30.05.2016

Bill Gates Lesetipps: Inspirierendes Gehirnfutter für heiße Tage

Wir stellen euch die fünf Bücher vor, die Microsoft-Gründer Bill Gates in diesem Sommer empfiehlt. Hauptthemem: Naturwissenschaft und Mathematik. Eine wohl etwas anspruchsvollere Strandlektüre, die dazu inspierieren soll, neue Wege einzuschlagen.
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Open House 7 @ ÖGV von Jungunternehmer im ÖGV (c) ÖGV

Was macht ein Multi-Milliardär eigentlich im Sommer? Lesen, hat es den Anschein. Pünktlich zu Beginn der richtig heißen Jahreszeit gibt Microsoft-Gründer Bill Gates seine Leseempfehlungen für diesen Sommer ab. „Es sind Bücher, die ich geliebt habe, die mich dazu gebracht haben, umzudenken, und mich wach gehalten haben, als ich eigentlich schon zu Bett gehen hätte sollen“, schreibt Gates in seinem Blog.

Romantik- und Krimifreunde seien an dieser Stelle aber gewarnt: Alle Empfehlungen drehen sich um das Thema Wissenschaft und Mathematik. Von 800 seitigen Science-Fiction Wälzern ist bis zu Kurzweiligem über das wirtschaftliche Mojo von Japan alles dabei.

Redaktionstipps
  1. Seveneves von Neal Stephanson
    Der Sciencen-Fiction Roman beginnt mit nichts Geringerem als der Explosion des Mondes. Außerdem soll die Menschheit durch einen Meteoriteneinschalg ausgelöscht werden. Rettung sucht sie im Weltraum. Ein Buch, das vor Detail-Informationen über Raumfahrt nur so strotzt. Auf Deutsch ist es unter dem Titel „Amalthea“ erhältlich.
  2. How Not to be Wrong von Jordan Ellenberg
    Wer hätte gedacht, wie sehr Mathematik unser tägliches Leben beeinflusst. Autor Jordan Ellenberg erklärt auf nicht ganz unkomplizierte Weise die mathematische Logik des Alltags und rechnet schon einmal vor.
  3. The Vital Question von Nick Lane
    Ein Buch, das versucht, den ganz großen Zusammenhängen auf den Grund zu gehen. Es handelt von Evolution und Energieflüssen, von der Entstehung komplexer Lebensformen und davon, wie Krebs bekämpft werden könnte.
  4. The Power to Compete von Ryoichi und Hiroshi Mikitani
    Wer sich für die globale Wirtschaft interessiert, muss sich früher oder später auch mit Japan auseinandersetzen. Zu spannend ist die Lage unterschiedlicher Firmen, inmitten der Konkurrenz durch China und Korea. Warum aber scheint der Aufschwung der 1990er Jahre nun plötzlich zu stagnieren? Die Autoren des Buches sind Hiroshi Mikitani, Inhaber der Internet-Firma Rakuten, und sein mittlerweile verstorbener Vater Royoichi.
  5. Sapiens: A Brief History of Human Kind von Noah Yuval Harari
    Auf deutsch ist das Buch unter dem Titel „Eine kurze Geschichte der Menschheit“ zu haben. Und genau das ist es auch. Noah Yuval Harari beschreibt die Entwicklung des Homo Sapiens vom unbedeutenden Tier zum Herren des Planeten und zum Schrecken des Ökosystems. Die ganze Geschichte des Menschen wird auf nur 400 Seiten abgehandelt und wirft darüber hinaus auch noch Fragen bezüglich der Zukunft auf.

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Der Prototyp auf dem PROTEAS-Forschungsgelände des Cyprus-Instituts in Zypern © Waldstein

„Ich habe erstmal aus Meerwasser destilliertes Wasser getrunken. Es schmeckte sehr gut“, berichtet Carl Albrecht Waldstein, Geschäftsführer der Wiener Seawater BV GmbH im brutkasten-Gespräch über die gelungene Inbetriebnahme der ersten solaren Meerwasser-Entsalzungsanlage des Desertgreener-Projekts in Limassol, Zypern.

