24.08.2018

Binance startet Inkubator: Halbe Mio. Dollar für 10% bei Blockchain-Startups

Die Kryptowährungsbörse Binance startet ein Inkubator-Programm für Blockchain Startups. Inbegriffen ist ein zehnwöchiger Kurs und ein Investment von 500.000 US-Dollar.
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(c) Binance Labs
(c) Binance Labs

Gegründet wurde Binance gerade einmal vor etwas mehr als einem Jahr in China. Im Juli 2017 launchte die Plattform und „flüchtete“ wenig später nach Japan. Das Unternehmen ist eines der mit Abstand am schnellsten wachsenden Startups. Die inzwischen weltgrößte Kryptowährungs-Exchange-Plattform hat im ersten Viertel des Jahres 200 Millionen US-Dollar Profit gemacht, verglichen mit dem Vorquartal ist das ein Wachstum von fast 2800 Prozent. Nun will das Unternehmen mit einem neuen Inkubator-Programm Blockchain Startups unterstützen und in sie investieren. Vor zwei Monaten hatte das Startup bereits einen Investment-Fonds von einer Milliarde Dollar angekündigt. In einem Blogpost beschrieb Binance nun das neue Programm, das helfen soll, Probleme zu lösen, die das Unternehmen am Blockchain-Markt sieht.

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Binance Labs Incubation Program

Das Programm soll in San Francisco stattfinden und zehn Wochen dauern. Dort wird ein recht klassisches Inkubator-Konzept mit Mentoring und Gastvorträgen geboten. Am „BUIDLer Day“, dem Demo Day am Ende, kann jedes Team sein Produkt vorstellen. Für potenzielle Teilnehmer wohl besonders spannend: Binance investiert 500.000 US-Dollar in jedes Startup, das es in das Programm schafft. Dieses Geld soll unter anderem die Reisekosten abdecken und das Produkt finanzieren. Im Gegenzug nimmt Binance zehn Prozent Anteile des Startups . In Zukunft soll das Programm an unterschiedlichen Orten stattfinden. Man wolle Unternehmen aus verschiedenen Regionen möglichst viele Chancen geben, heißt es von Binance.

Persönliches Interesse

Als größte Kryptowährungsbörse liegt es natürlich im Interesse des Konzerns den Blockchain-Markt zu fördern. Der ehemalige CEO Changpeng Zhao ist einer der wenigen Bitcoin-Milliardäre und hat viel Vertrauen in Kryptowährungen. Mit einer Gebühr von 0,1 Prozent pro Transaktion erwartet das Unternehmen dieses Jahr einen Jahresumsatz von einer Milliarde US-Dollar.

Die Investment-Flatrate – 500.000 US-Dollar für zehn Prozent – mag zunächst seltsam wirken, könnten Bewerber-Startups doch sehr unterschiedliche Bewertungen haben. Angelehnt hat man sich dabei aber wohl an das Konzept des wohl bekanntesten Accelerators Y Combinator. Bloß deutlich radikaler. Das Flatrate-Investment beim Hauptprogramm von Y Combinator beträgt 120.000 US-Dollar für sieben Prozent der Firma.

Schwierige Auswahl

Acht bis zehn Blockchain Startups sollen pro Batch in das Programm aufgenommen werden – vier Mal im Jahr. Bewerben kann man sich noch bis zum 14. September. Der erste Batch des Inkubators läuft vom 8. Oktober bis zum 14. Dezember. Über den Auswahlprozess ist noch nichts bekannt. Aufgrund eines zu erwartenden Ansturms – Blockchain-Startups gibt es derzeit bekanntlich sehr viele – kann man aber davon ausgehen, dass es sehr schwierig wird, die Auswahl auf höchstens zehn Teilnehmer herunterzubrechen. Binance Labs CEO Ella Zhang merkt jedenfalls an, dass der asiatische und afrikanische Raum am interessantesten wären.

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Das Gründungs-Trio von AYB: Dominik Jöbstl, Robert Haidl und Fabio Steiner (v.l.) © AYB

„Ausgewaschene Baumwollunterhosen fühlen sich mit der Zeit an wie so ein 40er Schleifpapier“, zumindest, wenn es nach Fabio Steiner, Dominik Jöbstl und Robert Haidl geht. Die drei Grazer wollten sich mit diesem Problem nicht länger abfinden und begannen so an der „perfekten Boxershorts“ zu tüfteln. Daraus geworden ist im November 2025 die AYB Underwear GmbH. AYB steht hier für „About Your Balls“. Seit Mitte Juli 2026 kann man sich vom Website-Claim „kein Zwicken. kein Kratzen.“ nun selbst überzeugen.

Zwei Jahre Materialsuche

Rund zwei Jahre arbeiteten die Gründer mit der Grazer Schneiderin Sarah Kohlendorfer zusammen, testeten laut eigenen Angaben mehr als 30 Stoffe und zwölf Prototypen, ehe die Wahl auf Tencel Modal Micro der oberösterreichischen Lenzing AG fiel.

Auch der Schnitt wurde mehrfach überarbeitet: An der Hüfte, „dort ist der Punkt, wo die Unterhose am meisten spannt“, wie Steiner im Interview erklärt, verzichtet AYB auf eine Naht. Stattdessen verlaufen die Nähte vorne und hinten. Daraus ergeben sich zwei zusätzliche Nähte, dafür aber ohne Druckstellen an der empfindlichsten Zone, wie die Gründer ausführen.

Made in China

Produziert wird in einer Partnerfirma im chinesischen Guangdong. Dort würden laut Steiner „90 Prozent aller Unterhosen der Welt produziert“, die Lieferketten seien entsprechend eingespielt. Eine Produktion in Europa hätte man laut Steiner deutlich teurer kalkulieren müssen: „Wir hätten das Dreifache verlangen müssen.“

Preislich positioniert sich AYB zwischen Billiganbietern und Premiummarken, ein Dreierset kostet 44,90 Euro. Über die genaue Marge wollten die Gründer keine Angaben machen, sie sei aber „für das Textilgeschäft üblich“, erwähnt man im Interview.

Verkaufszahlen übertreffen die eigenen Erwartungen

Die ersten Pre-Sale Bestellungen von AYB wurden selbst ausgeliefert. © AYB

Mitte Juli 2026 ging AYB mit einer ersten Bestellung von 1.000 3er-Sets in den regulären Verkauf. Ursprünglich hatten die Gründer mit 50 verkauften Sets pro Monat kalkuliert „und jetzt haben wir halt einfach mehr als das Zehnfache verkauft“, sagt Steiner.

Rund 600 Dreiersets wurden bislang abgesetzt, eine zweite Bestellung über 2.000 weitere Sets ist bereits unterwegs. Finanziert wird sie aus dem laufenden Cashflow: „Es läuft aktuell in einem positiven Cashflow, was uns sehr happy stimmt“, bestätigt Steiner gegenüber brutkasten. Auf Investor:innen verzichten die drei laut eigenen Angaben bewusst. Man wolle es soweit wie möglich bootstrappen.

Vom Marketingbüro zum Boxershort-Business

Steiner und Jöbstl betreiben parallel eine eigene Marketingagentur, aus deren Einnahmen unter anderem die GmbH-Gründung über 12.000 Euro von AYB mitfinanziert wurde. Aktuell laufen beide Geschäfte parallel. „Um auch zu schauen, was funktioniert am Ende des Tages einfach besser“, meint Steiner. Bis man sich bei AYB etwas auszahlen könne „dauert sicher noch zwei, drei Jahre“, fügt er hinzu.

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