24.05.2023

Bill Gates sagt Ende von Amazon- und Google-Nutzung voraus

Microsoft-Gründer Bill Gates sprach bei einem Event zum Thema Künstliche Intelligenz über seine Erwartungen zum zukünftigen Nutzerverhalten.
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Bill Gates | (c) Lukasz Kobus/European Commission

Die Geschichte zeigt: Nur wenige, meist sehr grundlegende Technologien, bleiben immer relevant – etwa das Rad. Die meisten anderen werden mit der Zeit abgelöst. Und je komplexer eine Technologie ist, desto größer scheint die Chance, dass sie durch eine noch komplexere ersetzt wird. Erst das Telegramm, dann das Telefon, dann das Handy, dann das Smartphone – und Unternehmen legen bereits ihre Vorschläge für die Smartphone-Nachfolge vor. Der Gedanke, dass auch auf E-Commerce a la Amazon und Websuche via Google etwas anderes folgen wird, liegt also ebenfalls nahe. Genau dazu äußerte sich nun Microsoft-Gründer Bill Gates bei einem Event zum Thema Künstliche Intelligenz in San Francisco, wie CNBC berichtet.

Nie wieder Google, Amazon und Productivity-Tools

Er glaubt, dass sich jenes Unternehmen im AI-Rennen durchsetzen wird, das als erstes einen überzeugenden persönlichen KI-Assistenten abliefert, der Nutzer:innen umfassend im täglichen Leben unterstützt. Diese Technologie werde das Nutzerverhalten grundlegend verändern. „Es wird entscheidend, wer das Rennen um den persönlichen Assistenten gewinnt, denn man wird dann nie wieder eine Suchmaschine nutzen, man wird nie wieder ein Productivity-Tool verwenden, man wird nie wieder zu Amazon gehen“, so Gates. Der Assistent werde für einen auch „das Zeug lesen, für das zu lesen man keine Zeit hat“.

Bill Gates sieht 50:50-Chance, dass Startup das AI-Rennen gewinnt

Und wer wird das von Bill Gates erwartete Rennen gewinnen? Der Milliardär versucht merklich optimistisch im Bezug auf den von ihm gegründeten Konzern zu wirken, übt sich dann aber doch in Realismus. „Ich wäre enttäuscht, wenn Microsoft nicht vorne dabei wäre“, meint er. „Aber ich bin von einigen Startups beeindruckt, darunter Inflection“. Das angesprochene Unternehmen stellte erst kürzlich seinen AI-Chatbot Pi vor, der mit Empathie punkten soll und klar als Konkurrenz zur Microsoft-Beteiligung ChatGPT positioniert wird. Generell sieht Gates eine „50:50-Chance“, dass entweder ein etablierter Tech-Gigant oder ein Startup das besagte Rennen gewinnen wird.

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AustrianStartups, ELP
© AustrianStartups

AustrianStartups und die Stiftung Unternehmerische Zukunft haben das Entrepreneurial Leadership Program (ELP) weiterentwickelt. Der Schwerpunkt liegt künftig stärker auf der konkreten Begleitung angehender Startup-Gründer:innen. Vorgesehen sind unter anderem intensiveres persönliches Mentoring und Coaching, die gezielte Suche nach Co-Founder:innen sowie die praktische Weiterentwicklung eigener Geschäftsideen.

Dabei geht es um die frühe Erprobung zentraler Annahmen – von ersten Gesprächen mit potenziellen Kunden und der Validierung konkreter Problemstellungen bis zur Entwicklung eines ersten Minimum Viable Product (MVP): „Wir wollen Menschen nicht nur die Skills für den Aufbau eines Startups mitgeben. Sie sollen die Möglichkeit bekommen, ihre Ideen tatsächlich auszuprobieren und die ersten Schritte in Richtung Gründung zu machen“, sagt Elisabeth van Holthe tot Echten, COO von AustrianStartups.

ELP: Schwerpunkt „Co-Founder“

Beim Schwerpunkt „Co-Founder“ bringt das ELP Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen, Fähigkeiten und Perspektiven zusammen. Sie können sich kennenlernen, gemeinsam an Ideen arbeiten und mögliche Co-Founder:innen finden. Eine fertige Geschäftsidee ist dafür nicht notwendig.

„Eine Startup-Idee muss am Anfang noch nicht perfekt sein. Viel wichtiger ist, dass man bereit ist, Fragen zu stellen, Dinge auszuprobieren und gemeinsam mit anderen herauszufinden, was funktionieren kann“, so van Holthe tot Echten weiter. „Genau dafür wollen wir im ELP den Raum und die Unterstützung geben.“

Hansmann, Trummer, Kaminski, Porsche, Deutsch und Unger dabei

Ein weiterer Bestandteil des Programms ist die persönliche Begleitung der Fellows. Durch die Zusammenarbeit mit der Stiftung Unternehmerische Zukunft erhalten sie Zugang zu einem Netzwerk: Die Stiftung wird von mehr als 50 Persönlichkeiten aus der Szene unterstützt, darunter Hansi Hansmann, Christian Trummer, Kilian Kaminski, Felix Porsche, Tina Deutsch und Katharina Unger. Darüber hinaus begleiten weitere Unternehmer:innen und Investor:innen das ELP als Mentor:innen und bringen ihre Erfahrungen in das Programm ein.

Auch nach Abschluss bleiben die Fellows über die ELP-Alumni-Community miteinander verbunden. Ehemalige Teilnehmer wie Mathias Gruber (Fonio.ai), Lukas Höber (Sequestra) oder Lisa Reiss (All But Sugar) bringen ihre Erfahrungen aus der Gründung und dem Aufbau von Unternehmen sowie aus weiteren beruflichen Stationen in das Netzwerk ein.

„Wir wollen Menschen ermutigen, ihre Ideen in die Tat umzusetzen und den Schritt ins Unternehmertum zu wagen. Dafür braucht es nicht nur Wissen, sondern auch Menschen, die ihre Erfahrungen teilen, ehrliches Feedback geben und zur richtigen Zeit die richtigen Fragen stellen. Genau das wollen wir mit unserem Netzwerk ermöglichen“, sagt Markus Raunig, Vorstand der Stiftung Unternehmerische Zukunft.

Prozess steht im Mittelpunkt

Ebenso ist die praktische Arbeit an den eigenen Ideen ein wichtiger Teil des ELP. Die Teilnehmer:innen beschäftigen sich mit den Problemen und Bedürfnissen von möglichen Kunden, überprüfen ihre Annahmen und entwickeln ihre Ideen auf dieser Grundlage weiter.

Dabei gehe es nicht darum, das Programm bereits mit einem fertigen Unternehmen abzuschließen. Im Mittelpunkt steht vielmehr der Prozess, aus einer ersten Idee schrittweise eine fundierte Grundlage für eine mögliche Gründung zu entwickeln und früh praktische Erfahrungen zu sammeln, wie es heißt.

Das ELP richtet sich daher sowohl an Menschen, die bereits eine konkrete Startup-Idee haben, als auch an jene, die noch nach einer Idee, einem geeigneten Problem oder nach Mit-Gründer:innen suchen. Bewerbungen für die nächste ELP-Kohorte sind noch bis einschließlich Sonntag, 13. September 2026 möglich.

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