03.02.2026
KRYPTO

Bitpanda startet Kooperation mit Deutsche Börse Group

Ziel ist es, eine technische Grundlage zu schaffen, damit Unternehmen und Finanzinstitute digitale Vermögenswerte wie Kryptowährungen künftig einfacher nutzen können sollen.
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Bitpanda
Bitpanda Headquarter in Wien (c) Bitpanda GmbH

360T, ein Teil der Deutschen Börse Group, und das österreichische Unicorn Bitpanda haben eine Partnerschaft bekannt gegeben, die darauf abzielt, den Zugang zum Krypto-Trading zu erweitern und weitere Bereiche im digitalen Asset-Ökosystem zu erschließen.

Bitpanda: Skalierbare Zugänge zu digitalen Vermögenswerten

Die Zusammenarbeit bringt nun die digitalen Asset-Services von Bitpanda mit 3DX, der MiCAR-regulierten Krypto-Asset-Tradingplattform von 360T, zusammen und soll künftig institutionelle Kunden unterstützen, die nach „konformen und skalierbaren Zugängen“ zu digitalen Vermögenswerten suchen.

Die Deutsche Börse Group und Bitpanda prüfen laut eigenen Angaben darüber hinaus weitere Kooperationsfelder in den Bereichen Konnektivität, Trading-Workflows und Infrastruktur – im Einklang mit sich weiterentwickelnden regulatorischen und marktseitigen Anforderungen, wie es heißt.

Time-to-Market verkürzen

Im Rahmen der Partnerschaft planen zudem beide, ihre komplementären Technologie-Stacks und Services gezielt zu nutzen. Die Integration sei darauf ausgelegt, den operativen Aufwand zu minimieren und die Time-to-Market für Finanzinstitute zu verkürzen, die ihre digitalen Asset-Fähigkeiten ausbauen möchten.

3DX bleibt eine regulierte Handelsplattform, Bitpanda übernimmt Technik und Betrieb der Krypto-Angebote. So sollen Banken und andere große Finanzunternehmen ihren Kund:innen digitale Assets anbieten können, ohne ihre bestehenden Handelssysteme zu verlassen. Beide Unternehmen bleiben dabei jeweils für ihre eigenen, gesetzlich geregelten Aufgaben verantwortlich.

Bitpanda-CEO: „Zeichen für Europa“

„Gemeinsam mit der Deutschen Börse Group bauen wir die Infrastruktur auf, die die nächste Generation der institutionellen Adoption digitaler Vermögenswerte ermöglichen wird“, sagt Lukas Enzersdorfer-Konrad, CEO von Bitpanda. „Die Partnerschaft mit 3DX ist ein wichtiger Schritt, während wir unsere Partnerlösungen weiter skalieren. Es erfüllt uns mit Stolz, eine der weltweit führenden Börsengruppen mit einer der führenden digitalen Asset-Plattformen Europas zusammenzubringen – ein klares Zeichen dafür, welche Rolle Europa global im Bereich digitaler Vermögenswerte spielen kann und muss.“

Carlo Kölzer, CEO von 360T und Global Head of FX & Digital Assets bei der Deutschen Börse Group, ergänzt: „3DX wurde entwickelt, um institutionellen Kunden Klarheit, Compliance und Flexibilität zu bieten. Durch die Integration der Services von Bitpanda erweitern wir die Möglichkeiten für unsere Kunden – insbesondere für jene, die nachgelagerte Anwendungsfälle wie kundenorientierte digitale Asset-Angebote unterstützen möchten, ohne selbst eine komplexe Infrastruktur aufbauen zu müssen.“

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(c) Enpulsion
(c) Enpulsion

Das am Wiener Flughafen ansässige Scaleup Enpulsion hat sich in den vergangenen Jahren eine beachtliche Position auf dem SpaceTech-Weltmarkt herausgearbeitet. Nach eigenen Angaben ist man mittlerweile Europas führender industrieller Hersteller für Weltraum-Antriebssysteme. Im Zentrum stehen dabei bislang elektrische Antriebe für Mikro- und Nano-Satelliten, die die „FEEP-Technologie“ nutzen, bei der flüssiges Metall (Indium) in winzige geladene Teilchen zerlegt und ausgestoßen wird. Mittlerweile bietet man zudem auch Antriebe für größere Satelliten mit bis zu 500 Kilogramm Gewicht an.

Konkurrierende Antriebssysteme

Diese elektrischen Antriebe, mit denen Enpulsion groß geworden ist, sind eine Alternative zu vielfach genutzten chemischen Antriebssystemen. Ein nun kommunizierter strategischer Schritt kann daher auf den ersten Blick durchaus verwundern: Mit Lift Me Off Ltd (LMO) aus dem Vereinigten Königreich will man ein Unternehmen zu 100 Prozent übernehmen, das auf chemische Weltraum-Antriebssysteme spezialisiert ist. Das Unternehmen ist unter anderem an den ESA-LEO-Missionen (Low Earth Orbit) und geplanten Mondmissionen beteiligt.

Über den Kaufpreis gibt es dabei keine Angabe. Erst im März dieses Jahres hatte Enpulsion eine 22,5 Millionen Euro schwere Finanzierungsrunde verkündet. Die aktuelle Transaktion muss noch von den britischen Behörden im Rahmen des National Security and Investment Act 2021 (NSIA) bewilligt werden. Der Abschluss wird für das dritte Quartal 2026 erwartet.

Mit Technologie-Kombination zum Komplettanbieter

Bei Enpulsion argumentiert man die Übernahme als strategischen Schritt, um hybride Antriebssysteme aus einer Hand anbieten zu können. Man wolle durch die Kombination mit dem konkurrierenden Antriebssystem einen „complete spacecraft mobility backbone“ aufbauen, wird Gründer und CEO Alexander Reissner in einer Aussendung zitiert: „LMO bringt Erfahrungen im institutionellen Bereich, ein talentiertes Team und eine komplementäre Technologiebasis im Bereich chemischer Antriebe und Tanksysteme mit.“ In Kombination mit den industriell produzierten elektrischen Antrieben könne man Kunden ermöglichen, ihre gesamte Weltraum-Mobilitätsarchitektur über einen einzigen Partner aufzubauen, so Reissner.

LMO-Chef Shaun Dormon sieht einen logischen Schritt für beide Unternehmen, die eine ähnliche Vision, aber unterschiedliche technologische Zugänge hätten. „Gemeinsam können wir eine Kombination aus hocheffizientem und agilem Manövrieren im Weltraum bei minimaler Komplexität schaffen“, so Dormon. Das LMO-Team, das im Harwell Space Cluster nahe dem ESA-Zentrum ECSAT angesiedelt ist, soll erhalten bleiben. Auch die laufenden Missionen werden weitergeführt.

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