04.05.2023

Bitpanda nimmt LimeWire Token in Spotlight-Programm auf

Über das neue Spotlight-Programm listet Bitpanda neue, noch unbekannte Coins. Nun wurde der LimeWire-Token aufgenommen.
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LimeWire, Universal, Zehetmayr, NFT-Marktplatz, NFT,
(c) LimeWire - Die LimeWire-CEOs Paul und Julian Zehetmayr, sowie CCO_Ivis Buric und COO Marcus Feistl (r.).

LimeWire war einmal ein großer Name. Als Filesharing-Plattform erobert die Marke Anfang des Jahrtausends die Welt. Doch der Ruhm verblasste schnell wieder. 2010 musste das Unternehmen seine Aktivitäten nach aufwändigen Gerichtsprozessen und hohen Strafzahlungen aufgrund der Verbreitung raubkopierter Inhalte einstellen. Doch es sollte nicht das Ende der Marke sein. Mehr als zehn Jahre später – im Frühjahr 2022 – wurde sie wiedergeboren. Und zwar in Wien.

LimeWire: Wie OnlyFans, aber ohne Porno und dafür mit NFTs

Hinter der Neuauflage stehen die Brüder Paul und Julian Zehetmayr, die bereits mehrere Startup-Exits hinter sich haben. Zunächst sollte das neue LimeWire ein NFT-Marktplatz werden – ganz im Zeichen des Hypes, der Anfang vorigen Jahres noch voll im Gange war. Inzwischen wurde am Angebot gefeilt. Die Seite präsentiert sich nun als Plattform für Content-Creators, die Inhalte als NFTs an ihre Fans verkaufen können – also ein wenig wie OnlyFans, aber ohne Porno und dafür mit Blockchain.

Aufnahme bei Bitpanda Spotlight soll Bekanntheit in Europa stärken

Derzeit will LimeWire mit einem Token Sale weiteres Kapital hereinbekommen. Bei einem ersten, vergangenes Jahr, holte man bereits zehn Millionen US-Dollar. Einen Push für den beim aktuellen Sale verkauften LimeWire Token und für das bislang überschaubare Geschäft in Europa – Hauptmarkt sind laut Unternehmensangaben die USA – soll nun auch eine weitere Listung bringen. Bitpanda nahm den Coin in sein Spotlight-Programm auf, in dem noch relativ unbekannte Token gelistet werden. Später soll eine Listung auf der Bitpanda-Handelsplattform folgen.

„Partnerschaften mit vier weiteren großen Kryptobörsen“

LimeWire-COO Marcus Feistl, der selbst bis 2022 hohe Management-Positionen bei Bitpanda hatte, kommentiert in einer Aussendung: „Für eine globale Marke wie LimeWire, mit Nutzern in allen Teilen der Welt, ist Bitpanda der perfekte Partner, um unsere Markenbekanntheit in Europa zu stärken und den LimeWire Token für unsere lokale Community leicht zugänglich zu machen“. Das Startup habe sich zudem „bereits Partnerschaften mit vier weiteren großen Kryptobörsen gesichert“, auf denen der Token ab dem 16. Mai gehandelt werden könne, heißt es weiter.

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Andreas Klinger ist einer der Initiatoren von EU Inc | (c) brutkasten / Dervisevic
Andreas Klinger ist einer der Initiatoren von EU Inc | (c) brutkasten / Dervisevic

„Das Startup-Ökosystem muss vor dem 16. Juli laut werden.“ – mit diesem Appell wendet sich die Initiative EU-INC aktuell an die europäische Startup-Szene. Denn die kommenden Wochen seien das entscheidende Zeitfenster, um noch auf den Gesetzgebungsprozess in Brüssel einzuwirken. Die Warnung der Initiatoren fällt deutlich aus: „Mehrere Lobbygruppen drängen darauf, genau die eine Klausel zu streichen, die das Ganze funktionsfähig macht.“ Konkret geht es um die freie Wahl des Registrierungssitzes. Diese Klausel bildet ein Herzstück des Entwurfs. Falle sie weg, drohe das gesamte Projekt für Startups seinen Wert zu verlieren, meint man bei der Initiative.

