07.04.2025
NACH EU-REGISTRIERUNG

Labor-Mausfleisch aus Wien soll Ende des Jahres in Massenproduktion gehen

Kürzlich holte sich das US-Startup BioCraft, das seine Entwicklungsabteilung in Wien hat, in Österreich eine EU-weite Registrierung für den Verkauf seines Laborfleischs. Mit einem ersten Partner will man ab Ende des Jahres in die Großproduktion gehen.
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Shannon Falconer, Gründerin und CEO von BioCraft | (c) BioCraft
Shannon Falconer, Gründerin und CEO von BioCraft | (c) BioCraft

Huhn, Pute, Lachs, Thunfisch, Rind – Katzenfutter wird aus unterschiedlichstem Fleisch hergestellt, bloß nicht aus der natürlichen Beute von Katzen: Mäuse. Natürlich gibt es einige gute Gründe dafür, vor allem in der Verarbeitung. Diese fallen jedoch weg, wenn das Fleisch im Labor gezüchtet wird. Hier setzt das US-Startup BioCraft an, das seine Forschungs- und Entwicklungsabteilung in Wien betreibt – brutkasten berichtete bereits mehrmals.

Kürzlich EU-weite Registrierung für BioCraft-Laborfleisch

Erst vor kurzem verkündete BioCraft, sich von österreichischen Behörden eine Registrierung für den EU-Markt geholt zu haben. Anders als bei Laborfleisch – bzw. „kultiviertem Fleisch“, wie die Unternehmen aus der Branche lieber sagen – für den menschlichen Verzehr, sind die Hürden zur Bewilligung als Tierfutter überschaubar.

Das Fleisch muss bestimmte Qualitätskriterien erfüllen, was dem Startup – mit Einordnung in der höchsten Qualitätsstufe – gelang. Auch die Weiterverarbeitung ist deutlich einfacher. Der Fleischbrei, der bei der Zellen-Zucht im Reaktor entsteht, entspricht in etwa dem Ausgangsstoff von herkömmlichem Tierfutter. Daraus Burger oder gar Steak zu machen, ist weitaus komplexer.

Rumänischer Partner will Ende des Jahres in Großproduktion gehen

Mit einem ersten Partner soll nun Ende dieses Jahres tatsächlich die Massenproduktion eines „Mouse Mousse“ auf Labor-Mausfleisch-Basis starten. Das erst 2024 gegründete rumänische Unternehmen Prefera Petfood, das für verschiedene Marken produziert, will als erstes mit einem Produkt auf den Markt, dessen Fleischanteil zu 99 Prozent aus „kultiviertem Fleisch“ bestehen soll.

„Das Erreichen eines nahezu 100-prozentigen Anteils eines zell-kultivierten tierischen Inhaltsstoffs in einem Endprodukt ist für die Tiernahrungsindustrie ein entscheidender Schritt“, kommentiert BioCraft-Gründerin und -CEO Shannon Falconer in einer Aussendung. „Die meisten Initiativen im Bereich der zellulären Landwirtschaft haben Schwierigkeiten, einen hohen Anteil ihrer Zutaten in einem Endprodukt zu erreichen; niedrige Anteile erreichen jedoch nicht das Ziel, unsere Abhängigkeit von der intensiven Tierhaltung zu verringern. Prefera ist sich dessen bewusst und hat mit dem zellgezüchteten Inhaltsstoff von BioCraft diese Herausforderung gemeistert.“

„Außergewöhnlich hohe Akzeptanz“ bei Katzen

Tests hätten ergeben, dass Katzen eine „außergewöhnlich hohe Akzeptanz“ für das „Mouse Mousse“ hätten und dieses gegenüber konventionellen Alternativen bevorzugen würden, heißt es von Prefera. „Katzen sind notorisch wählerische Esser, daher sind wir von der starken Resonanz begeistert“, sagt General Manager Nicola Magalini. Erstmals öffentlich vorstellen will das Unternehmen das neue Katzenfutter bereits im Mai bei einer großen Fachmesse in Bologna, Italien.

