22.05.2025
ALL TIME HIGH

Bitcoin-Rekordhoch: Das sagt die Krypto-Szene

Bitcoin hat sein bisheriges Allzeithoch geknackt und ist aktuell über die 110.000 US-Dollar-Marke gestiegen. Das sagen Vertreter der heimischen Krypto-Szene zu dieser Entwicklung.
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Florian Wimmer (Blockpit), Eric Demuth (Bitpanda) und Ed Prinz (DLT Austria)
Florian Wimmer (Blockpit), Eric Demuth (Bitpanda) und Ed Prinz (DLT Austria) | Fotos: brutkasten, Bitpanda und DLT Austria, Montage: brutkasten

Der Bitcoin verbucht ein neues Allzeithoch – der Kurs der Kryptowährung notiert aktuell über 110.000 US-Dollar und lässt damit alte Bestmarke (109.114 Dollar) vom Jänner 2025 hinter sich zurück. Bekannte Vertreter der Krypto-Branche in Österreich sind sich über die Bedeutung dessen weitgehend einig.

Eric Demuth: Bitcoin-Hoch „Kein Peak, sondern Fundament“

Eric Demuth, Co-Founder und CEO von Bitpanda, sieht im Rekordhoch eine Bestätigung, dass Bitcoin den Status als reines Spekulationsobjekt verlassen hat. Er sagt: „Bitcoin ist längst kein Nischen-Asset mehr. Institutionelle Investoren, Spot ETFs, Zahlungsanbieter – sie alle schaffen gerade die Infrastruktur, die Bitcoin dauerhaft im Finanzsystem verankert. Dieses Allzeithoch ist kein Peak, sondern Fundament. Dahinter steht die klare Handschrift der USA, die Krypto und digitale Assets inzwischen als strategisches Kernthema ihrer Finanz- und Wirtschaftspolitik begreifen. Wer das noch immer als kurzfristige Spekulation abtut, wird nach und nach eines Besseren belehrt. Selbst Jamie Dimon (Anm.: Chief Executive Officer, JPMorgan Chase: erlaubte kürzlich seinen Aktionären in Bitcoin zu investieren) hat diese Woche bereits begonnen einzulenken.“

Blockpit-Founder Florian Wimmer: „Eine Richtung“

Blockpit-Founder Florian Wimmer sieht für die Kryptowährung nur einen Weg: „Warum es jetzt dieses ‚All Time High‘ gibt, ist schwer zu sagen; Bitcoin ist noch immer sehr durch Spekulation getrieben. Aber langfristig geht es nur in eine Richtung. Es handelt sich um eine einfache ‚Angebot-Nachfrage-Ökonomie‘.“

DLT-Austria-Vorsitzender Ed Prinz: „Reaktion auf taumelndes Finanzsystem“

Ed Prinz, Vorsitzender des Vereins DLT Austria (Distributed Ledger Technologies) indes sieht ein neues Zeitalter sich nähern.

„Bitcoin hat ein neues Allzeithoch erreicht – nicht als Zufall, sondern als direkte Reaktion auf das taumelnde globale Finanzsystem“, sagt er. „Während Staatsanleihen versagen und das Vertrauen in Fiat-Geld schwindet, wird Bitcoin zunehmend zur strategischen Absicherung für Institutionen und Staaten.“

Und weiter: „Der ‚GENIUS Act‘ (Anm.: Guiding and Establishing National Innovation for US Stablecoins ist ein Gesetzentwurf, der Stablecoins als Krypto-Token, die an “feste Werte” wie den US-Dollar gekoppelt sind, definiert) markiert eine Zeitenwende: Stablecoin-Anbieter kaufen US-Staatsanleihen, doch im Hintergrund stapeln viele dieser Emittenten längst Bitcoin. Der Markt hat entschieden – nicht für Rettungspakete, sondern für digitales, begrenztes Geld. Dieses ‚All Time High‘ ist kein Ziel, sondern der Beginn der nächsten Etappe auf dem Weg zur globalen monetären Neuordnung.“

