27.07.2017

Bin ich ein Entrepreneur? Der 10-Punkte Selbsttest

Die Fähigkeit zu unternehmerischem Denken und Handeln ist die Schlüsselqualifikation des 21. ahrhunderts. Wer über sie verfügt, wird mehr bewegen, schneller aufsteigen und erfolgreicher sein. In einem Selbsttest könnt ihr herausfinden, wie sehr ihr dem Idealprofil eines Unternehmers entsprecht.
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(c) Vasily Merkushev - fotolia.com
Nehmt eich ein paar Minuten Zeit und beantwortet die folgenden Fragen ehrlich und realistisch. Wenn ihr ein unabhängiges Bild haben wollt, dann bittet zwei oder drei Freunde oder Arbeitskollegen, die Einschätzung für euch zu erledigen.

Was einen Entrepreneur ausmacht

Schon Joseph Schumpeter beschrieb Entrepreneure anhand zweier grundlegender Eigenschaften: „Ihre Wesen liegt im Erkennen und Durchsetzen neuer Möglichkeiten.“ Die erste Eigenschaft besteht darin, dass man Chancen erkennt, dass man innovative Ideen, Konzepte und Lösungen generieren kann. Hierfür sind Eigenschaften wie Kreativität, Neugierde, Offenheit, Problemlösungsfähigkeiten, Vernetztheit sowie der Zugang zu neuen Informationen essenziell. Wer ein Visionär ist, wer über den Tellerrand schauen kann, der schafft damit das Potenzial für den ganz großen Innovationssprung.
Die zweite Eigenschaft besteht darin, dass man dieses Potenzial auch einlöst – also Willen und Fähigkeit hat, aus der innovativen Idee ein konkretes Produkt, einen Prozess, ein neues Geschäftsmodell zu machen. Hierfür sind andere Fähigkeiten notwendig: die des Durchsetzers. Also eine hohe Leistungsmotivation, Führungsstärke, Beharrlichkeit,die Bereitschaft, Risiken zuakzeptieren, eine hohe Flexibilität im Erkunden des besten Weges – und Know-how bezüglich der richtigen Methoden und Instrumente. Das Zitat von Victor Hugo, wonach nichts so mächtig ist, wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist, ist zwar  elegant und geistreich, leider aber völlig falsch. Die schönsten und visionärsten Ideen sind nutzlos und scheitern am unvermeidlichen Widerstand des Status Quo, wenn sich ihnen nicht ein Umsetzer in professioneller Weise annimmt. Ein Entrepreneur vereint idealerweise beide Eigenschaften. Er ist Visionär und Durchsetzer in einer Person.

Visionär, Durchsetzer oder Entrepreneur? Oder Verwalter?

Tragt nun eure Punkte aus den beiden Frageblöcken in die Matrix ein. Ihr könnt daraus ablesen, zu welchem Typus ihr neigt – eher zum Visionär, zum Durchsetzer, oder ob ihr zur raren Spezies der Entrepreneure zählt, die über beide Fähigkeiten gleichermaßen verfügen. Eure Position erlaubt es euch auch, die strategischen Handlungsfelder in Richtung einer
Entwicklung zum „kompletten“ Entrepreneur zu ermitteln.
 

Was tun?

Denjenigen, die sich im Bereich der Schlüsselqualifikation des 21. Jahrhunderts steigern wollen, stehen zwei strategische Stoßrichtungen zur Verfügung. Natürlich bietet es sich vor allem an, relative Schwächen auszugleichen. Doch auch der Ausbau von Stärken kann sinnvoll sein. Was kann man also konkret tun, wenn man sich entlang der ersten Dimension verbessern möchte, also die Fähigkeit zum Erkennen von Geschäftsmöglichkeiten steigern möchte? Zunächst einmal gelten Persönlichkeitseigenschaften als relativ stabil. Zahlreiche Studien belegen, dass der menschliche Charakter relativ früh festgelegt ist. Wer also beispielsweise nicht neugierig ist und bei neuenInformationen intuitiv auf Abwehr schaltet, wird sich schwer tun, dies grundsätzlich zu verändern. Coachings, Leadership-Seminare und andere Trainingsformen können natürlich helfen, Blockaden zu lösen und eine zumindest graduelle Steigerung ermöglichen.

