28.01.2026
PERSONALIE

Bitget: Kryptobörse kommt nach Wien und holt Oliver Stauber als EU-Chef

Der in der Kryptoszene bestens vernetzte Österreicher kommt vom Konkurrenten KuCoin. Dort hatte er erst im November 2024 die CEO-Rolle übernommen. Sein neuer Arbeitgeber Bitget will nun eine MiCAR-Lizenz erhalten. Brutkasten hat nachgefragt.
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Oliver Stauber
Oliver Stauber | Foto: Oliver Stauber

Dieser Wechsel kommt überraschend: Ende Februar 2025 ist Oliver Stauber als CEO von KuCoin präsentiert worden (brutkasten berichtete), nachdem er die Stelle im Herbst davor angetreten hatte. Die 2017 in China gegründete Börse hat ihren EU-Sitz in Wien eröffnet. Im vergangenen November erhielt KuCoin dann in Österreich auch die Lizenz für Crypto Asset Service Provider (CASP) nach der EU-Verordnung Markets in Crypto-Assets (MiCAR) (brutkasten berichtete). Mit der Lizenz kann sie ihre Dienstleistungen im EWR-Raum vermarkten.

Dies wird man nun aber ohne Oliver Stauber machen. Denn der frühere Rechtsanwalt wechselt zu einer anderen Kryptobörse, die in Europa Fuß fassen will: Bitget.

Bitget ist 2018 in Singapur gegründet worden und vor allem auf den Bereich Krypto-Derivate spezialisiert. Gemessen am Handelsvolumen gehört sie zu den größten Playern unter den Krypto-Börsen: Sowohl CoinGecko als auch CoinMarketCap weisen die Börse aktuell unter den Top 5 weltweit aus. Nach eigenen Angaben hat die Börse über 100 Mio. Kunden in mehr als 150 Ländern.

Bitget wird EU-Zentrale in Wien eröffnen und will MiCAR-Lizenz

Im Zuge der Ernennung Staubers kündigte die Börse auch an, ihre EU-Zentrale in Wien zu errichten. Ein genaues Datum für die Eröffnung des Büros stehe noch nicht fest, teilte Bitget auf brutkasten-Anfrage mit. Sie soll nach Erhalt einer MiCAR-Lizenz erfolgen, um die sich Bitget ebenfalls in Österreich bei der Finanzmarktaufsicht (FMA) bemühen wird. Dann soll ein „schrittweiser Personalaufbau“ erfolgen.

„Ich bin zu Bitget gegangen, weil ich überzeugt bin, dass die nächste Phase von Krypto in Europa vor allem von Vertrauen und Regulierung geprägt sein wird – aber eben auch von Innovation und echtem Nutzen. Und Bitget hat aus meiner Sicht den Anspruch und die Fähigkeiten, diesen Übergang mitzugestalten“, sagt Stauber in einem Statement, das brutkasten übermittelt wurde. „Ich habe auf Gruppenebene ein starkes Bekenntnis gesehen, in Europa ein seriöses, MiCAR-fähiges Geschäft aufzubauen – mit ausreichend Ressourcen und der nötigen Eigenständigkeit, um das auch wirklich sauber umzusetzen.“

Seinen Abgang bei KuCoin kommentiert er folgendermaßen: „Der Abschied von KuCoin war kein Zurückschauen, sondern ein Schritt nach vorn: hin zu einer Rolle, in der ich die Zukunft des Finanzsystems in Europa noch direkter mitgestalten kann“.

Bitget-CEO über Stauber: „Regulatorische Expertise und operative Disziplin“

Bitget-CEO Gracy Chen sagt in einer Pressemitteilung über Stauber: „Er verfügt über die regulatorische Expertise und operative Disziplin, die für den Aufbau unseres EU-Hauptsitzes in Österreich und die Etablierung eines Governance-orientierten Ansatzes unter MiCAR erforderlich sind. Seine Aufgabe ist es, eine skalierbare und regelkonforme regionale Plattform zu führen, die Nutzer schützt, durch Transparenz das Vertrauen der Aufsichtsbehörden gewinnt und nachhaltiges Wachstum in der gesamten EU unterstützt.“

In der Vergangenheit hatte es durchaus Probleme mit Behörden gegeben: Die österreichische Finanzmarktaufsicht hatte im Jänner 2024 eine Warnung veröffentlicht, dass Bitget in Österreich nicht autorisiert sei, Bankdienstleistungen zu erbringen. Ein ähnliche Warnung gab damals auch die deutsche Bafin heraus. Die FMA hat die Warnung mittlerweile von der Website entfernt.

„Es ist wichtig zu verdeutlichen, dass diese Warnung nach einem Zeitraum transparenter und konstruktiver Gespräche mit der österreichischen FMA aufgehoben wurde“, schreibt Bitget in einer Stellungnahme auf brutkasten-Anfrage. Auch die FMA bestätigte gegenüber brutkasten, dass die Warnung nicht mehr aufrecht ist.

