Zuverlässigkeit kombiniert, die Institutionen benötigen. Damit legen wir das Fundament für Europas digitale Kapitalmärkte“, sagt Lukas Enzersdorfer-Konrad, CEO von Bitpanda.

Neue Investmentmöglichkeiten

Als wirtschaftliches Rückgrat dient der Vision Token (VSN), der von der Vision Web3 Foundation emittiert wird. Ein Teil der Einnahmen aus dem Netzwerk soll für Rückkäufe und die Reduktion des Token-Angebots verwendet werden. Damit soll die Stabilität und Entwicklung des Ökosystems unterstützt werden.

Für Entwickler:innen im DeFi-Bereich soll sich damit ein reguliertes Umfeld eröffnen, in dem Anwendungen auf Basis institutioneller Assets aufgebaut werden können. Gleichzeitig sollen die mehr als sieben Millionen Nutzer:innen von Bitpanda Zugang zu neuen Investmentmöglichkeiten erhalten, die bislang vor allem professionellen Marktteilnehmern vorbehalten waren.

„Die Vision Foundation wurde gegründet, um eine offene und nachhaltige Infrastruktur für Onchain-Finanzanwendungen aufzubauen. Vision Chain ist ein zentraler Meilenstein auf diesem Weg. Durch die Verbindung öffentlicher Blockchain-Technologie mit institutionellen Anforderungen und langfristigen Anreizmechanismen schaffen wir die Grundlage für eine neue Generation europäischer Finanzanwendungen auf transparenten und interoperablen Netzwerken“, sagt Fabian Reinisch, Präsident des Vorstands der Vision Web3 Foundation.

Brücke zwischen Finanzwelt und Blockchain

Technologisch basiert Vision Chain auf dem sogenannten OP Stack von Optimism. Das Modell umfasst neben dem Betrieb der Blockchain auch Infrastrukturmanagement und laufende Updates. Ziel ist es, Partnerunternehmen zu ermöglichen, sich auf konkrete Anwendungsfälle zu konzentrieren.

„Vision Chain spiegelt die steigende Nachfrage nach Blockchain-Infrastruktur wider, die institutionellen Standards entspricht, ohne die Offenheit von Ethereum einzuschränken. Mit OP Enterprise bieten wir ein vollständig gemanagtes Deployment-Modell, das den Betrieb der Chain, das Infrastrukturmanagement sowie laufende Upgrades abdeckt und es Partnern ermöglicht, sich auf Produktentwicklung und reale Anwendungsfälle zu konzentrieren. Wir sind stolz darauf, gemeinsam mit Bitpanda und der Vision Foundation regulierte Finanzinstitute auf Ethereum zu bringen und Europas Rolle in der globalen Onchain-Ökonomie zu stärken“, sagt Jing Wang, CEO von Optimism.

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Das Verenas-Team mit Gründerin Verena Nairz-Kapferer (3. v.r.). © Verenas

Die Ursprungsidee für Verenas entstand krisenbedingt: Während des ersten Corona-Lockdowns 2020 entwickelte Verena Nairz-Kapferer im eigenen Innsbrucker Café haltbare Rezepturen, um den Betrieb abzusichern. Was als Initiative für Café-Gäste begann, wird nun zum eigenständigen Geschäftsmodell. Im November 2026 gründen Verena Nairz-Kapferer und Jürgen Nairz eine eigene GmbH, um das Produktangebot im B2B-Bereich überregional zu skalieren.

Prozesssicherheit statt Spezialzutaten

Im Zentrum der Vertriebsstrategie steht der Premium-Gastrogroßhandel, über den Hotels, Cafés und Restaurants flächendeckend beliefert werden sollen. Aus mehr als 60 praxiserprobten Rezepturen konzentriert sich das Unternehmen für Großküchen auf rund 20 Varianten. Der wirtschaftliche Hebel liegt laut dem Gründungsteam dabei nicht nur beim Wareneinsatz von 0,80 bis 1,20 Euro pro fertig gebackener Portion. Standardisierte Mischungen reduzieren insbesondere den Arbeits- und Lageraufwand für Betriebe, die keine eigenen Spezialzutaten vorhalten wollen.

„Für einen Gastronomiebetrieb zählt nicht nur, was eine Portion an Zutaten kostet. Entscheidend sind auch Arbeitszeit, Einfachheit, Prozesssicherheit und eine Qualität, die unabhängig davon funktioniert, wer den Kuchen gerade zubereitet“, erklärt Jürgen Nairz, der den Vertriebsaufbau verantwortet.

Getrennte Produktion für Glutenfrei-Zertifizierung

Verena Nairz-Kapferer arbeitete ursprünglich im sozialen Bereich und verkaufte samstags selbst gebackene Kuchen. © Verenas

Die Backmischungen sind rein pflanzlich sowie zu großen Teilen zusätzlich glutenfrei formuliert. „Ich wollte nie einen Kuchen entwickeln, bei dem jemand sagt: Für vegan oder glutenfrei schmeckt der aber gut“, betont Produktentwicklerin Verena Nairz-Kapferer.

Um die geforderten Qualitätsstandards im B2B-Geschäft sicherzustellen, trennt das Startup laut eigenen Angaben die Fertigung. Vegane Varianten sollen ab November 2026 in einem Partnerbetrieb nahe Graz abgefüllt werden. Die glutenfreien Mischungen verbleiben in einer separaten Innsbrucker Produktionsstätte, um Kreuzkontaminationen auszuschließen. Damit bereitet sich das Unternehmen auf die Zertifizierung mit dem Glutenfrei-Symbol vor.

Absatzziel: 40.000 Einheiten im Jahr 2027

Flankiert von einem B2C-Onlineshop mit vorerst sieben Sorten setzt das Unternehmen auf wiederkehrende B2B-Bestellungen. Für das Geschäftsjahr 2027 peilt Verenas ein Absatzvolumen von rund 40.000 Einheiten an. Gespräche mit weiteren Partnern im Gastrogroßhandel laufen laut den Gründer:innen bereits, um die Distribution im kommenden Jahr überregional auszubauen.

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