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Startup-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner | (c) BMAW/Holey
Startup-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner | (c) BMAW/Holey

Mit Spannung war das heute vorgelegte Doppelbudget für die Jahre 2027 und 2028 erwartet worden. Schon im Vorfeld gingen die Wogen wegen kolportierter Kürzungen in verschiedenen Bereichen hoch. Nun hielt Finanzminister Markus Marterbauer seine Budget-Rede und der Ministerrat legte seine Entwürfe für die Bundesfinanzgesetze 2027 und 2028 vor. Die allgemeine Aufregung ist dabei, wie zu erwarten groß.

Das Wirtschafts- und Energiebudget wachse jedoch trotz weitreichender Konsolidierungsmaßnahmen um 25 Prozent (veranschlagt für 2028), betont Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer in einer Aussendung. Er nennt die mit zwei Milliarden Euro budgetierte Senkung der Lohnnebenkosten ebenso wie ein 750 Millionen Euro schweres Industriepaket.

Auch ein Update in Sachen Startup-Politik geht aus dem Budget hervor. „Mit dem Startup- und Scaleup-Fonds investieren wir gezielt in Wachstum, Innovation und Zukunft. Die bis zu 100 Millionen Euro Ankerinvestment des Bundes sollen zur Startbahn für die nächste Generation österreichischer Zukunftsunternehmen werden“, wird Staatssekretärin Elisabeth Zehenter in einer Aussendung zitiert.

Ankerinvestment: „bis zu“ und „allenfalls“

Zwei Details, die auffallen: Der bislang als „Scale-up Fonds“ titulierte Dachfonds scheint seinen Namen wieder geändert zu haben. Und das „bis zu“ in der Aussage über das Ankerinvestment kann stutzig machen – wiewohl im weiteren Verlauf der Aussendung die 100 Millionen Euro bei einem anvisierten Gesamtvolumen von 500 Millionen Euro noch einmal ohne Abschwächung genannt werden.

In den Texten der Bundesfinanzgesetze 2027 und 2028, wo der Fonds übrigens als „Start-up & Scale-up Dachfonds“ bezeichnet wird (namenstechnisch scheint also weiterhin allgemeine Unklarheit zu herrschen), findet sich keine genaue Summe für das Ankerinvestment. Im Gegenteil ist zu lesen: „Der nächste Projektschritt zur Umsetzung des Start-up & Scale-up Dachfonds ist die Beauftragung der Austria Wirtschaftsservice GmbH mit der Ausschreibung des Dachfondsmanagements und allenfalls mit der Verwaltung eines Bundesanteils am Dachfonds.“

„Allenfalls“ also. Zumal andere Budget-Zahlen sehr konkret beziffert sind, scheint hier also das letzte Wort – trotz beschlossenen Doppel-Budgets – doch noch nicht gesprochen zu sein. Definitiv fixiert ist dagegen die geplante Timeline: „31.12.2027: Start-up & Scale-up Dachfonds hat seine operative Tätigkeit aufgenommen (First Closing abgeschlossen)“, heißt es dazu im Wortlaut im Gesetz.

Ein weiteres Unicorn pro Jahr als Ziel im Budget-Gesetz

Ein weiteres spannendes Detail in den beiden Bundesfinanzgesetzen: Es wird eine konkrete anvisierte Zahl an österreichischen Unicorns als Kennzahl festgelegt (im Wortlaut „Anzahl der Startup-Einhörner in Österreich“). Als Ist-Zustand wird für 2025 die Zahl sechs genannt (über die man sich bekanntlich abhängig von der jeweiligen Definition streiten kann). Für 2027 wird das Ziel mit sieben, für 2028 mit acht angegeben.

Daneben schrieb die Regierung unter anderem die Weiterführung der Programme AWS Seedfinancing und AWS First Inkubator in den Gesetzestexten fest. Beschlossen sind diese noch nicht. Sie müssen nach der Vorlage durch den Ministerrat nun noch durch die Abstimmung im Parlament, die für 9. und 10. Juli vorgesehen ist.

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