Mit einer Kombination aus Parabolspiegeln und energetischem Recycling will man dem weltweiten Wassermangel, der aktuell über 2 Milliarden Menschen betreffe, begegnen. Was vor zwei Jahrzehnten an einer verdorrenden spanischen Küste als kühnes Gedankenspiel begann, soll nun globale Wucht entfalten.

Die Vision: Wasser für eine wachsende Welt

„Wir saßen am Ufer des Meeres an der spanischen Mittelmeerküste. Vor uns unendlich viel Meer und hinter uns trocknete alles aus. Also haben wir gesagt, das kann nicht sein, dass das Wasser vor uns die Probleme hinter uns nicht löst“, erinnert sich der Geschäftsführer an die Anfänge der Lösung eines der herausforderndsten Probleme unserer Zeit.

Die Technologie soll Süßwasser so günstig verfügbar machen, dass nicht nur Trinkwasser gesichert wird, sondern auch die wasserintensivere Landwirtschaft, Industrie und der Bergbau versorgt werden können. Bereiche, die klassische Entsalzung aus Kostengründen kaum bedient. Das Potenzial reicht laut Waldstein von der Rettung versalzter Agrarflächen über die Begrünung von Wüstenregionen bis zur Erzeugung von grünem Wasserstoff und Ammoniak als Dünger- und Treibstoffalternative.

Perspektivisch positioniert sich Desertgreener damit als Anbieter einer Basisinfrastruktur, die – wenn sie im großen Maßstab umsetzbar ist – wasserarmen Regionen weltweit neue wirtschaftliche und ökologische Entwicklungsmöglichkeiten eröffnen könnte.

Wasserkreislauf der Natur als Vorbild

Statt auf energieintensive Umkehrosmose zu setzen, soll die Anlage im Kleinen kopieren, was die Natur im Wasserkreislauf im Großen macht: Sonne verdampft Meerwasser, der Dampf kondensiert wieder zu Süßwasser. Bewegliche, der Sonne nachgeführte Spiegel bündeln dafür die Sonnenstrahlen direkt auf einen mit Meerwasser gefüllten Behälter und bringen es zum Kochen. Laut Unternehmen werden so über 90 Prozent der Sonnenenergie direkt genutzt.

Der entstehende, salzfreie Dampf wird von einer Turbine abgesaugt und in ein Röhrensystem gepresst. Dabei kondensiert er sofort wieder zu Wasser und gibt seine Wärme an das noch kochende Meerwasser zurück. „Wir schicken 83 Prozent der Energie ständig im Kreis“, erklärt Waldstein. Dadurch lasse sich mit derselben Menge Sonnenenergie ein Vielfaches an Wasser verdampfen, statt sie nach einmaliger Nutzung zu verlieren.

Finanzierung über Utility-Token

Um die kapitalintensive Serienproduktion nun vorzubereiten, meidet die Seawater BV GmbH bewusst Banken und Venture Capital. Man wolle unabhängig bleiben: „Wir wissen, wir stören auch viele“, so Waldstein. Stattdessen gelangt man über den Verkauf des eigenen „DGRX“ Utility-Tokens bereits an über zehn Millionen Euro, wie der Gründer im Interview erwähnt.

Verkauft wird der Token über die DGRX Sales GmbH, welche daraus wiederum schrittweise Anteile an der Seawater BV GmbH erwirbt (bis zu 24%). Weitere sechs Millionen Euro sollen nun über die Token-Finanzierung folgen, um die Serienproduktion voranzutreiben.

1,8-Milliarden-Bewertung von „Big Four“-Prüfungsgesellschaft

Zu den anvisierten Kunden zählen Regierungen, Kommunen sowie große Agrar- und Bergbaukonzerne. „Um den Markt mache ich mir null Sorgen. Wo ich hintippe, schreien die Leute, wann könnt ihr liefern“, kommentiert Waldstein die Nachfrage. Laut ihm bewertete eine „Big Four“-Prüfungsgesellschaft die Firma Ende 2025 mit 1,8 Milliarden US-Dollar. Mit der aktiven Pilotanlage steige der Wert laut Waldstein kalkulatorisch auf 2,9 Milliarden Dollar.

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