Fähigkeiten verbessern

Sehr viel einfacher sind Verbesserungen in Bezug auf Fähigkeiten. Um sie zu erlernen, braucht man Zugang zu Know-how und ein gezieltes Training. Viele Manager nutzen dafür MBAs und andere Formen der postgradualen Bildung. Nach meiner Erfahrung ist das ausgesprochen sinnvoll. Viele Absolventen unseres MBA zu Entrepreneurship & Innovation berichten mir, wie sehr sie sich im Verlauf des Programms in Bezug auf das Erkennen von neuen Möglichkeiten verbessert haben. Viele haben neuartige Karrieremöglichkeiten genutzt, bringen innovative Ideen in ihr Unternehmen ein oder starten eine Karriere als
Entrepreneur.
Eine entscheidende Rolle spielt dabei auch die Diversität der Programme bzw. der Teilnehmer. Dies ist ein Grund dafür, dass wir bei den Zulassungsentscheidungen auf Faktoren wie den Ländermix, unterschiedliche Ausbildungshintergründe und Branchenzugehörigkeiten sowie vielfältige Tätigkeiten und Berufsfelder achten.

Learning by doing

Was kann man tun, um sich vom Visionär zum Entrepreneur zu entwickeln, also die Fähigkeiten zur unternehmerischen Umsetzung zu steigern? Auch hier gilt, dass grundlegende Persönlichkeitseigenschaften wie die Leistungsmotivation, die Beharrlichkeit und die Fähigkeit zur geistigen Flexibilität nur allmählich und in begrenztem Umfang  gesteigert werden können. Aber auch hier hilft gezieltes Training. Postgraduale Lernangebote sind natürlich vor allem im zehnten Faktor hilfreich, im Innovations-Leadership. Es gibt wohl keinen direkteren Zugang zum unternehmerischen Handwerkszeug als ein anwendungsorientiertes Lehrangebot, das man parallel zur beruflichen Tätigkeit wahrnimmt und damit Theorie und Praxis verbindet. Natürlich kann man auch versuchen, die Dinge im Alleingang autodidaktisch „by doing“ zu erlernen.
Die gute Nachricht ist also: Wer Entrepreneur werden will, kann etwas dafür tun. Die schlechte: Man muss es eben auch tun – von selbst tut sich nichts.

Über den Autor

Nikolaus Franke ist Leiter des Instituts für Entrepreneurship & Innovation des WU Gründungszentrums und der User Innovation Research Initiative an der WU Wien. Er ist auch Akademischer Leiter des Professional MBA Entrepreneurship & Innovation der von der TU Wien sowie der WU Executive Academy angeboten wird.

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TikTok
Mit „Sell Across Europe" sollen heimische KMU künftig EU-weit verkaufen können | (c) AdobeStock

Nach Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Irland und Großbritannien folgt die nächste Ausbaustufe: Am 15. Juni geht TikTok Shop in Österreich, Belgien, den Niederlanden und Polen live. Bemerkenswert: In den Vorab-Berichten internationaler E-Commerce-Medien tauchte Österreich bislang gar nicht auf – die Branche hatte primär Polen, Benelux und Skandinavien als nächste Märkte erwartet.

Laut TikTok nutzen über 2,7 Millionen Menschen in Österreich die Plattform monatlich. Sie sollen künftig direkt in der App über Shoppable Videos, Live-Shopping-Formate und einen eigenen Shop-Tab einkaufen können, ohne TikTok zu verlassen. Für österreichische Unternehmen öffnet sich die Registrierung bereits zwei Wochen früher, am 1. Juni.

Was den österreichischen Markt aus TikTok-Sicht auszeichne?