Sabina Liu folgt Stauber bei KuCoin nach, Christian Niedermüller bleibt COO

Staubers Nachfolgerin bei KuCoin wird Sabina Liu. Ihre Ernennung hatte KuCoin bereits am Vortag kommuniziert. Liu hatte bisher den Geschäftsbereich für institutionelle Kunden bei KuCoin geleitet. Zuvor war sie über zehn Jahre bei der London Stock Exchange Group (LSEG) tätig.

Christian Niedermüller, der bei KuCoin zeitgleich mit Staubers Ernennung zum CEO als COO präsentiert wurde, bleibt in dieser Rolle. Dies bestätigte Niedermüller gegenüber brutkasten.

Früherer CLO von Bitpanda und Glassnode

Der gebürtige Kärntner Stauber war zwischen 2020 und 2022 Chief Legal Officer (CLO) von Bitpanda. Danach war er von 2022 bis 2024 in der gleichen Position bei dem auf die Analyse von Blockchain-Daten spezialisierten Unternehmen Glassnode tätig.

Zwischen 2019 und 2023 ist er außerdem als Rechtsanwalt bei Stadler Völkel tätig gewesen. Die heute nicht mehr in der Form bestehende Kanzlei war unter anderem auf Blockchain und Kryptowährungen spezialisiert.

Stauber zählte zu den Gründungsmitgliedern der Digital Assets Association Austria (DAAA). Er ist auch als Startup-Investor tätig. Unter anderem ist er bei der Buch-Plattform savaara beteiligt, an der er zehn Prozent hält. (brutkasten berichtete).

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Die Österreichische Nationalbank (OeNB) hat Oliver Schütz für den Vorstand der Finanzmarktaufsicht (FMA) nominiert. © FMA / Cati Donner

Die Österreichische Nationalbank (OeNB) leitet die Neubesetzung in der Doppelspitze der Finanzmarktaufsicht (FMA) ein. Nach dem angekündigten Abgang von Helmut Ettl, der als Executive Director zum Internationalen Währungsfonds (IWF) nach Washington wechselt, folgt ihm jetzt Oliver Schütz als neues Vorstandsmitglied. Das OeNB-Direktorium hat das einstimmig beschlossen.

Hearing-Prozess und Bestellung

Dem Beschluss ging ein öffentliches Ausschreibungsverfahren voraus. Von 16 eingegangenen Bewerbungen wurden drei Kandidat:innen zu Hearings eingeladen. Die Nominierung obliegt laut Finanzmarktaufsichtsbehördengesetz jener Institution, die das ausscheidende Mitglied namhaft gemacht hat. In diesem Fall der Nationalbank.

Wie Der Standard und der ORF übereinstimmend berichten, ist nicht restlos geklärt, inwiefern die Politik bei der Personalentscheidung involviert war. Dem aktuellen Regierungsprogramm zur Postenbesetzung zufolge fällt SPÖ-Vizekanzler Andreas Babler das Nominierungsrecht für die Ettl-Nachfolge zu, nachdem zuvor ÖVP-Kanzler Christian Stocker bei der Bestellung von Kühnel am Zug gewesen war.

Die finale rechtliche Bestellung für die fünfjährige Funktionsperiode beginnend mit dem 1. November 2026 übernimmt letztlich der Bundespräsident auf Vorschlag der Bundesregierung.

Interne Nachbesetzung mit Industrieerfahrung

Mit Schütz rückt ein FMA-Insider an die Behördenspitze auf. Der studierte Jurist ist bereits seit 2015 als Bereichsleiter für Bankenabwicklung in der FMA tätig. Zuvor sammelte er operative Erfahrung auf Bankenseite: Von 2010 bis 2012 fungierte er als Head of Group Regulatory Affairs bei der Erste Group Bank AG, bevor er als Head of Compliance zur UniCredit Bank Austria wechselte.

Fokus auf Fachexpertise

Die OeNB begründet die Wahl mit der reinen Fachkompetenz des Kandidaten. Das Direktorium hält sachlich fest, dass Schütz „umfassende Expertise in der Finanzmarktaufsicht und -regulierung sowie langjährige Führungserfahrung“ mitbringe und die Voraussetzungen für die Funktion erfülle. Schütz wird die Aufsichtsbehörde künftig gemeinsam mit Mariana Kühnel, die bereits seit Juli 2025 im Amt ist, leiten.

Auf das neue Führungsduo warten unter naderem mit der finalen Umsetzung der europäischen Krypto-Verordnung MiCA, sowie der fortschreitenden Regulierung von KI-Anwendungen im Fintech-Sektor wichtige regulatorische Aufgaben für den österreichischen Markt.

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