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vl. Shalev Hulio (Co-Founder und CEO) und Sebastian Kurz, (Co-Founder and President) | (c) DREAM/eclipse media
vl. Shalev Hulio (Co-Founder und CEO) und Sebastian Kurz, (Co-Founder and President) | (c) DREAM/eclipse media

Anfang 2025 war Dream mit einer 100 Millionen US-Dollar schweren Finanzierungsrunde zum Unicorn geworden (brutkasten berichtete). Nun holte sich das Scaleup erneut frisches Kapital. Mit einem Investment von 260 Millionen US-Dollar erreicht es in seiner Series-C-Kapitalrunde eine Bewertung von drei Milliarden US-Dollar. Die Runde wurde von den Investmentfonds Bicycle Capital und Group 11 angeführt, gemeinsam mit Beteiligung von Bain Capital, Tru Arrow Partners, Antler „und weiteren globalen Investoren“.

„Wir sind noch ein junges Unternehmen, aber wir sind sehr dankbar, dass sich alles in die richtige Richtung entwickelt und wir schnell wachsen. Wir arbeiten weiter hart daran, dass es sich auch in den nächsten Jahren weiter so positiv entwickelt“, kommentiert Co-Founder und Ex-Bundeskanzler Sebastian Kurz, der als President von Dream fungiert.

Auch Co-Founder mit bekannter Vorgeschichte

Nicht nur sein Name ist ein klingender. Auch Mitgründer und CEO Shalev Hulio erlangte bereits zuvor internationale Bekanntheit. Als Co-Founder und Ex-CEO des Unternehmens NSO hatte er mit dessen Spionagesoftware Pegasus, die an Staaten vertrieben wurde, weltweit für Kontroversen gesorgt. Mit Dream wechselte Hulio vom Cyber-Offensiv- in den Cybersecurity-Bereich. Die Zielgruppe hat aber eine große Überschneidung: Staaten und Betreiber kritischer Infrastruktur. In diesem Bereich ist freilich auch der Ex-Kanzler bestens vernetzt.

Digitale Souveränität als neues Verkaufsargument

Im Produkt setzt Dream mit seinem „Cyber Language Model“ voll auf Künstliche Intelligenz, im Narrativ mittlerweile auch auf Digitale Souveränität, die zuletzt vor allem in Europa zum großen Thema wurde. „Die entscheidende Frage für Staaten ist nicht mehr, ob sie Künstliche Intelligenz einsetzen werden, sondern ob sie diese auch besitzen, betreiben und vollständig kontrollieren. Andernfalls begeben sie sich in eine kritische Abhängigkeit von anderen Staaten, wie beispielsweise China oder den USA“, sagt Kurz.

Und Hulio legt nach: „Wer die Kontrolle über seine KI verliert, verliert langfristig auch einen Teil seiner staatlichen Souveränität. So wie es undenkbar wäre, die Kontrolle über Verteidigung, kritische Infrastruktur oder die Innere Sicherheit aus der Hand zu geben, wird es künftig undenkbar sein, keine vollständige Kontrolle über die eigenen KI-Systeme zu haben.“ Dass KI-Modelle, auf denen zentrale Elemente staatlichen Handelns abgestützt sind, über Nacht abgestellt werden können, sei keine theoretische Debatte, wie man zuletzt bei „Fable“ von Anthropic gesehen habe, argumentiert man beim Unternehmen.

Cybersecurity: KI als Herausforderung und Lösung

Und wie will Dream das konkret lösen? Die KI-Systeme des Scaleups arbeiten laut Unternehmen „in einer völlig souveränen und sicheren Umgebung“. Dort biete man unter anderem einen umfassenden Cyber-Abwehr-Schirm, strukturiere sensible Daten als Entscheidungsbasis und decke noch unbekannte Cybersecurity-Schwachstellen („Zero Days“) auf. „Durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz hat sich Cybersicherheit grundlegend verändert. Herkömmliche Systeme können keinen ausreichenden Schutz mehr bieten. Nur durch den konsequenten Einsatz von KI auch in der Cyber-Abwehr ist ein Schutz auch in der Zukunft möglich“, sagt Hulio.

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