23.11.2023

Bill Gates sagt 3-Tage-Woche voraus

Während hierzulande eine Diskussion um die 4-Tage-Woche tobt, sieht Microsoft-Gründer Bill Gates eine noch stärkere Arbeitszeitverkürzung kommen - dank KI.
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3-Tage-Woche Rumin8 Bill Gates steigt bei Blue Frontier ein
Bill Gates | (c) Lukasz Kobus/European Commission

In Österreich ist sie längst Vor-Wahlkampf-Thema und lässt fast niemanden emotional kalt: Die 4-Tage-Woche. Fast täglich übertreffen einander Vertreter:innen von Parteien, Partei-Verbänden und (parteinahen) Interessensvertretungen in gesalzenen Aussagen zum Thema. Die Fronten sind klar: Die eine Seite sieht im aktuellen „Arbeitnehmer:innen-Markt“ eine Chance, mehr Work-Life-Balance durchzusetzen. Die andere Seite hält den Vorstoß anlässlich des Arbeitskräftemangels für kontraproduktiv und wirtschaftsschädlich. Ein Konsens scheint ausgeschlossen.

Bill Gates erwartet nicht 4-, sondern sogar 3-Tage-Woche

Dass die Diskussion noch länger andauern wird, ist indessen vorhersehbar. Doch vielleicht wird sie sich in einiger Zeit von selbst lösen. Davon ist zumindest auszugehen, wenn man Microsoft-Gründer Bill Gates folgt. Er sagte nun im Podcast „What Now?“ des ursprünglich südafrikanischen US-Comedians Trevor Noah nicht etwa die 4-, sondern sogar die 3-Tage-Woche voraus. Und zwar dank Künstlicher Intelligenz (KI).

„Wird wahrscheinlich OK sein“

Die Voraussage kam als Antwort auf Noahs Frage, wie stark KI Jobs gefährden werde. „Es könnte eines Tages eine Zeit kommen, in der Menschen nicht mehr so hart arbeiten müssen“, erwiderte Gates. „Wenn mit der Zeit eine Gesellschaft entsteht, in der man nur mehr drei Tage pro Woche arbeiten muss, wird das wahrscheinlich OK sein“, so der Microsoft-Gründer. Denn es könne eine Welt geben, in der Maschinen „all das Essen und so“ produzieren, weswegen es keine 5-Tage-Plus-Woche mehr brauche, um ein anständiges Einkommen zu erzielen.

Gates sieht KI nicht nur positiv

Der Milliardär und Philanthrop sieht das Thema KI aber bekanntlich nicht nur positiv. In den vergangenen Monaten warnte er auch mehrmals vor den Gefahren der aufstrebenden Technologie, etwa im Sommer in einem sehr umfassenden Blogpost, in dem er die potenziellen Risiken durch Missbrauch beschrieb – unter der Prämisse, dass sich diese aber in den Griff bekämen ließen. Dabei merkte er unter anderem an: „Mir ist klar, dass die Zukunft der KI nicht so düster ist, wie manche Leute denken, und nicht so rosig, wie andere meinen.“

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Das Bitpanda Headquarter in Wien © Bitpanda

Sie machte Wien zum beliebten Standort für die EU-Niederlassungen internationaler Krypto-Unternehmen: die EU-Kryptoregulierung MiCAR. Denn die heimische Finanzmarktaufsicht FMA genießt den Ruf, bei der Erteilung der für das Krypto-Geschäft in der EU notwendigen MiCAR-Lizenz hart, aber fair zu sein.

FMA: „MiCAR auch im Enforcement angekommen“

Nach einigen Meldungen rund um die Erteilung solcher Lizenzen – und in einem Fall einer vorübergehenden Sanktionierung – in den vergangenen Monaten, erfolgte nun erstmals die Verhängung einer Strafe wegen eines MiCAR-Verstoßes durch die FMA. „Damit wird sichtbar, dass die MiCAR nicht mehr nur ein Konzessions- und Aufsichtsthema ist, sondern auch im Enforcement angekommen ist“, heißt es von der Behörde in einer Aussendung dazu.

Termin-Fehler und fehlende Telefonnummer und Mail-Adresse

Getroffen hat es ausgerechnet Österreichs Krypto-Regulatorik-Musterschüler Bitpanda. Konkret machte das Wiener Unicorn bei der Veröffentlichung eines Whitepapers im Zuge eines Token-Launchs im vergangenen Jahr einige Termin- bzw. Formfehler, wie aus der Bekanntmachung der FMA hervorgeht: Das Whitepaper hätte laut Regelwerk bis spätestens 20 Werktage vor Veröffentlichung an die FMA übermittelt werden müssen, was nicht passierte; eine Marketingmitteilung zum Whitepaper wurde unerlaubterweise bereits vor dessen Veröffentlichung verbreitet; und in einer weiteren Marketingmitteilung fehlten ein Disclaimer, eine Telefonnummer und eine Mail-Adresse.

„Unmittelbar nach dem behördlichen Hinweis in Abstimmung mit der FMA behoben“

70.000 Euro Strafe wurden letztlich verhängt. Seitens Bitpanda stellt man auf brutkasten-Anfrage klar: „Alle von der FMA aufgezeigten Punkte wurden jeweils unmittelbar nach dem behördlichen Hinweis in Abstimmung mit der FMA behoben. Wir haben uns für eine rasche, einvernehmliche Beendigung des Verfahrens entschieden. Die Veröffentlichung erfolgte nach dem österreichischen MiCA-Vollzugsgesetz. Das Verfahren ist damit abgeschlossen.“

Zudem betont man beim Scaleup: „Kundengelder, die Sicherheit unserer Plattform oder die Integrität des Bitpanda-Ökosystems waren zu keinem Zeitpunkt beeinträchtigt. Aus den beanstandeten Punkten ist unseren Kundinnen und Kunden kein finanzieller Schaden entstanden.“

Analyse: Musterschüler als erster Bestrafter als falsches Signal

Das genau Bitpanda die erste Strafe auf MiCAR-Basis ausfasst, ist nachvollziehbar und könnte dennoch ein falsches Signal aussenden. Als größter heimischer Player, der in seinen Prozessen eng mit der FMA zusammenarbeitet, überrascht es nicht, dass gelegentlich Formfehler nicht nur passieren sondern auch unmittelbar bemerkt werden. Indessen sind einige große internationale Player weiterhin ohne MiCAR-Lizenz am heimischen Markt aktiv und entziehen sich erfolgreich der Strafverfolgung. Dass der Formfehler durch die FMA verfolgt wird ist korrekt und konsequent; dass ausgerechnet Bitpanda damit zum Exempel wird, wird den großen regulatorischen Themen am Krypto-Markt aber nicht gerecht.

In der Aussendung der FMA äußert man sich zu dieser Thematik indirekt und gewohnt sachlich: „Der Umstand, dass es sich um den ersten veröffentlichten MiCAR-Fall handelt, begründet für sich genommen keine Sonderstellung des betroffenen Unternehmens oder der festgestellten Verstöße.“

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