Kritik bereits bei Kommissions-Entwurf im März

Die Forderung nach einer einheitlichen europäischen Rechtsform für Startups treibt das Ökosystem seit Monaten an. Die Initiative EU-INC sammelte zehntausende Unterschriften, um ein Gegenkonzept zur regulatorischen Fragmentierung in der EU und damit eine ernsthafte Alternative zur US-Rechtsform Delaware Inc. für europäische Startups zu schaffen. Das klare Ziel: Gründungen, grenzüberschreitende Skalierung und Investments deutlich zu vereinfachen.

Die EU-Kommission griff die Forderung auf und lieferte schließlich im März einen Entwurf, der den Begriff „EU Inc.“ von der Initiative übernahm, aber bei weitem nicht alle Forderungen (brutkasten berichtete). Schon vor der offiziellen Veröffentlichung äußerten viele aus dem Ökosystem Kritik an Kompromissen und potenziellen Hürden. Sie befürchteten, dass nationale Interessen eine wirklich einheitliche Lösung blockieren.

EU Inc. als „Plug-in“

Nun liegt eine juristische Detailprüfung des Kommissionsentwurfs im Auftrag der Initiative vor. Und mit ihr folgt seitens EU-INC eine teilweise Neupositionierung. Der Entwurf bringe nicht das ursprünglich geforderte „28. Regime“ – also eine völlig losgelöste, eigenständige europäische Rechtsform mit einem eigenen Gesellschaftsrecht und einem eigenen Gerichtssystem, wird klargestellt. Stattdessen bewerten die Expert:innen die EU Inc. nun als „Plug-in für das Rechtssystem jedes Landes“.

Die Initiative passte ihre Vorschläge nun an diese Gegebenheiten an. Die Rechtsform könne weiterhin als Wegweiser zu einem paneuropäischen Standard dienen, vorausgesetzt, die Politik setze sie korrekt um, heißt es. Da setzt die aktuelle Kritik an. Die Initiative spricht sich vehement gegen das Szenario aus, dass nationale Anpassungswünsche den Entwurf aushöhlen und am Ende „27 verschiedene Geschmacksrichtungen“ entstehen. Eine Kern-Forderung der Initiator:innen: „Lasst nicht zu, dass die freie Wahl des Registrierungssitzes verwässert wird“. Sie betrachten diese Wahlfreiheit als die absolut unverhandelbare Grundvoraussetzung für den Erfolg der Rechtsform.

Klinger: „Phase 3 beginnt“

EU-INC bläst unter anderem via LinkedIn zur Mobilisierung innerhalb der europäischen Startup-Szene. Andreas Klinger, Co-Initiator und bekanntes Gesicht der Kampagne, kommentiert in einem Posting: „Das ist groß. Die Phase 3 von EU-INC beginnt.“ Man brauche nun die gesamte Startup-Community hinter den Forderungen der Initiative. „Lasst uns das über die nächste Ziellinie bringen“, so Klinger.

Konkret ruft die Initiative Gründer:innen und Investor:innen auf: „Postet auf LinkedIn. Fordert: Ein Europa. Einen Standard.“ Die Akteure sollen ihre EU-Abgeordneten sowie Staats- und Regierungschefs in ihren Beiträgen direkt markieren. Gerade im deutschsprachigen Raum sollen die Gründer gezielt Politiker wie den SPD-Europaabgeordneten René Repasi, der bereits vergangenes Jahr mit einem Gegenentwurf zur Initiative auf sich aufmerksam machte, in die Pflicht nehmen und den öffentlichen Druck aufrechterhalten. „Helft uns, das bis zum 16. Juli richtigzustellen“, so die Initiator:innen.

Aufruf von AustrianStartups

Von AustrianStartups kommt zugleich ein Aufruf an die heimische Community: Es sei an der Zeit, laut zu werden – sowohl auf EU- als auch auf nationaler Ebene. Österreichische Minister:innen könnten nämlich im Rat der EU Einfluss auf die finale Entscheidung nehmen. „In Österreich zieht aber nicht jeder am selben Strang. Die typischen Interessensvertetungen arbeiten dagegen“, heißt es von AustrianStartups. Man arbeite sowohl „hinter verschlossenen Türen“ als auch öffentlich an Verbesserungen.

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