„Wir expandieren schrittweise. Dieses Jahr ist der richtige Zeitpunkt für Österreich“, erklärt Ningxin Wu, die TikTok Shop in Österreich, den Niederlanden, Belgien und Polen verantwortet. Man wolle „Learnings aus Deutschland, Italien und anderen Märkten direkt einsetzen“.

Was den österreichischen Markt aus TikTok-Sicht auszeichne? Wu nennt drei Punkte: digital affine Kund:innen, eine Vorliebe für lokale und hochwertige Produkte – ein Muster, das man auch in Deutschland beobachtet habe – und Live-Shopping bzw. -Selling, das in dieser Form bisher keinen breiten Player in Österreich habe.

Ein österreichisches Scaleup als Anker

Zum Start setzt TikTok auf ein Einladungsmodell. Als einziger österreichischer Launch-Partner ist das Wiener Scaleup Neoh unter den ersten Marken – bekannt für zuckerreduzierte Riegel und Süßwaren-Innovationen. Das 2016 gegründete Unternehmen hat seine Discovery-E-Commerce-Strategie zuvor bereits in Deutschland erfolgreich erprobt.

„TikTok Shop ist für uns mehr als ein neuer Kanal – es ist eine andere Art zu verkaufen“, sagt Lisa Krapinger-Rüther, SVP Digital bei Neoh. „Das Einkaufserlebnis entsteht direkt im Content, organisch und authentisch. Wir haben in Deutschland gesehen, wie gut das funktioniert: Produkte, die sich über echte Community-Empfehlungen verkaufen, ohne sich wie klassische Werbung anzufühlen.“

Neben Neoh werden zum Start unter anderem deutsche Marken wie Hitschies, Judith Williams, More Nutrition und Svenja Walberg auf dem österreichischen Markt verfügbar sein. Der Roll-out ist schrittweise geplant, User:innen sollen mehr und mehr Marken und Produkte finden können.

„Sell Across Europe“: Die Chance für heimische KMU

Strategisch relevant für die heimische Startup- und KMU-Landschaft dürfte vor allem die Funktion „Sell Across Europe“ werden, die kurz nach dem Launch freigeschaltet wird: Mit einer einzigen Registrierung können Händler:innen in alle EU-Märkte verkaufen, in denen TikTok Shop verfügbar ist. Produktbeschreibungen lassen sich pro Markt lokalisieren, der Versand erfolgt direkt oder über TikTok-Logistikpartner.

„Österreichische Mittelständler haben durch TikTok Shop jetzt eine Plattform, ihre Produkte europaweit zu verkaufen“, sagt Wu. Lokale Produkte – sie nennt Ski-Sportartikel und Delikatessen – seien bisher häufig nur im Inland entdeckbar gewesen.

Eine Größenordnung liefert Christian Blum, Communications Lead bei TikTok Shop: Nach einem Jahr TikTok Shop in Deutschland habe man laut NielsenIQ 15 Prozent Penetration bei den Online-Shopper:innen erreicht. EU-weit – ohne UK – verzeichne man laut Unternehmensangaben dreistelliges Wachstum beim täglichen Umsatzvolumen seit dem Launch, mit über 100.000 lokalen Verkäufer:innen.

Die Temu-Frage: Wie grenzt man sich ab?

Während TikTok Shop wirbt, geraten Plattformen wie Temu und Shein wegen Billigimporten und Produktsicherheit zunehmend unter Druck. Wie grenzt sich TikTok ab? Wu verweist auf “Discovery-E-Commerce” als neue Art des Online-Shoppings, das vorläufige Einladungsmodell und generell eine strenge Listing Policy auf TikTok Shop, die EU-Compliance-Anforderungen wie der seit Dezember 2024 geltenden General Product Safety Regulation (GPSR) entsprechen müsse.

Konkrete Zahl: Laut TikTok seien 2025 weltweit 700 Millionen Produkte präventiv geblockt worden, bevor sie überhaupt gelistet werden konnten. Zusätzlich verifiziere man Identität, Mehrwertsteuernummer und Bankdaten der Händler:innen; neue Verkäufer:innen durchlaufen eine Probezeit.

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