31.08.2021

Bitpanda-Gründer zu Bitcoin-CO2-Ausstoß: „Wir sind wie die Frankfurter Börse“

In der neuen Folge unseres Podcasts "Editor's Choice" sprechen wir mit Bitpanda-Co-Founder Paul Klanschek über Mega-Investmentrunden, zu wenig österreichisches Kapital, Nachhaltigkeit im Krypto-Bereich und die Investment-Vorlieben seiner Kunden.
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Bitpanda-Co-Founder Paul Klanschek (r.) im brutkasten-Podcast Editor's Choice mit Redakteur Dominik Perlaki (l.)
Bitpanda-Co-Founder Paul Klanschek (r.) im brutkasten-Podcast Editor's Choice mit Redakteur Dominik Perlaki (l.)

Vogelperspektive auf das Bitpanda-Investment

Im Podcast-Interview äußert sich Bitpanda-Co-Founder Paul Klanschek zu einigen der großen Fragen rund um das aktuelle Mega-Investment für das Krypto-Scaleup. Wie hat die Krise den neuen Investment-Boom hervorgerufen? Und was muss passieren, damit es auch heimisches Kapital für Folgefinanzierungen gibt? Dabei gibt der Gründer seine Insights in die Finanzierungslandschaft weiter und verrät, warum sein Unternehmen für die letzte Megarunde nicht auf Investorensuche ging, sondern bei seinen Bestandsinvestoren blieb. In Sachen fehlendes heimisches Kapital skizziert Klanschek Möglichkeiten politischer Einflussnahme und stellt klar: Die Schuld sei jedenfalls nicht bei den Startups zu suchen, die ausländisches Kapital aufnehmen.

Bitcoin-Nachhaltigkeit und Bitpandas Rolle

Im zweiten großen Themenblock im Podcast erläutert der Gründer seine Sicht auf das Große Thema Kryptowährungen und Nachhaltigkeit. Zwar sei ihm das Thema ein großes Anliegen und er und viele Kunden würden den CO2-Ausstoß von Bitcoin und Co als großes Problem wahrnehmen, Bitpanda sieht er dabei aber tendenziell als neutralen Player „wie die Frankfurter Börse“. Zugleich räumt der Gründer jedoch auch Möglichkeiten der Einflussnahme durch sein Unternehmen ein. Zuletzt geht Klanschek auf die Investment-Vorlieben der Bitpanda-User und einen möglicherweise unbewussten Drift in Richtung mehr Nachhaltigkeit ein.


Disclaimer: Die Bitpanda GmbH ist mit 3,9849 % an der Brutkasten Media GmbH beteiligt.


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(v.l.) Das Führungsteam von reebuild: Nicolaus Lederer, Alexander Kornell, Matteo Cimadom, Luca Papay © Oskar Fleischanderl

Papierordner und manuell geführte Excel-Tabellen sollen der Vergangenheit angehören, zumindest wenn es nach reebuild geht. Das Tech-Startup automatisiert mit seiner KI administrative Tätigkeiten von Bauleitern. Es wandelt also Dokumente, PDFs, Fotos etc. in strukturierte Daten um oder automatisiert Aufgaben wie die Rechnungsprüfung. In der vergangenen Pre-Seed-Runde sind bereits bekannte Investoren wie Hansi Hansmann eingestiegen (brutkasten berichtete). Nun schloss reebuild eine Seed-Runde von über drei Millionen Euro ab, angeführt vom europäischen Investor Fortino Ventures, mit Beteiligung von Rise PropTech und CuriosityVC.

Weitere Automatisierung des kaufmännischen Ablaufs

Mit dem frischen Kapital sollen KI-gestützte Module weiterentwickelt werden, durch die der kaufmännische Ablauf von der Kalkulation bis zur Buchhaltung weitgehend automatisiert werde. „Wir wollen den Kosmos auf unserer Plattform mit immer neuen Workflows erweitern. Darunter verstehen wir z.B. den Erstellungsprozess von Ausgangsrechnungen“, sagt CEO und Gründer von reebuild Alexander Kornell im brutkasten-Gespräch. Zudem soll das Büro in Wien personell aufgestockt werden. Aktuell ist reebuild in Deutschland und in Österreich etabliert. Durch die Investitionen soll nun in weitere europäische Länder wie Italien oder Polen expandiert werden. Es gebe bereits Entwicklungspartnerschaften mit ersten Proof Points.

Zu den Kund:innen zählen Unternehmen wie Pittel+Brausewetter oder 3SI Immogroup. Die Software wird, laut dem Startup, in Wien entwickelt, in Deutschland gehostet und ist DSGVO-konform.

„Jetzt ist der richtige Zeitpunkt“

„Wir sind überzeugt, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für Bauunternehmen und Projektentwickler ist, ihre Backoffice-Prozesse mit Software und KI zu digitalisieren und zu automatisieren“, sagt Wouter Goossens, Partner bei Fortino Ventures. Reebuild erklärt, dass die Verwaltung und Steuerung von Kosten zwischen den Abteilungen im operativen Geschäft der Baubranche veraltet sei. Rechnungen würden händisch mit Vertragsbedingungen oder Lieferscheinen abgeglichen und Führungskräfte würden Entscheidungen auf Basis überholter Informationen treffen müssen.

„Wir kennen die Probleme der Branche aus erster Hand und entwickeln reebuild gemeinsam mit unseren Kundinnen und Kunden extrem nah an der Praxis“, sagt Kornell über die Baubranche und ergänzt: „Wir sind überzeugt, dass wir diesen Markt mit einem Team aus Bau- und Technologie-Know-how aufmischen können. Nicht mit einem weiteren Tool, sondern mit einer Lösung, die wirklich versteht, wie Baustellen und Projekte kaufmännisch abgewickelt werden.“

Reebuild sorge für beschleunigte Prozesse und aktuellere Entscheidungsgrundlagen, was wiederum zu messbaren Einsparungen im gesamten Unternehmen führe. Beschaffungskosten könnten dadurch um bis zu 20 Prozent sinken.

Vision: Administrativer Aufwand auf null senken

Der bürokratische Aufwand soll laut reebuild in Zukunft gänzlich verschwinden. Auf Basis der strukturierten Daten hinter jedem Dokument entwickele reebuild das Agentic Backoffice für Bauunternehmen. KI-Agenten übernehmen eigenständig Routineaufgaben wie Prüfung, Abgleich und Vorkontierung. Dadurch sollen Teams ihre Zeit eher für das operative Geschäft anstatt für das manuelle Kostencontrolling nutzen.

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